Giacomo Biffi

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Wappen von Giacomo Kardinal Biffi

Giacomo Kardinal Biffi (* 13. Juni 1928 in Mailand, Italien) ist emeritierter Erzbischof von Bologna.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Giacomo Biffi schloss ein Studium der Katholischen Theologie und Philosophie mit der Promotion zum Doktor der Theologie ab. Anschließend wirkte er als Seelsorger in der Arbeiterstadt Legnano und in Mailand. Am 23. Dezember 1950 empfing er im Alter von 22 Jahren durch Alfredo Ildefonso Kardinal Schuster OSB das Sakrament der Priesterweihe und wurde in das Erzbistum Mailand inkardiniert. Anschließend dozierte er Dogmatik am Priesterseminar von Mailand und verfasste zahlreiche theologische Bücher und Aufsätze. Ferner versah er einige Jahre die Aufgabe des Bischofsvikars für Kulturfragen des Erzbistums Mailand.

Am 7. Dezember 1975 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Titularbischof von Fidenae und zum Weihbischof in Mailand. Die Bischofsweihe spendete ihm Giovanni Kardinal Colombo am 11. Januar 1976; Mitkonsekratoren waren die Mailänder Weihbischöfe Bernardo Citterio und Libero Tresoldi. Am 19. April 1984 berief ihn Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof von Bologna und nahm ihn am 25. Mai 1985 als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santi Giovanni Evangelista e Petronio in das Kardinalskollegium auf.

Am 16. Dezember 2003 nahm Johannes Paul II. Biffis aus Altersgründen vorgebrachtes Rücktrittsgesuch an. Kardinal Biffi nahm nach dem Tod Johannes Pauls II. am Konklave 2005 teil. Im April 2009 war er Sondergesandter Benedikts XVI. bei den Feierlichkeiten zum 900. Todestag des heiligen Anselm in Aosta. Am Konklave 2013 nahm er nicht teil, da er die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten hatte.

Wirken[Bearbeiten]

Der Kardinal betont, dass der christliche Glauben keine beliebige Ansammlung und Aneinanderreihung von relativen Werten wie Solidarität, Frieden und Umweltschutz ist, sondern der Glaube an Jesus Christus den Sohn Gottes und seine Auferstehung. Er verweist in seinen Meditationen auf den russischen Philosophen Wladimir Sergejewitsch Solowjow („Der Antichrist präsentierte sich als Pazifist, Umweltschützer und als Ökumeniker“ [1]) und verweist auf die Notwendigkeit der immerwährenden Gemeinschaft mit Jesus Christus.

Aufsehen erregte im September 2000 Biffis wiederholter Vorschlag, Einwanderer aus christlichen Ländern wie Polen oder den Philippinen gegenüber solchen aus muslimischen Ländern zu bevorzugen, um die christliche Identität Italiens und Europas zu bewahren. Moscheen sollten in Europa künftig nur noch errichtet werden, wenn zugleich in den muslimischen Ländern Kirchen entstehen dürften. Europa müsse wieder christlich werden oder es werde muslimisch werden. Die gegenwärtige Kultur des Nichts werde dem ideologischen Ansturm des Islams, der nicht ausbleiben werde, nicht standhalten können. Nur die Rückbesinnung auf das christliche Ereignis als einzige Hoffnung für den Menschen - und folglich eine entschiedene Auferstehung des alten europäischen Geistes - werde einen anderen Ausgang dieses unvermeidlichen Zusammenstoßes bringen.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Kath.net: Der Antichrist ist ein Ökumeniker 1. März 2007
  • „Kreuzzug gegen islamische Einwanderung in Italien“, DIE WELT 4. Oktober 2000

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Enrico Manfredini Erzbischof von Bologna
1984–2003
Carlo Kardinal Caffarra