Gianluigi Buffon

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Gianluigi Buffon

Buffon 2012 im Trikot von Juventus Turin

Spielerinformationen
Geburtstag 28. Januar 1978
Geburtsort CarraraItalien
Größe 191 cm
Position Torwart
Vereine in der Jugend
1984–1986
1986–1990
1990–1991
1991–1995
Canaletto
Perticata
Bonascola
AC Parma
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1995–2001
2001–
AC Parma
Juventus Turin
168 (0)
423 (0)
Nationalmannschaft2
1993–1994
1995
1994–1995
1995–1997
1997
1997–
Italien U-16
Italien U-17
Italien U-18
Italien U-21
Italien U-23
Italien
3 (0)
3 (0)
3 (0)
11 (0)
4 (0)
147 (0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 5. Juni 2015
2 Stand: 5. Juni 2015

Gianluigi „Gigi“ Buffon (ita. [ˈdʒidʒi bufˈfon]; * 28. Januar 1978 in Carrara, Italien) ist ein italienischer Fußballspieler in Diensten von Juventus Turin. Er wurde in seiner Karriere viermal zum Welttorhüter des Jahres gekürt und gilt als einer der besten Torhüter der Geschichte. Er ist Rekordtorhüter der italienischen Nationalmannschaft und seit 11. Oktober 2013 ihr Rekordspieler.

Familie[Bearbeiten]

Buffon entstammt einer Sportlerfamilie. Seine Mutter Maria Stella Masocco war italienische Meisterin in Diskuswerfen und Kugelstoßen,[1] sein Vater Adriano Gewichtheber, seine zwei Schwestern Guendalina und Veronica sind Volleyballspielerinnen und sein Onkel Dante war Basketballnationalspieler. Er ist mit dem ehemaligen Torhüter Lorenzo Buffon verwandt, der ein Cousin seines Großvaters ist.

Buffon ist mit dem tschechischen Model Alena Šeredová verheiratet. Die Hochzeit fand am 16. Juni 2011 in der Prager St.-Peter-und-Paul-Kirche statt.[2] Gemeinsam hat das Paar zwei Söhne: Luis Thomas (*2007) und David Lee (*2009). 2014 hat sich das Paar getrennt. Buffons neue Lebensgefährtin ist die italienische TV-Sportjournalistin Ilaria D'Amico (*1973).[3]

Karriere[Bearbeiten]

Im Verein[Bearbeiten]

Von frühester Jugend an galt Buffon als sicherer Rückhalt seiner Mannschaft. Sein Serie-A-Debüt vollzog er im November 1995 im Alter von 17 Jahren für den AC Parma gegen den AC Mailand unter Nevio Scala, wo er mit seiner Mannschaft ein respektables 0:0 erreichte. In der Folgezeit verdrängte er den bis dahin im Tor spielenden Luca Bucci und wurde Stammtorhüter. In der Saison 1998/99 gewann Buffon mit Parma unter Alberto Malesani den UEFA-Pokal sowie die Coppa Italia.

Die Saison 2000/01 verbrachte Gianluigi Buffon weiterhin in Parma und schlug Millionenofferten europäischer Großklubs aus. Erst im Sommer 2001 wechselte er für 54,1 Mio. Euro zu Juventus Turin – bis heute der teuerste Transfer eines Torhüters in der Fußballgeschichte – wo er die Nachfolge des nicht überzeugenden Edwin van der Sar antreten sollte. Mit ihm wechselte auch Lilian Thuram nach Turin, der bis dahin zusammen mit Fabio Cannavaro das Herzstück der stabilen Abwehr vor Buffon war.

Mit Juventus gewann der Torhüter unter Marcello Lippi auf Anhieb die Meisterschaft und konnte diesen Titel in der Folgesaison 2002/03 sogar verteidigen. Außerdem erreichte er mit Juventus Turin 2003 das Championsleaguefinale, das man allerdings mit 2:3 nach Elfmeterschießen gegen den AC Mailand verlor. Auch in der Saison 2004/05 konnte Buffon mit Juventus wieder den Scudetto feiern, später wurde dieser jedoch wegen des Manipulationsskandals wieder aberkannt.

Am 14. August 2005 erlitt Gianluigi Buffon im Vorbereitungsspiel um die Trofeo Luigi Berlusconi beim AC Mailand bei einem Zusammenprall mit Kaká eine schwere Schulterverletzung und fiel mehrere Monate aus. In dieser Zeit vertrat ihn der leihweise von AC Mailand gekommene Christian Abbiati im Tor von Juventus. Bereits Ende November konnte er sich wieder gesund melden, trat jedoch vorerst noch etwas kürzer, da er merkte, dass die Verletzung noch nicht vollständig auskuriert war. Im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinales gegen Arsenal London bestritt Buffon sein 50. Europapokalspiel für Juventus. Im Mai 2006 geriet er unter Verdacht, illegal auf Partien der Serie A gewettet zu haben.[4][5] Später wurde Buffon jedoch von der Staatsanwaltschaft für unschuldig befunden und rehabilitiert.[6]

Trotz des Zwangsabstieges von Juventus Turin zur Saison 2006/07 wegen der Verwicklung in den Manipulationsskandal in die Serie B verließ Buffon, anders als viele Mitspieler, Juventus Turin nicht. Er schaffte mit der von Didier Deschamps trainierten Mannschaft den sofortigen Wiederaufstieg. Am 7. Juni 2007 verlängerte er seinen Vertrag bei Juventus bis zum Jahr 2012 und beendete damit alle Wechselgerüchte um seine Person. Knapp ein Jahr später wurde sein Vertrag nochmals um ein Jahr verlängert. 2007/08 und 2008/09 erreichte Buffon mit der Juve unter Claudio Ranieri in der Serie A die Ränge drei bzw. zwei. Danach folgten zwei weniger erfolgreiche Spielzeiten, die jeweils mit Rang sieben abgeschlossen wurden.

Im Sommer 2011 wurde Ex-Juventus-Kapitän Antonio Conte, der mit Buffon bis 2004 zusammen gespielt hatte, Trainer der Turiner. Unter Conte gewann Buffon drei italienische Meisterschaften in Folge und kassierte dabei als Stammtorhüter jeweils die wenigsten Gegentore aller Serie-A-Vereine. Im September 2012 wurde sein Kontrakt bis Ende 2016 verlängert.[7]

Nach drei Meistertiteln in drei Jahren aber mehreren weniger erfolgreichen Auftritten auf europäischer Ebene legte Conte am Ende der Saison 2013/14 sein Amt als Juve-Trainer nieder. Seine Nachfolger wurde Massimiliano Allegri, der den Verein auf Anhieb zum Double aus Meisterschaft und Coppa Italia sowie ins Finale der Champions League führte. Am 6. Juni 2015 bestritt Buffon mittlerweile 37-jährig im Berliner Olympiastadion – dem Ort des WM-Triumphes von 2006 – gegen den FC Barcelona sein zweites Champions-League-Finale, dass Juventus trotz eines starken Gianluigi Buffons mit 1:3 verlor.

In der Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Buffon bei der Fußball-Europameisterschaft 2012

Schnell wurde Gianluigi Buffon auch der unbestrittene Rückhalt in der U-21-Fußballnationalmannschaft und nahm mit dieser bei der U-21-EM 1996 in Spanien teil. Im Alter von 19 Jahren debütierte er am 29. Oktober 1997 im Play-Off-Spiel um die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 1998 gegen Russland unter Cesare Maldini bei der A-Nationalmannschaft, als er für den verletzten Gianluca Pagliuca einsprang. Bei der WM 1998 in Frankreich gehörte er zum Kader der Italiener, kam jedoch nicht zum Einsatz.

Zur EM 2000 stieg Buffon zum Stammtorhüter der Nationalmannschaft auf, konnte aber an der Endrunde aufgrund eines gebrochenen Daumens nicht teilnehmen. Sein vermeintlicher Ersatzmann Francesco Toldo zeigte dort gute Leistungen und machte ihm die Position im Tor streitig. Buffon konnte sich in der Folge dennoch durchsetzen und ist bis heute die unangefochtene Nummer eins im italienischen Tor.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland bestritt Buffon als Stammtorhüter der von Marcello Lippi betreuten Squadra Azzurra. Er zeigte tadellose Leistungen und konnte bis zum Finale von keinem gegnerischen Spieler aus dem Spiel heraus bezwungen werden. Die einzigen Gegentore, die er in den sieben Partien kassierte, waren ein Eigentor von Cristian Zaccardo und ein Elfmeter von Frankreichs Zinédine Zidane im WM-Finale am 9. Juli 2006. In diesem Finale wurde er gegen Frankreich nach einem Elfmeterschießen Fußball-Weltmeister. Außerdem erhielt er die Lew-Jaschin-Trophäe als Auszeichnung für den besten Torhüter des Turniers.

Auch bei der Europameisterschaft 2008 stand Gianluigi Buffon bei allen Spielen im italienischen Tor. Im Vorrundenspiel gegen Rumänien konnte er gegen Adrian Mutu einen Elfmeter parieren und dadurch das vorzeitige Ausscheiden seiner Mannschaft verhindern. Auch beim Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Spanien hielt Buffon einen Elfmeter, konnte das Ausscheiden der Italiener aber nicht verhindern.

Am 14. November 2009 absolvierte Gianluigi Buffon beim 0:0 im Freundschaftsspiel gegen die Niederlande im Stadio Adriatico zu Pescara sein 100. Länderspiel für Italien.

Buffon wurde auch in den italienischen Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika berufen. Beim ersten Vorrundenspiel am 14. Juni gegen Paraguay erlitt er jedoch einen Bandscheibenvorfall, musste vorzeitig ausgewechselt werden und wurde in der zweiten Halbzeit von Federico Marchetti vertreten. Auch in den nächsten Spielen konnte er nicht eingesetzt werden. Italien schied in der Vorrunde aus.

Am 15. November 2011 stellte er beim 0:1 gegen Uruguay den Rekord von Dino Zoff von 112 Länderspielen als Torwart ein.[8]

Auch bei der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine stand Buffon im Kader. Dort konnte sich die italienische Mannschaft unter Cesare Prandelli nach Siegen gegen England, als er einen Schuss im Elfmeterschießen parieren konnte, und Deutschland für das Finale gegen Spanien qualifizieren, das mit 0:4 verloren wurde.

Beim FIFA-Konföderationen-Pokal 2013 erreichte er mit Italien das Spiel um Platz drei gegen Uruguay, das 2:2 nach Verlängerung endete und im Elfmeterschießen entschieden werden musste. Dort konnte Buffon drei Elfmeter halten, wodurch Italien Dritter wurde.

Am 10. September 2013 stellte er beim 2:1-Sieg gegen Tschechien mit seinem 136. Länderspiel den Rekord von Fabio Cannavaro ein und qualifizierte sich gleichzeitig mit seiner Mannschaft vorzeitig für die WM 2014 in Brasilien. Mit einem weiteren Einsatz im Länderspiel gegen Dänemark am 11. Oktober 2013 wurde Buffon alleiniger italienischer Rekordnationalspieler.

Bei der WM 2014 war Buffon Italiens Nummer eins. Beim ersten Gruppenspiel gegen England wurde er aufgrund einer Verletzung von Salvatore Sirigu vertreten. In den beiden anderen Gruppenspielen stand er als Kapitän wieder im Tor. Am 24. Juni 2014 in der Partie gegen Uruguay wurde Gianluigi Buffon zum Man of the Match gewählt, trotz dessen besiegelte die Niederlage das Ausscheiden für die italienische Nationalmannschaft bei der WM 2014 in Brasilien in der Vorrunde.[9]

Trivia[Bearbeiten]

Buffon kam in den letzten Jahren aufgrund angeblicher rechtsextremistischer Sympathien unter Beschuss. Während seiner Zeit beim AC Parma zeigte er ein T-Shirt mit dem faschistischen Spruch „Boia chi molla“ („Gehängt sei, wer aufgibt“), wofür er vor der Disziplinarkommission des Sportverbands landete. Er sorgte nochmals für große Aufregung, als er unbedingt mit der Rückennummer 88 spielen wollte. Die Zahl 88 gilt in Insiderkreisen als ein rechtsextremes Schlüsselsymbol. Buffon gab sich jedoch unwissend: „Die 88 habe ich genommen, weil sie vier Eier hat. Und beim Fußball braucht man Eier“, lautete sinngemäß seine Erklärung.[10] „Wer ahnt denn, dass hinter dieser Zahl der Hitlergruß steht?! Das wissen doch wirklich nur Nazis!", zeigte sich Buffon überrascht.[11]

Buffon übernahm 2010 zusammen mit Cristiano Lucarelli und anderen Eignern den größten Fußballklub seiner Heimatstadt, Carrarese Calcio.[12] Seit 7. Juli 2012 ist er allein Eigner des Vereines.[13]

Erfolge[Bearbeiten]

Als Nationalspieler

Mit seinen Vereinen

* aberkannt im Rahmen des italienischen Fußball-Skandals 2005/2006

Individuelle Erfolge und Ehrungen

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gianluigi Buffon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://german.cri.cn/401/2006/06/02/1@49818.htm
  2. Torwart Gianluigi Buffon hat Topmodel Seredova geheiratet. Tiroler Tageszeitung, 17. Juni 2011, abgerufen am 17. Juni 2011.
  3. Birgit Schönau: Gigantisch Gigi, in: DIE ZEIT No 23 vom 3. Juni 2015, S.22
  4. Buffon steht unter illegalem Wettspielverdacht
  5. Buffon sagt aus
  6. Buffon: Verfahren wegen illegaler Wetten eingestellt
  7. Juve bindet Buffon bis 2016
  8. FIFA.com: Niederlage bei Buffons Rekordspiel
  9. "Vampir", "Kannibale" und "Zahn Gottes" – Der nächste Weltmeister darf nach Hause, sportschau.de, abgerufen am 30. Juni 2014
  10. Wiener Zeitung: Wenn Fussballer Extremisten sind. In: Wiener Zeitung. Stand: 28. September 2008 online, abgerufen am: 7. Oktober 2008
  11. Birgit Schönau: Gigantisch Gigi, in: DIE ZEIT No. 23 vom 3. Juni 2015, S.22
  12. Buffon übernimmt Viertligisten komplett, 7. Juli 2012
  13. Buffon übernimmt Carrarese komplett , 7. Juli 2012
Vorgänger Amt Nachfolger

Oliver Kahn
Bester Torhüter einer WM (Goldener Handschuh)
2006

Iker Casillas