Gieseritz

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Gieseritz
Gemeinde Wallstawe
Koordinaten: 52° 46′ 36″ N, 11° 0′ 48″ O
Höhe: 38 m
Fläche: 13,45 km²[1]
Einwohner: 64 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 5 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 2009
Postleitzahl: 29413
Vorwahl: 039033
Dorfkirche Gieseritz
Dorfkirche Gieseritz
Gieseritz (Sachsen-Anhalt)
Gieseritz (52° 46′ 0″ N, 11° 0′ 0″O)
Gieseritz
Lage von Gieseritz in Sachsen-Anhalt

Gieseritz ist ein Ortsteil der Gemeinde Wallstawe im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Dorf Gieseritz liegt etwa drei Kilometer südwestlich von Wallstawe und 13 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Salzwedel. Südwestlich des Rundplatzdorfes liegt die Forst Risk, ein Waldgebiet das zum Landschaftsschutzgebiet Salzwedel-Diesdorf gehört. An der Grenze zum Mehmker Holz verläuft dort der Landgraben, der Rest einer Landwehr.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gieseritz ist als Rundplatzdorf mit Kirche auf dem Platz angelegt worden.[1] Der Name Gieseritz kommt aus dem Slawischen.

Die erste urkundliche Erwähnung von Gieseritz als Meseritze stammt aus dem Jahre 1375 (Landbuch der Mark Brandenburg). Das Kloster Dambeck hatte hier Besitz und die von Bartensleben hatten hier Einnahmen.[4]

Der Ort wurde 1420 Ghiseritz, 1585 Jeseritz und schließlich 1687 Gieseritz geschrieben.[1]

Im Jahre 1959 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „10. Jahrestag“.[1]

Forst Risk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Waldgebiet Forst Risk, früher auch Forst Risch oder auch Der Risch[5] genannt, gehörte früher dem Joachimtalschen Schulamt in Amt Dambeck.

Der Tradition nach soll hier ein wendisches Dorf Risk, Risch oder Riesch gelegen haben. In dem dichten Wald sind keine Spuren einer Siedlung bemerkbar. Im Jahre 1782 wurde einen Kilometer östlich von Peckensen im Wald eine Försterei angelegt, die den Namen Risk erhielt.[6]

Von einem Bruch südöstlich von Peckensen zieht sich der Landgraben, eine Landwehr, an der Grenze zum Mehmker Holz durch das Waldgebiet bis zu Groß Bierstedt, wo sich der Doppelwall mit dem dazwischenliegenden Graben dann im Acker verliert. Johann Friedrich Danneil vermutet, dass die Landwehr weiter nach Südosten über Rohrberg, Ahlum und Tangeln führte.[7]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde Umfelde aus dem Landkreis Salzwedel in die Gemeinde Gieseritz eingemeindet.[8] Bereits am 30. September 1928 war der Gutsbezirk Risk mit der Landgemeinde Umfelde vereinigt worden,[9] zu dem die Forst Risk gehörte.

Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Gieseritz aus dem Landkreis Salzwedel in den Kreis Salzwedel umgegliedert. Am 1. Juli 1994 kam sie zum Altmarkkreis Salzwedel.[8] Durch einen Gebietsänderungsvertrag haben die Gemeinderäte der Gemeinden Gieseritz (am 18. November 2008), Wallstawe (am 19. November 2008) und Ellenberg (am 20. November 2008) beschlossen, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Wallstawe vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Juli 2009 in Kraft.[10][11]

Damit kamen am 1. Juli 2009 der Ortsteil Umfelde und der neue Ortsteil Gieseritz zur Gemeinde Wallstawe.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 114
1774 101
1789 110
1798 112
1801 111
1818 126
Jahr Einwohner
1840 137
1864 173
1871 157
1885 134
1892 138
1895 116
Jahr Einwohner
1900 126
1905 132
1910 124
1925 128
1939 122
1946 192
Jahr Einwohner
1964 166
1971 184
1981 177
1993 153
2007 152
2015 074
Jahr Einwohner
2018 64

Quellen:[1][12][2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Gieseritz gehörte zur Pfarrei Hilmsen.[13] Heute gehört die Kirchengemeinde zum Pfarrbereich Diesdorf[14] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die unter Denkmalschutz stehende evangelische Dorfkirche Gieseritz ist eine im spätgotischen Stil erbaute Feldsteinkirche.[15] Im Innern steht ein Altaraufsatz von 1609.[16] Sie ist eine Filialkirche der Kirche in Hilmsen.[17]
  • Der Friedhof liegt südlich des Dorfes.
  • In Gieseritz steht vor der Kirche ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, ein abgestufter Feldsteinsockel mit aufgesetztem Findling.[18]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Voltigier- und Reitgemeinschaft Gieseritz e.V.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S. 777–780, doi:10.35998/9783830522355.
  2. a b Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 405 (uni-potsdam.de).
  5. Meßtischblatt 67: Abbendorf. Reichsamt für Landesaufnahme, 1873, abgerufen am 1. April 2018.
  6. Wilhelm Zahn: Die Wüstungen der Altmark. In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Band 43. Hendel, Halle a.S. 1909, S. 393, 431. Risk.
  7. Johann Friedrich Danneil: Beiträge zur nähern Bestimmung der wüsten Dörfer in der Altmark. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 6. Jahresbericht, 1843, S. 53, 35. Risch, Risk (altmark-geschichte.de [PDF]).
  8. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 358, 363.
  9. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 216.
  10. Amtsblatt des Landkreises Nr. 2/2009 Seite 31–33 (Memento vom 14. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 397 kB)
  11. StBA: Gebietsänderungen vom 02. Januar bis 31. Dezember 2009
  12. Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, DNB 578458357, S. 156.
  13. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 98 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 31. März 2018]).
  14. Pfarrbereich Diesdorf. Abgerufen am 31. März 2018.
  15. Georg Dehio Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen-Anhalt I – Regierungsbezirk Magdeburg, Deutscher Kunstverlag 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 268
  16. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 148.
  17. Verein für Pfarrerinnen und Pfarrer in der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen e. V. (Hrsg.): Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen (= Series Pastorum. Band 10). Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2009, ISBN 978-3-374-02142-0, S. 329.
  18. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. In: Gieseritz auf www.denkmalprojekt.org. 15. Juni 2018, abgerufen am 15. Juni 2019.