Gianluigi Buffon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gianluigi Buffon

Gianluigi Buffon (2014)

Spielerinformationen
Geburtstag 28. Januar 1978
Geburtsort CarraraItalien
Größe 192 cm
Position Torwart
Vereine in der Jugend
1984–1986
1986–1990
1990–1991
1991–1995
Canaletto
Perticata
Bonascola
AC Parma
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1995–2001
2001–
AC Parma
Juventus Turin
168 (0)
458 (0)
Nationalmannschaft2
1993–1994
1995
1994–1995
1995–1997
1997
1997–
Italien U-16
Italien U-17
Italien U-18
Italien U-21
Italien U-23
Italien
3 (0)
3 (0)
3 (0)
11 (0)
4 (0)
161 (0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 3. Juli 2016

2 Stand: 3. Juli 2016

Gianluigi „Gigi“ Buffon (ita. [ˈdʒidʒi bufˈfon]; * 28. Januar 1978 in Carrara) ist ein italienischer Fußballtorwart in Diensten von Juventus Turin. Er wurde in seiner Karriere viermal zum Welttorhüter des Jahres gekürt und gilt als einer der weltweit besten Torhüter. Er ist Rekordtorhüter der italienischen Nationalmannschaft und seit dem 11. Oktober 2013 ihr Rekordspieler.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buffon im Trikot von Juventus Turin (2014)

Buffons gab sein Serie-A-Debüt im November 1995 im Alter von 17 Jahren für den AC Parma gegen den AC Mailand unter Nevio Scala, wo er mit seiner Mannschaft ein respektables 0:0 erreichte. In der Folgezeit verdrängte er den bis dahin im Tor spielenden Luca Bucci und wurde Stammtorhüter. In der Saison 1998/99 gewann Buffon mit Parma unter Alberto Malesani den UEFA-Pokal sowie die Coppa Italia.

Die Saison 2000/01 verbrachte Gianluigi Buffon weiterhin in Parma und schlug Millionenofferten europäischer Großklubs aus. Erst im Sommer 2001 wechselte er für 54,1 Mio. Euro zu Juventus Turin – bis heute der teuerste Transfer eines Torhüters in der Fußballgeschichte – wo er die Nachfolge des nicht überzeugenden Edwin van der Sar antreten sollte. Mit ihm wechselte auch Lilian Thuram nach Turin, der bis dahin zusammen mit Fabio Cannavaro das Herzstück der stabilen Abwehr vor Buffon war.

Mit Juventus gewann der Torhüter unter Marcello Lippi auf Anhieb die Meisterschaft und konnte diesen Titel in der Folgesaison 2002/03 sogar verteidigen. Außerdem erreichte er mit Juventus Turin 2003 das Championsleaguefinale, das man allerdings mit 2:3 nach Elfmeterschießen gegen den AC Mailand verlor. Auch in der Saison 2004/05 konnte Buffon mit Juventus wieder den Scudetto feiern, später wurde dieser jedoch wegen des Manipulationsskandals wieder aberkannt.

Am 14. August 2005 erlitt Gianluigi Buffon im Vorbereitungsspiel um die Trofeo Luigi Berlusconi beim AC Mailand bei einem Zusammenprall mit Kaká eine schwere Schulterverletzung und fiel mehrere Monate aus. In dieser Zeit vertrat ihn der leihweise von AC Mailand gekommene Christian Abbiati im Tor von Juventus. Bereits Ende November konnte er sich wieder gesund melden, trat jedoch vorerst noch etwas kürzer, da er merkte, dass die Verletzung noch nicht vollständig auskuriert war. Im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinales gegen Arsenal London bestritt Buffon sein 50. Europapokalspiel für Juventus. Im Mai 2006 geriet er unter Verdacht, illegal auf Partien der Serie A gewettet zu haben.[1][2] Später wurde Buffon jedoch von der Staatsanwaltschaft für unschuldig befunden und rehabilitiert.[3]

Trotz des Zwangsabstieges von Juventus Turin zur Saison 2006/07 wegen der Verwicklung in den Manipulationsskandal in die Serie B verließ Buffon, anders als viele Mitspieler, Juventus Turin nicht. Er schaffte mit der von Didier Deschamps trainierten Mannschaft den sofortigen Wiederaufstieg. Am 7. Juni 2007 verlängerte er seinen Vertrag bei Juventus bis zum Jahr 2012 und beendete damit alle Wechselgerüchte um seine Person. Knapp ein Jahr später wurde sein Vertrag nochmals um ein Jahr verlängert. 2007/08 und 2008/09 erreichte Buffon mit der Juve unter Claudio Ranieri in der Serie A die Ränge drei bzw. zwei. Danach folgten zwei weniger erfolgreiche Spielzeiten, die jeweils mit Rang sieben abgeschlossen wurden.

Im Sommer 2011 wurde Ex-Juventus-Kapitän Antonio Conte, der mit Buffon bis 2004 zusammen gespielt hatte, Trainer der Turiner. Unter Conte gewann Buffon drei italienische Meisterschaften in Folge und kassierte dabei als Stammtorhüter jeweils die wenigsten Gegentore aller Serie-A-Vereine. Im September 2012 wurde sein Kontrakt bis Ende 2016 verlängert.[4]

Nach drei Meistertiteln in drei Jahren aber mehreren weniger erfolgreichen Auftritten auf europäischer Ebene legte Conte am Ende der Saison 2013/14 sein Amt als Juve-Trainer nieder. Seine Nachfolger wurde Massimiliano Allegri, der den Verein auf Anhieb zum Double aus Meisterschaft und Coppa Italia sowie ins Finale der Champions League führte. Am 6. Juni 2015 bestritt Buffon mittlerweile 37-jährig im Berliner Olympiastadion – dem Ort des WM-Triumphes von 2006 – gegen den FC Barcelona sein zweites Champions-League-Finale, das Juventus trotz eines starken Gianluigi Buffon mit 1:3 verlor. Im Mai 2016 wurde bekannt, dass Gianluigi Buffon seinen Vertrag bei Juventus Turin bis Juni 2018 verlängert hat.[5]

In der Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buffon bei der Fußball-Europameisterschaft 2012

Schnell wurde Gianluigi Buffon auch der unbestrittene Rückhalt in der U-21-Fußballnationalmannschaft und nahm mit dieser bei der U-21-EM 1996 in Spanien teil. Im Alter von 19 Jahren debütierte er am 29. Oktober 1997 im Play-Off-Spiel um die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 1998 gegen Russland unter Cesare Maldini bei der A-Nationalmannschaft, als er für den verletzten Gianluca Pagliuca einsprang. Bei der WM 1998 in Frankreich gehörte er zum Kader der Italiener, kam jedoch nicht zum Einsatz.

Zur EM 2000 stieg Buffon zum Stammtorhüter der Nationalmannschaft auf, konnte aber an der Endrunde aufgrund eines gebrochenen Daumens nicht teilnehmen. Sein Ersatzmann Francesco Toldo zeigte dort gute Leistungen und machte ihm die Position im Tor streitig. Buffon konnte sich in der Folge dennoch durchsetzen und ist bis heute die unangefochtene Nummer eins im italienischen Tor.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland bestritt Buffon als Stammtorhüter der von Marcello Lippi betreuten Squadra Azzurra. Er zeigte tadellose Leistungen und konnte bis zum Finale von keinem gegnerischen Spieler aus dem Spiel heraus bezwungen werden. Die einzigen Gegentore, die er in den sieben Partien kassierte, waren ein Eigentor von Cristian Zaccardo und ein Elfmeter von Frankreichs Zinédine Zidane im WM-Finale am 9. Juli 2006. In diesem Finale wurde er gegen Frankreich nach einem Elfmeterschießen Fußball-Weltmeister. Außerdem erhielt er die Lew-Jaschin-Trophäe als Auszeichnung für den besten Torhüter des Turniers.

Auch bei der Europameisterschaft 2008 stand Gianluigi Buffon bei allen Spielen im italienischen Tor. Im Vorrundenspiel gegen Rumänien konnte er gegen Adrian Mutu einen Elfmeter parieren und dadurch das vorzeitige Ausscheiden seiner Mannschaft verhindern. Auch beim Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Spanien hielt Buffon einen Elfmeter, konnte das Ausscheiden der Italiener aber nicht verhindern.

Am 14. November 2009 absolvierte Gianluigi Buffon beim 0:0 im Freundschaftsspiel gegen die Niederlande im Stadio Adriatico zu Pescara sein 100. Länderspiel für Italien.

Buffon wurde auch in den italienischen Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika berufen. Beim ersten Vorrundenspiel am 14. Juni gegen Paraguay erlitt er jedoch einen Bandscheibenvorfall, musste vorzeitig ausgewechselt werden und wurde in der zweiten Halbzeit von Federico Marchetti vertreten. Auch in den nächsten Spielen konnte er nicht eingesetzt werden. Italien schied in der Vorrunde aus.

Am 15. November 2011 stellte Buffon beim 0:1 gegen Uruguay den Rekord von Dino Zoff von 112 Länderspielen als Torwart ein.[6]

Auch bei der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine stand Buffon im Kader. Dort konnte sich die italienische Mannschaft unter Cesare Prandelli nach Siegen gegen England, als er einen Schuss im Elfmeterschießen parieren konnte, und Deutschland für das Finale gegen Spanien qualifizieren, das mit 0:4 verloren wurde.

Beim FIFA-Konföderationen-Pokal 2013 erreichte Buffon mit Italien das Spiel um Platz drei gegen Uruguay, das 2:2 nach Verlängerung endete und im Elfmeterschießen entschieden werden musste. Dort konnte er drei Elfmeter halten, wodurch Italien Dritter wurde.

Am 10. September 2013 stellte Buffon beim 2:1-Sieg gegen Tschechien mit seinem 136. Länderspiel den Rekord von Fabio Cannavaro ein und qualifizierte sich gleichzeitig mit seiner Mannschaft vorzeitig für die WM 2014 in Brasilien. Mit einem weiteren Einsatz im Länderspiel gegen Dänemark am 11. Oktober 2013 wurde er alleiniger italienischer Rekordnationalspieler.

Bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien war Buffon Italiens Nummer eins. Beim ersten Gruppenspiel gegen England wurde er aufgrund einer Verletzung von Salvatore Sirigu vertreten, in den beiden anderen Gruppenspielen stand er als Kapitän im Tor. Nach der Partie gegen Uruguay wurde er zum Man of the Match gewählt, obwohl die italienische Nationalmannschaft aufgrund dieser Niederlage in der Vorrunde ausschied.[7]

Bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich wurde er erneut als Stammtorwart in das italienische Aufgebot aufgenommen und stand in 4 der 5 Turnierspiele im Tor. Nur beim bedeutungslosen dritten Gruppenspiel bekam Salvatore Sirigu eine Chance. Im Viertelfinale kam es gegen Deutschland zum Elfmeterschießen. Er konnte einen Schuss abwehren, aber am Ende verlor er mit dem Team trotzdem und schied aus.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AC Parma[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juventus Turin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

* aberkannt im Rahmen des italienischen Fußball-Skandals 2005/2006

Persönliche Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buffon kam in den letzten Jahren aufgrund angeblicher rechtsextremistischer Sympathien unter Beschuss. Während seiner Zeit beim AC Parma zeigte er ein T-Shirt mit dem faschistischen Spruch „Boia chi molla“ („Gehängt sei, wer aufgibt“), wofür er vor der Disziplinarkommission des Sportverbands landete. Er sorgte nochmals für große Aufregung, als er unbedingt mit der Rückennummer 88 spielen wollte. Die Zahl 88 gilt als ein rechtsextremes Schlüsselsymbol. Buffon gab sich jedoch unwissend: „Die 88 habe ich genommen, weil sie vier Eier hat. Und beim Fußball braucht man Eier“, lautete sinngemäß seine Erklärung.[9] „Wer ahnt denn, dass hinter dieser Zahl der Hitlergruß steht?! Das wissen doch wirklich nur Nazis!“, zeigte sich Buffon überrascht.[10]

Buffon übernahm 2010 zusammen mit Cristiano Lucarelli und anderen Eignern den größten Fußballklub seiner Heimatstadt, Carrarese Calcio.[11] Seit 7. Juli 2012 ist er allein Eigner des Vereines.[12]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buffon entstammt einer Sportlerfamilie. Seine Mutter Maria Stella Masocco war italienische Meisterin in Diskuswerfen und Kugelstoßen,[13] sein Vater Adriano Gewichtheber, seine zwei Schwestern Guendalina und Veronica sind Volleyballspielerinnen und sein Onkel Dante war Basketballnationalspieler. Er ist mit dem ehemaligen Torhüter Lorenzo Buffon verwandt, der ein Cousin seines Großvaters ist.

Buffon war von 2011 bis 2014 mit dem tschechischen Model Alena Šeredová verheiratet. Der Ehe entstammen zwei Söhne (* 2007) und (* 2009). Am 6. Januar 2016 wurde sein dritter Sohn geboren. Die Mutter ist Buffons Freundin Ilaria D’Amico, die als Moderatorin für Sky Sport arbeitet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gianluigi Buffon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Buffon steht unter illegalem Wettspielverdacht
  2. Buffon sagt aus
  3. Buffon: Verfahren wegen illegaler Wetten eingestellt
  4. Juve bindet Buffon bis 2016
  5. Italienischer Meister: Juventus setzt weiter auf Routinier Buffon
  6. FIFA.com: Niederlage bei Buffons Rekordspiel
  7. „Vampir“, „Kannibale“ und „Zahn Gottes“ – Der nächste Weltmeister darf nach Hause, sportschau.de, abgerufen am 30. Juni 2014
  8. Derbysieg und Rekord für Gianluigi Buffon
  9. Wiener Zeitung: Wenn Fußballer Extremisten sind. In: Wiener Zeitung. Stand: 28. September 2008 online, abgerufen am: 7. Oktober 2008
  10. Birgit Schönau: Gigantisch Gigi, in: DIE ZEIT No. 23 vom 3. Juni 2015, S.22
  11. Buffon übernimmt Viertligisten komplett, 7. Juli 2012
  12. Buffon übernimmt Carrarese komplett, 7. Juli 2012
  13. http://german.cri.cn/401/2006/06/02/1@49818.htm
Vorgänger Amt Nachfolger

Oliver Kahn
Bester Torhüter einer WM (Goldener Handschuh)
2006

Iker Casillas