Giftanschlag auf Alexei Nawalny

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Der vergiftete Alexei Navalny wird vom Flughafen in Omsk ins Krankenhaus transportiert. (2020)

Der russische Oppositionspolitiker Alexei Nawalny wurde am 20. August 2020 Opfer eines Giftanschlags. In der Folge kam es zu schweren Belastungen der internationalen Beziehungen zu Russland, Sanktionen der EU und zu Diskussionen um die Fertigstellung des Nord Stream II-Projekts.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Woche nach dem Vorfall wurde bekannt, dass Nawalny sich anlässlich der anstehenden russischen Regionalwahlen in Sibirien aufgehalten hatte, um Gespräche mit Oppositionsvertretern zu führen. Informationen aus einem detaillierten Bericht des FSB sollen nach Angaben des Spiegel einem Bericht in der Boulevardzeitung Moskowskij Komsomolez zugrunde liegen.[1][2][3]

Demnach habe die Polizei festgestellt, dass Navalny ursprünglich zu einer weiteren Untersuchung mit einem Quadcopter und zu einem Support-Meeting für Unterstützer vor den Wahlen nach Nowosibirsk gekommen sei. Nach den Quellen von Moskowskij Komsomolez in den Sicherheitskräften seien alle Aktivitäten unter der Kontrolle von Strafverfolgungsbeamten gestanden, die als Zivilisten aus beiden Städten verkleidet waren.

Laut Moskowskij Komsomolez kam Nawalny am 18. August gegen 18.00 Uhr in Tomsk an. Die Zimmer seien von Anhängern Nawalnys vor Ort gebucht worden, 7 Zimmer für 4 Personen. Nawalny habe die Nacht in einem anderen Zimmer als dem für ihn gebuchten verbracht. Nawalny habe sich in der Stadt unauffällig bewegt, öffentliche Kameras vermieden und seine Kreditkarte nicht benutzt. Beobachtet wurden Spaziergänge und Treffen mit Anhängern. Bei ihren Kontrollen hätten die Polizeibeamten keine Kontakte festgestellt, die mit der Vergiftung in Verbindung gebracht werden könnten. Nawalnys Gruppe sei später eingetroffen.

Die Behauptungen in den Medien, Navalny habe in Kaftanchikovo gefeiert und getrunken, wurden von der Polizei revidiert. Nawalny sei lediglich am Vorabend der Abreise um 21.00 Uhr im Tom (Ob) schwimmen gegangen.

In einem von einem Anhänger angemieteten Haus sei das Filmmaterial aus Nowosibirsk verarbeitet worden. Entsprechend den konfiszierten Steuerbelegen in den Geschäften, in denen Nawalny und seine Anhänger eingekauft hatte, wurden nur Säfte und Wasser gekauft. Einkäufe von Haushaltschemikalien oder Apothekeneinkäufe seien nicht festgestellt worden, so Moskowskij Komsomolez.[3]

Die enge Überwachung Nawalnys war einer der Gründe für die Annahme einer Mitwirkung des Geheimdienstes bei der Vergiftung Nawalnys und für die Begründung der Sanktionen.[4]

Alexej Nawalny ist wegen seiner herausragenden Rolle in der politischen Opposition Ziel systematischer Schikanen und Repression durch staatliche Akteure und Akteure der Justiz in der Russischen Föderation. Alexej Nawalnys Aktivitäten wurden während seiner Reise nach Sibirien im August 2020 vom Inlandsgeheimdienst der Russischen Föderation eng überwacht. (...) Unter diesen Umständen und angesichts dessen, dass Alexej Nawalny zum Zeitpunkt seiner Vergiftung unter Überwachung stand, kann davon ausgegangen werden, dass die Vergiftung nur unter Beteiligung des Föderalen Dienstes für Sicherheit möglich war.[5]

Nach Darstellung verschiedener Medien hat Nawalny in den Tagen und Wochen zuvor die Proteste in Belarus zustimmend kommentiert und zum Ausdruck gebracht, er gehe davon aus, dass sich eine ähnliche Revolution bald auch in Russland ereignen werde, die Putin und den Geheimdienst beseitigen werde.[6] Die Videobotschaften, in denen er sich mit den Protesten in Weißrussland und mit den Protesten in Chabarowsk solidarisierte, wurden mehrere Millionen Male aufgerufen.[7][6][8]

Frühere Anschläge auf Nawalny[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Navalny war schon früher Ziel von Anschlägen gewesen, etwa am 27. April 2017 durch einen Seljonka-Angriff, bei dem sein Auge besprüht wurde, so dass er nach eigenen Angaben einen 80-prozentigen Sehverlust im rechten Auge erlitt. Der Täter war nach seiner Vermutung Aleksandr Petrunko mit Verbindungen zu einem Duma-Abgeordneten. Navalny wies der Regierung die Schuld an dem Anschlag zu.[9][10]

Im Juli 2019 wurde Navalny festgenommen und inhaftiert, am 28. Juli wurde er mit angeblich allergischen Reaktionen an Augen und Haut ins Krankenhaus eingeliefert. Anastasia Vasilieva, eine von Navalnys Ärztinnen, stellte die Diagnose in Frage und vertrat die Möglichkeit einer schädigenden Einwirkung chemischer Substanzen.[11][12]

Hergang des Anschlags[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Donnerstagmorgen, den 20. August 2020, bestieg Nawalny im Flughafen Tomsk-Bogaschewo ein Flugzeug der S7 Airlines nach Moskau, Flug 2614.[13] Nach Recherchen der BBC startete der Flug etwas später als gewöhnlich, um 8:01 Uhr Tomsker Zeit (4:01 Uhr Moskauer Zeit). Nawalny ließ sein Team der Stiftung gegen Korruption (FBK) in Tomsker Hotel Xander zurück, damit es dort die örtliche Untersuchung fortsetzen konnte.[14] In der ersten halben Stunde nach dem Start fühlte er sich plötzlich unwohl, war von 8:30 bis 8:50 auf der Toilette, schrie wenig später vor Schmerzen und wurde zunächst bewusstlos.[15] Um 8:50 Tomsker Zeit (4:50 Uhr Moskauer Zeit) stellten die Flugbegleiter und eine Krankenschwester die Erkrankung und die dringende Notwendigkeit einer klinischen Behandlung fest. Daraufhin entschied sich der Pilot zur Notlandung in Omsk.[16] Sie erfolgte um 9.01, das medizinische Team des Flughafens kam bereits um 9.03 Uhr an Bord.[17][18] Das medizinische Team stellte fest, dass Nawalny intensivmedizische Behandlung benötigte. Dafür wurde ein Rettungswagen angefordert, der nach 10 Minuten eintraf und Nawalny in die Städtische Klinik No. 1 (Russisch: Городская клиническая больница скорой медицинской помощи №1) überführte. Dort wurde er mit Atropin behandelt.[19][20][21]

Am Donnerstagabend, 20. August, gab das Krankenhaus bekannt, dass Nawalny im (nicht künstlichen)[22] Koma liege und beatmet werde.[19] Seine Kleider sollen ihm bei der Einweisung abgenommen und später nicht zurückgegeben worden sein.[23]

Nach Recherchen der Washington Post und BBC News soll Maria Pevchikh, die "Leiterin des Navalny-Teams" am 20. August gegen 10 Uhr von der Notlandung und Navalnys Bewusstlosigkeit erfahren haben. Der Anwalt Vladen Los habe mit zwei anderen Mitgliedern des Teams gefrühstückt. Der Ermittler Georgy Alburov habe seine Flug-App überprüft und festgestellt, dass Nawalnys Flug nach Omsk umgelenkt worden war. Er habe eine SMS an die die Pressesprecherin des Teams Kira Jarmysch gesandt, die mitgeflogen war. Einige Minuten danach habe sie gemeldet, Nawalny sei bewusstlos, er sei vergiftet worden. Kurze Zeit später habe ein Fluggast ein Video an Twitter veröffentlicht, auf dem man Nawalny schreien und stöhnen hört.[24]

Pevchikh sei daraufhin mit einem Teil des Teams, Georgy Alburov und Vladen Los, zu Zimmer 239 des Hotels geeilt, aus dem Nawalny am Morgen ausgecheckt war. Los wartete an der Tür, bis die Hotelrezeption nach anfänglicher Ablehnung das Betreten des Raums erlaubte. Um 11.45 habe das Team den Raum betreten.[24]

In einem Interview äußerte Pevchikh, sie habe Nawalny in den letzten Tagen begleitet, er sei nach ihrem Eindruck gesund gewesen. Daher sei das Team sicher gewesen, dass etwas Schlimmes geschehen sein musste. Da sie in Russland waren, schien ihnen eine Vergiftung wahrscheinlich. Zu ihrem Schrecken, so Pevchikh, sei Vergiftung "hier fast die Norm". Sie seien in Begleitung eines Hotelangestellten in das Zimmer gegangen und hätten gefilmt, wie sie alles mit Gummihandschuhen einsammelten, was Navalny angefasst haben konnte, obwohl der Hotelangestellte dafür die Erlaubnis der Polizei verlangt habe. Pevchikh sei gemeinsam mit Alburov mit den Gegenständen im Auto nach Novosibirsk gefahren und von dort nach Omsk geflogen. Dort habe sie später mit Navalny das Flugzeug nach Berlin bestiegen, die Gegenstände "strategisch verpackt" im Handgepäck, darunter die Wasserflaschen der Marke Swatoj Istotschnik. Eine dieser Flaschen soll später mikroskopisch kleine Spuren von Novitschok aufgewiesen habe.[25]

Mitreisende hätten angegeben, dass Nawalny seit dem Morgen nichts außer einem Tee am Flughafen zu sich genommen habe. Sein Team sei daher nach Angaben der Sprecherin der Gruppe, Kira Jarmysch,[26] am 20. August davon ausgegangen, dass dem Tee ein Gift beigemischt worden war.[19][6] Mehrere Beobachter vermuteten eine Beteiligung der russischen Regierung und erinnerten an ähnliche Fälle, wie etwa den Mord an Alexander Litwinenko.[6][27][28][29] Andere Beobachter, auch aus Kreisen westlicher Geheimdienste, erklärten, es sei noch zu früh, um Verantwortliche zu nennen, und warnten vor schnellen Schuldzuweisungen.[30]

Am 17. September machte Nawalnys Team bekannt, dass sie im Tomsker Hotel nach dem Zusammenbruch Nawalnys Flaschen und andere Gegenstände sichergestellt hatten. Das Team veröffentlichte auch Filmaufnahmen des Hotelzimmers und zwei Wasserflaschen der Marke Swatoj Istotschnik mit Kommentar auf Instagram.[31][32] Ein deutsches Labor soll die Nowitschok-Spuren an einer dieser Wasserflaschen nachgewiesen haben, andere Labore hätten dies bestätigt. Das Team schloss daraus, dass die Vergiftung schon im Hotelzimmer stattgefunden habe. Regierungssprecher Dmitri Peskow erklärte dies für unglaubwürdig, da in diesem Fall der Ausnahmezustand ausgerufen worden wäre. Das Beweismittel sei nun außerhalb des Landes, daher sei Aufklärung nicht möglich. Nach Aussage von Toxikologen könne man eine solche Flasche „nicht einfach irgendwo hinbringen“. Wladimir Tschischow stellte die Frage, wie die Flaschen durch die Flughafenkontrolle kommen konnte. Jaka Bizilj, der Nawalnys Rettungsflug nach Berlin organisiert hatte, erklärte dies damit, dass die Wasserflaschen auf Bitte von Nawalnys Stabschef im Flugzeug nach Deutschland transportiert wurden.[33][34]

Das Gift an der Flasche, so Nawalnys Team später, sei jedoch eine Sekundärspur. Die eigentliche Vergiftungsursache sei noch unbekannt.[35]

Nach einem Bericht von TASS vom 8. Oktober wurden bei der Flughafenkontrolle keine Flaschen gefunden.[36]

Im Spiegel-Interview am 30. September 2020 äußerte Nawalny, er gehe davon aus, das Gift auf einer Oberfläche berührt und über die Haut aufgenommen zu haben. „Es gibt viele Gegenstände, die man in einem Hotel berührt, bevor man es verlässt – die Dusche, die Toilette, den Kleiderständer, den Griff deiner Tasche –, irgendwas berührst du sicher.“ Die Kleidung, die hier Aufschluss geben könnte, sei bewusst beseitigt worden. Sie sei ihm bei seiner Einweisung in das Krankenhaus in Omsk abgenommen worden.[37]

Am 14. Oktober berichtete die New York Times, Nawalny habe möglicherweise zwei Mal Gift aufgenommen, durch die Wasserflasche und den Tee. Ein leitender Beamter des Geheimdienstes habe außerdem anonym mitgeteilt, das Gift sei wahrscheinlich in Pulverform in Flüssigkeit, sehr wahrscheinlich Tee, aufgelöst worden.[38]

Diagnose und Behandlung in Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Quellen eines Artikels von Anton Zverev und Gleb Stolyarov in Reuters, den Reuters nicht überprüfen konnte, teilten mit, das Rettungssanitäterteam, das Nawalny aus dem Flugzeug holte, sei vom Piloten informiert worden, ein Passagier mit wahrscheinlicher Vergiftung sei an Bord. Die Gruppe um Navalny habe der Crew mitgeteilt, es müsse sich um eine Vergiftung handeln. Auf diese Aussage hätten die Sanitäter, so die drei Zeugen von Reuters, ihre Sofortmaßnahmen gegründet. Während der ersten 12 Minuten nach der Landung hätten die Sanitäter diabetisches Koma und einen Schlaganfall ausgeschlossen, denn in ihrer Blutanalyse durch Glukometrie hätten sie einen normalen Blutzuckerwert von 3–5 mmol/Liter festgestellt. Es habe kein Problem mit dem Kohlehydratmetabolismus gegeben. Nawalny habe sich in einem Stupor befunden, er konnte nichts erklären, sein Bewusstsein sei verwirrt gewesen. Die Rettungssanitäter vermuteten eine Vergiftung, sie verabreichten aber kein Atropin, da sie keinen entsprechenden Typ der Vergiftung vermuteten.[39] Navalny äußerte am 6. Oktober, schon den Rettungsanitätern sei klar gewesen, dass es sich um eine Vergiftung handele.[40]

Dieser Darstellung wurde nach Reuters später von dem Haupttoxikologen der Klinik in Omsk, Alexander Sabaev, widersprochen. Die Rettungssanitäter hätten einen Wert von 13 mmol/Liter gemessen und Stoffwechselstörungen könnten nur durch biochemische Analyse in der Klinik diagnostiziert werden.[41]

Nach dem Bericht von Meduza wurde Nawalny in komatösem Zustand in das Krankenhaus Klinik No. 1 (Russisch: Городская клиническая больница скорой медицинской помощи №1) eingeliefert, zunächst in die toxikologische Abteilung, da eine Vergiftung vermutet wurde.[42] Der Toxikologe Sabaev ließ daher aufgrund der Berichte der Rettungssanitäters und des Navalnyteams kurz nach der Ankunft im Krankenhaus wegen der Lungenkondition eine kleine Dosis Atropin verabreichen.[43] Kurz nach Aufnahme im Krankenhaus äußerten die behandelnden Ärzte, es könne sich um eine Vergiftung mit "Antipsychiotica oder Neuroleptika" handeln.[44] Die Behandlung mit Atropin soll Nawalny das Leben gerettet haben, aber laut Der Standard auch ausschließen, dass es sich um Novitschok handelte, da es hier unwirksam sei.[45] Laut einem Artikel von Spektrum der Wissenschaft zur Vergiftung Navalnys erfordert die Behandlung einer Novitschokvergiftung hohe Dosen von Atropin kurz nach der Vergiftung und Ventilation.[46]

Laut Aussage von Iwan Schdanow, dem Leiter der Anti-Korruptionsstiftung, sei den Ärzten zudem mitgeteilt worden, dass ein gefährlicher Stoff gefunden worden sei, der nicht nur für Nawalny selbst, sondern auch für die Umgebung gefährlich sein könnte, weshalb das Tragen von Schutzanzügen angewiesen worden sei. Dieser Darstellung widersprach der stellvertretende Chefarzt Anatoli Kalinitschenko, insofern in Blut und Urin kein Nachweis von Giftspuren möglich gewesen sei.[47]

Die anfängliche Vergiftungs-Diagnose, so die behandelnden Ärzte laut Meduza, sei bis zum Ende des ersten Tages bei ihnen geblieben, bis sie von zwei Laboratorien in Moskau und Tomsk die Auskunft erhielten, es könnten keine chemischen und toxikologischen Substanzen identifiziert werden. Daher habe man sich von der Erklärung durch Vergiftung entfernt.[48]

Nach Darstellung des Guardian wurde die Diagnose nach Eintreffen der Polizei dementiert.[6] Der Chefarzt der russischen Klinik, Alexander Murachowski, diagnostizierte am 21. August offiziell eine Stoffwechselstörung aufgrund zu niedrigen Blutzuckers. An Kleidung und Finger des Patienten seien außerdem auch Spuren von "industriellen chemischen Substanzen" gefunden worden.[47][49] Nawalnys persönliche Ärztin Anastassija Wassiljewa erwiderte, ein niedriger Blutzucker und eine Stoffwechselstörung seien keine Diagnose, sondern eine Zustandsbeschreibung. Nawalnys Blutzucker sei außerdem im normalen Bereich gewesen.[49] Nach Reuters stellten die Ärzte in Omsk eine Stoffwechselstörung und einen vierfach erhöhten Blutzuckerwert fest.[50]

Die Omsker Ärzte stellten während Nawalnys Behandlung zunächst seine Stabilität und damit die Transportfähigkeit in Frage.[51] Außerdem benötige der Abschluss der Untersuchung noch zweit weitere Tage. Sie lehnten daher zunächst eine Überstellung nach Deutschland ab, stimmten ihr jedoch kurze Zeit später nach dem laut BILD erfolgten Widerspruch des deutschen Ärzteteams doch zu.[49][52][53]

Schließlich stellte die behandelnde Omsker Ärzteschaft am Freitagabend, 21. August, fest, eine Vergiftung Nawalnys sei „definitiv“ auszuschließen.[54] Dies äußerte auch der Toxikologe Sabaev, der zunächst von einer Vergiftung ausgegangen war, nach den Laborergebnissen aber seine Meinung geändert hatte.[55]

Überstellung nach Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die von Jaka Bizilj (Gründer der Nichtregierungsorganisation Cinema for Peace Foundation) organisierte Überführung in die Charité nach Deutschland wurde die FAI rent-a-jet beauftragt.[56][57] Diese Überstellung verursachte laut Navalny Kosten von 79.000 Euro. Laut einem Nawalny-Vertrauten wurde die Finanzierung von dem Milliardär und ehemaligen Oligarchen Boris Zimin finanziert, der in Großbritannien lebt.[58][59]

Das Spezialflugzeug vom Typ CL60 startete laut t-online in Nürnberg am Freitagmorgen, 21. August, um 3.13 Uhr MESZ (7.13 Uhr Omsker Zeit), zu seinem 4000-km-Flug, mit an Bord befand sich ein deutsches Ärzteteam.[60]

Der Flug nach Berlin fand auf Anordnung der russischen Behörden jedoch nicht wie geplant am selben Tag, Freitag 21. August, sondern erst am frühen Morgen des folgenden Tages, Samstag, den 22. August

Die Genehmigung zum Flug wurde am Freitag 21. August den in Omsk anwesenden deutschen Ärzten um 23 Uhr Omsker Zeit mitgeteilt. Der Abflug fand dann am Samstagmorgen um 8 Uhr Omsker Zeit statt.[61] Die Begründung für die Verzögerung war, dass nach deutschem Recht Ruhezeiten für die Piloten einzuhalten seien. Familie, Freunde und Mitstreiter Nawalnys vermuteten eine absichtliche Verzögerung, um die Ursachenforschung zu erschweren.[62][63]

Nawalny landete am Samstag um 8.46 MESZ, 12.46 Omsker Zeit in Berlin-Tegel[64] und wurde mit einem Intensivtransport des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in die Charité gebracht. Aufgrund der Möglichkeit weiterer Mordversuche wurde er dort unter Polizeischutz durch das Bundeskriminalamt gestellt.[65][66][67]

Untersuchungen und Behandlung in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blutproben und Untersuchungen Nawalnys wie auch die Auswertungen wurden von Anfang an unter Einbeziehung französischer und schwedischer Experten durchgeführt, um Kritik von russischer Seite entgegentreten zu können.[20] Am 24. August teilte die Charité mit, erste klinische Befunde wiesen auf eine Intoxikation Nawalnys durch eine Substanz hin, die die Cholinesterase hemmt und so das Nervensystem angreift. Die konkrete Substanz sei aber noch unbekannt. Die Wirkung des Giftstoffs sei „mehrfach und in unabhängigen Laboren nachgewiesen“ worden. Dementsprechend werde Nawalny mit dem Gegenmittel Atropin behandelt.[68] Russische Ärzte hatten Cholinesterasehemmer ausgeschlossen.

Wegen des Verdachts auf eine Vergiftung Nawalnys durch einen chemischen Kampfstoff erbat die Charité das Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Bundeswehr in München um Unterstützung. Der Spiegel und die Rechercheplattform Bellingcat ermittelten außerdem Anfragen an das Forschungszentrum für Bio- und Chemiewaffen in Porton Down, das an Untersuchungen nach dem Anschlag an Sergei Skripal beteiligt gewesen war. Experten der Charité erkundigten sich in Bulgarien nach dem Fall eines mit einem Organophosphat vergifteten Waffenhändlers, für den mutmaßlich der russische Militärgeheimdienst GRU verantwortlich war.[69]

Nach Darstellung vom 28. August von Bruno Kahl, dem Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND), ist das Gift noch „härter“ als bisherige Formen. „Je komplexer, neuer und seltener die chemische Zusammensetzung des Giftes“ sei, desto wahrscheinlicher sei es, „dass man nur mithilfe des russischen Staatsapparates daran gelange“, hieß es aus Kreisen der Bundesregierung. Wegen der nachweisbaren engen Überwachung durch den FSB gehen deutsche Sicherheitsbehörden davon aus, dass nur ein russischer Geheimdienst Nawalny vergiftet haben kann. Das Kalkül der Täter sei es gewesen, dass Nawalny noch an Bord des Flugzeugs sterben sollte. Nur das beherzte Eingreifen des Piloten, der spontan in Omsk notlandete, und die anschließende Behandlung Nawalnys mit einem Gegengift im dortigen Krankenhaus hätten ihm das Leben gerettet.[70]

Am 28. August gab die Charité bekannt, dass die Symptomatik der durch die Cholinesterase-Hemmung ausgelösten cholinergen Krise bei Nawalny rückläufig sei.[71]

Am 7. September 2020 wurde Nawalny aus dem künstlichen Tiefschlaf geholt.

Am 14. September teilte die Bundesregierung mit, dass Spezial-Labore in Frankreich und Schweden unabhängig voneinander die Vergiftung mit einem Kampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe bestätigt haben.[72] Nawalny selber hatte sich an diesem Tag weiter erholt und musste nicht mehr künstlich beatmet werden. Er konnte nach Auskunft der Charité bereits für einige Zeit das Bett verlassen.[73]

Am 21. September reichten Nawalny, sein Team und die 10 Mitglieder des Teams eine Klage gegen Wladimir Putin ein. Sie geben Putin persönlich die Schuld für die "absolute und demonstrative Gesetzlosigkeit" im "FBK-Fall" und erklären sich bereit, diese Position vor Gericht zu verteidigen.[74]

Am 22. September konnte Nawalny das Krankenhaus verlassen. Er selber teilte mit, dass er noch an Lähmungen der linken Hand leide und eine Reha plane. Spätfolgen der Vergiftung sind nach Angaben der Charité zwar noch nicht auszuschließen, aber eine komplette Heilung sei aufgrund des guten Verlaufes möglich.[75]

Am 28. September wurde bekannt, dass Bundeskanzlerin Merkel Nawalny vor der Entlassung im Krankenhaus besucht hatte, es handelte sich nach Angaben der Medien um einen privaten Termin.[76][77]

Mitte Oktober 2020 gab Nawalny an, die Kosten in der Charite hätten sich auf 49.900 Euro belaufen und seien von dem Londoner Milliardär Evgeny Chichvarkin, dem in den USA lebenden Privatbankier Sergej Aleksashenko, der Ende der 90er Jahre die russische Zentralbank leitete, sowie dem IT-Spezialisten Roman Ivanov (Yandex) bezahlt worden. Er selbst habe die Kosten nicht übernehmen können, da seine Privatkonten, die seiner Familie und sein Unternehmerkonto eingefroren worden seien.[78]

Ergebnisse der OPCW-Untersuchung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Regierung hatte das das Technische Sekretariat der OPCW am 4. September 2020 um technische Unterstützung gebeten. Dabei folgte man Artikel VIII 38e der Chemiewaffenkonvention.

Die von der OPCW benannten Labors kam nach ihren Untersuchungen zu dem Schluss, die Biomarker des Cholinesterasehemmers in Alexei Navalnys Blut- und Urinproben hätten dieselben strukturellen Eigenschaften wie die toxischen Chemikalien, die zu den Schedules 1.A.14 und 1.A.15 gehören, die dem Anhang der Konvention über Chemikalien in der 24. Sitzung der Konferenz 2019 beigefügt wurden. Dieser neue Cholinesterasehemmer sei als solcher im Anhang nicht aufgeführt.[79] Die öffentliche Mitteilung des Ergebnisses fand am 6. Oktober in Den Haag statt.[80]

Ein TAV-Team war schon am 5. September 2020 nach Deutschland geschickt und von den deutschen Behörden unterrichtet worden. Der Auftrag an das Team war auf die Sammlung biomedizinischer Proben beschränkt. Andere Informationen wurden nicht mitgeteilt. Am 6. September 2020 fand der Besuch bei Navalny in der Intensivstation statt. Blut- und Urinpoben wurden entnommen und zu einem OPCW-Labor gebracht. Auf Antrag der Bundesregierung wurden die Proben am 11. September 2020 an ausgewählte Labore versandt. Die Biomarker sind im nicht-öffentlichen (classified) Bericht benannt.[81]

Die Bundesregierung sah in den Ergebnissen die Bestätigung der früheren Laborergebnisse und behielt sich die Veröffentlichung weiterer Einzelheiten des Berichts vor.[82] Steffen Seibert verlautbarte, die Ergebnisse der von der OPCW beauftragten Referenzlabore stimmten mit den Ergebnissen überein, die bereits durch Speziallabore in Deutschland, Schweden und Frankreich erzielt worden seien. Die russische Agentur RIA teilte hingegen mit, es sei "keine verbotene Substanz" gefunden worden. Nach Darstellung der NZZ trifft dies nur insofern zu, als dass die neuartige Form des Nervengifts "bisher nicht bekannt und entsprechend auch noch nicht verboten war". Die OPCW leite aus ihren Ergebnissen ab, dass Russland weiterhin Nervengifte der Nowitschok-Gruppe entwickele. Dies, so die NZZ-Redaktion, wäre verboten.[83]

Die russische Regierung bat am 23. September um die Zugänglichmachung der Testergebnisse, Proben und Materialien gemäß Konvention Artikel 9, Absatz 2.[84][85][86]

Am 14. Oktober erklärte Marc-Michael Blum, bei Bioproben mit so niedriger Konzentration könne man "keinerlei Signaturen feststellen, die einen Abgleich mit einer Referenzprobe ermöglichen würde." Rückschlüsse aus der chemischen Analytik auf die Herkunft seien daher gegenwärtig unmöglich. Man solle abwarten, was die OPCW in Russland möglicherweise finde.[87]

Ereignisse nach der Entlassung Nawalnys[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. September teilte Nawalny dem Spiegel in einem Interview mit, er halte Putin für verantwortlich für den Anschlag: „Ich behaupte, dass hinter der Tat Putin steht“. Er äußerte auch die Absicht, nach Russland zurückzukehren. Nawalny war sich sicher, dass der Einsatz und die Herstellung nur vom FSB, dem SWR oder der GRU kommen könne und dass deren Leiter Alexander Bortnikow, Sergej Naryschkin und Igor Kostyukov diese Entscheidung "nicht ohne Putins Anweisung" treffen konnten.[88]

In einem Interview mit BILD am 7. Oktober 2020 forderte er dazu auf, Maßnahmen gegen Russland zu ergreifen und das Nordstream II einzustellen. Über Altkanzler Gerhard Schröder äußerte er in diesem Zusammenhang und wegen Schröders Mahnung zur Zurückhaltung bei der Verurteilung der russischen Regierung, er sei "Laufbursche Putins, der Mörder beschützt". Das sei seine persönliche Meinung als Anwalt, der Rosneft und Gazprom mehrere Jahre lang untersucht habe. "Ich habe kein Dokument, auf dem schwarz auf weiß steht: Hier, Herr Schröder, das ist ihre Aktentasche voller Geld. Aber ich habe keinen Zweifel daran, dass Schröder verdeckte Zahlungen bekommt." Gerhard Schröder leitete darauf juristische Schritte ein.[89][90]

Am 13. Oktober zog Navalny in eine Wohnung in Ibach im Kreis Waldshut.[91][92]

Politische Reaktionen nach dem Anschlag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reaktionen der deutschen Regierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Regierung ging am 24. August, an dem die Charité erste Ergebnisse veröffentlichte, „mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit“ davon aus, dass der russische Oppositionspolitiker Nawalny vergiftet worden sei, wobei Außenminister Maas zum Abwarten riet.[93] Der ehemalige Russland-Beauftragte der Bundesregierung Gernot Erler ging davon aus, dass ein Giftanschlag zumindest mit Wissen des Geheimdienstes passiert sein musste und sprach von einem „Versuch der Einschüchterung“ der Opposition.[94]

Am 2. September veröffentlichte die deutsche Bundesregierung eine Erklärung, in der es heißt, dass ein Speziallabor der Bundeswehr zweifelsfrei ein Nervengift der Nowitschok-Gruppe in den in der Charité entnommenen Proben Nawalnys nachgewiesen habe.[95] Dass „Alexej Nawalny in Russland Opfer eines Angriffs mit einem chemischen Nervenkampfstoff geworden ist“, sei „ein bestürzender Vorgang“, den die Bundesregierung „auf das Schärfste“ verurteile. Sie bestellte daraufhin den russischen Botschafter in Berlin ein und forderte von der Regierung der Russischen Föderation, sich zu den Untersuchungsergebnissen zu erklären. Die Bundesregierung kündigte zudem an, EU, NATO und den Deutschen Bundestag zu unterrichten und die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) über die Ergebnisse zu informieren.[96][97]

Die Bundesregierung kam den Rechtshilfeersuchen Russlands nach, wollte aber einen Großteil der Ermittlungsakten aber zur Beweissicherung und aus „Vertraulichkeitsgepflogenheiten“ nicht herausgeben. Das abschließende Ergebnis sei der OPCW übergeben worden, dabei aber „nicht die der Geheimhaltung unterliegende, komplette Untersuchungsakte“. Russland äußerte, Kontakt zur OPCW aufnehmen zu wollen.[98]

Strafrechtliche Schritte schloss die deutsche Regierung nach einer von ihr erbetenen Überprüfung durch Juristen zunächst aus, da der Anschlag auf russischem Boden stattgefunden habe. Außerdem gibt es innerhalb der Regierung Bedenken, dass bei einer juristischen Ermittlung die Analyse- und Nachweismethoden westlicher Labore offengelegt werden müssten und dass dies eine Weiterentwicklung der Giftstoffe erleichtern und künftig Nachweise erschweren würde. Andere Möglichkeiten der Strafverfolgung wurden in der Öffentlichkeit erörtert.[20]

Reaktionen der russischen Regierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. August reagierte der Kreml-Pressesprecher Dmitri Sergejewitsch Peskow auf den Vergiftungsvorwurf an die russischen Behörden. Er entgegnete, es stehe bisher weder fest, um welchen Cholinesterasehemmer genau es sich handle, noch ob die Intoxikation auf einen Anschlag zurückzuführen sei. Er sagte, Ärzte in Omsk hätten ähnlich wie die behandelnden deutschen Ärzte das Erscheinungsbild einer Vergiftung mit einer Substanz aus der Wirkstoffgruppe der Cholinesterase-Hemmer wahrgenommen.[99][100] Am 27. August 2020 gab die russische Polizei an, Vorermittlungen eingeleitet und mögliche Beweismittel sichergestellt zu haben.[101] Die russische Generalstaatsanwaltschaft lehnte die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens weiter ab[102] und richtete ein erstes Rechtshilfeersuchen zur Übermittlung von Analysen und vorläufigen Diagnosen an die deutsche Bundesregierung.[30]

Die Reaktion der russischen Regierung darauf Anfang September war laut Regierungssprecher, dass sie zur „vollständigen Kooperation“ bereit sei, das russische Außenministerium erklärte, dass es für eine Vergiftung Nawalnys bislang keine Beweise gebe, diese Aussagen bewertete der SPIEGEL als widersprüchlich.[103]

Am 6. September, dem Tag der Sondersitzung der NATO, bestätigte die Staatsanwaltschaft Berlin den Eingang eines von der russischen Generalstaatsanwaltschaft ausgehenden Rechtshilfeersuchens. Die russische Polizei des Föderationskreises Sibirien hatte eigenen Angaben zufolge Vorermittlungen eingeleitet. Kremlsprecher Dmitri Peskow teilte mit: "Sollten sich die Informationen über giftige Substanzen in den Proben des Patienten bestätigen, dann besteht natürlich kein Zweifel daran, dass die Ermittlungen beginnen". In diesem Fall zähle man auf den Dialog mit den deutschen Kollegen.[104]

Am 8. September bestellte das russische Außenministerium den deutschen Botschafter in Moskau, Géza Andreas von Geyr, für den 9. September zum Gespräch ein, da es, wie die Sprecherin Maria Sacharowa mitteilte, „an der Zeit (sei), die Karten offen zu legen, weil es für alle klar ist: Berlin blufft, um einem schmutzigen politischen Getue dienlich zu sein.“[105] Die deutsche Regierung hatte Moskau vorerst nicht die genauen Befunde des Bundeswehr-Speziallabors zur Verfügung gestellt. Sie erklärte, das weitere Vorgehen und weitere Fragen über die OPCW klären zu wollen. Dem deutschen Botschafter in Moskau wurde mitgeteilt, man werfe der Bundesregierung im Fall Nawalny „unkonstruktives Verhalten“ vor. Der Spiegel berichtete, das russische Außenministerium habe am 9. September mitgeteilt, von Geyr sei bei einem Treffen in Moskau davor gewarnt worden, die Verweigerung von Informationen durch die Bundesregierung im Fall Alexei Nawalny werde als „feindliche Provokation“ betrachtet, die Folgen haben werde.[106]

Am 22. September warf Dmitri Peskow den Mitarbeitern Nawalnys vor, viele Beweise beiseitegeschafft zu haben, was die Überprüfungen erschwere.[107]

Nach Mitteilung von Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch auf Twitter vom 23. September wurden Nawalnys Konten in Russland eingefroren und seine Wohnung im Moskauer Stadtteil Maryino beschlagnahmt. Die richterliche Anordnung sei schon am 27. August ergangen.[108]

Am 26. September warf die russische Regierung Deutschland vor, die Aufklärung zu behindern, es verstoße gegen das Europäische Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen von 1959. Auch die Rolle des technischen Sekretariats der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) wurde in Frage gestellt.[109]

Am 1. Oktober äußerte Dmitri Peskow den Vorwurf, Alexej Nawalny sei vom CIA gesteuert. Wolodin unterstellte eine Inszenierung westlicher Geheimdienste. Man habe im Zusammenhang mit den Protesten in Belarus "Druck auf Russland" ausüben wollen.[110]

Am 8. Oktober kritisierte Sergej Netschajew, das Auswärtige Amt sei voreingenommen und habe eine "undurchsichtige Agenda". Die medizinischen Proben Nawalnys wiesen keine Spuren einer Vergiftung auf, die Vergiftung könne nicht auf russischem Boden stattgefunden haben.[111][112]

Auf die Sanktionen der EU reagierte die russische Regierung mit der Ankündigung "spiegelgleicher" Gegensanktionen und der möglichen Aussetzung des weiteren Dialogs.[113]

Reaktionen der NATO[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. September forderte die NATO die russische Regierung nach einer Sondersitzung auf, internationalen Ermittlungen zu dem Giftanschlag zuzustimmen und ihr Programm zum Nervengift Nowitschok gegenüber der OVCW offenzulegen. Die Vergiftung wurde als schwerer Völkerrechtsbruch bewertet.[114][115][104]

Reaktionen (einschließlich Sanktionen) der EU[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

125 Abgeordnete des Parlamentes der Europäischen Union forderten eine internationale Untersuchung unter Beteiligung der Vereinten Nationen und des Europarats. Sie äußerten Skepsis gegenüber der Fähigkeit und dem Willen russischer Behörden, den Fall aufzuklären." Es wurde vorgeschlagen, eine Untersuchung durch UN und Europarat durchzuführen. Denkbar sei auch die Beteiligung der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW). Initiator des Schreibens war der Grünen-Abgeordnete Sergey Lagodinsky.

Am 24. September drohte die EU offen mit Sanktionen. Ratspräsident Charles Michel forderte eine Debatte über Konsequenzen.[104]

Am 7. Oktober veröffentlichten die Außenminister Deutschlands und Frankreichs, Heiko Maas und Jean-Yves Le Drian, eine gemeinsame Erklärung, in der sie Sanktionen forderten: Russland habe keine glaubwürdige Erklärung zum Fall abgegeben. Dafür gebe es keine andere plausible Erklärung zur Vergiftung von Herrn Nawalny als eine russische Verantwortung und Beteiligung.[116]

Am 12. Oktober 2020 einigten sich die Außenminister der EU-Staaten darauf, Sanktionen vorzubereiten. Der deutsch-französische Vorschlag, Sanktionslisten zu erstellen,[117] sei auf breite Zustimmung gestoßen. Das zuständige Gremium soll Einzelpersonen sanktionieren, "die aufgrund ihrer offiziellen Funktion als verantwortlich für dieses Verbrechen und den Bruch internationaler Rechtsnormen gelten, sowie auf eine Einrichtung, die in das Nowitschok-Programm eingebunden ist".[118][119] Als treibende Kraft hinter den Sanktionen gelten laut

Die EU-Sanktionen wurden am 15. Oktober verkündet.[120] Mit Einreiseverboten und Kontensperrungen wurden belegt: Alexander Bortnikow, Sibirienbeauftragter Sergej Menjajlo, Sergej Kirijenko, Mitarbeiter des Innenpolitikers Andrej Jarin, die Vizeverteidigungsminister Pawel Popow und Alexej Kriworutschko sowie der Putin nahestehende Oligarch Jewgenij Prigoschin.[121] Außerdem wurde das staatliche russische Forschungsinstitut für organische Chemie und Technologie sanktioniert.

Die Sanktionen gegen das Forschungsinstitut wurden damit begründet, dass der Einsatz eines toxischen Nervenkampfstoffs der Nowitschok-Gruppe nur möglich sei, "wenn das Institut seiner Verantwortung, Bestände an chemischen Waffen zu vernichten, nicht nachgekommen ist."[122][123]

Reaktionen der USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgeordnete forderten den Präsidenten auf, die Vergiftung eigenständig untersuchen zu lassen. Der Ausschuss für Außenpolitik berief sich auf rechtlich mögliche Sanktionen für den Einsatz chemischer oder biologischer Waffen, ähnlich denen 2018 im Zusammenhang mit der Skripalaffäre. Der Brief an den Präsidenten Donald Trump wurde von Vertretern beider Parteien unterschrieben. US-Präsident Donald Trump hatte geäußert, es lägen noch keine Beweise vor. Er wäre jedoch "sehr wütend", wenn die Mitwirkung der Regierung erwiesen würde, wobei er seiner frühere Forderung nach einem Baustopp von Nord Stream 2 bekräftigte.[124]

Reaktionen deutscher Parteien und Politiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Partei Die Linke warnte vor Vorverurteilungen und erklärte die Verdächtigung der russischen Regierung für unplausibel. Gregor Gysi vermute die Drahtzieher des Anschlags eher im Lager der Nordstream 2-Gegner. Es könne ja auch ein einzelner Mann vom Geheimdienst sein, der „durchgedreht ist“, ein Gegner der Erdgasleitung oder ein „beauftragter Gegner, der wusste: Wenn man einen solchen Mord inszeniert, der dann der Regierung in die Schuhe geschoben wird, führt das zur Verschlechterung der Beziehungen“.[125] Amira Mohamed Ali forderte die Aufklärung des Verbrechens, lehnte aber ein ende von Norstream 2 ab. Sie kritisierte die Doppelstandards der USA, die selbst Öl aus Russland einführen aber ihr "dreackiges Frackinggas" an Europa verkaufen und es durch Sanktionen zum Abbruch des Pipelineprojekts zwingen wolle. „Es geht nicht um Menschenrechte, es geht um Wirtschaftsinteressen.“[126]

Zu innerparteilichen Konflikten führte nach Darstellung des Tagesspiegel im September eine Äußerung von Dietmar Bartsch vom 3. September 2020, die selten harte Reaktion der Bundesregierung sei angemessen. Klaus Ernst dagegen stellte die Frage nach dem cui bono des Anschlags, was von Matthias Höhn zurückgewiesen wurde. Auch Andrej Hunko und Jan van Aken gelten dem Tagesspiegel zufolge als kremlfreundlich. Der Tagesspiegel sah Parallelen zur Reaktion der Partei auf den Fall Skripal, wo die Fraktion unter Federführung Sevim Dagedelens in einer kleinen Anfrage angeblich den Fragenkatalog der russischen Regierung übernommen habe.[127]

AfD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnliche Auffassungen wie DIE LINKE vertraten AfD-Politiker wie Gunnar Lindemann.[128] In der Aktuellen Stunde am 11. September sprach Tino Chrupalla von Verdächtigungen ohne schlüssige Beweise. Es gehe vor allem darum, Deutschland zum Import teuren und hochgiftig gewonnenen US-Frackinggases zu bewegen.[128]

CDU/CSU[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die CDU/CSU-Fraktion zeigte sich fassungslos und entsetzt über den Anschlag. Fraktionschef Ralph Brinkhaus sah die Notwendigkeit, die Europäische Union einzubeziehen. Die Konsequenzen würden von den Erklärungen abhängen, die man im Laufe der nächsten Zeit aus Moskau bekomme. Unionsfraktionsvize Johann David Wadephul stellte in Frage, dass Russland ein vertrauenswürdiger internationaler Partner sein könne, da es "unsere werte- und regelbasierte Ordnung" bedrohe.[129]

Bündnis 90/DIE GRÜNEN[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Partei Bündnis 90/DIE GRÜNEN offenbart der Mordversuch an Nawalny erneut den "mafiösen Charakter" des Kreml. Katrin Göring-Eckardt und Manuel Sarrazin, Sprecher für Osteuropapolitik erklärten in einer Pressemitteilung vom 2. September, seit Jahren sei der politische Mord ein Mittel zum Machterhalt des Systems von Wladimir Putin. Die Bundesregierung müsse ihre Politik gegenüber dem Kreml überdenken. Im Zeitpunkt des Attentats sahen die Vertreter der Grünen einen Zusammenhang mit der "Kraft der Proteste in Belarus". Es scheine, man habe auch das Sprachrohr der russischen Opposition kaltstellen wollen.[130] Katrin Göring-Eckhart forderte Konsequenzen, beispielsweise ein Ende von Nord Stream 2.[131]

Der außenpolitische Sprecher der Grünen Jürgen Trittin sprach von einer "perversen Revitalisierung sowjetischer Herrschaftsmethoden". Für ihn war die Verantwortung der russischen Regierung und des russischen Präsidenten Wladimir Putin offenkundig. Das Gaspipeline-Projekt müsse eingestellt werden, zumal es überflüssig sei und der europäischen Klimapolitik widerspreche.[132]

SPD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans warnte vor einem "Wettbewerb der Sanktions-Ideen" gegen Moskau, "die nur der eigenen Profilierung dienten". Den Anschlag nannte er "empörend": "Das war ein kaltblütiger Mordversuch an einem unbequemen Geist." Borjahns sah es im Interesse der russischen Regierung selbst "schnell und vorbehaltlos" aufzuklären.[133]

FDP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die FDP forderte als Konsequenz des Anschlags ein Sanktionsgesetz zur Ahndung von Menschenrechtsverletzungen. Die Bundesregierung solle personenbezogene Sanktionen gegen Einzelpersonen hinsichtlich Vermögen und Einreise ermöglichen. Diese sollten auch in Fällen wie der Ermordung Jamal Kashoggis und der Internierung der Uiguren angewendet werden. Als vergleichbare Regelung wird auf die „Magnitski-Gesetze“ verwiesen.[134]

Verschwörungsmythen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von russischer Seite wurde die Beteiligung der CIA und eine Vergiftung durch Maria Pevchikh dargestellt. Ihr Vater, mit dem sie nach eigener Aussage seit 15 Jahren nach der Scheidung ihrer Eltern keinen Kontakt habe, habe eine spezielle Injektionsnadel entwickelt, mit der man Substanzen in den Körper einführen könne, ohne dass sie in den Blutkreislauf gelangen. Pevchikh wird eine Nähe zu Britischen Behörden unterstellt. Sie soll aber lediglich vor 10 Jahren Praktikantin eines Politikers gewesen sein.[135]

Am 14. September soll Präsident Putin Frankreichs Präsident Emmanuel Macron telefonisch die Vermutung mitgeteilt haben, Nawalny hätte sich das Nervengift möglicherweise selbst zugeführt.[136]

Teilweise wird der Charité unterstellt, Ergebnisse zu verfälschen. Auch "Gegner der Erdgasleitung" Nord Stream 2 wurden für mögliche Auftraggeber gehalten.[137]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kremlkritiker Nawalny steht unter Schutz des BKA. In: Zeit Online. 23. August 2020, abgerufen am 25. August 2020.
  2. DER SPIEGEL: Alexej Nawalny: Kreml-nahe Zeitung veröffentlicht Nawalnys Überwachungsprotokoll - DER SPIEGEL - Politik. Abgerufen am 16. Oktober 2020.
  3. a b Отслежен весь маршрут Навального перед отравлением: он купался. Abgerufen am 16. Oktober 2020 (russisch).
  4. Western spies privately blame Russia's FSB for Alexei Navalny poisoning. 16. Oktober 2020, abgerufen am 18. Oktober 2020 (englisch).
  5. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:L:2020:341:FULL&from=DE
  6. a b c d e Luke Harding, Andrew Roth: A cup of tea, then screams of agony: how Alexei Navalny was left fighting for his life. In: The Guardian. 21. August 2020 (englisch, online bereits am 20. August 2020 erschienen [abgerufen am 26. September 2020]).
  7. Channel 4 News (7pm). In: Channel 4 News, 20. August 2020. 
  8. ХАБАРОВСК. Секретные терема того, кто посадил Фургала auf YouTube, abgerufen am 25. August 2020 (Алексей Навальный)
  9. Navalny Sues Police, Loses Vision in One Eye, and Launches New Manhunt. The Moscow Times. 2. Mai 2017. Abgerufen am 4. Mai 2017.
  10. Alexei Navalny, Putin foe, claims vision loss after chemical attack; blames Kremlin. 2. Mai 2017. Abgerufen am 4. Mai 2017.
  11. Shaun Walker: Alexei Navalny discharged from hospital against wishes of doctor. In: The Guardian. 29. Juli 2019, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 27. September 2020]).
  12. Fred Pleitgen, Mary Ilyushina, Nathan Hodge and Sebastian Shukla CNN: Kremlin critic Alexei Navalny is hospitalized after being detained. Abgerufen am 27. September 2020.
  13. Pavel Lokshin: Alexej Nawalny: Zum Schweigen gebracht. In: Die Welt. 23. August 2020 (welt.de [abgerufen am 18. September 2020]).
  14. Alexei Navalny: How his team found Novichok bottle evidence in Tomsk. In: BBC News. 23. September 2020 (bbc.com [abgerufen am 27. September 2020]).
  15. Channel 4 News (7pm). In: Channel 4 News, 20. August 2020. 
  16. Кто и как спасал Навального в первые два часа. Хроника. In: BBC News Русская служба. (bbc.com [abgerufen am 13. Oktober 2020]).
  17. Кто и как спасал Навального в первые два часа. Хроника. In: BBC News Русская служба. (bbc.com [abgerufen am 13. Oktober 2020]).
  18. "Обернулся и увидел, что Алексей лежит". Рассказ летевшего с Навальным пассажира. In: BBC News Русская служба. (bbc.com [abgerufen am 13. Oktober 2020]).
  19. a b c Alexei Navalny: ‘Poisoned’ Russian opposition leader in a coma. In: BBC News. 20. August 2020, abgerufen am 21. August 2020.
  20. a b c Georg Mascolo, Ronen Steinke: Warum es in Deutschland vorerst keine strafrechtlichen Schritte gibt. 21. September 2020, abgerufen am 21. September 2020.
  21. Luke Harding, Andrew Roth: A cup of tea, then screams of agony: how Alexei Navalny was left fighting for his life. In: The Guardian. 20. August 2020, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 27. September 2020]).
  22. Nawalny darf nach Deutschland ausgeflogen werden - derStandard.at. Abgerufen am 20. Oktober 2020 (österreichisches Deutsch).
  23. Erstes Interview: Nawalny erklärt, wer ihn wohl vergiftet hat - schlimme Vermutung. 2. Oktober 2020, abgerufen am 13. Oktober 2020.
  24. a b Inside Room 239: How Alexei Navalny’s aides got crucial poisoning evidence out of Russia. The Washington Post, 3. Oktober 2020, abgerufen am 18. Oktober 2020 (englisch).
  25. Alexei Navalny: How his team found Novichok bottle evidence in Tomsk. In: BBC News. 23. September 2020 (bbc.com [abgerufen am 27. September 2020]).
  26. Мы предполагаем, что Алексея отравили чем-то, подмешанным в чай. Это было единственное, что он пил с утра. Врачи говорят, что токсин быстрее всосался через горячую жидкость. Сейчас Алексей без сознания, auf twitter.com
  27. Luke Harding: Alexei Navalny and the long history of poisoned Kremlin critics. In: The Guardian. 20. August 2020, abgerufen am 24. August 2020 (englisch).
  28. Röttgen: Vergiftung Nawalnys „kein Zufall“. In: ZDF heute. 24. August 2020, abgerufen am 24. August 2020.
  29. FDP-Politiker: „Fall Nawalny trägt Handschrift des russischen Regimes“. In: n-tv.de. 23. August 2020, abgerufen am 24. August 2020.
  30. a b Dirk Banse, Alexej Hock: Fall Nawalny beschäftigt jetzt deutsche Justiz. In: Welt am Sonntag. Nr. 35/2020, 30. August 2020 (welt.de [abgerufen am 31. August 2020]).
  31. Nawalny-Vergiftung: Nach Video mit brisantem Inhalt schießt der Kreml zurück: „Vielleicht gibt es Leute die nicht wollen...“ 18. September 2020, abgerufen am 18. September 2020.
  32. instagram.com/p/CFOnffrHZ0d/?utm_source=ig_embed
  33. Kreml zweifelt an neuen Beweisen. In: tagesschau.de. 18. September 2020, abgerufen am 18. September 2020.
  34. Russische Regierung zweifelt an neuen Beweisen im Fall Nawalny. In: Zeit Online. 18. September 2020, abgerufen am 22. September 2020.
  35. Giftspuren an einer Wasserflasche. In: tagesschau.de. 17. September 2020, abgerufen am 18. September 2020.
  36. Aides who accompanied Navalny in Tomsk have many questions to answer — investigation. Abgerufen am 18. Oktober 2020.
  37. Erstes Interview: Nawalny erklärt, wer ihn wohl vergiftet hat - schlimme Vermutung. 2. Oktober 2020, abgerufen am 10. Oktober 2020.
  38. Michael Schwirtz, Katrin Bennhold: E.U. Preparing Sanctions on Putin Allies Over Navalny’s Poisoning. In: The New York Times. 14. Oktober 2020, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 18. Oktober 2020]).
  39. Anton Zverev, Gleb Stolyarov: Exclusive: Russian paramedics' accounts challenge Moscow's explanation for Navalny's coma - sources. In: Reuters. 14. September 2020 (reuters.com [abgerufen am 16. Oktober 2020]).
  40. Giftanschlag : Genesung von Alexej Nawalny macht Fortschritte, ZEIT ONLINE, 6. Oktober 2020, 12:54 Uhr, abgerufen am 13. Oktober 2020
  41. Anton Zverev, Gleb Stolyarov: Exclusive: Russian paramedics' accounts challenge Moscow's explanation for Navalny's coma – sources. In: Reuters. 14. September 2020 (reuters.com [abgerufen am 14. September 2020]).
  42. https://meduza.io/feature/2020/08/24/v-kakom-sostoyanii-navalnyy-postupil-v-bolnitsu-kak-emu-stavili-diagnoz-pochemu-ne-razreshali-evakuatsiyu
  43. Anton Zverev, Gleb Stolyarov: Exclusive: Russian paramedics' accounts challenge Moscow's explanation for Navalny's coma - sources. In: Reuters. 14. September 2020 (reuters.com [abgerufen am 16. Oktober 2020]).
  44. Alexei Navalny: German group sends plane for Putin critic fighting for life after suspected poisoning. In: Sky News. 21. August 2020, abgerufen am 21. August 2020 (englisch).
  45. In der Causa rund um Alexej Nawalny ist vieles ungeklärt - derStandard.at. Abgerufen am 16. Oktober 2020 (österreichisches Deutsch).
  46. Attentat auf Alexey Nawalny: Fünf Antworten zu Nowitschok-Kampfstoffen. Abgerufen am 16. Oktober 2020.
  47. a b Erstmals seit Erkrankung: Deutsche Ärzte dürfen zu Nawalny. In: t-online.de. 21. August 2020, abgerufen am 21. August 2020.
  48. https://meduza.io/feature/2020/08/24/v-kakom-sostoyanii-navalnyy-postupil-v-bolnitsu-kak-emu-stavili-diagnoz-pochemu-ne-razreshali-evakuatsiyu
  49. a b c Nawalny: Ärzte sprechen jetzt von Stoffwechselstörung. In: tagesschau.de. 21. August 2020, abgerufen am 21. August 2020.
  50. Anton Zverev, Gleb Stolyarov: Exclusive: Russian paramedics' accounts challenge Moscow's explanation for Navalny's coma - sources. In: Reuters. 14. September 2020 (reuters.com [abgerufen am 16. Oktober 2020]).
  51. Christina Hebel: Verdächtiges Taktieren in Omsk. In: Der Spiegel. 22. August 2020, abgerufen am 22. August 2020.
  52. Nawalny darf nach Deutschland ausgeflogen werden. In: Der Spiegel. 21. August 2020, abgerufen am 21. August 2020.
  53. Kremlkritiker Alexej Nawalny in Berliner Charité angekommen. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
  54. Christina Hebel: Verdächtiges Taktieren in Omsk. In: Der Spiegel. 22. August 2020, abgerufen am 22. August 2020.
  55. Anton Zverev, Gleb Stolyarov: Exclusive: Russian paramedics' accounts challenge Moscow's explanation for Navalny's coma - sources. In: Reuters. 14. September 2020 (reuters.com [abgerufen am 16. Oktober 2020]).
  56. Christina Hebel, Marcel Rosenbach: Der russische Patient. In: Der Spiegel. 22. August 2020, abgerufen am 22. August 2020.
  57. Nawalny soll vor möglicher Vergiftung beobachtet worden sein. In: Süddeutsche Zeitung. 23. August 2020, abgerufen am 25. August 2020.
  58. DER SPIEGEL: Nawalny legt Kosten seiner Behandlung in Deutschland offen - DER SPIEGEL - Politik. Abgerufen am 14. Oktober 2020.
  59. Florian Rötzer: Nawalny unter hohem Polizeischutz in Luxusresidenz im Schwarzwald. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
  60. Deutsche Ärzte dürfen zu erkranktem Nawalny. Abgerufen am 16. Oktober 2020.
  61. Florian Rötzer: Informationskrieg über mutmaßliche Nawalny-Vergiftung. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
  62. Abflug von Nawalny nach Deutschland verzögert sich. In: Der Spiegel. 21. August 2020, abgerufen am 22. August 2020.
  63. Nawalny auf dem Weg nach Deutschland. In: Der Spiegel. 22. August 2020, abgerufen am 22. August 2020.
  64. Kremlkritiker Alexej Nawalny in Berliner Charité angekommen. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
  65. Kreml-Kritiker Nawalny in Deutschland eingetroffen. In: tagesschau.de. 22. August 2020, abgerufen am 24. August 2020.
  66. Polizeischutz für Nawalny – Signal an Moskau. In: ZDF heute. 23. August 2020, abgerufen am 24. August 2020.
  67. Mathias Brüggmann: Kremlkritiker Alexej Nawalny wird in der Charité offenbar schwer bewacht. In: Handelsblatt. 23. August 2020, abgerufen am 24. August 2020.
  68. Statement der Charité: Klinische Befunde weisen auf Vergiftung von Alexei Nawalny hin. Pressemitteilung. Charité – Universitätsmedizin Berlin, 24. August 2020, abgerufen am 24. August 2020.
  69. Verdacht auf chemischen Kampfstoff – Charité schaltet Bundeswehr ein. In: Die Welt. 28. August 2020, abgerufen am 29. August 2020.
  70. Matthias Gebauer: Nawalny sollte im Flugzeug sterben. In: Der Spiegel. 11. September 2020, abgerufen am 24. September 2020.
  71. Drittes Statement der Charité: Gesundheitszustand von Alexei Nawalny stabil. Pressemitteilung. Charité – Universitätsmedizin Berlin, 28. August 2020, abgerufen am 29. August 2020.
  72. Charité: Nawalnys Zustand verbessert. In: Süddeutsche Zeitung. 14. September 2020, abgerufen am 23. September 2020.
  73. Nawalny auf dem Weg der Besserung – Ausland – Badische Zeitung. In: Badische Zeitung. Abgerufen am 14. September 2020.
  74. ФБК подает в суд на Путина. Abgerufen am 13. Oktober 2020 (russisch).
  75. Alexej Nawalny aus Krankenhaus entlassen. In: Zeit Online. 23. September 2020, abgerufen am 23. September 2020.
  76. Stabschef bestätigt: Merkel besuchte Nawalnyj im Krankenhaus. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 14. Oktober 2020]).
  77. Nawalny über Besuch im Krankenhaus: „Ich bin Kanzlerin Merkel sehr dankbar“. Der Spiegel, 28. September 2020, abgerufen am 18. Oktober 2020.
  78. DER SPIEGEL: Nawalny legt Kosten seiner Behandlung in Deutschland offen - DER SPIEGEL - Politik. Abgerufen am 14. Oktober 2020.
  79. OPCW Issues Report on Technical Assistance Requested by Germany. Abgerufen am 11. Oktober 2020 (englisch).
  80. https://www.nzz.ch/international/kreml-kritiker-nawalny-vergiftet-die-wichtigsten-antworten-ld.1573114
  81. NOTE BY THE TECHNICAL SECRETARIAT - SUMMARY OF THE REPORT ON ACTIVITIES CARRIED OUT IN SUPPORT OF A REQUEST FOR TECHNICAL ASSISTANCE BY GERMANY (TECHNICAL ASSISTANCE VISIT –TAV/01/20), auf opcw.org
  82. Bundesregierung. Abgerufen am 11. Oktober 2020.
  83. https://www.nzz.ch/international/kreml-kritiker-nawalny-vergiftet-die-wichtigsten-antworten-ld.1573114
  84. Stellungnahme der Pressesprecherin des russischen Außenministeriums Maria Zacharowa zur Situation mit Alexey Nawalny. In: Botschaft der Russischen Föderation. 2. Oktober 2020, abgerufen am 11. Oktober 2020 (deutsch).
  85. Пресс-релиз Постоянного представительства Российской Федерации - Новости Посольства России в Нидерландах - Посольство Российской Федерации в Нидерландах. Abgerufen am 11. Oktober 2020 (ru-RU, Unbeschadet des Rechts jedes Vertragsstaats, um eine Verdachtsinspektion zu ersuchen, sollen sich die Vertragsstaaten soweit möglich zunächst bemühen, durch Austausch von Informationen und durch Konsultationen untereinander jede Angelegenheit zu klären und zu bereinigen, die Zweifel über die Einhaltung dieses Übereinkommens hervorrufen kann oder wegen einer damit zusammenhängenden Angelegenheit, welche als zweifelhaft betrachtet werden kann, zu Bedenken Anlaß gibt. Ein Vertragsstaat, der von einem anderen Vertragsstaat um Klarstellung einer Angelegenheit ersucht wird, welche nach Auffassung des ersuchenden Vertragsstaats zu Zweifeln oder Bedenken Anlaß gibt, übermittelt dem ersuchenden Vertragsstaat so bald wie möglich, spätestens jedoch zehn Tage nach Eingang des Ersuchens, ausreichende Informationen zur Beantwortung der entstandenen Zweifel oder Bedenken sowie eine Erklärung darüber, wie die übermittelten Informationen die Angelegenheit bereinigen. Das Übereinkommen läßt das Recht von zwei oder mehr Vertragsstaaten unberührt, im gegenseitigen Einvernehmen Inspektionen oder andere Verfahren untereinander zu vereinbaren, um eine Angelegenheit zu klären und zu bereinigen, die Zweifel über die Einhaltung des Übereinkommens hervorrufen kann oder wegen einer damit zusammenhängenden Angelegenheit, welche als zweifelhaft betrachtet werden kann, zu Bedenken Anlaß gibt. Solche Vereinbarungen lassen die Rechte und Pflichten eines Vertragsstaats aus anderen Bestimmungen des Übereinkommens unberührt.).
  86. Übereinkommen über das Verbot der Entwicklung, Herstellung,Lagerung und des Einsatzes chemischer Waffen und über die Vernichtung solcher Waffen, auf auswaertiges-amt.de
  87. Deutsche Welle (www.dw.com): Nawalny-Bericht: "Geheim, aber zweifelsfrei" | DW | 14.10.2020. Abgerufen am 15. Oktober 2020 (deutsch).
  88. Christian Esch, Benjamin Bidder, DER SPIEGEL: Alexej Nawalny spricht exklusiv im SPIEGEL: "Ich behaupte, dass hinter der Tat Putin steht" - DER SPIEGEL - Politik. Abgerufen am 10. Oktober 2020.
  89. Nach Vergiftung: Nawalny fordert Kreml-Sanktionen. In: Die Tageszeitung: taz. 7. Oktober 2020, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 10. Oktober 2020]).
  90. Wie Gerhard Schröder jetzt gegen die Bild-Zeitung vorgeht - und was Axel Springer dazu sagt. Abgerufen am 10. Oktober 2020 (deutsch).
  91. https://www.nzz.ch/international/kreml-kritiker-nawalny-vergiftet-die-wichtigsten-antworten-ld.1573114
  92. https://www.tagblatt.ch/schweiz/russland-staatsfeind-nummer-1-haelt-sich-nahe-der-schweizer-grenze-auf-nawalny-im-suedschwarzwald-gesichtet-ld.1267413
  93. Bundesregierung: Nawalny „wahrscheinlich vergiftet“. In: tagesschau.de. Abgerufen am 8. September 2020.
  94. tagesthemen 24.08.2020 22:15. In: tagesschau.de. Abgerufen am 24. August 2020.
  95. Bundeswehr-Labor zu Nawalny: Es war Nowitschok. In: Berliner Zeitung. 2. September 2020, abgerufen am 3. September 2020.
  96. Erklärung der Bundesregierung im Fall Nawalny. Pressemitteilung. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 2. September 2020, abgerufen am 2. September 2020.
  97. Nawalny laut Bundesregierung mit Nervenkampfstoff vergiftet. In: Der Spiegel. 2. September 2020, abgerufen am 2. September 2020.
  98. Deutschland will Akten geheim halten. In: tagesschau.de. 14. September 2020, abgerufen am 24. September 2020.
  99. Кремль ответил на обвинения в адрес властей России из-за Навального. Abgerufen am 25. August 2020.
  100. Kremlin defies calls to probe Navalny illness, says poisoning not certain, auf swissinfo.ch
  101. Russische Polizei leitet “Vorermittlungen” zum Fall Nawalny ein. In: Der Spiegel. 27. August 2020, abgerufen am 27. August 2020.
  102. Russische Generalstaatsanwaltschaft sieht keinen Grund für Strafverfahren im Fall Nawalny. In: Der Spiegel. 27. August 2020, abgerufen am 29. August 2020.
  103. Kreml zur „vollen Kooperation“ bereit. In: Der Spiegel. 2. September 2020, abgerufen am 2. September 2020.
  104. a b c tagesschau.de: Fall Nawalny: NATO fordert unabhängige Untersuchung. Abgerufen am 27. September 2020.
  105. Russland bestellt deutschen Botschafter wegen Nawalny ein. In: tagesschau.de. Abgerufen am 8. September 2020.
  106. Moskau warnt deutschen Botschafter vor „Provokation“. In: Der Spiegel. 9. September 2020, abgerufen am 9. September 2020.
  107. Kreml wirft Nawalny-Mitarbeitern Beseitigung von Beweisen vor, ZEIT ONLINE, 22. September 2020, 18:21 Uhr, abgerufen am 13. Oktober 2020
  108. Behörden beschlagnahmen Konten und Wohnung von Alexej Nawalny. In: Zeit Online. 24. September 2020, abgerufen am 25. September 2020.
  109. Vergiftung von Alexej Nawalny: Russland wirft Deutschland Behinderung im Fall Nawalny vor Russland beschuldigt die Bundesregierung, sich an einer "politischen Intrige" zu beteiligen. Anstatt mit aufzuklären, schüre sie "antirussische Hysterie". 26. September 2020, 1:12 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, sk, akm
  110. Russland wirft Alexej Nawalny Zusammenarbeit mit CIA vor Nawalny hat Russlands Präsidenten vorgeworfen, den Giftanschlag auf ihn befohlen zu haben. Russische Spitzenpolitiker reagieren mit drastischen Anschuldigungen. 1. Oktober 2020, 16:25 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, Reuters, AFP, dpa, ale
  111. Fall Alexej Nawalny: Russlands Botschafter kritisiert Rhetorik deutscher Politiker; Sergej Netschajew hat dem Auswärtigen Amt vorgeworfen, im Fall der Vergiftung von Alexej Nawalny voreingenommen zu sein. Die Angelegenheit werde "enorm politisiert". 8. Oktober 2020, 7:34 Uhr, Quelle: ZEIT ONLINE, msk; abgerufen am 13. Oktober 2020
  112. There were no toxic substances in Navalny’s body when he was in Russia — intel chief. Abgerufen am 15. Oktober 2020.
  113. Christina Hebel, DER SPIEGEL: Diese Putin-Vertrauten trifft es - DER SPIEGEL - Politik. Abgerufen am 16. Oktober 2020.
  114. Alexej Nawalny: Nato beruft Sondersitzung zum Fall Nawalny ein. In: Die Zeit. 3. September 2020, abgerufen am 27. September 2020.
  115. Fall Nawalny: NATO fordert unabhängige Untersuchung. In: tagesschau.de. Abgerufen am 6. September 2020.
  116. Ministère de l'Europe et des Affaires étrangères: Communiqué conjoint des ministres des Affaires étrangères de la France et de l'Allemagne – Alexeï Navalny (07.10.20). Abgerufen am 16. Oktober 2020 (französisch, "Aucune explication crédible n’a pour le moment été apportée par la Russie. Nous considérons dans ce contexte qu’il n’existe pas d’autre explication plausible à l’empoisonnement de M. Navalny qu’une responsabilité et une implication russes.").
  117. Deutsche Welle (www.dw.com): Berlin und Paris für Sanktionen gegen Russland | DW | 07.10.2020. Abgerufen am 13. Oktober 2020 (deutsch).
  118. tagesschau.de: Fall Nawalny: EU bringt Russland-Sanktionen auf den Weg. Abgerufen am 13. Oktober 2020.
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  121. Christina Hebel, DER SPIEGEL: Diese Putin-Vertrauten trifft es - DER SPIEGEL - Politik. Abgerufen am 15. Oktober 2020.
  122. Vergiftungsfall Nawalny: EU einigt sich auf Ziele der Russland-Sanktionen, Nawalny soll sich im Südschwarzwald aufhalten. Abgerufen am 16. Oktober 2020.
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  136. Was dem Kreml-Kritiker Nawalny das Leben rettete - derStandard.de. Abgerufen am 16. Oktober 2020 (österreichisches Deutsch).
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