Gil Ofarim

Gil Ofarim ([][1], * 13. August 1982 in München als Gil Doron Reichstadt)[2] ist ein deutscher Rockmusiker. Er tritt sowohl solo als auch als Leadsänger der Bands Zoo Army und Acht. auf. Er arbeitet als Schauspieler, Musicaldarsteller, Synchronsprecher und Radiomoderator. 2021 erregte er öffentliches Aufsehen, als er einem Hotelmitarbeiter des Westin Leipzig Antisemitismus vorwarf, was sich später als Verleumdung erwies, siehe Fall Gil Ofarim.
Biografie
Gil Ofarim ist der Sohn des israelischen Sängers Abi Ofarim und dessen dritter Ehefrau Sandra Hirt.[3][4] Sein Bruder Tal Ofarim war wie er Kandidat bei The Voice of Germany und ist auch Mitglied bei Zoo Army. Ofarim wuchs in einer jüdischen Gemeinde in München auf. Nach dem Besuch einer jüdischen Grundschule wechselte er auf ein städtisches Gymnasium in München.[5]
Im Dezember 2014 heiratete Ofarim Verena Brock; der Ehe entstammen ein Sohn (2015) und eine Tochter (2017).[6] Im März 2018 wurde die Trennung des Paares bekannt.[7] Im August 2025 heiratete Ofarim zum zweiten Mal; die Hochzeit fand im Seeschloss Monrepos in Ludwigsburg statt.[8] Er lebt mit seiner Frau in Freiberg am Neckar.[9] Ofarim identifiziert sich als säkularer Jude und pflegt seine jüdischen Wurzeln.[10]
Musikkarriere

Als Teenager stellte Gil Ofarim 1997 für eine Foto-Love-Story in der Jugendzeitschrift Bravo einen Musiker dar.[11] Aufgrund der großen Beliebtheit erhielt er einen Plattenvertrag bei BMG Ariola und veröffentlichte Ende 1997 seine erste Single Round ‘N’ Round (It Goes).[12] Anfangs unter dem Namen Gil erreichte er mit weiteren Titeln wie Talk To You, Never Giving Up Now und If You Only Knew Chartplatzierungen.[13] Ab 1998 tourte er drei Jahre lang durch Asien.[14]
Seit 2003 tritt er als Gil Ofarim auf. Im Juni desselben Jahres trat er im Münchner Olympiastadion als Vorgruppe für die Rockband Bon Jovi auf, nachdem Jon Bon Jovi von einem Konzertveranstalter auf den Nachwuchsmusiker aufmerksam gemacht worden war.[15] 2005 gründete Ofarim die Rockband Zoo Army, die im März 2006 ihr Debütalbum 507 veröffentlichte.[16] 2007 lieferte er zwei Songs für die deutschen Soundtracks von Disney-Kinofilmen: In Triff die Robinsons sang er Mehr als du seh’n kannst, und für Verwünscht interpretierte er die Ballade So nah![17]
Gemeinsam mit Oswin Ottl, Andy Lind und Petros Kronos gründete Ofarim im Jahr 2008 die Band Acht. Diese war unter anderem als Vorgruppe bei der Tour von Alex Band und auf mehreren Festivals zu sehen. Das Debütalbum der Band wurde 2010 unter dem Titel Stell Dir Vor auf dem eigens gegründeten Label „Neuzeitstürmer“ veröffentlicht.[18][13]
Im Jahr 2012 nahm Ofarim an der zweiten Staffel der Casting-Show The Voice of Germany teil und schaffte es im Team von Xavier Naidoo bis ins Viertelfinale.[19] Mit seinen Coverversionen von Iris (Goo Goo Dolls) und Man in the Mirror konnte er sich in den Charts platzieren. 2016 spielte er eine Hauptrolle im vom Theater Magdeburg aufgeführten Musical Hair auf dem Magdeburger Domplatz.[14] Gemäß seiner Darstellung hat er bis Februar 2017 weltweit rund fünf Millionen Tonträger verkauft.[14]
Anfang 2017 war er in der RTL-Show It Takes 2 Gesangscoach und erreichte mit Kandidatin Rebecca Siemoneit-Barum den zweiten Platz.[20] Im selben Jahr steuerte er die deutsche Titelmelodie für die Serie Nils Holgersson auf KiKA bei, eine Neuauflage der Animationsserie Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen.[21] Anfang 2018 war er Musikpate in der KiKA-Sendung Dein Song.[22] Im Februar 2020 erschien sein Album Alles auf Hoffnung. Sein Bühnencomeback nach dem „Davidsternskandal“ fand im April 2025 im Bochumer Musikclub Matrix statt.[23]
Filmrollen und Fernsehauftritte
1998 hatte Ofarim seine erste Rolle in der Serie Gute Zeiten, schlechte Zeiten, in der er fünf Episoden lang sich selbst spielte. 2004 wirkte er in der ProSieben-Produktion Endlich Sex! und 2006 im Fernseh-Zweiteiler Die Sturmflut mit. Ebenfalls 2006 war er im Psychothriller Strip Mind zu sehen. 2008 wirkte er in einer Episode der Jugend-Detektivserie Ein Fall für B.A.R.Z. mit, 2010 in der Krimi-Reihe Ein starkes Team. 2015 bekam er in der deutschen Mystery-Fernsehserie Armans Geheimnis eine wiederkehrende Rolle.
2017 nahm Ofarim als Kandidat an der zehnten Staffel der RTL-Show Let’s Dance teil und siegte zusammen mit Tanzpartnerin Ekaterina Leonova.[24] Ebenfalls 2017 wirkte er in der Kinokomödie Unter deutschen Betten und in Das Wasser des Lebens aus der Märchenreihe Sechs auf einen Streich der ARD mit. Auch spielte er in zwei Episoden der RTL-Serie Alles was zählt sich selbst. Nachdem er bereits für einige deutsche Fassungen von Film- und Fernsehproduktionen Musik beigesteuert hatte, übernahm er 2017 in My Little Pony: Der Film die Synchronrolle der Figur Capper. Im Juli 2017 stand er für eine Kampagne des Labels Tom Ford vor der Kamera.[25] Außerdem nahm Ofarim im August 2017 an der VOX-Show Grill den Henssler teil.
2018 gewann er in der Sendung Schlag den Star gegen Pietro Lombardi.[26] 2019 nahm Ofarim an der Sat.1-Produktion Das große Promibacken teil.[27] 2019 nahm er an der ersten Staffel der ProSieben-Sendung The Masked Singer als Grashüpfer teil und belegte den 2. Platz. Im Mai 2020 nahm er am Free European Song Contest für Israel teil und belegte den fünften Platz. Des Weiteren war er Kandidat in der im Juli 2020 ausgestrahlten ProSieben-Sendung Die! Herz! Schlag! Show! Im Juni 2021 veröffentlichte Ofarim seine Autobiografie Freiheit in mir.[28] Anfang 2026 nahm er an der 19. Staffel der RTL-Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! teil, aus der er als Sieger („Dschungelkönig“) hervorging.[29]
Kontroversen

Beim Fall Gil Ofarim, auch bekannt als „Davidstern-Skandal“, geht es um eine von ihm ausgehende Falschbeschuldigung beziehungsweise Verleumdung. Im Oktober 2021 kam es beim Einchecken im Hotel The Westin Leipzig zu Unstimmigkeiten zwischen Ofarim und einem Rezeptionisten. Daraufhin nahm Ofarim ein Video vor dem Hotel auf und veröffentlichte es auf Instagram. Darin sagte er, er habe wegen seiner Halskette mit Davidstern nicht einchecken dürfen und sei aufgefordert worden, „den Stern einzupacken“.[30]
Die Staatsanwaltschaft Leipzig leitete ein Verfahren gegen den Hotelmitarbeiter ein, das im März 2022 eingestellt wurde. Aufnahmen der Überwachungskameras und Zeugenaussagen widersprachen der Darstellung Ofarims, dass er im Hotel die Kette sichtbar getragen habe. Im Gegenzug erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Ofarim wegen Verleumdung, falscher Verdächtigung und Betrugs.[31][32]
Im November 2023 kam es zur Hauptverhandlung gegen Ofarim beim Landgericht Leipzig. Am sechsten Verhandlungstag gestand Ofarim, die Vorwürfe erfunden zu haben, und entschuldigte sich bei dem Hotelangestellten, der die Entschuldigung akzeptierte. Das Verfahren gegen Ofarim wurde unter der Auflage eingestellt, dass er einen Betrag in Höhe von jeweils 5000 Euro an die Jüdische Gemeinde zu Leipzig und die Gedenk- und Bildungsstätte – Haus der Wannsee-Konferenz sowie ein Schmerzensgeld an den beschuldigten Hotelangestellten in Höhe von 20.000 Euro zahlt.[33]
Diskografie
Studioalben
| Jahr | Titel Musiklabel |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen (Jahr, Titel, Musiklabel, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1998 | Here I Am RCA Records (BMG) |
DE20 (8 Wo.)DE |
AT47 (2 Wo.)AT |
CH34 (2 Wo.)CH |
— | — |
Erstveröffentlichung: 25. Mai 1998
Verkäufe: + 75.000 |
| 1999 | The Album Ariola (BMG) |
— | — | — | — | — |
Erstveröffentlichung: 15. November 1999
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| 2003 | On My Own Neotone Records (Sony) |
— | — | — | — | — |
Erstveröffentlichung: 26. Mai 2003
|
| 2020 | Alles auf Hoffnung Electrola • We Love Music (UMG) |
DE5 (15 Wo.)DE |
AT71 (1 Wo.)AT |
CH41 (1 Wo.)CH |
— | — |
Erstveröffentlichung: 28. Februar 2020
|
Filmografie
Filme und Serien
- 1998: Gute Zeiten, schlechte Zeiten (Fernsehserie, Folgen 1x1631–1x1635)
- 2004: Endlich Sex!
- 2006: Die Sturmflut (Fernsehzweiteiler)
- 2007: Strip Mind
- 2008: Ein Fall für B.A.R.Z. (Fernsehserie, Folge 3x07 Böse Falle)
- 2010: Ein starkes Team (Fernsehserie, Folge 1x45 Dschungelkampf)
- 2015: Armans Geheimnis (Fernsehserie, 9 Folgen)
- 2017: Unter deutschen Betten
- 2017: Alles was zählt (Fernsehserie, Folgen 1x2789–1x2790)
- 2017: Sechs auf einen Streich – Das Wasser des Lebens
Synchronsprecher
- 2007: Verwünscht (Enchanted) … als Jon McLaughlin
- 2017: My Little Pony: Der Film (My Little Pony: The Movie) … als Capper
Fernsehshows
- 2017: Let’s Dance (RTL, Gewinner)
- 2018: Schlag den Star (ProSieben, Gewinner)
- 2019: Das große Promibacken (Sat.1, Teilnehmer)
- 2019: The Masked Singer (ProSieben, Teilnehmer)
- 2020: Die! Herz! Schlag! Show! (ProSieben, Teilnehmer)
- 2022: Die Passion
- 2026: Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! (RTL, Gewinner)
Literatur
- Gil Ofarim, Ina Bohnsack: Gil Ofarim: Fotografien von Ina Bohnsack. Schwarzkopf & Schwarzkopf Media, Berlin 2017, ISBN 978-3-942665-20-9.
- Gil Ofarim, Lara Höltkemeier: Freiheit in mir. Knaur HC, München 2021, ISBN 978-3-426-21496-1.
Weblinks
- Offizieller Internetauftritt
- Gil Ofarim bei Discogs
- Gil bei Discogs
- Gil Ofarim bei IMDb
- Gil Ofarim bei filmportal.de
- Der Fall Gil Ofarim – Die Macht von Empörungswellen, eine Analyse des zapp-Medienmagazins
Einzelnachweise
- ↑ eigene Aussprache in RTL: Tag 17: Das große Finale. Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!, 8. Februar 2026.
- ↑ Gil Ofarim. prosieben.de, archiviert vom am 9. Juli 2025; abgerufen am 24. Oktober 2017.
- ↑ Sandra Reichstadt Ofarim – Manager-Profile. CompanyHouse, abgerufen am 18. Januar 2026.
- ↑ Marion Wierl: Gil Ofarims Eltern: Er kommt aus einer Künstlerfamilie. In: promipool.de. 7. April 2017, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 24. Oktober 2017; abgerufen am 24. Oktober 2017.
- ↑ Ein Interview mit dem Sänger Gil Ofarim. In: Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. Abgerufen am 13. Dezember 2023.
- ↑ Juhu, er ist wieder Papa geworden! Und das Baby heißt… In: Bunte.de. 31. Januar 2017, abgerufen am 24. Oktober 2017.
- ↑ Das sagt er zu den Vorwürfen seiner Frau. Focus Online, 28. März 2018, abgerufen am 28. März 2018.
- ↑ Er hat wieder geheiratet. In: Gala. 8. August 2025, abgerufen am 10. August 2025.
- ↑ Dschungelcamp 2026: „Ich habe gesoffen wie ein Loch!“ Gil Ofarim spricht über seinen Absturz. 25. Januar 2026, abgerufen am 25. Januar 2026.
- ↑ Gil Ofarim – „Was passiert hier gerade?“ Welt Online / youtube, 18. Oktober 2021, abgerufen am 19. Oktober 2021.
- ↑ Cover der Bravo 45/1997. In: Imgur. Abgerufen am 9. Mai 2022.
- ↑ Geklonter Schwarm. In: Der Spiegel, Heft 47/1997, abgerufen am 8. November 2023.
- ↑ a b Gil Ofarim: Steckbrief, Bilder und News. web.de, abgerufen am 24. Oktober 2017.
- ↑ a b c IT TAKES 2: Gil Ofarim ist Musiker mit Leib und Seele. rtl.de, 1. Februar 2017, abgerufen am 24. Oktober 2017.
- ↑ Frank: Zoo Army: Reich an Erfahrung. Interview mit Gil und Tal Ofarim. In: Vampster. 28. Mai 2006, abgerufen am 31. Januar 2026.
- ↑ Zoo Army bei laut.de; abgerufen am 31. Januar 2026
- ↑ Gil Ofarim. VIP.de, abgerufen am 24. Oktober 2017.
- ↑ Heiko Portale: „Keine Ahnung, warum gerade ich…“ Interview mit Gil Ofarim. In: lr-online.de. 1. November 2010, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 24. Oktober 2017; abgerufen am 24. Oktober 2017.
- ↑ „The Voice“: Gil Ofarim scheitert an Michael Lane. In: t-online.de. 5. Dezember 2012, abgerufen am 31. Januar 2026.
- ↑ IT TAKES 2: Annett Möller siegt im Finale. rtl.de, 18. Februar 2017, abgerufen am 24. Oktober 2017.
- ↑ 3D-Animationsserie für KiKA. Bayerischer Rundfunk, 21. August 2017, abgerufen am 24. Oktober 2017.
- ↑ Musikpate Gil Ofarim. KiKA, abgerufen am 27. Februar 2018.
- ↑ Rnd.de: So lief das Bühnencomeback von Gil Ofarim.
- ↑ Gil Ofarim gewinnt das große „Let’s Dance“-Finale. Focus, 9. Juni 2017, abgerufen am 24. Oktober 2017.
- ↑ Thank you @gilofarim for this lovely day! Instagram-Account Marion Heinrich, 27. Juli 2017, abgerufen am 24. Oktober 2017.
- ↑ „Schlag den Star“: Darum lachte sich das Publikum über Lombardi schlapp. tz, abgerufen am 13. Dezember 2018.
- ↑ Süße Unterhaltung mit „Das große Promibacken“. tz, abgerufen am 3. März 2019.
- ↑ Ein Buch für schwierige Zeiten: Warum es sich lohnt, niemals aufzugeben. In: droemer-knaur.de. Abgerufen am 1. Februar 2026.
- ↑ Er kann es selbst nicht fassen! Gil Ofarim ist der neue Dschungelkönig. In: rtl.de. 8. Februar 2026, abgerufen am 8. Februar 2026.
- ↑ Gil Ofarim erlebt Antisemitismus in Leipzig. In: n-tv.de. 5. Oktober 2021, abgerufen am 5. Oktober 2021.
- ↑ Antisemitismus-Vorwurf – Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Gil Ofarim wegen falscher Verdächtigung. In: Welt Online. 31. März 2022, abgerufen am 31. März 2022.
- ↑ Jörg Diehl, Peter Maxwill, Steffen Winter: Gil Ofarim: So fiel der Antisemitismus-Skandal von Leipzig in sich zusammen. In: Der Spiegel. 31. März 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 31. März 2022]).
- ↑ Gil Ofarim muss 20.000 Euro abdrücken. In: n-tv.de. 5. Februar 2026, abgerufen am 6. Februar 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ofarim, Gil |
| ALTERNATIVNAMEN | Reichstadt, Gil Doron (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rockmusiker |
| GEBURTSDATUM | 13. August 1982 |
| GEBURTSORT | München |