Ghasantschezoz-Kathedrale

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ghasantschezoz-Kathedrale
Սուրբ Ամենափրկիչ Ղազանչեցոց Եկեղեցի
Die neu restaurierte Kathedrale von Ghasantschezoz und der Glockenturm.

Die neu restaurierte Kathedrale von Ghasantschezoz und der Glockenturm.

Baujahr: 1858
Einweihung: 1887
Architekt: Simon Ter-Hakobyan
Stilelemente: armenische Architektur
Lage: 39° 45′ 31,7″ N, 46° 44′ 52,4″ OKoordinaten: 39° 45′ 31,7″ N, 46° 44′ 52,4″ O
Standort: Şuşa
Aserbaidschan
Zweck: armenisch-apostolische Kathedrale

Die Ghasantschezoz-Kathedrale (armenisch Ղազանչեցոց Եկեղեցի), auch bekannt als Kathedrale Christi des Heiligen Retters (Ղազանչեցոց Սուրբ Ամենափրկիչ Մայր Տաճար) oder Schuschi-Kathedrale (Շուշիի Մայր Տաճար), ist eine armenische Kirche aus dem 19. Jahrhundert in Schuschi, Republik Bergkarabach.

Die Kathedrale besteht aus einem freien Kreuz mit vier Apsiden, in denen von Armen Hakobian entworfene Skulpturen eingebaut sind, die so dargestellt sind, als ob sie Musikinstrumente spielen würden.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruinen der armenischen Hälfte von Schuschi nach der Zerstörung der Stadt durch die aserbaidschanische Armee 1920. Im Zentrum die ruinierte Kathedrale.

Die Ghasantschezoz-Kathedrale wurde zwischen 1868 und 1887 erbaut und hat eine Fassade aus weißem Kalkstein.[2] Der Architekt Simon Ter-Hakobyan wollte die Kirche der Kathedrale von Etschmiadsin nachempfinden.[3] Vor dem Westeingang steht ein freistehender dreistöckiger Glockenturm, erbaut im Jahre 1858.[4] Große Statuen von Trompete spielenden Engeln stehen an jeder Ecke des zweiten Stockes des Glockenturms. Es handelt sich um Nachbildungen der ursprünglichen Figuren, die während des Bergkarabachkrieges zerstört wurden, als Schuschi zunächst gewaltsam unter aserbaidschanische Kontrolle geriet.[5]

Die Kathedrale durchlebte über die Jahre verschiedene Zweckentfremdungen. Ihre Nutzung als Kirche endete nach dem Pogrom von Schuschi im März 1920. Während der sowjetischen Periode wurde sie erst als Getreidespeicher und dann als Garage genutzt.[4] Während des Bergkarabachkonflikts ab 1989 nutzten aserbaidschanische Kräfte die Kathedrale als Lagerhaus für GRAD-Munition,[6] und beschädigten sie bis Mai 1992, als Schuschi durch armenische Einheiten zurückgewonnen wurde.[1] In den Jahren nach der Einnahme durch die Armenier wurde die Kirche repariert und renoviert. Die Nachbildungen der Engelstatuen wurden handgefertigt, um die zerstörten Originale zu ersetzen. Ein solcher Engel bildet einen Bestandteil des Wappens von Schuscha. Im Jahre 1998 wurde die Kirche erneut geweiht, und dient heute als die Kathedrale der Eparchie Arzach der armenisch-apostolischen Kirche.[7]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schuschi-Kathedrale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Sèda Mavian, Arménie, coll. « Guides Évasion », Hachette, Paris, 2006 ISBN 978-2-01-240509-7, S. 222.
  2. Hasratyan, Murad M. Շուշի (Schuschi). Armenisch-Sowjetische Enzyklopädie. vol. viii. Jerewan: Nationale Akademie der Wissenschaften, 1982, S. 601.
  3. Levon Chorbajian, Patrick Donabédian und Claude Mutafian, The Caucasian Knot: The History and Geopolitics of Nagorno-Karabagh, Zed Books, London, 1994 ISBN 1-85649-288-5, S. 84
  4. a b Nicholas Holding, Armenia and Nagorno-Karabagh, Bradt Travel Guides, 2006, ISBN 978-1841621630, S. 214.
  5. Hasratyan, Murad und Zaven Sargsyan. Armenia: 1700 Years of Christian Architecture. Jerewan: Mughni Publishing, 2001. S. 234.
  6. De Waal, Thomas. Black Garden: Armenia and Azerbaijan through Peace and War. New York: New York University Press, 2003, Seiten 179–180, 190. ISBN 0-8147-1944-9.
  7. Hasratyan und Sargsyan. Armenia, S. 234.