Giacomo Durazzo

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Graf Durazzo von Martin van Meytens, um 1770

Graf Giacomo Durazzo (* 27. April 1717 in Genua; † 15. Oktober 1794 in Venedig) war ein italienischer Diplomat, Theaterintendant und Kunstmäzen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durazzo stammte aus einer der bedeutendsten Adelshäuser von Genua, den Durazzo, sein Bruder war der Doge in Genua Marcellino Durazzo, Eigentümer des Herrschaftshauses in dem heute das Museo di Palazzo Reale ist.

1749 wurde er Botschafter von Genua in Wien, verließ aber 1752 den diplomatischen Dienst und wurde Assistent des Direktors des Wiener Hoftheaters und wurde dort 1754 Direktor aller kaiserlichen Theater (Burgtheater, Theater am Kärntnertor), mit Unterstützung von Maria Theresia und Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg. Seine Theater-Begeisterung stammte noch aus Genua, wo seine Familie einige der bekanntesten Theater besaß. Er führt die komische Oper ein, wirkte hier mit Charles-Simon Favart aus Paris zusammen und förderte Christoph Willibald Gluck, den er mit dem Librettisten Ranieri de’ Calzabigi bekannt macht, dem Librettisten der Oper Orfeo ed Euridice, die 1762 in Wien uraufgeführt wurde. Durazzo machte Gluck zum inoffiziellen dramaturgischen Leiter der Theater.[1] Er war nicht nur wesentlich an der Opernreform beteiligt, die mit dem Namen Gluck verbunden ist, sondern reformierte auch das Ballett, in Zusammenarbeit mit Gasparo Angiolini, und führte öffentliche Konzerte ein. Außerdem förderte er das deutsche Theater über Joseph Felix von Kurz (Bernardon). Es gab aber auch Opposition zu seinen Reformen und deshalb trat er 1764 zurück und wurde kaiserlicher Botschafter in Venedig. Dort sammelte er Drucke, die mit Unterstützung von Albert Kasimir von Sachsen-Teschen die Grundlagen der Albertina-Sammlung bildeten. Seine bedeutende Musikaliensammlung (darunter Autographen von Antonio Vivaldi) ist in der Nationalbibliothek in Turin. 1771 besuchte ihn Mozart in Venedig.

Graf Durazzo mit Frau, Gemälde von Martin van Meytens

1750 heiratete er die damals achtzehnjährige Ernestine Aloisia Ungnad von Weissenwolff.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Giovanni Assereto: Durazzo, Giacomo Pier Francesco. In: Fiorella Bartoccini (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 42: Dugoni–Enza. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1993.
  • B. A. Brown: Gluck and the French Theatre in Vienna. 1991.
  • R. Haas: Gluck und Durazzo im Burgtheater. 1925.
  • L. Leoncini (Hrsg.): Giacomo Durazzo. Teatro musicale e collezionismo tra Genova, Parigi e Venezia. Genua 2012.
  • A. Lanzola: Melodramma e spettacolo a Vienna: vita e carriera teatrale di Giacomo Durazzo (1717-1794). Dissertation. Universität Genua, 2010.
  • Angela Valenti Durazzo: Il Fratello del Doge. Giacomo Durazzo un Illuminista alla Corte degli Asburgo tra Mozart, Casanova e Gluck. La Compagnia della Stampa, 2012.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In Mozart´s Words