Gigi (1958)

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Filmdaten
Deutscher Titel Gigi
Originaltitel Gigi
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1958
Länge 119 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Vincente Minnelli
Drehbuch Alan Jay Lerner
nach dem Roman von Colette
Produktion Arthur Freed
Musik Frederick Loewe
Kamera Joseph Ruttenberg
Ray June
Schnitt Adrienne Fazan
Besetzung
Synchronisation

Gigi ist ein US-amerikanischer Musicalfilm des Regisseurs Vincente Minnelli aus dem Jahr 1958. Vorlage war der erstmals 1945 erschienene Kurzroman Gigi von Colette; der Stoff kam bereits 1951 als Schauspiel auf den Broadway. Frederick Loewe und Alan Jay Lerner erarbeiteten eine Adaption für die Bühne, die 1973 Premiere am Broadway hatte. Der Film Gigi wurde zu einem großen Publikumserfolg und gewann neun Oscars, darunter die Auszeichnung für den Besten Film.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung spielt in Paris um 1900: Der wohlhabende und angesehene Honoré Lachaille erzählt dem Publikum die Geschichte von einem „kleinen Mädchen“ namens Gigi: Lachailles Neffe Gaston ist vom Pariser Leben im Gegensatz zu seinem Onkel eher gelangweilt und abgewandt. Er genießt nur die Besuche bei Madame Inez Alvarez und ihrer Enkeltochter Gigi. Gaston genießt zwar die Umgebung von Gigi, sieht in ihr aber nicht mehr als ein kleines, nicht ernst zu nehmendes Kind. Nun soll allerdings Gigi nach dem Willen von Madame Alvarez und ihrer Schwester Alicia endlich erwachsen werden. Die beiden planen, dass Gigi zur Kurtisane erzogen wird und ihr Benehmen und Etiketten der besseren Gesellschaft beigebracht werden sollen. Die perfektionistische Großtante Alicia versteht die Liebe als Kunst und versucht dies auch Gigi beizubringen, denn als zukünftige Kurtisane ist sie auf gute Liebeskünste angewiesen. Gigi verbringt jedoch weiterhin lieber ihre Zeit mit Gaston, den sie als älteren Bruder begreift.

Nachdem er seine letzte Affäre wegen mangelnder Treue beendet hat, lädt er Gigi und Inez zu einem Badeurlaub ein, bei dem er Gefallen an Gigi findet. Auf der Urlaubsreise an der See erfahren sie, dass Honore Lachaille und Madame Alvarez selbst einst eine Beziehung miteinander hatten, ehe sie „nur“ gute Freunde blieben. Während Gigi mehr schlecht als recht ihre Ausbildung zur Kurtisane bei Tante Alicia fortsetzt, wird Gaston klar, dass er sich in Gigi verliebt hat. Er handelt mit Madame Alvarez einen Vertrag aus, der Gigi zu seiner Kurtisane machen soll, allerdings ohne ihr Wissen. Gigi ist vor den Kopf gestoßen, weil sie nicht als Kurtisane seine zweite Wahl bleiben und von den Männern herumgestoßen werden will. Erst nach längerem Bedenken stimmt sie seinem Vorschlag zu, seine Kurtisane zu sein. Inzwischen erkennt Gaston bei einem Spaziergang durch Paris aber seine Liebe zu ihr und bittet sie als Ehefrau um ihre Hand. Zum Schluss landet die Handlung wieder bei Honore Lachaille als Erzähler, der auf Gigi und Gaston zeigt, die glücklich in einer Kutsche vorbeifahren.

Hintergrund[Bearbeiten]

Im Verlaufe des Filmes werden von den Darstellern Leslie Caron, Maurice Chevalier, Louis Jourdan, Hermine Gingold und John Abbott insgesamt zwölf Lieder gesungen. Insbesondere von Maurice Chevalier gesungene Anfangslied Thank Heaven for Little Girls wurde weltberühmt und als Gag in dem Film Wag the Dog eingesetzt. Leslie Caron nahm die Gesangsnummern von Gigi zwar auf, jedoch wurde ihre Stimme später vom Tondouble Betty Wand synchronisiert.[1] Als Titellied diente das von Louis Jourdan gesungene Gigi, in dem er sich über seine Liebe für Gigi klar wird.

Die deutsche Erstaufführung fand am 18. Dezember 1958 statt, die erste Ausstrahlung im deutschen Fernsehen am 22. Juni 1972 in der ARD.

Auf dem Cover des Pink-Floyd-Albums "Ummagumma" haben die Graphiker die Gigi-Filmmusik-LP gut sichtbar platziert, um bei den Käufern falsche Hör-Erwartungen zu wecken (Red Herring).

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand 1958 in den deutschen Ateliers von MGM. Die Rolle des Gaston Lachaille wurde von Ottokar Runze gesprochen, während Honore Lachaille von Walther Suessenguth übernommen wurde.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten]

„„Es ist vielleicht nicht einer von Minnellis besten Filmen, aber das charmante und fehlerlos gespielte Gigi besitzt genug visuelle und musikalische Vorzüge, um zu unterhalten“ (Wertung der Kritiker: 76 % bei 29 Rezensionen)“

Rotten Tomatoes, Kritikerkonsens[2]

„„Auf vergnügliche Unterhaltung angelegte Neuverfilmung des Romans der Colette; das frivole Thema wird gemildert durch die beschwingte Musical-Form und das charmante Spiel von Leslie Caron.““

Lexikon des Internationalen Films, 1997[3]

„„Charmantes Musical (...) Exquisit gefilmt, perfekt besetzt und mit einprägsamer Musik von Lerner und Loewe (Wertung: Vier von vier Sternen““

Leonard Maltin[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.barbaralea.com/Dubbers/dubberslist.html
  2. "Gigi" bei Rotten Tomatoes
  3. Kritik bei Zweitausendundeins
  4. Kritik bei TCM

Literatur[Bearbeiten]

  • Colette: Gigi (Originaltitel: Gigi). Moewig, Rastatt 1997, ISBN 3-8118-4685-X
  • Hans-Jürgen Kubiak: Die Oscar-Filme. Die besten Filme der Jahre 1927/28 bis 2004. Die besten nicht-englischsprachigen Filme der Jahre 1947 bis 2004. Die besten Animationsfilme der Jahre 2001 bis 2004. Schüren, Marburg 2005, ISBN 3-89472-386-6

Weblinks[Bearbeiten]