Ghetto Theresienstadt

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Plan von Theresienstadt

Das Ghetto Theresienstadt wurde während des Zweiten Weltkrieges im sogenannten Protektorat Böhmen und Mähren durch die deutschen Besatzer im November 1941 in der Garnisonsstadt von Theresienstadt eingerichtet. Es war als Sammellager Teil des nationalsozialistischen Systems der Konzentrationslager. Die Bezeichnung „Ghetto“ oder „jüdischer Wohnbezirk“ verschleierte den Zweck des Lagers, weil es den Lagerinsassen einen längeren Aufenthalt suggerieren sollte.

Geschichte[Bearbeiten]

Theresienstadt wurde Ende des 18. Jahrhunderts als eine Festungsanlage von Kaiser Joseph II. erbaut. Sie gliederte sich in zwei Teile: die Garnisonsstadt und die Kleine Festung. Nach der Besetzung des zur Tschechoslowakei zählenden Böhmen und Mährens im März 1939 und Bildung des Protektorats Böhmen und Mähren durch das nationalsozialistische Deutsche Reich wurde im Juni 1940 ein Gefängnis der Gestapo in der Kleinen Festung eingerichtet.

Am 10. Oktober 1941 beschlossen u. a. Adolf Eichmann und Hans Günther, sein Leiter der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Prag“ (ab dem 20. August 1942 Zentralamt für die Regelung der Judenfrage), ganz Theresienstadt in ein Sammellager für Juden aus dem „Protektorat Böhmen und Mähren“ umzuwandeln. Als solches unterschied es sich zunächst nicht von den Durchgangslagern in den anderen von Deutschland besetzten Ländern. Im Dezember 1941 folgte das Auswanderungsverbot für Juden aus Tschechien. Die ursprüngliche Stadtbevölkerung musste ihre Wohnungen nach einem Räumungsbefehl vom 16. Februar 1942 verlassen. Das „Sammellager (Ghetto)“ in der ehemaligen Garnisonsstadt wurde von der Gestapo sehr schnell mit Juden aus dem gesamten Protektorat gefüllt. Theresienstadt wurde zu einem Lager unter „jüdischer Selbstverwaltung“ erklärt, was praktisch bedeutete, dass die Gefangenen selbst für Unterbringung, Nahrung, medizinische Versorgung oder die Betreuung und Verpflegung der Kinder sorgen mussten. Nur dem Namen nach wurde das Ghetto durch einen „Ältestenrat“ verwaltet, der durch den „Judenältesten“ geleitet wurde. Doch in Wahrheit unterlagen alle Entscheidungen dem von Günther eingesetzten SS-Lagerkommandanten. Günther wiederum unterstand als hoher SS-Führer einerseits in der lokalen Struktur des Protektorats dem Polizeichef und gleichzeitig als Judenbeauftragter dem Referat Eichmanns im Reichssicherheitshauptamt (RSHA).[1]

Die ersten tschechischen Juden wurden als ein Aufbaukommando aus Prager Gefängnissen in das „Sammellager (Ghetto)deportiert. Dieses hatte die Aufgabe, die Nutzung als Lager vorzubereiten und einen „Judenrat“ als interne Verwaltungsorganisation zu schaffen. Die Zahl der hierhin deportierten Juden aus dem Protektorat wuchs rasch an. Schon im Mai 1942 waren mehr als 28.000 Juden deportiert worden und im September 1942 bereits über 58.000 Menschen auf einem Raum interniert, der zuvor 7.000 Einwohner hatte. Davon waren 30.000 Personen Alte und Kranke, von diesen waren 4.000 invalide und 1.000 blind. Viele besaßen nicht einmal einen eigenen Schlafplatz.

Die Gesamtzahl der Männer, Frauen und Kinder, die hier bis Mai 1945 insgesamt eingesperrt wurden, betrug etwa 141.000, darunter 70.000 alte Menschen und 15.000 Kinder. Während der letzten Kriegstage trafen noch einmal 13.000 weitere Gefangene ein, die aus von der SS liquidierten Konzentrationslagern im Deutschen Reich und Polen nach Theresienstadt verfrachtet worden waren.

Die Zahl der Betroffenen gliedert sich folgendermaßen:[2]

Land Zahl der Internierten
Böhmen und Mähren 73.500
Deutsches Reich 42.821
Österreich 15.266
Niederlande 4.894
Slowakei 1.447
Bialystok (Kinder) 1.260
Ungarn 1.150
Dänemark 476
Sonstige 20
Geburten + unbeständige Zugänge 247
Gesamt 141184

An der Tatsache, dass das Ghetto Teil des Vernichtungsfeldzuges gegen die jüdische Bevölkerung war, änderte sich durch die Propaganda nichts. Ein Viertel der Gefangenen des Ghettos Theresienstadt (etwa 33.000) starben dort vor allem wegen der entsetzlichen Lebensumstände. Etwa 88.000 Häftlinge wurden nach Auschwitz und in andere Vernichtungslager wie Treblinka, Majdanek oder Sobibor deportiert. Davon überlebten nur ca. 4.000 Menschen den Krieg. Unter den Toten waren auch viele tausend Kinder.

Die ehemalige Schule in Terezín – heute Sitz des Ghetto-Museums

Das weitere Schicksal dieser Menschen in genauen Zahlen:[2]

Abgänge Zahl
in Vernichtungslager deportiert 88.202
in Theresienstadt gestorben 33.456
befreit 1.654
geflohen 764
verhaftet + vermutlich umgebracht 276
am 9. Mai 1945 übriggeblieben 16.832

Kinder in Theresienstadt[Bearbeiten]

Unter den Häftlingen in Theresienstadt befanden sich ca. 15.000 Kinder. Die Häftlingsselbstverwaltung versuchte dafür Sorge zu tragen, dass zumindest die Kinder und Jugendlichen eine Überlebenschance hatten. Sie wurden in sog. Kinderheimen untergebracht, erhielten eine etwas bessere Verpflegung zulasten der Überlebenschanchen der älteren Menschen und einen geheimen Unterricht von ihren Betreuern (auch madrichim genannt).

Von den Kindern, die in die Vernichtungslager geschickt wurden, überlebten nur 150 das Kriegsende. Von ihnen sind noch Gedichte und Bilder aus dem Ghetto erhalten, die heute Gegenstand eigener Ausstellungen und Veröffentlichungen sind.

Propaganda[Bearbeiten]

Theresienstadt hatte als Konzentrationslager eine Sonderstellung. Für die Nazis diente es als „Vorzeige-“ und „Altersghetto“. Aufgrund dieser Stellung war die Behandlung der Häftlinge in Theresienstadt im Vergleich mit anderen Konzentrationslagern der Nazis vergleichsweise „milde“.

In der Wannsee-Konferenz wurde die Garnisonsstadt als „Altersghetto“ für prominente und alte Juden aus Europa vorgesehen. Sie wurden gezwungen, ihren Wohnraum zu kaufen. Einen großen Teil der Gefangenen stellten aber jüdische Familien, die aus Böhmen und Mähren deportiert worden waren.

Aus Dänemark wurden im Oktober 1943 476 Juden nach Theresienstadt deportiert. Die meisten dänischen Juden konnten noch nach der Besatzung durch Nazi-Deutschland nach Schweden flüchten und wurden dabei von der dänischen Bevölkerung vorbildlich unterstützt (siehe Rettung der dänischen Juden). Als die dänische Regierung auf einer Inspektion des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz bestand, ließ man Theresienstadt monatelang zum „Vorzeigeghetto“ verschönern, um Berichte über Greueltaten und entsetzliche Lebensbedingungen zu widerlegen.

Um den Eindruck der Überbevölkerung zu nehmen, wurden im Vorfeld des Besuches die Transporte von Häftlingen aus Theresienstadt nach Auschwitz verstärkt. Die im Zuge dieser Aktion nach Auschwitz deportierten Juden wurden dort zunächst im separaten sogenannten „Familienlager“ in Auschwitz-Birkenau untergebracht, um sie bei eventuellen Nachfragen des Roten Kreuz präsentieren zu können. Nach Ende der Kontrollen wurde dieses Lager liquidiert und die Insassen ermordet.

In Theresienstadt selbst wurden Cafés eingerichtet und eine Kinderoper Brundibár des tschechischen Komponisten Hans Krása einstudiert und aufgeführt.

Im Anschluss wurde der Film Theresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet inszeniert. Am 26. Februar 1944 wurde mit den Dreharbeiten begonnen. Mit der Regie wurde Kurt Gerron beauftragt. In dem Film sollte gezeigt werden, wie gut es den Juden unter den „Wohltaten“ des Dritten Reiches ging. Nach den Dreharbeiten wurden die meisten Schauspieler und auch Gerron selbst ins Vernichtungslager von Auschwitz deportiert. Am 23. Juni 1944 besuchten der Schweizer Maurice Rossel und die Dänen Frants Hvass und Eigil Juel Henningsen, begleitet von einem deutschen Rot-Kreuz Vertreter und einer Gruppe hochrangiger SS-Offiziere das Lager.[3][4]

Im Zeichensaal der Technischen Kanzlei wurde von bis zu 25 Künstlern neben den offiziellen Arbeiten illegal tausende Zeichnungen und Grafiken über den Ghettoalltag und sein Grauen angefertigt. Als es 1944 gelang, einzelne dieser Zeichnungen in die Schweiz zu schmuggeln, fielen der SS einige Zeichnungen in die Hände. Am 17. Juli 1944 wurden in der „Affäre der Maler von Theresienstadt“ vier der Maler verhaftet. Adolf Eichmann warf Ihnen persönlich 'Greuelpropaganda' vor, Ferdinand Bloch[5] wurde in der Kleinen Festung nach den Folterungen ermordet, Otto Ungar wurde die rechte Hand verstümmelt[6], danach wurde er zusammen mit Leo Haas und Bedřich Fritta nach Auschwitz deportiert. Leo Haas überlebte als einziger und rettete im Sommer 1945 die vergrabenen und eingemauerten Zeichnungen und Malereien.[7]

Kurz vor Kriegsende gelang es dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz nach langen Verhandlungen mit der SS, Juden aus Theresienstadt in neutrale Länder zu bringen. 1.200 Juden konnten am 6. Februar 1945 in die Schweiz ausreisen. Am 15. April wurden die bis dahin überlebenden dänischen Juden im Rahmen der Rettungsaktion der Weißen Busse nach Schweden entlassen. Für knapp zwei Wochen übergab die SS die Verantwortung für Theresienstadt dem Roten Kreuz, am 8. Mai 1945 befreite die Rote Armee das Ghetto.

Heute ist die ehemalige Garnisonsstadt wieder eine städtische Siedlung; in den Anlagen der Kleinen Festung besteht eine staatliche Gedenkstätte.

Bekannte Gefangene[Bearbeiten]

  • Clara Arnheim (1865–1942), deutsche Malerin
  • Inge Auerbacher (* 1934), als Kind nach Theresienstadt gebracht (siehe Buch „Ich bin ein Stern“)
  • Jehuda Bacon (* 1929), israelischer Künstler und Professor für Grafik, 1942 Deportation nach Theresienstadt, 1943 Deportation nach Auschwitz
  • Leo Baeck (1873–1956), Rabbiner, Präsident der Reichsvertretung der Deutschen Juden (1933–1943), 1943 Deportation nach Theresienstadt, Überlebender
  • Elsa Bernstein (1866–1949), deutsche Schriftstellerin
  • Josef Bor (1906–1979), tschechischer Rechtsanwalt und Schriftsteller (Die verlassene Puppe, Theresienstädter Requiem, Der Dritte)
  • Robert Desnos (1900–1945), französischer Schriftsteller, Mitglied der Résistance, starb nach der Befreiung am 8. Juni 1945 in Theresienstadt an Typhus
  • Friedl Dicker-Brandeis, (1898–1944), österreichische Künstlerin/Malerin, wurde am 9. Oktober 1944 in Auschwitz ermordet, gab in Theresienstadt Malkurse vor allem für Kinder
  • Jakob Edelstein (1903–1944), tschechischer Zionist und erster Judenältester im Ghetto Theresienstadt
  • Arthur Eichengrün (1867–1949), deutscher Chemiker, Überlebender
  • Georg Freiherr von Eppstein (1874–1942) Wirklicher Geheimer Rat mit dem Titel Excellenz
  • Paul Eppstein (1902–1944) ehemaliger Leiter der Mannheimer Volkshochschule. „Ältester der Juden“ in Theresienstadt, wurde dort am 27. September 1944 erschossen.
  • Alfred Flatow (1869–1942), Teilnehmer an I. Olympischen Sommerspielen
  • Gustav Felix Flatow (1875–1945), Geräteturner und Olympiasieger. Cousin von Alfred Flatow
  • Viktor Frankl (1905–1997), Psychologe, 1942 Theresienstadt, 1944 2–3 Tage Auschwitz, Überlebender
  • Max Friediger (1884–1947), dänischer Oberrabbiner und Überlebender des Holocaust
  • Desider Friedmann (1880–1944) war ein österreichischer Zionist, Rechtsanwalt und Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG)
  • Bedřich Fritta (1906-1944) war ein tschechisch-jüdischer Grafiker und Karikaturist, er war Leiter des Zeichesaales, dort arbeiteten bis zu 25 Künstler auch illegal, in der Affäre der Maler von Theresienstadt wurde er zusammen mit seinen Kollegen Bloch, Haas und Ungar wegen der Verbreitung von 'Greuelpropaganda' verhaftet und deportiert, weit über tausend Zeichnungen wurden vorher eingemauert und eingegraben
  • Rolf Grabower (1883–1963),deutscher Professor für Steuerrecht und Richter am Reichsfinanzhof
  • Georg Gradnauer (1866–1946), deutscher Politiker der SPD
  • Leo Haas (1901–1983) war Maler und Grafiker aus Opava, 1939 Inhaftierung im „Juden-KZ" Nisko, Fertigte hunderte Zeichnungen in Theresienstadt und später in Auschwitz, dann Häftling in der „Fälscherwerkstatt" der „Aktion Bernhard“
  • Moritz Henschel (1879–1947) war Jurist, letzter Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin in der Zeit des Nationalsozialismus sowie letzter Vorsitzender der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland
  • Alice Herz-Sommer (1903–2014), deutsch-tschechische Pianistin, lebte von 1943 bis 1945 mit ihrem Sohn in Theresienstadt, wo sie über 100 Konzerte gab
  • Regina Jonas (1902–1944), erste Rabbinerin, November 1942 Theresienstadt, Oktober 1944 Auschwitz, wo sie im Dezember 1944 vergast wurde
  • Heinrich Klang (1875–1954), österreichischer Jurist, Professor und Holocaustüberlebender
  • Emil Klein, österreichisch-deutscher Mediziner und Begründer des Naturheilverfahrens
  • Hans Krása (1899–1944), jüdischer Komponist, Verfasser der Kinderoper Brundibár
  • Irma Lauscher (1904–1985), Lehrerin, Deportation nach Theresienstadt im Dezember 1942, Lehrerin im Ghetto (Kinderzeichnungen von Theresienstadt), Mitarbeit am Informationsblatt der israelischen Botschaft in Prag und später wichtige Zeitzeugin und Vermittlerin unter anderem bei Aktion Sühnezeichen
  • Fritz Levy (1901–1982), der letzte Jude von Jever, verlor hier alle Verwandten
  • Gerhard Löwenthals Großeltern väterlicherseits kamen in Theresienstadt ums Leben, weitere Verwandte in anderen Lagern. Gerhard Löwenthal und sein Vater waren zeitweise im KZ Sachsenhausen inhaftiert.
  • Herbert Thomas Mandl (1926–2007), jüdischer Musiker und Autor
  • Martha Mosse (1884–1977) war eine deutsche Juristin und der erste weibliche Polizeirat in Preußen. Mosse überlebte den Holocaust und war Zeugin in den Nürnberger Prozessen
  • Friedrich Münzer (1868–1942), deutscher Philologe
  • Benjamin Murmelstein (1905–1989), österreichischer Rabbiner, Gelehrter, Mitglied des Judenrats in der Israelitischen Kultusgemeinde Wien sowie letzter Judenältester im Ghetto Theresienstadt
  • Fanny Opfer (1870–1944), deutsche Lied- und Oratoriensängerin
  • Ralph Oppenhejm (1924–2008), dänischer Schriftsteller. In seinem Tagebuch veröffentlichte er 1945 die Prominentenliste A
  • Alfred Philippson (1864–1953), deutscher Geograf, ab 8. Juni 1942 als Jude mit seiner Familie in Theresienstadt. Die Fürsprache von Sven Hedin führte zu seiner Einstufung als „A-Prominent“ und zu Hafterleichterungen der Familie, sodass diese in Theresienstadt überleben konnte. Philippson schrieb in Theresienstadt seine Lebenserinnerungen „Wie ich zum Geographen wurde“.
  • Georg Alexander Pick (1859–1942), österreichischer Mathematiker
  • Ottilie Pohl (1867–1943), Stadtverordnete aus Berlin, Rote Hilfe, starb nach elf Monaten in Theresienstadt
  • Elise Richter (1865–1943), Philologie- Professorin der Universität Wien, verstarb nach sechs Monaten in Theresienstadt
  • Therese Rothauser (1865–1943), Opern- und Konzertsängerin
  • Carlo Ross, Schriftsteller, Im Vorhof der Hölle
  • Martin Salomonski (1881–1944), Berliner Rabbiner, ermordet im KZ Auschwitz
  • Rafael Schächter (1905−1944/1945), tschechoslowakischer Pianist, Komponist und Dirigent. Er war Organisator und einer der Pioniere kultureller und künstlerischer Veranstaltungen im Ghetto Theresienstadt, nach Auschwitz deportiert und dort verstorben.
  • Zikmund Schul (1916–1944), Komponist, starb in Theresienstadt.
  • Heinz Jakob „Coco“ Schumann (* 1924), deutscher Jazzmusiker und Gitarrist
  • Ernst Springer (1860-1944), Rechtsanwalt, Staatsfinanzrat in der Reichsschuldenverwaltung
  • Artur Stein (1871–1950), österreichisch-tschechischer Althistoriker
  • Siegfried Translateur (1875-1944), Komponist und Musikverleger, bekannt als Komponist des Walzers Wiener Praterleben, der als Sportpalastwalzer berühmt wurde, in Theresienstadt umgekommen
  • Viktor Ullmann (1898–1944), tschechisch-deutscher Komponist, Dirigent und Pianist. Gestorben in Auschwitz-Birkenau
  • Emil Utitz (1883–1956), deutschsprachiger Philosoph und Psychologe
  • Arthur von Weinberg (1860–1943), Chemiker, Unternehmer und Mäzen aus Frankfurt am Main, am 2. Juni 1942 verhaftet und nach Theresienstadt verschleppt, starb hier am 20. März 1943
  • Helga Hošková-Weissová‎ (* 1929), tschechische Malerin, 1941 nach Theresienstadt verschleppt
  • Julie Wolfthorn (1864–1944), deutsche Malerin, starb am 26. Dezember 1944 im Alter von 80 Jahren in Theresienstadt

Kommandanten[Bearbeiten]

  • Siegfried Seidl, Lagerkommandant von November 1941 bis Juli 1943, 1947 hingerichtet
  • Anton Burger, Lagerkommandant von Juli 1943 bis Februar 1944, in Abwesenheit zum Tode verurteilt, lebte bis zu seinem Tode unerkannt in Deutschland
  • Karl Rahm, Lagerkommandant von Februar 1944 bis Mai 1945, 1947 hingerichtet

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Bilder und Texte, die in Theresienstadt entstanden sind

  • Bedřich Fritta: Für Tommy zum dritten Geburtstag in Theresienstadt, 22. 1. 1944, Pfullingen 1985 (Bilderbuch), ISBN 3-7885-0269-X
  • Karl Loewenstein: Aus der Hoelle Minsk in das 'Paradies' Theresienstadt. Typoskript im Archiv des Leo Baeck Instituts, New York City (Digitalisat beim Center for Jewish History)
  • Eva Mändl Roubickova: „Langsam gewöhnen wir uns an das Ghettoleben“. Ein Tagebuch aus Theresienstadt [1941–1945], Hrsg.: Veronika Springmann, Konkret Literatur Verlag, Hamburg 2007, ISBN 3-89458-255-3
  • Hans Munk: Theresienstadt in Bildern und Reimen, Hartung-Gorre Verlag, Konstanz 2004, ISBN 3-89649-920-3
  • Ralph Oppenhejm: An der Grenze des Lebens. Theresienstädter Tagebuch. Rütten & Loening Verlag, Hamburg 1961
  • Hana Volavková (Red.): Hier fliegen keine Schmetterlinge. Kinderzeichnungen und Gedichte aus Theresienstadt 1942-1944, Jugenddienst-Verlag, Wuppertal 1962
  • Helga Hošková-Weissová: Zeichne, was du siehst. Zeichnungen eines Kindes aus Theresienstadt, Wallstein-Verlag, Göttingen 2004, ISBN 3-89244-783-7
  • Rudolf M. Wlaschek (Hrsg.): Kunst und Kultur in Theresienstadt. Eine Dokumentation in Bildern, Bleicher, Gerlingen 2001, ISBN 3-88350-052-6
  • Alfred Philippson: Wie ich zum Geographen wurde, (1942/Bonn 1996), ISBN 3416026209
  • Josef Bór: "Theresienstädter Requiem"
  • Ilka Wonschik: „Es war wohl ein anderer Stern, auf dem wir lebten…“ Künstlerinnen in Theresienstadt. Hentrich & Hentrich Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-95565-026-1.

Monographien

Jahrbuch

  • Stiftung Theresienstädter Initiative (Hrsg.): Theresienstädter Studien und Dokumente, Sefer, Prag, 1. Jg. (1994) ff.

Weiterführende Literatur

  • Elena Makarova, Sergei Makarov & Victor Kuperman: University Over The Abyss. The story behind 520 lecturers and 2,430 lectures in KZ Theresienstadt 1942-1944. Second edition, April 2004

Film[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cinematographie des Holocaust, Karel Margry: - Das Konzentrationslager als Idylle: "Theresienstadt" - ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet, Fritz Bauer Institut, Frankfurt am Main
  2. a b Raul Hilberg: Die Vernichtung der europäischen Juden, Band 2, S. 457/458
  3. Wolfgang Benz: Theresienstadt: Eine Geschichte von Täuschung und Vernichtung, 2013, S. 188
  4. Miroslav Kárný: Der Bericht des Roten Kreuzes über seinen Besuch in Theresienstadt, Theresienstädter Studien und Dokumente, 3/1996, S. 276-320
  5. Ferdinand Bloch auf ghetto-theresienstadt.info, Ferdinand Bloch auf Webseite der Gedenkstätte Theresienstadt
  6. Otto Ungar,"der Maler von Theresienstadt", auf ghetto-theresienstadt.info
  7. Bedřich Fritta, Zeichnungen aus dem Ghetto Theresienstadt Ausstellung seines künstlerischen Schaffens im Jüdischen Museums Berlin einschließlich des Originals des Kinderbuches 'Für Tommy zum dritten Geburtstag', Januar 1944

50.51027777777814.149722222222Koordinaten: 50° 30′ 37″ N, 14° 8′ 59″ O