Ghost in the Shell (2017)

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Filmdaten
Deutscher Titel Ghost in the Shell
Originaltitel Ghost in the Shell
Logo Ghost in the Shell 2017.png
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch, Japanisch
Erscheinungsjahr 2017
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
JMK 14[2]
Stab
Regie Rupert Sanders
Drehbuch William Wheeler,
Jamie Moss
Produktion Avi Arad,
Michael Costigan,
Steven Paul
Musik Lorne Balfe,
Clint Mansell
Kamera Jess Hall
Schnitt Billy Rich,
Neil Smith
Besetzung

Ghost in the Shell ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Actionfilm aus dem Jahr 2017. Regie führte Rupert Sanders, das Drehbuch verfassten Jonathan Herman und Jamie Moss. Der Film ist die erste Realfilmumsetzung – zudem in stereoskopischem 3D – des Mangas Ghost in the Shell von Masamune Shirow und eine Neuverfilmung des gleichnamigen Animes aus dem Jahr 1995. In den Hauptrollen sind Scarlett Johansson, Pilou Asbæk, Michael Pitt, Takeshi Kitano, Chin Han, Lasarus Ratuere und Juliette Binoche zu sehen. In den deutschen Kinos feierte der Film seine Premiere am 30. März 2017, in den USA startete er einen Tag später.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer nahen Zukunft gehört es zur Normalität, dass sich Menschen maschinelle Bauteile in ihre Körper einbauen lassen, um diese zu verbessern. Major Mira Killian ist die Erste ihrer Art, die einen kompletten gynoiden Körper (Shell) besitzt, in dem nur noch ihr Gehirn (Ghost) menschlich ist. Sie hat kaum noch Erinnerungen an ihr Leben vor der Transplantation. Von dem Konzern Hanka Robotics, der den Eingriff unter Leitung von Dr. Ouélet vorgenommen hat, erfährt sie, dass ihre Eltern bei einem Terroranschlag auf ihr Flüchtlingsboot gestorben sind, wobei ihre menschliche Hülle irreparabel beschädigt wurde und nur ihr Gehirn gerettet werden konnte. Cutter, der Konzern-CEO, entscheidet nach erfolgreichem Gelingen der Transplantation, Killian im Kampf gegen den Cyberterrorismus in der staatlichen Eliteeinheit Sektion 9 einzusetzen.

Während einer Hanka-Geschäftskonferenz kommt es zu einem solchen cyberterroristischen Anschlag. Sektion 9 wird gerufen, und Killian und ihr Team stellen nach dem Einsatz eine mechanische Geisha sicher, die einen Wissenschaftler von Hanka Robotics getötet hat. Ihre letzte Nachricht war eine Drohung an alle, die mit Hanka Robotics kooperieren.

Trotz der Gefahr eines Hacks klinkt sich Killian elektronisch in die digitalen Überreste der Geisha ein auf der Suche nach Antworten zu den Hintergründen des Anschlags. Sie trifft dort auf ein unbekanntes Wesen namens Kuze, das für den Angriff auf Hanka verantwortlich ist. Ziel der Sektion 9 ist es nun, Kuze zu finden und auszuschalten.

Bei der Ermittlung stellt sich heraus, dass Kuze ein missglückter Vorläufer Killians im Transplantationsprojekt ist, der eigentlich hätte sterben sollen. Kuze will Killian überzeugen, auf seine Seite zu wechseln. Das Gespräch mit ihm lässt Killian an ihrer Identität zweifeln und sie stellt Dr. Ouélet zur Rede. Diese gesteht, dass Killians Vergangenheit fingiert wurde, um sie zu einer eifrigen Kämpferin gegen den Cyberterrorismus zu machen. Cutter hat das menschliche Material für die Experimente besorgt und sie hat keine Fragen gestellt. Es gab 98 missglückte Vorläufer und Killian sei Projekt 2571.

Killian sucht ihre Mutter auf und erfährt, dass sie eigentlich Motoko heißt, von zu Hause weggelaufen war und sich einer politischen Untergrundbewegung angeschlossen hatte. In der Zwischenzeit hat der Hanka-Konzern beschlossen, dass auch das Projekt Killian missglückt ist, weshalb sie festgenommen und zum Konzernlabor gebracht wird. Dr. Ouélet soll sie mit Tetrodotoxin töten, entscheidet sich jedoch dagegen und hilft Killian zu entkommen. Cutter tötet Dr. Ouélet daraufhin und behauptet, dies sei Killians Werk.

Killian begibt sich zum ehemaligen Treffpunkt der Untergrundbewegung, einem tempelähnlichen Gebäude, das früher immer wieder vor ihren, Killian und Kuzes, Augen aufblitzte. Dort erinnert sie sich an ihre Festnahme und Entführung und trifft auch auf Kuze, den sie als Hideo wiedererkennt. Kurz darauf werden die beiden von Cutter mit einem ferngesteuerten spinnenähnlichen Panzer, einem sogenannten T08A2 (R-3000), angegriffen. Killian überlebt den Angriff schwer beschädigt, Kuze hingegen stirbt. Sie wird von ihrem Teamkollegen und Freund Batou in Sicherheit gebracht. In der Zwischenzeit tötet der Leiter der Sektion 9, Daisuke Aramaki, Cutter mit der Billigung Killians.

Wieder vollständig hergestellt besucht Motoko mit ihrer Mutter ihr eigenes Grab und setzt ihre Arbeit in der Sektion 9 fort.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 erwarben DreamWorks und Steven Spielberg die Rechte, einen Realfilm des Mangas Ghost in the Shell von Masamune Shirow zu produzieren. Später wurden Avi Arad und Steven Paul als Produzenten des Projekts bestätigt, mit Jamie Moss als Drehbuchautor.[3] Im Oktober 2009 wurde bekannt, dass Laeta Kalogridis Moss als Drehbuchautorin ersetzt habe.[4] Viereinhalb Jahre später, im Januar 2014, wurde mit Rupert Sanders ein Regisseur gefunden.[5] Zu diesem Zeitpunkt arbeitete William Wheeler bereits eineinhalb Jahre am Drehbuch. Später sagte er darüber: „Es war ein großes Unterfangen, ich war bereits der zweite oder dritte Autor, der an diesem Drehbuch gearbeitet hat. Insgesamt waren mindestens sechs oder sieben Autoren daran beteiligt“.[6] Das endgültige Drehbuch stammt von Moss und Jonathan Herman.

Im September 2014 befand sich Margot Robbie in ersten Gesprächen um die Hauptrolle.[7] Als Robbie dann für den Film Suicide Squad gecastet wurde, bot DreamWorks Scarlett Johansson die Hauptrolle an.[8] Im November 2015 bekam Pilou Asbæk die Rolle von Batou, dem besten Kämpfer in der Sektion 9.[9] Ebenfalls in diesem Monat wurde berichtet, dass sich Sam Riley im Gespräch für die Rolle des Kuze, dem Antagonisten des Films, befände.[10] Später wurde diese Rolle mit Michael Pitt besetzt.[11] Im März 2016 wurde der japanische Schauspieler Takeshi Kitano für die Rolle Daisuke Aramaki, dem Gründer und Anführer der Sektion 9, ausgewählt.[12] Im April 2016 wurde die gesamte Besetzung bekanntgegeben, darunter Juliette Binoche, Chin Han und Lasarus Ratuere.[13]

Die Dreharbeiten für Ghost in the Shell starteten in Wellington, Neuseeland, am 1. Februar 2016 und wurden am 3. Juni 2016 beendet. Außerdem wurde im Juni für einige Tage in der Jordan-Gegend im Distrikt Yau Tsim Mong der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong gedreht.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angelica Jade Bastien von RogerEbert.com widmet dem Film eine detaillierte Analyse und geht ausführlich sowohl auf den japanischen Manga von 1989, die Anime-Verfilmung von 1995, als auch auf die Mängel des Drehbuchs und die Leistungen der Schauspieler ein. Sie kommt schließlich zu dem Fazit, Ghost in the Shell sei wunderschön, sogar atemberaubend. Aber das visuelle Vergnügen könne nicht über die inhaltliche Leere hinwegtäuschen: „Niemals gab es einen Film mit einer derartigen Besessenheit von der menschlichen Seele, der gleichzeitig selbst von Seelenlosigkeit zeuge“.[14]

Frank-Michael Helmke von Filmszene.de kritisiert die „Einfallslosigkeit der Erzählung [des] konventionellen Krimi-Thriller-Plot[s]“, wodurch der Film „letztlich auf keiner Ebene wirklich zu überzeugen“ weiß und „die erzählerisch faszinierenden Aspekte des Originals“ fehlen. Hemke beeindruckt Ghost in the Shell nur oberflächlich, dort „huldigt [der Film] in erstaunlicher Ehrerbietung […] der Ästhethik seines Originals“.[15]

Für Guy Lodge vom Branchenblatt Variety bietet Ghost In The Shell „clevere, knallharte Unterhaltung“, welcher „durch die schwungvoll erzählte Geschichte und visuelle Darbietung, die Original-Filme sogar fast übertrifft – auch wenn ein Teil von deren unheimlicher, melancholischer Stimmung nicht in die neue makellose Hülle übertragen wurde“.[16]

Dan Jolin von der Filmzeitschrift Empire urteilt, dass der Film zwar „durch den Retroreiz des Cyberpunks […] solide und hübsch“ anzuschauen sei, sich jedoch „zu sehr mit seiner Hülle beschäftigt, wordurch vergessen wurde, genug Geist einzubringen“.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Ghost in the Shell. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 166680/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Ghost in the Shell. Jugendmedien­kommission.
  3. Tatiana Siegel, Michael Fleming: DreamWorks to make ‘Ghost’ in 3-D. In: Variety.com. 14. April 2008. Abgerufen am 24. Dezember 2016.
  4. Tatiana Siegel: Kalogridis to adapt ‘Ghost in the Shell’. In: Variety.com. 22. Oktober 2009. Abgerufen am 24. Dezember 2016.
  5. Bryan Bishop: Live-action ‘Ghost in the Shell’ movie signs the director of ‘Snow White and the Huntsman’. In: TheVerge.com. 25. Januar 2014. Abgerufen am 24. Dezember 2016.
  6. Christopher McKittrick: Queen of Katwe: Expanding What a Disney Film Can Be. In: CreativeScreenwriting.com. 30. September 2016. Abgerufen am 24. Dezember 2016.
  7. Mike Fleming Jr: ‘Wolf Of Wall Street’s Margot Robbie Eyes ‘Ghost In The Shell’. In: Deadline.com. 3. September 2014. Abgerufen am 24. Dezember 2016.
  8. Brian Gallagher: Ghost in the Shell Movie Wants Scarlett Johansson for the Lead. In: MovieWeb.com. Abgerufen am 24. Dezember 2016.
  9. Justin Kroll: Pilou Asbæk to Co-Star With Scarlett Johansson in ‘Ghost in the Shell’. In: Variety.com. 10. November 2015. Abgerufen am 24. Dezember 2016.
  10. Ali Jaafar: Sam Riley In Talks For ‘Ghost In The Shell’ Opposite Scarlett Johansson. In: Deadline.com. 19. November 2015. Abgerufen am 24. Dezember 2016.
  11. Justin Kroll: Michael Pitt to Play Villain in Scarlett Johansson’s ‘Ghost in the Shell’. In: Variety.com. 4. Februar 2016. Abgerufen am 24. Dezember 2016.
  12. Jeff Sneider: Scarlett Johansson’s ‘Ghost in the Shell’ Casts Its First Japanese Actor. In: TheWrap.com. 3. März 2016. Abgerufen am 24. Dezember 2016.
  13. Ghost in the Shell Photo Released as Production Begins. In: ComingSoon.net. 14. April 2016. Abgerufen am 24. Dezember 2016.
  14. Angelica Jade Bastien: Review Ghost In The Shell. In: RogerEbert.com. 29. März 2017. Abgerufen am 27. August 2017.
  15. Frank-Michael Helmke: Filmkritik Ghost in the Shell. In: Filmszene.de. Abgerufen am 27. August 2017.
  16. Guy Lodge: Film Review: ‘Ghost in the Shell’. In: Variety. 28. März 2017. Abgerufen am 27. August 2017.
  17. Dan Jolin: Ghost in the Shell Review. In: Empire. 31. März 2017, abgerufen am 27. August 2017.