Ghuta

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Satellitenaufnahme von Damaskus und Umgebung. Im Norden hebt sich der kahle Dschabal Qāsiyūn von den grünen Feldern der Ebene ab.
Vom Dschabal Qāsiyūn nach Süden über Damaskus. In der Bildmitte der sternförmige Umayyin-Platz, an dem die Nationalbibliothek und das Verteidigungsministerium liegen.

Ghuta (arabisch غوطة دمشق, DMG Ġūṭat Dimašq), auch Ghouta, ist eine der größten Bewässerungsoasen des Nahen Ostens, die sich von der syrischen Hauptstadt Damaskus nach Westen, Süden und nach Osten erstreckt. Im Norden endet sie am Steilabfall des vegetationsarmen Dschabal Qāsiyūn. Die Oase wird im Wesentlichen von den beiden Flüssen Barada und Nahr el-Awadsch gespeist, die zur künstlichen Feldbewässerung und zur städtischen Trinkwasserversorgung dienen.

Die Ghuta mit Baumhainen und Gemüsefeldern gliedert sich ringförmig von ihrem Zentrum zu den Rändern, im Osten geht sie nach einer Merj genannten baumlosen Zone mit Regenfeldbau in die Syrische Wüste über. Durch die sich in den Vororten unkontrolliert ausdehnende Stadt wird die Ghuta immer weiter zurückgedrängt.

In der Bronzezeit dürfte die Ghuta ein kaum besiedeltes Wald- und Sumpfgebiet gewesen sein, von dem Wasser zur Bewässerung in die Randgebiete geleitet wurde, wo vermutlich die landwirtschaftlichen Siedlungen lagen. Diese mussten nach außen durch eine Reihe von Hügelfestungen verteidigt werden. Zu diesen gehörten Tell eṣ-Ṣaliḥiyeh im Osten und die kleinere befestigte Siedlung Deir Khabiye im Süden. Ab der Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. wurde begonnen, durch Bewässerungskanäle das heutige Zentrum der Ghuta zu erschließen. Damaskus entwickelte sich zum Hauptort der Siedlungen. Im Mittelalter nutzten Nomaden die nun unbewohnten Randbereiche als Weideland, Mitte des 19. Jahrhunderts wuchsen Siedlungsbereiche und Ackerflächen wieder in den Merj und darüber hinaus.

Syrischer Bürgerkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der östliche Teil von Ghuta wurde von Regierungstruppen und regimenahen Milizen früh im 2011 begonnenen Syrischen Bürgerkriegs eingeschlossen.[1]

Schätzungen im Jahr 2017 gingen von 350.000 Zivilisten in dem betroffenen lebenden Gebiet aus.[1]

Im Jahr 2017 wurde Ost-Ghuta von den am Bürgerkrieg beteiligten Staaten Iran, Russland und der Türkei zu einer von vier De-Eskalationszonen erklärt. Zunächst hatte man sich im Mai 2017 auf die Einrichtung der Zonen geeinigt und bis September 2017 in Astana eine abschließende Vereinbarung erreicht, die zunächst für sechs Monate gelten soll.[2]

Einem Artikel im Magazin The Intercept vom Dezember 2017 zufolge wird das Gebiet von der Dschihadistengruppe Dschaisch al-Islam kontrolliert. Terrorgruppen sind von der Schutzzonenvereinbarung ausdrücklich ausgeschlossen. Die Intensität der Gefechte hat durch die De-Eskataltionszonen-Vereinbarung nicht abgenommen.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eugen Wirth: Syrien, eine geographische Landeskunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1971, S. 403–406.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kareem Shaheen: Syrian children flee after kindergarten is bombed in besieged Ghouta. The Guardian, 30. Oktober 2017
  2. "Final de-escalation zones agreed on in Astana" aljazeera.com vom 15. September 2017
  3. Maryam Saleh, Murtaza Hussain, Rajaai Bourhan: Assad Agreed to Local Cease-Fires in Syria — But War Crimes Worsen in Eastern Ghouta. The Intercept, 17. Dezember 2017