al-Ghazālī

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Abū Hāmid Muhammad ibn Muhammad al-Ghazālī, kurz auch Alghazāli (arabisch أبو حامد محمد بن محمد الغزالي, DMG Abū Ḥāmid Muḥammad b. Muḥammad al-Ġazzālī; persisch ابو حامد محمد غزالی; lateinisch Algazel; geboren 1058 in Tūs bei Maschhad; gestorben am 19. Dezember 1111[1]), mit dem ehrenden Beinamen Huddschat al-Islām, war ein persischer islamischer Theologe, Philosoph und Mystiker.

Ghazali zählt bis heute zu den bedeutendsten religiösen Denkern des Islams. Ihm ist die Einführung der aristotelischen Logik und Syllogistik in die islamische Jurisprudenz und Theologie zu verdanken. In seiner Philosophie vertrat er gleichwohl einen religiös motivierten Skeptizismus, der die Wahrheiten des Glaubens und der Offenbarung mit den Mitteln des philosophischen Zweifels gegen den Wahrheitsanspruch der Philosophie verteidigt. Während er einerseits für den Untergang der Philosophie im islamischen Osten (im Gegensatz zum islamischen Spanien, wo sie aufblühte) verantwortlich gemacht wird, bewirkte er auf der anderen Seite eine Wiederbelebung der Theologie.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tod seines Lehrers al-Dschuwainī (1028-1085) ging Ghazali an den Hof Nizam al-Mulks, des Wesirs der Seldschukensultane, der ihn 1091 zum Professor an der Nizamiyya-Madrasa in Bagdad ernannte. Er erwarb sich in dieser Stellung als höchstrangiger Lehrer der islamischen Gemeinschaft von Bagdad größtes Ansehen und war auch als politischer Berater gefragt.

Während der durch die Ermordung Nizam al-Mulks ausgelösten Wirren geriet Ghazali nach eigenem Bekunden in eine spirituelle Krise und wandte sich der islamischen Mystik, dem Sufismus, zu. Er gab seine Professur auf, spendete seinen Besitz den Armen und verließ 1095 Bagdad. Als Sufi führte er anschließend in Palästina und Syrien ein Wanderleben, bis er schließlich in seine Heimatstadt Tūs zurückkehrte, wo er abgesehen von einer kürzeren Wiederaufnahme seiner Tätigkeit als Professor in Nischapur (1106) bis zu seinem Tod ein zurückgezogenes Leben als sufischer Lehrer führte.

Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ghazalis Haltung zur Philosophie ist zwiespältig: Einerseits zeugen seine Werke von einer gründlichen Kenntnis der griechischen und islamischen Philosophie, andererseits lehnte er die Philosophie als eigenen Weg zur Wahrheit ab und warf Vorgängern wie Avicenna und al-Farabi vor, durch ihre unkritische Adaption der heidnischen aristotelischen und platonischen Philosophie (dort speziell die Metaphysik) den islamischen Glauben zu verderben.[2] Besonders gegen den Emanationismus, der das notwendige Hervorgehen der Welt aus Gott auf dem Weg über den Intellekt und in Verbindung damit auch die Ewigkeit der Welt lehrte, verteidigte er die durch die koranische Offenbarung verbürgte göttliche Erschaffung und Zeitlichkeit der Welt, indem er den Philosophen das Recht absprach, ihr Prinzip der Kausalität auch auf den jenseitigen Gott anzuwenden.

In seinem kurz vor 1095 verfassten Buch „Die Widerlegung der Philosophen“ befand Ghazali, dass viele Lehren der Aristoteliker einer argumentativen Kritik nicht standhielten. Am Ende seiner Schrift verurteilt er sie als Ungläubige:

„Wir sagen: Man muss sie aufgrund von drei Lehren als Ungläubige verurteilen: Erstens aufgrund der Lehre der Ewigkeit der Welt, und dass Substanzen alle ewig seien. Zweitens, aufgrund der Lehre, dass Gott – erhaben ist er – keine Kenntnis der Partikularia hat, die von den Individuen in der Zeit erschaffen werden. Und drittens aufgrund ihrer Leugnung der Auferstehung und Versammlung der Körper (im Jenseits).

Dies sind die drei Lehren, die auf keine Weise zum Islam passen. Wer sich zu ihnen bekennt, meint, die Propheten – Gott möge sie segnen – würden lügen. (Er meint), sie würden ihre Botschaft auf jeweils angemessener Weise darlegen und dabei Gleichnisse für die ungebildete Masse benutzen, damit sie es verstehe. Dies ist eindeutiger Unglaube, zu dem sich niemand bekennt, der zu den Glaubensgruppen des Islams gehört.“

Apostasie und Toleranz im Islam – Die Entwicklung zu Al-Ghazalis Urteil gegen die Philosophie und die Reaktionen der Philosophen. Von Frank Griffel. Brill-Leiden-Boston-Köln 2000, S. 4.

Ghazali versuchte in seinem Weltbild eine Synthese vom göttlichen Determinismus mit dem menschlichen freien Willen:

  • Auf der obersten Stufe befindet sich der stets selbsterhaltende Gott.
  • Auf unterster Ebene ist die materielle Welt, die von Gott vorherbestimmt ist.
  • Dazwischen liegt die Welt der Menschen, deren Seele und Selbst durch den freien Willen geprägt ist. Gott gibt dem Menschen Ideen und Neigungen, aber die folgenden Taten obliegen einzig dem Menschen. (In der Stanford-Enzyklopädie wird aber al-Ghazali eher als Determinist beschrieben. Siehe die Diskussion hier.)

Wenngleich er aschʿaritische Positionen in der Dogmatik vertrat, so gab er sich doch mit der bloßen Vernunft als Erkenntnisquelle nicht zufrieden und lehrte den Weg zu einem Gottesbewusstsein, das aus dem Herzen entspringt, um "sich von den unislamischen Einflüssen des Verstandes zu lösen"[3]. Mit dieser Haltung ebnete er antirationalen Tendenzen in den geistigen Auseinandersetzungen seiner Epoche den Weg.

Aussagen zum Sufismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner intellektuellen Autobiographie al-Munqiḏ min aḍ-ḍalāl ("Der Erretter aus dem Irrtum"), die er zwischen 1106 und 1109 abfasste,[4] machte al-Ghazālī deutlich, dass er nach seiner jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit den verschiedenen religiösen Wissenschaften den Sufismus als das religiöse System betrachtete, das den größten Heilsnutzen verspricht. So schrieb er hier:

„Ich wusste mit Gewissheit, dass die Ṣūfī diejenigen sind, die auf dem Wege des erhabenen Gottes voranschreiten, besonders weil ihre Lebensweise die beste aller Lebensweisen, ihr Weg der richtigste aller Wege und ihre Gesinnung die reinste aller Gesinnungen ist. Ja sogar, wenn man die Vernunft aller Vernünftigen, die Weisheit aller Weisen und das Wissen der Gelehrten, denen sich die Geheimnisse der Offenbarung erschlossen haben, in sich vereinigte, um auch nur etwas von der Lebensweise und der Gesinnung der Ṣūfī zu verändern und durch etwas Besseres zu ersetzen, so würde ihnen dieses nicht gelingen. Denn alle ihre Bewegungen und Ruhehaltungen, in ihrem Äußeren wie auch im Inneren, sind der Lichtnische der Prophetie entnommen. Hinter diesem Lichte der Prophetie gibt es kein anderes Licht auf Erden, von dem Erleuchtung erlangt werden kann.“

al-Ghazālī: Der Erretter aus dem Irrtum. Übers. ʿA. ʿA. Elschazlī. S. 46.

Durch Aussagen wie diese trug Ghazali maßgeblich zur allgemeinen Anerkennung des Sufismus im Islam bei. Ghazali gab auch dem Dschihad durch die Neuinterpretation eines Koranverses (4, 95) eine neue, zusätzliche Bedeutung: Nicht nur der Kampf auf dem Schlachtfeld sei Dschihad, sondern auch der Kampf gegen das eigene niedere Ich (an-nafs al-ammara).

Aussagen zur Stellung der Frau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Al-Ghazali hat in seiner Schrift „Das Buch der Ehe“ die wichtigsten (moral-)theologischen Grundlagen für die Systematik des schariatischen Geschlechterverhältnisses herausgearbeitet. Demnach sei die „Heirat eine Art Sklaverei“ und „die Frau die Sklavin des Mannes (...) Deshalb hat sie ihm unbedingt und unter allen Umständen zu gehorchen (...)“.[5] In diesem Zusammenhang zitiert er diverse Überlieferungen, denen zufolge der Prophet unter anderem gesagt haben soll, dass, sofern beim Tode ihres Ehemanns dieser mit seiner Gattin zufrieden war, ihr jenseitiges Seelenheil gesichert wäre.[6] Ferner soll Mohammed geäußert haben, dass „[w]enn ich jemandem befehlen würde, sich vor einem anderen niederzuwerfen, so würde ich der Frau befehlen, sich vor dem Mann niederzuwerfen (...)“.[7]

Für al-Ghazali soll die pflichtgehorsame muslimische Frau „im Innern des Hauses bleiben und an ihrem Spinnrad sitzen (...) Mit den Nachbarn soll sie nicht viel reden und nur in dringenden Angelegenheiten sie besuchen. Sie soll stets ihren Mann im Sinne haben, mag er gegenwärtig oder abwesend sein (...) Sie soll das Haus nicht verlassen, außer mit seiner Erlaubnis, und wenn sie ausgeht, sich in abgetragene Kleider hüllen und wenig begangene Wege wählen, die Hauptstraßen und Märkte dagegen vermeiden. (...) Auch soll sie bei sich auf peinliche Sauberkeit achten und in jeder Hinsicht stets so beschaffen sein, daß der Mann sie genießen kann, wenn er will. (...)“.[8]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lateinische Tradition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Al-Ghazalis 1094 verfasste Maqasid al-falasifa (Die Absichten der Philosophen), das Grundbegriffe der Logik, Metaphysik, Theologie und Physik darstellt und eine Aufbereitung von Ibn Sinas Dānishnāma-e Alā'ī darstellt, wird früh in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts in Toledo wohl von Dominicus Gundisalvi ins Lateinische übersetzt und kursiert u.a. unter dem Titel Liber Algazelis de summa theoreticae philosophiae. Die lateinischen Leser wussten anfangs nicht um diesen Werkstatus und hielten das Buch irrig für eine Darlegung von al-Ghazalis Lehren - Ursache für eine Hochschätzung des Letzteren unter Theoretikern, die mit Methoden und Lehren in der Traditionslinie von al-Farabi und Ibn Sina sympathisieren.[9] Die falsche Zuschreibung dieser Schrift hat das Verständnis des Denkens al-Ghazalis bis in die Neuzeit nachhaltig erschwert.

Da Ghazalis Tahafut al-falasifa (Inkohärenz der Philosophen) von Averroes in dessen Widerlegung (Tahafut al-tahafut) wörtlich wiedergegeben wurde, wurde sie im Westen unter dem Titel Destructio philosophorum bekannt, als der Tahafut at-tahafut 1328 von dem jüdischen Übersetzer Kalonymus ben Kalonymus ben Meïr aus dem Arabischen ins Lateinische übersetzt wurde. Diese Übersetzung wurde mit einem Kommentar von Agostino Nifo 1497 in Venedig erstmals gedruckt (Nachdrucke in Lyon 1517, 1529, 1542). Ein anderer Übersetzer, Calonymos ben David ben Todros, erstellte zwischen 1318 und 1328 auch eine vollständigere Übertragung des Tahafut at-tahafut aus dem Arabischen ins Hebräische (Happalat ha-Happalah), und diese hebräische Übersetzung wurde später von Calo Caloymos ins Lateinische übersetzt und 1527 in Venedig gedruckt (Nachdrucke 1550, 1560, 1573).

Forschungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die harsche Beurteilung der Philosophie durch Ghazali - er beurteilt am Ende der Widerlegung der Philosophen diese sogar als Ungläubige - war jahrhundertelang im lateinischen Westen so nicht präsent, u.a. wegen der vorherrschenden Rezeption von Ghazalis Darstellung der philosophischen Lehren, aber nicht des diese beurteilenden Werks bzw. Werkteils. Eine wichtige Wende brachte 1842 die überhaupt für die Forschung zu Ghazali wegweisende Studie Schmölders'.[10]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autobiographie
  • al-Munqiḏ min aḍ-ḍalāl - dt. Der Erretter aus dem Irrtum, aus dem Arabischen übersetzt, mit einer Einleitung, mit Anmerkungen und Indices hrsg. von ʿAbd-Elṣamad ʿAbd-Elḥamīd Elschazlī, Meiner, Hamburg 1988 (= Philosophische Bibliothek, 389), ISBN 3-7873-0681-1
Theologie
  • 1095 - al-Iqtiṣād fī al-iʿtiqād (Das zielstrebige Vorgehen im dogmatischen Räsonnieren)
  • 1097 - ar-Risāla al-Qudsiyya (Der Brief aus Jerusalem)
  • Kitāb al-arbaʿīn fī uṣūl ad-dīn (Vierzig Kapitel über die Prinzipien der Religion)
  • ad-Durra al-fāḫira fī kašf ʿulūm al-āḫira - dt. Die kostbare Perle im Wissen des Jenseits, aus dem Arabischen übersetzt von Mohamed Brugsch, Lafaire, Hannover 1924 (Digitalisat), Nachdruck GMSG, Köln 2002, ISBN 3-937297-06-5; überarbeitete Fassung Spohr Verlag, Kandern 2003, ISBN 3-927606-47-2
  • Aiyuhā al-walad - dt. O Kind!, arabischer Text mit Übs. von Muhammad Harun Riedinger, Edition Minarett, Braunschweig 2002, ISBN 3-9808396-0-5
  • Faiṣal at-tafriqa bayn al-Islām wa-az-Zandaqa - dt. Das Kriterium der Unterscheidung zwischen Islam und Gottlosigkeit, eingeleitet, übersetzt und mit Erläuterungen versehen von Frank Griffel, Spur Verlag, Zürich 1998, ISBN 3-9520127-8-5
  • Faḍāʾiḥ al-Bāṭiniyya - dt. Streitschrift gegen die Batinijja-Sekte, kommentiert von Ignaz Goldziher, Nachdruck Brill, Leiden 1956 (= Veröffentlichungen der De Goeje-Stiftung, 3)
  • Zweifelhaft: ar-Radd al-ğamīl ʿalā an-niṣārā al-Inğīl - daraus dt. Wider die Gottheit Jesu, übs. von Franz Elmar Wilms, Brill, Leiden 1966
Ethik
  • 1095 - Mīzān al-ʿamal - dt. Das Kriterium des Handelns, aus dem Arabischen übersetzt, mit einer Einleitung, mit Anmerkungen und Indices hrsg. von ʿAbd-Elṣamad ʿAbd-Elḥamīd Elschazlī, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, ISBN 978-3-534-19039-3
  • 1096-97 - Iḥyāʾ ʿulūm ad-dīn ("Die Wiederbelebung der religiösen Wissenschaften"). - Deutsche Teilübersetzungen daraus, Buch 12: Das Buch der Ehe, übersetzt und kommentiert von Hans Bauer, in überarbeiteter Form neu hrsg. von Salim Spohr, Spohr Verlag, Kandern 2005, ISBN 3-927606-48-0; Bücher 31-36: Lehre von den Stufen zur Gottesliebe, eingeleitet, übersetzt und kommentiert von Richard Gramlich, Steiner, Wiesbaden / Stuttgart 1984 (= Freiburger Islamstudien, 10), ISBN 3-515-03765-9 (Digitalisat bei MENAdoc, UB Halle) - Islamische Ethik, nach den Originalquellen übersetzt und erläutert von Hans Bauer, Niemeyer, Halle 1916, 2. Nachdr. Olms, Hildesheim 2000, ISBN 3-487-05956-8
  • Kīmiyāʾ as-saʿada - dt. Das Elixier der Glückseligkeit, aus dem Persischen und Arabischen übertragen von Hellmut Ritter, mit einem Vorwort von Annemarie Schimmel, Diederichs, München 1998 (= Diederichs Gelbe Reihe, 23), ISBN 3-424-01456-7; Lizenzausgabe Hugendubel-Verlag, Kreuzlingen/München 2004, ISBN 3-9808396-1-3
  • Miškāt al-anwār - dt. Die Nische der Lichter, aus dem Arabischen übersetzt, mit einer Einleitung, mit Anmerkungen und Indices hrsg. von Abd-El.samad Abd-El.ham¯id Elschazl¯i, Meiner, Hamburg 1987 (= Philosophische Bibliothek, 390), ISBN 3-7873-0683-8
  • Minhāğ al-ʿābidīn - dt. Der Pfad der Gottesdiener, übersetzt und erläutert von Ernst Bannerth, Verlag O. Müller, Salzburg 1964 (= Wort und Antwort, 33)
Philosophie und Logik
  • 1094 - Maqāṣid al-falāsifa (Die Absichten der Philosophen), Darstellung der Philosophie von Avicenna
  • 1095 - Tahāfut al-falāsifa (Die Inkohärenz der Philosophen, lat. Destructio philosophorum), bot Averroes den Anlass zu seiner Entgegnung Tahāfut al-tahāfut (Die Inkohärenz der Inkohärenz, lat. Destructio destructionum)
  • 1095 - Miʿyār al-ʿilm (Das Standardmaß des Wissens)
  • 1096-96 - al-Qisṭās al-mustaqīm (Die gerechte Balance)
  • 1095 Miḥakk al-naẓar fī l-manṭiq (Der Prüfstein des Beweises in der Logik)
Rechtswissenschaft
  • Al-Waǧīz fī fiqh al-imām aš-Šāfiʿī, kurze Abhandlung zum schafiitischen Fiqh, die für den Lehrbetrieb gedacht war und in einer Handschrift auf das Jahr 495 d.H. (= 1101 n.Chr.) datiert wird.[11] ʿAbd al-Karīm ibn Muhammad ar-Rāfiʿī (gest. 1226) verfasste zu diesem Werk mehrere Kommentare. Der große Kommentar mit dem Titel Fatḥ al-ʿazīz bi-šarḥ al-Waǧīz nimmt in der modernen Druckausgabe (Dār al-Kutub al-ʿilmīya, Beirut 1997) insgesamt 13 Bände ein.[12]
  • al-Mustaṣfā fī ʿilm uṣūl al-fiqh ("Das Ausgewählte in der Wissenschaft von den Grundlagen des Verstehens"), systematische Abhandlung zu den Usūl al-fiqh, abgefasst 1109 in Nischapur.

Siehe auch: http://www.ghazali.org/site/oeuvre.htm

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abu Ridah Muhammad 'Abd-al-Hadi: Al-Ghazali und seine Widerlegung der griechischen Philosophie (Tahafut al-Falasifah). Madrid 1952.
  • Miguel Asín Palacios: La espiritualidad de Algazel y su sentido Cristiano. Estanislao Maestre, Madrid / Granada 1935-1940 (= Publicaciones de las escuelas de estudios árabes de Madrid y Granada, serie A, num. 2), 4 Bde.
  • Osman Bakar: Classification of knowledge in Islam: a study in Islamic philosophies of science. Islamic Texts Society, Cambridge 1998, ISBN 0-946621-71-3
  • Maurice Bouyges: Essai de chronologie des oeuvres de al-Ghazālī (Algazel), édité et mis à jour par Michel Allard. Imprimerie Catholique, Beirut 1959 (= Recherches publiées sous la direction de l'Institut de Lettres Orientales de Beyrouth, 14)
  • Massimo Campanini: Al-Ghazzâlî In: Seyyed H. Nasr, Oliver Leaman: History of Islamic Philosophy, Roudledge, London 1996 (= Routledge History of Philosophies, 1), S. 258-274 (Online-Version)
  • Bernard Carra de Vaux: Gazali. A. H. 450-505/A. D. 1058-1111 -Algazel-. Étude sur la vie et l'oeuvre mystique, philosophique et théologique D'Abou Hamid Mohammed Al-Gazali. Paris 1974, Repr. Philo, Amsterdam 1974, ISBN 90-6022-522-8
  • Frank Griffel: Al-Ghazālī's philosophical theology, Oxford University Press 2009, ISBN 0-19-533162-1.
  • Frank Griffel: Apostasie und Toleranz im Islam: Die Entwicklung zu al-Gazalis Urteil gegen die Philosophie und die Reaktionen der Philosophen, Brill, Leiden 2000 (= Islamic Philosophy, Theology and Science, 40), ISBN 90-04-11566-8. (Einleitung und Schluss als PDF).
  • George Hourani: "A Revised Chronology of Ghazali's Writings" in Journal of the American Oriental Society 104/2 (1984) 289-302.
  • Farid Jabre: Essai sur le lexique du Ghazali - contribution a l'étude de la terminologie de Ghazali dans ses principaux ouvrages à l'exception du Tah¯afut, Publications de L'Universite Libanaise, Beirut 1985
  • Henri Laoust: La politique de Gazali. Geuthner, Paris 1970 (= Bibliothèque d'études islamiques, 1)
  • Hava Lazarus-Yafeh: Studies in Al-Ghazzali. Magnes Press, Hebrew University, Jerusalem 1975
  • Marie-Louise Siauve: L' amour de Dieu chez Gazali - une philosophie de l'amour à Bagdad au début du XIIe siècle, Vrin, Paris 1986, ISBN 2-7116-0901-4
  • A. M. Sinaceur (Hrsg.): Ghazâlî: la raison et le miracle. Table ronde Unesco, 9-10 décembre 1985. Maisonneuve et Larose, Paris 1987 (= Islam d'hier et d'aujourd'hui, 30), ISBN 2-7068-0951-5
  • Nicolai Sinai: Menschliche oder göttliche Weisheit? - zum Gegensatz von philosophischem und religiösem Lebensideal bei al-Ghazali und Yehuda ha-Levi, Ergon-Verl., Würzburg 2003, ISBN 3-89913-312-9
  • Margaret Smith: Al-Ghazālī the Mystic: a Study of the Life and Personality of Abū Ḥāmid Muḥammad al-Ṭūsī al-Ghazālī, together with an account of his Mystical Teaching and an estimate of his place in the History of Islamic Mysticism. Luzac, London 1944
  • William M. Watt: Muslim Intellectual. A Study of al-Ghazali. Edinburgh University Press, Edinburgh 1963
  • Martin Wittingham: Al-Ghazali and the Qur'an: one book, many meanings. Routledge, London 2007, ISBN 0-415-37543-6 / ISBN 0-203-96465-9
  • Mahmoud Zakzouk: Ghazali und Descartes: Ein philosophischer Vergleich. Traugott Bautz Verlag, Nordhausen 2005 (Interkulturelle Bibliothek, 104), ISBN 3-88309-283-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Al-Ghazali – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Author:Abu Hamid al-Ghazālī – Quellen und Volltexte (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Griffel (2009) S. 58.
  2. Ulrich Rudolph: Islamische Philosophie, S. 57 ff.
  3. Vgl. Hans-Peter Raddatz: Von Gott zu Allah? Teil I, Abschnitt C: Der Islam und sein innerer Weg, München 2001, S. 204
  4. Vgl. Hourani 301.
  5. Zitiert nach Hans Bauer (Hg.): Islamische Ethik. Niemeyer, 1917. Bd. II: Von der Ehe. Das 12. Buch von al-Ġazālī's „Neubelebung der Religionswissenschaften“. Übersetzt und erläutert von Hans Bauer. S. 111. Vgl. die Anm. 3 des Herausgebers: „Freilich ist die Behandlung des Sklaven im Islam sehr milde.
  6. Siehe Hans Bauer (Hg.): Islamische Ethik. Niemeyer, 1917. Bd. II: Von der Ehe. Das 12. Buch von al-Ġazālī's „Neubelebung der Religionswissenschaften“. Übersetzt und erläutert von Hans Bauer. S. 111
  7. Zitiert nach Hans Bauer (Hg.): Islamische Ethik. Niemeyer, 1917. Bd. II: Von der Ehe. Das 12. Buch von al-Ġazālī's „Neubelebung der Religionswissenschaften“. Übersetzt und erläutert von Hans Bauer. S. 113
  8. Zitiert nach Hans Bauer (Hg.): Islamische Ethik. Niemeyer, 1917. Bd. II: Von der Ehe. Das 12. Buch von al-Ġazālī's „Neubelebung der Religionswissenschaften“. Übersetzt und erläutert von Hans Bauer. S. 116 f.
  9. Robert Podkoński: al-Ghazâlî's Metaphysics as a Source of Anti-atomistic Proofs in John Duns Scotus's Sentences Commentary, in: Andreas Speer / Lydia Wegener (Hrsg.): Wissen über Grenzen: Arabisches Wissen und lateinisches Mittelalter, de Gruyter, Berlin 2006 (= Miscellanea mediaevalia, 33), S. 612-25, S. 618f.; Henry Lagerlund: Assimilation of Aristotelian and Arabic Logic up to the Later 13th Century, in: Dov M. Gabbay / John Woods (Hrsg.): Mediaeval and Renaissance logic, North Holland, Amsterdam / London 2008 (= Handbook of the History of Logic, Bd. 2), S. 281-345, S. 284f.
  10. Vgl. Franz August Schmölders: Essai sur les écoles philosophiques chez les Arabes et notamment sur la doctrine d'Algazzali, Didot, Paris 1842. Digitalisat in der Google-Buchsuche. Vgl. zur Forschungsgeschichte z.B. den kurzen Überblick bei Griffel 2000, 4ff.
  11. Vgl. Hourani: "A Revised Chronology of Ghazali's Writings". 1984, S. 292a.
  12. Siehe das Digitalisat des Werks.