Giesensdorf (Lichterfelde)

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Das ehemalige Dorf und Rittergut Giesensdorf ist seit 1878 ein Teil der Gemeinde Groß-Lichterfelde, die 1920 in Groß-Berlin integriert wurde. Es gehört heute zum Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe der Dorfkirche Giesensdorf gab es seit dem 10. Jahrhundert eine slawische Siedlung, die Anfang des 13. Jahrhunderts aufgegeben wurde. Die umgesiedelten Slawen wirkten mit bei der Anlage des um 1230 errichteten Dorfes Giesensdorf, dessen Dorfform heute nicht mehr erkennbar ist. Es handelte sich um ein Straßendorf längs des heutigen Ostpreußendamms, mit der Dorfkirche im Mittelpunkt, an der Abzweigung der Straße zum Nachbardorf Osdorf. Etwa um 1250 wurde mit dem Bau der Dorfkirche begonnen, und zwar mit der Osthälfte (Altarraum), fortgesetzt etwa um 1350.

Petruskirche auf dem Oberhofer Platz

Giesensdorf wurde 1299 als Ghiselbrechtstorp erstmals urkundlich erwähnt. Nach dem Landbuch Kaiser Karls IV. umfasste das Dorf im Jahr 1375 insgesamt 50 Hufen (rund 383 Hektar = 3,83 km²), davon drei Pfarrhufen und eine wüst liegende Wassermühle, aber keinen Krug. Giesensdorf unterstand zu dieser Zeit dem Bischof von Brandenburg, der es 1299 vom Markgrafen erhalten hatte. Um 1400 fiel es wieder an den Markgrafen zurück. Er gab 1480 das Dorf an die Familie von Quast, später an die Familie Gröben. Danach wurde der Besitz geteilt und ein häufiger Besitzwechsel wurde zur Regel.

Der Unternehmer Carstenn erwarb 1865 die Güter Giesensdorf und Lichterfelde sowie Wilmersdorf mit dem Gebiet des späteren Friedenau, um auf diesen Flächen ausgedehnte Villenkolonien zu gründen.

Mit der Bebauung wuchsen Lichterfelde und Giesensdorf zusammen. Die Ortsbezeichnung Giesensdorf kam außer Gebrauch und lebt nur im Namen der evangelischen Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf, der Giesensdorfer Grundschule am Ostpreußendamm und der Giesensdorfer Straße (zwischen den alten Dorfkirchen von Giesensdorf und Lichterfelde) weiter.

An das alte Dorf erinnern noch die Dorfkirche Giesensdorf (in zwei Phasen errichtet zwischen etwa 1250 und 1350) und das gegenüber liegende Gemeindehaus am Ostpreußendamm. Die Kirche ist nach der Dorfkirche Schmargendorf die zweitkleinste Dorfkirche Berlins. Als ein Symbol für die Zeit der Villenbebauung steht auf dem Oberhofer Platz die Petruskirche.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 52° 25′ N, 13° 19′ O