Gigliola Cinquetti

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Gigliola Cinquetti, 1966

Gigliola Cinquetti ([dʒiˈʎːɔla tʃiŋˈkwetːi]; * 20. Dezember 1947 in Verona) ist eine italienische Sängerin. Sie nahm zwölfmal am Sanremo-Festival teil, wobei sie zweimal gewann, neunmal am Wettbewerb Canzonissima, den sie einmal gewann, dreimal an Un disco per l’estate sowie zweimal am Eurovision Song Contest, den sie 1964 als erste italienische Teilnehmerin gewann.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cinquetti begann ihre Karriere mit 15 Jahren, als sie mit zwei Liedern (darunter Le strade di notte von Giorgio Gaber) beim Musikfestival von Castrocaro antrat und gewann. Als ihre erste Single erschien Ende 1963 Penso alle cose perdute. Mit dem Lied Non ho l’età (per amarti) von Mario Panzeri, Nisa und Gene Colonnello präsentierte Cinquetti sich daraufhin beim Sanremo-Festival 1964 (zusammen mit Patricia Carli) und gewann den Wettbewerb. Kurz darauf konnte sie mit dem Lied auch beim Eurovision Song Contest den Sieg davontragen. Es folgten weitere Singles wie Il primo bacio che darò oder Caro come te und 1965 präsentierte die Sängerin in Sanremo Ho bisogno di vederti. Sie sang auch Lieder von Georges Brassens oder Enzo Jannacci.[1] Auch ihre Singles in deutscher Sprache waren sehr erfolgreich. Die deutsche Version von Non ho l’età trägt irreführenderweise den italienischen Titel Luna nel blu. Zwischen 1964 und 1966 erschienen ihre Aufnahmen in der Bundesrepublik beim Label Italia.

In etwa demselben Zeitraum spielte sie in einer Handvoll musikzentrierter Spielfilme, in denen die schwarzhaarige, kleine Sängerin meist zarte, moralisch einwandfreie und die Familie in den Vordergrund stellende Verlobte spielte. Auch einige Fernseharbeiten stehen in Cinquettis Werkverzeichnis.[2]

Ihren Sieg in Sanremo konnte sie 1966 mit Dio, come ti amo (zusammen mit Domenico Modugno) wiederholen. Im Jahr darauf war ihre Single La rosa nera erfolgreich. Nachdem Cinquettis Beitrag Sera nach dem Sanremo-Festival 1968 schlecht abschnitt, verlegten sich ihre Songwriter auf eingängigere Lieder niedrigen Niveaus, darunter La pioggia (Sanremo 1969) oder Il treno dell’amore. Doch die Sängerin wollte sich von ihrer klischeehaften Rolle lösen und arbeitete schon 1969 mit Maurice Chevalier für ein französisches Album zusammen; 1971 und 1972 brachte sie mit Cantando con gli amici und Su e giù per le montagne zwei Alben heraus, die norditalienische Volksmusik auch im Süden des Landes bekannt machten; Stasera ballo liscio von 1973 enthielt leichte Tanzmusik.[1]

Mit Alle porte del sole konnte Cinquetti 1973 den Wettbewerb Canzonissima gewinnen, auf europäischer Ebene war sie ein zweites Mal 1974 erfolgreich, als sie beim Eurovision Song Contest mit („Ja“) den zweiten Platz hinter ABBA belegte. Die Ausstrahlung von Cinquettis Auftritts wurde in Italien allerdings zensiert, um das laufende Referendum zur Einführung der Ehescheidung nicht zu beeinflussen. Das Lied war daraufhin unter dem Titel Go (Before You Break My Heart) auch im Vereinigten Königreich erfolgreich.[1]

Mit dem Album Pensieri di donna präsentierte Cinquetti sich 1978 als endgültig ihrer Rolle entwachsene, gereifte Frau mit feministischen Zügen, konnte jedoch keinen Erfolg erzielen. Daraufhin verlagerte sie ihre Tätigkeiten für einige Jahre auf das Fernsehen, bis sie 1985 und erneut 1989 zum Sanremo-Festival zurückkehrte. 1991 moderierte sie zusammen mit Toto Cutugno den Eurovision Song Contest in Rom, 1995 war sie ein letztes Mal unter den Teilnehmern des Sanremo-Festivals. Nach enttäuschenden Verkäufen zog sie sich wieder ins Fernsehen zurück.[1]

2014 legte sie das autobiographische Buch In viaggio con lei vor. Im Jahr darauf erschien mit 20.12 zum Geburtstag der Sängerin auch ein neues Album.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben (Italien)
  • 1964 – Gigliola Cinquetti (CGD)
  • 1967 – La rosa nera (CGD)
  • 1967 – Gigliola per i più piccini (CGD)
  • 1968 – Gigliola Cinquetti e il trio Los Panchos in Messico (CBS)
  • 1969 – Il treno dell’amore (CGD)
Jahr Titel Chartplatzierungen[3] Anmerkungen
ItalienItalien IT DeutschlandDeutschland DE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK
1971 Cantando con gli amici 7
(13 Wo.)
CGD
1972 Io le canto così 19
(4 Wo.)
CGD
1973 Stasera ballo liscio 3
(24 Wo.)
CGD
  • 1972 – Su e giù per le montagne (CGD)
  • 1974 – Gigliola Cinquetti (CGD)
  • 1975 – Gigliola e la banda (CGD)
  • 1978 – Pensieri di donna (CGD)
  • 1982 – Il Portoballo (CGD)
  • 1991 – Tuttintorno (Dischi Ricordi)
  • 1995 – Giovane vecchio cuore (Mercury Records)
  • 2015 – 20.12 (Lela)
Singles (Auswahl)
Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[3] Anmerkungen
ItalienItalien IT DeutschlandDeutschland DE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK
1964 Non ho l’età (per amarti)
Gigliola Cinquetti
1
(18 Wo.)
3
(6 Wo.)
17
(17 Wo.)
CGD
Siegerbeitrag zum Sanremo-Festival 1964
Siegerbeitrag zum Eurovision Song Contest 1964
Il primo bacio che darò
Gigliola Cinquetti
11
(2 Wo.)
CGD
deutsche Version: Ich will nicht wissen wer du bist
Oh, warum 31
(3 Wo.)
Italia
1965 Ho bisogno di vederti
La rosa nera
7
(4 Wo.)
CGD
Beitrag zum Sanremo-Festival 1965
deutsche Version: Ich muß immer an dich denken
1966 Dio, come ti amo 5
(9 Wo.)
CGD
(in der Version von Domenico Modugno auf Platz 1)
Siegerbeitrag zum Sanremo-Festival 1966
1967 La rosa nera
La rosa nera
5
(16 Wo.)
CGD
1969 La pioggia
Il treno dell’amore
2
(15 Wo.)
CGD
Beitrag zum Sanremo-Festival 1969
Il treno dell’amore
Il treno dell’amore
25
(1 Wo.)
CGD
1970 Romantico Blues 14
(7 Wo.)
CGD
Beitrag zum Sanremo-Festival 1970
1971 La domenica andando alla messa
Cantando con gli amici
25
(1 Wo.)
CGD
Rose nel buio 9
(10 Wo.)
CGD
Beitrag zum Sanremo-Festival 1971
Qui comando io 13
(7 Wo.)
CGD
1972 Gira l’amore 10
(14 Wo.)
CGD
Beitrag zum Sanremo-Festival 1972
deutsche Version: Simsalabim
1973 La spagnola
Stasera ballo liscio
20
(3 Wo.)
CGD
1974 Alle porte del sole
L’edera e altre fantasie
1
(16 Wo.)
CGD
Siegerbeitrag zu Canzonissima 1973
deutsche Version: Auf der Straße der Sonne
Go (Before You Break My Heart) 8
(10 Wo.)
CBS
englische Version von

L’edera e altre fantasie / Auf der Straße der Sonne
13
(13 Wo.)
CGD/CBS
Beitrag zum Eurovision Song Contest 1974
Ja
Auf der Straße der Sonne
45
(1 Wo.)
CBS
deutsche Version von
1985 Chiamalo amore 14
(5 Wo.)
Baby Records
Beitrag zum Sanremo-Festival 1985

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1964: Canzoni, bulli e pupe
  • 1965: Questi pazzi, pazzi italiani
  • 1966: Testa di rapa
  • 1966: Dio, come ti amo
  • 1968: Il professor Matusa e i suoi hippies
  • 2001: Die Kreuzritter 4 – Das Gewand Jesu (I cavalieri che fecero l’impresa)

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Enrico Deregibus (Hrsg.): Dizionario completo della Canzone Italiana. Giunti Editore, Mailand 2006, ISBN 978-88-09-75625-0, Gigliola Cinquetti, S. 115 f.
  2. Enrico Lancia, Artikel Gigliola Cinquetti, in: Enrico Lancia, Roberto Poppi: Dizionario des Cinema Italiano. Le Attrici. Gremese Editore, Rom 1999. S. 80/81
  3. a b Chartquellen: