Ghost (Band)

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Ghost
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Ghost live in Utrecht (2013)
Ghost live in Utrecht (2013)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Heavy Metal
Gründung 2008
Website ghost-official.com
Aktuelle Besetzung
Papa Emeritus III.
A Nameless Ghoul
E-Gitarre
A Nameless Ghoul
A Nameless Ghoul
A Nameless Ghoul
A Nameless Ghoul
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Papa Emeritus I.
Gesang
Papa Emeritus II.

Ghost (engl. ‚Geist‘) ist eine schwedische Heavy-Metal-Band aus Linköping. Die Mitglieder der Band treten maskiert und anonym auf und werden jeweils mit „A Nameless Ghoul“ (engl. ‚Ein namenloser Ghul‘) angegeben, lediglich der jeweils aktuelle Sänger benutzt das Pseudonym „Papa Emeritus“ (‚Emeritierter Papst‘) samt Angabe, der wievielte Sänger er ist, in römischer Zahlschrift.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ghost auf dem Hellfest (2013)

Die Band wurde im Jahr 2008 gegründet und veröffentlichte zwei Jahre später eine Demoaufnahme mit drei Liedern in Eigenregie, sowie eine 7"-Vinyl-Single mit den Liedern Elizabeth und Death Knell bei dem deutschen Plattenlabel Iron Pegasus Records. Der Text des Liedes Elizabeth wurde von der Legendenbildung um das Leben der ungarischen Gräfin Elisabeth Báthory inspiriert, Death Knell (engl. ‚Totenglocke‘) war schon auf der Demo enthalten und wurde für die Single erneut aufgenommen. Nach Vertragsunterzeichnung bei dem britischen Label Rise Above Records von Lee Dorrian erschien am 18. Oktober 2010 das Debütalbum Opus Eponymous in Europa. Auf diesem befinden sich inklusive zweier Instrumentalstücke neun Lieder, darunter auch die vier bisher veröffentlichten Stücke in (abermaliger) Neuaufnahme. Die Veröffentlichung in Nordamerika erfolgte am 18. Januar 2011 über Metal Blade Records, in Japan erschien das Album am 6. April bei Trooper Entertainment mit einer Coverversion des Beatles-Lieds Here Comes the Sun als Bonustitel.

Ihre ersten beiden Liveauftritte absolvierte die Band im Oktober 2010 auf dem Hammer-of-Doom-Festival in Würzburg sowie dem Live-Evil-Festival in London. Gemeinsame Auftritte mit Watain, Deströyer 666, In Solitude und Repugnant folgten. Im Sommer 2011 spielte Ghost auf mehreren Musikfestivals, darunter das Roadburn Festival in Tilburg, das Sweden Rock Festival in Sölvesborg und Maryland Death Fest in Baltimore. Letzteres war zudem der erste Auftritt der Band außerhalb Europas. Außerdem war die Band Vorgruppe bei einigen Konzerten der Bands Paradise Lost und Blood Ceremony auf deren jeweiliger Europatournee. Im September und Oktober war Ghost zusammen mit Enslaved und Alcest auf Tour durch die USA und begleitete ab November In Flames und Trivium auf deren Europatournee.

Am 15. Dezember 2012 übergab Papa Emeritus bei einem Konzert im schwedischen Linköping das Gesangsmikrofon an einen (ebenso anonymen) Nachfolger, der sich mit „Io sono Papa Emeritus secondo“ (ital.: „Ich bin Papa Emeritus der II.“) vorstellte.[1] Anschließend spielten Ghost einen neuen Song namens Secular Haze, der am 20. Dezember 2012 über eine offizielle Webseite von Ghost als erste Single des zweiten Albums als Vorabversion zum Anhören freigeschaltet wurde.[2] Das Album mit dem Titel Infestissumam erschien am 19. April 2013.[3]

Nach einem absolvierten Auftritt auf dem Sonisphere Festival 2014, führte das Metal-Hammer-Magazin ein Interview mit einem der namenlosen Ghouls, in dem es hieß, dass man nach einem Nachfolger für Sänger Papa Emeritus II. suche. Als Grund nannte er persönliche Differenzen zwischen dem Sänger und dem Rest der Gruppe.[4]

Im August 2015 erschien das dritte Album der Band, Meliora. Auch für dieses Album gab es eine Neubesetzung des Sängers, der neue nennt sich Papa Emeritus III und wurde von der Band als der jüngere Bruder von Papa Emeritus II vorgestellt. Das Album gewann den Titel "bestes Hard Rock/Metal Album" beim Grammy Award for Best Metal Performance im Februar 2016.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Band spielt Heavy Metal mit satanischen Texten. Die Musik weist Einflüsse des Psychedelic Rocks der 1960er-Jahre, des Doom Metals der 1970er-Jahre und der New Wave of British Heavy Metal der 1980er-Jahre auf.[5] Jan Wigger von Spiegel Online bezeichnete die Musik als „betörend leichtgängig und einprägsam“ und sah Parallelen zu Liedern von Blue Öyster Cult und King Diamond,[6] ein Mitglied der Band bejahte eine Verbundenheit zu den Künstlern The Doors und Roky Erickson.[7]

Bei den Plattencovern von Ghost gibt es regelmäßige Anspielungen auf berühmte Filme: Das Cover von Opus Eponymous weist starke Parallelen zum Filmplakat der Stephen-King-Verfilmung Brennen muss Salem auf.[6] Für das zweite Album griff man auf Elemente des Filmplakats des Films Amadeus von Miloš Forman zurück, [3] das Artwork des dritten Albums Meliora ist an Fritz Langs Metropolis angelehnt. Auch das Artwork der Single-Auskopplungen der Band spielt jeweils auf verschiedene Filmplakate an.

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird spekuliert, welche Musiker sich hinter den Bandmitgliedern verbergen.[8] Hinter den Masken wurden dabei Mitglieder der schwedischen Bands Repugnant und In Solitude vermutet. Insbesondere soll sich hinter dem Künstlernamen „Papa Emeritus“ der Musiker Tobias Forge verbergen, der bei der Power-Pop-Band Subvision spielt und außerdem als „Mary Goore“ Mitglied von Repugnant und ehemaliges Mitglied der Hair-Metal-Band Crashdïet ist. Tatsächlich ist Forge in der Online-Datenbank der schwedischen Musik-Verwertungsgesellschaft STIM unter dem Pseudonym „A Ghoul Writer“ als Komponist der Lieder von Opus Eponymous eingetragen. Eine mögliche Verbindung gibt es zudem zu In Solitude, da deren Bassist Gottfrid Åhman unter dem Pseudonym „G. Grotesque“ ebenfalls bei Repugnant spielt.

Auftreten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ghost live auf dem Getaway Rock Festival in Gävle, Schweden (2011)

Die Bandmitglieder treten mit Ausnahme des Sängers ausschließlich maskiert und in braunen oder schwarzen Habiten mit Kapuzen auf. Dieser hingegen trägt ein schwarzes Gewand mit roten Verzierungen sowie goldenen, umgedrehten Kreuzen, eine Totenkopf-Maske und eine Mitra, verziert mit einem umgedrehten Keltenkreuz, das als Buchstabe G durchbrochen ist. Bei Live-Auftritten kommt teilweise ein Weihrauchfass zum Einsatz. Die Konzerte erwecken auf Besucher den Anschein okkulter Rituale[5], während die Band ihre Auftritte „irgendwo im Bereich zwischen einer Theateraufführung und einer Rock-Show“ sieht[7].

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Opus Eponymous wurde von Kritikern positiv aufgenommen. Götz Kühnemund vom Magazin Rock Hard nannte Ghost „das große Ding der Stunde im Underground“ und vergab neun von zehn möglichen Punkten, darüber hinaus war das Album unter den zehn besten des Monats gelistet.[9] Jan Wigger bewertete das Album für Spiegel Online mit acht Punkten.[6]

Das amerikanische Musikmagazin Decibel listete Opus Eponymous auf Platz 24 der besten 40 Alben des Jahres 2010.[10] Die Leser der Musikzeitschrift Sweden Rock Magazin hingegen wählten das Album im Jahr 2011 auf Platz drei der besten Alben der vergangenen zehn Jahre.[11] Das Album Infestissumam erhielt 2014 in Schweden eine Goldene Schallplatte für mehr als 20.000 verkaufte Einheiten.[12]

2016 wurde Ghost als erste schwedische Band und damit zugleich als erste Band, die nicht aus Großbritannien oder den Vereinigten Staaten stammt, mit dem Grammy Award for Best Metal Performance ausgezeichnet.

Ebenso wurde Ghost mit dem schwedischen Grammis (Equivalent zum Grammy Award) in der Kategorie Best Hard Rock/Metal im Jahr 2016 ausgezeichnet.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[13]
Opus Eponymous
  SE 30 12.11.2010 (13 Wo.)
Infestissumam
  DE 85 03.05.2013 (1 Wo.)
  US 28 04.05.2013 (2 Wo.)
  SE 1 19.04.2013 (19 Wo.)
Meliora
  DE 19 28.08.2015 (… Wo.)
  AT 41 04.09.2015 (… Wo.)
  CH 14 30.08.2015 (… Wo.)
  UK 23 03.09.2015 (… Wo.)
  US 8 10.09.2015 (… Wo.)
  SE 1 28.08.2015 (… Wo.)
Popestar
  UK 85 23.09.2016 (… Wo.)
  SE 3 23.09.2016 (… Wo.)
Meliora (Redux)
  SE 5 23.09.2016 (… Wo.)
Singles[13]
He Is
  SE 82 05.02.2016 (… Wo.)
Square Hammer
  SE 75 23.09.2016 (… Wo.)
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufige Chartplatzierung

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Metalinsider.net: Ghost introduce "new" Papa Emeritus during hometown show (engl.)
  2. offizielle Mini-Website zur neuen Single von Ghost
  3. a b offizielle Mini-Website zum neuen Ghost-Album
  4. Richard Bailey: Metal Insider: Yep, Ghost are replacing Papa Emeritus II
  5. a b Eduardo Rivadavia: Biography. Website von Allmusic (englisch). Abgerufen am 1. September 2011.
  6. a b c Die wichtigsten CDs der Woche, 2. November 2010. Website von Spiegel Online. Abgerufen am 1. September 2011.
  7. a b Tobias Gerber: Ghost: Interview mit dem Satans-Kollektiv. Website des Metal Hammer. Abgerufen am 1. September 2011.
  8. Götz Kühnemund: Die dicksten Dinger des Jahres − Ghost. In: Rock Hard, Nr. 285, Februar 2011. Abgerufen am 1. September 2011.
  9. Götz Kühnemund: GHOST. Opus Eponymous. In: Rock Hard, Nr. 282, November 2010. Abgerufen am 1. September 2011.
  10. brandon: Decibel Top 40 Albums Of 2010. Website des Online-Magazins stereogum.com (englisch). Abgerufen am 1. September 2011.
  11. IRON MAIDEN's 'A Matter Of Life And Death' Is Greatest Album Of Past Decade. Website von Blabbermouth.net (englisch). Abgerufen am 1. September 2011.
  12. GHOST's 'Infestissumam' Certified Gold In Sweden. In: blabbermouth.net. 17. Oktober 2014, abgerufen am 21. Oktober 2014 (englisch).
  13. a b Quellen Chartplatzierungen: DE / AT / CH / US / SE, abgerufen am 21. Oktober 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ghost (band) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien