Gideon (Richter)

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Die Richter Israels
Buch der Richter

1. Buch Samuel

Gideon tötet die Midianiterkönige Sebach und Salmunna, Codex Vatopedinus, 13. Jhd.
„Gideon dankt Gott für das Tauwunder“, Gemälde von Maarten van Heemskerck (Musée des Beaux-Arts de Strasbourg)

Gideon (mit dem Beinamen Jerubbaal) ist ein Richter im Alten Testament. Er erscheint im Buch der Richter 6,11-8,35 EU.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Gideon (hebräisch גִּדְעוֹן gid’ōn) ist von der hebräischen Verbwurzel גדע gd‘ „(etwas) abhauen“ abgeleitet. Der Name bedeutet „der (etwas) Abhauende“, also im weitesten Sinne „Hacker, Holzfäller, Zerstörer“. In der Septuaginta wird der Name mit γεδεων gedeōn wiedergegeben.

In Ri 6,32 EU erhält Gideon den Beinamen Jerubbaal (hebräisch יְרֻבַּעַל, in der Septuaginta ιαρβααλ iarbaal). Dieser besteht aus dem Verb rbb „zahlreich sein“ und dem Namen der Gottheit Baal und bedeutet „Baal ist groß“. In 2 Sam 11,21 EU findet sich anstelle des Namens Jerubbaal in der Hebräischen Bibel der Name Jerubbeschet (hebräisch ירבשת). Beschet oder Boschet leitet sich vom Verb בושׁ „beschämt werden / sich schämen“ ab und bedeutet „Schande“. Der Name lässt sich also „Groß ist die Schande“ übersetzen.

Nach einer Theorie Abraham Geigers wurden nachträglich Namen geändert, die mit der fremden Gottheit Baal in Verbindung gebracht werden konnten. Das gleiche Phänomen ist in größerem Umfang auch bei den Namen Esch-Baal (geändert zu Isch-Boschet) und Merib-Baal (geändert zu Mefiboschet) erkennbar.

Biblische Erzählung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gideon, der Sohn des Joasch, wurde von JHWH durch einen Engel berufen, die Israeliten vom Joch der Midianiter zu befreien.

Gemäß der biblischen Erzählung bat er Gott, ihm seinen Auftrag mit einem Zeichen zu bestätigen und legte ein Vlies auf die Tenne, das über Nacht nass vom Tau sein solle. Am nächsten Morgen fand er das Vlies tatsächlich in der sonst trockenen Umgebung von Tau benetzt. Bernhard von Clairvaux nutzte dieses Gleichnis als Allegorie für die Empfängnis Jesu durch den Heiligen Geist in der Mariensymbolik.

Auf göttliche Anweisung riss Gideon den Altar und die Kultsäule des Baal-Kultes nieder. „Darum nannte man Gideon seit jenem Tag Jerubbaal – das heißt: Baal möge gegen ihn streiten –, denn er hat seinen Altar niedergerissen“ (Ri 6,32 EU).

Nach dem Sieg über die Midianiter lehnte Gideon die Königswürde ab, bat jedoch sein Volk, ihm einen Teil des erbeuteten Goldes der Midianiter zu geben, woraus er ein Efod fertigte, offenbar ein Götzenbild, denn es heißt weiter: „Und ganz Israel trieb dort damit Abgötterei. Das brachte Gideon und sein Haus zu Fall“ (Ri 8,27 EU).

Gideon starb in hohem Alter in seiner Heimatstadt Ofra in Benjamin. Nach seinem Tode lebt der Baal-Kult wieder auf. Sein Sohn Abimelech wurde sein Nachfolger.

Söhne Gideons[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gideon hatte 70 Söhne. Besonders erwähnt wird Abimelech, der Sohn einer Nebenfrau aus Sichem (Ri 8,30–31 EU). In Ri 9,1–4 EU wird geschildert, wie Abimelech nach Sichem zu den Brüdern seiner Mutter ging und sie für sein Ziel, die alleinige Nachfolge von Gideon anzutreten, gewann. Mithilfe von gewissenlosen Männern brachte er seine 70 Brüder um.

„Dann drang er in das Haus seines Vaters in Ofra ein und brachte seine Brüder, die Söhne Jerubbaals, siebzig Mann, auf ein und demselben Stein um. Nur Jotam, der jüngste Sohn Jerubbaals, blieb übrig, weil er sich versteckt hatte.“

(Richter 9,5 EU)

Anschließend wird Abimelech zum König gesalbt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gideon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Debora und Barak Richter Abimelech