Gildeskål
| Wappen | Karte | |
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Kommunennummer: | 1838 | |
| Provinz (fylke): | Nordland | |
| Verwaltungssitz: | Inndyr | |
| Koordinaten: | 67° 2′ N, 14° 2′ O | |
| Fläche: | 664,70 km² | |
| Einwohner: | 2.024 (1. Jan. 2026)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 3 Einwohner je km² | |
| Sprachform: | neutral | |
| Webpräsenz: | ||
| Lage in der Provinz Nordland | ||
Gildeskål ist eine Kommune im norwegischen Fylke Nordland. Die Kommune hat 2024 Einwohner (Stand: 1. Januar 2026). Verwaltungssitz ist die Ortschaft Inndyr.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kommune Gildeskål liegt an der Westküste von Nordland in der Region Salten. Gildeskål grenzt im Norden an die Kommune Bodø, im Osten an Beiarn und im Süden an Meløy.[2]
Zu Gildeskål gehören neben dem Gebiet auf dem Festland mehrere vorgelagerte Inseln, wie etwa die Sandhornøya, die Fugløya oder die Sør-Arnøya. Die Sandhornøya, mit 102,9 km² die 43.-größte Insel des norwegischen Hauptlandes[3], liegt in einem sich von Norden in das Festland einscherenden Fjord. Der Fjordbereich im Westen trägt den Namen Morsdalsfjorden, der im Osten Nordfjorden. Weiter westlich schert sich der Sørfjorden in das Festland ein, so dass sich dazwischen eine Halbinsel bildete. Auf dieser liegt die Ortschaft Inndyr, das Verwaltungszentrum der Kommune. Vor allem im Südosten der Kommune befinden sich mehrere größere Seen, so unter anderem das Storvatnet, das Langvatnet und das Sokumvatnet.[2]
Die höchsten Erhebungen befinden sich im Osten und Süden der Kommune. Auf einigen Inseln der Kommune besteht ein breiterer Küstenstreifen. Abseits der Küstenstreifen sind sowohl die Inseln als auch das Festland alpin geprägt. Die höchste Erhebung ist die Memaurtinden mit einer Höhe von 1331,7 moh. an der Grenze zu Beiarn.[4]
Im Südosten von Gildeskål liegt ein Teil des Láhko-Nationalparks (Láhko nasjonalpark). Er hat insgesamt eine Fläche von 188 km² und erstreckt sich über Teile der Kommunen Gildeskål, Beiarn und Meløy.[5]
- Blick auf die Ortschaft Inndyr
- Luftbild der Høgstjerna und der umliegenden Landschaft
Einwohner
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nachdem die Zahl der Einwohner bis in das Jahr 1946 noch anstieg, begann sie über die Jahre hinweg stark zu sinken. Im Jahr 2021 lag die Einwohnerzahl bei nur noch 39 % des Wertes von 1946. Ursächlich für den Rückgang ist unter anderem die schlecht ausgebaute Infrastruktur und die lokale Wirtschaft, die lange vor allem auf die Fischerei und Landwirtschaft ausgelegt war. Durch den Bau des Fylkesvei 17 und den Bau der Sandhornøybrua, mit der die Sandhornøya an das Festland angebunden wurde, besserte sich die Situation etwas.[6]
Der Großteil der Einwohner lebt in den Küstengebieten. Am dichtesten besiedelt ist das Gebiet rund um den Ort Inndyr.[6] Inndyr ist der einzige sogenannte Tettsted, also die einzige Ansiedlung, die für statistische Zwecke als eine städtische Siedlung gewertet wird. Zum 1. Januar 2025 lebten dort 653 Einwohner.[7]
Die Einwohner der Gemeinde werden Gildeskålfjerding oder auch Gildeskålværing genannt.[8] Gildeskål hat wie viele andere Kommunen der Provinz Nordland weder Nynorsk noch Bokmål als offizielle Sprachform, sondern ist in dieser Frage neutral.[9]
| Jahr | Einwohnerzahl[10] | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Anzahl | Prozent | ||
| 1960 | 4308 | — | — |
| 1970 | 3510 | −798 | −18,5 % |
| 1980 | 2887 | −623 | −17,7 % |
| 1990 | 2594 | −293 | −10,1 % |
| 2000 | 2351 | −243 | −9,4 % |
| 2010 | 1996 | −355 | −15,1 % |
| 2020 | 1950 | −46 | −2,3 % |
Geschichte
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Die Gemeinde wurde nach der Einführung der lokalen Selbstverwaltung im Jahr 1837 gegründet. Im Jahr 1853 spaltete man die Kommune Beiarn ab, die zum Zeitpunkt ihrer Gründung 1164 Einwohner hatte. Gildeskål verblieb mit 2375 Einwohnern.[11] Auf der Sandhornøya liegen mehrere Grabhügel aus der Eisenzeit. Auf der Insel gibt es auch eine Steinkiste aus der Wikingerzeit. Zudem wurde für den als Theologen, Politiker und Dichter tätigen Elias Blix, der auf der Insel aufwuchs, ein Bautastein errichtet.[6]
In der Kommune Gildeskål liegen mehrere Kirchen. Die älteste davon ist die mittelalterliche Steinkirche Gildeskål gamle kirke, die 1130 errichtet wurde. Im Jahr 1710 kam es dort zu einem Brand und sie wurde bei der Wiedererrichtung vergrößert. Als 1881 die Holzkirche Gildeskål hovedkirke fertig stand, wurde sie längere Zeit nicht mehr genutzt, bevor sie in den 1930er-Jahren restauriert wurde. Die Ausstattung der Kirche ist eine der best erhaltenen aus dem 18. Jahrhundert in ganz Norwegen. Sowohl die neue als auch die alte Kirche befinden sich nördlich von Inndyr.[12] Die Saura kirke ist ebenfalls eine Holzkirche und wurde im Jahr 1884 errichtet. Sie liegt auf dem Festland im Osten der Insel Sandhornøya.[13]
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von Süden kommend führt der auch als „Küstenstraße“ bekannte Fylkesvei 17 entlang der Westküste des Festlandes durch die Gemeinde. Im Südwesten verläuft die Straße durch den Straßentunnel Storvikskartunnel, bevor er weiter an der Küste weiterführt. Der Fylkesvei 17 führt nicht auf die Halbinsel, auf der die Ortschaft Inndyr liegt, sondern er verläuft weiter östlich entlang der Küste des Nordfjords. Nach Inndyr führt der vom Fylkesvei 17 abzweigende Fylkesvei 838. An der Nordspitze der Halbinsel führt eine Fähre auf die Sandhornøya. Auf der Insel besteht zudem an der Ostküste eine Brückenverbindung mit dem Fylkesvei 17.[2]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Landwirtschaft und Fischerei sind weiterhin von größerer Bedeutung für die Bewohner der Gemeinde. Der Großteil der an Land gebrachten Fische wird jedoch außerhalb der Kommune gefangen, wobei der Fang von Kabeljau am weitesten verbreitet ist. Des Weiteren werden Fischzuchtstationen betrieben. In der Landwirtschaft ist vor allem die Tierhaltung und hier besonders die Haltung von Rindern und Schafen verbreitet. Von eher geringer Bedeutung ist die Industrie, wobei vor allem die Fischveredelung eine Rolle spielt.[6] In Gildeskål liegen mehrere Wasserkraftwerke, das größte davon ist das Kraftwerk Sundsfjord mit einer jährlichen Durchschnittsproduktion von etwa 562 GWh.[14] Im Jahr 2019 arbeiteten von 929 Arbeitstätigen 682 in Gildeskål selbst, der Rest verteilte sich vor allem auf die beiden Gemeinden Bodø und Meløy.[15]
Name und Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das seit 1988 offizielle Wappen der Kommune zeigt einen silbernen Kelch auf blauem Hintergrund. Das Gebiet wurde im Jahr 1430 als Gildaskala sokn erwähnt. Der Name leitet sich vom altnordischen gildaskáli ab, was übersetzt „Treffpunkt für eine Gilde“ bedeutet.[16]
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Elias Blix (1836–1902), Dichter von Kirchenliedern und Politiker
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gildeskål im Store norske leksikon (norwegisch)
- Fakten über Gildeskål beim Statistisk sentralbyrå (norwegisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ 07459: Population, by region, contents and year. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 7. März 2026 (englisch).
- 1 2 3 Gildeskål kommune. In: Norgeskart. Abgerufen am 19. Februar 2021 (norwegisch).
- ↑ 100 største øyene i Noreg. Kartverket, 29. August 2020, abgerufen am 19. Februar 2021 (norwegisch).
- ↑ Høgaste fjelltopp i kvar kommune. Kartverket, 11. November 2020, abgerufen am 19. Februar 2021 (norwegisch (Nynorsk)).
- ↑ Láhko nasjonalpark. In: naturbase.no. Miljødirektoratet, abgerufen am 4. Juni 2026 (norwegisch).
- 1 2 3 4 Geir Thorsnæs, Lars Engerengen: Gildeskål. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 19. Februar 2021 (norwegisch).
- ↑ Population and land area in urban settlements. Statistisk sentralbyrå, 20. November 2025 (englisch).
- ↑ Innbyggjarnamn. Språkrådet, abgerufen am 19. Februar 2021 (norwegisch (Nynorsk)).
- ↑ Forskrift om språkvedtak i kommunar og fylkeskommunar (språkvedtaksforskrifta). In: Lovdata. 6. Januar 2020, abgerufen am 19. Februar 2021 (norwegisch).
- ↑ Population. 06913: Population 1 January and population changes during the calendar year (M) 1951 - 2025. In: ssb.no. Abgerufen am 8. März 2026 (englisch).
- ↑ Dag Juvkam: Historisk oversikt over endringer i kommune- og fylkesinndelingen. (PDF) In: ssb.no. 1999, abgerufen am 19. Februar 2021 (norwegisch).
- ↑ Gildeskål gamle kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 12. August 2025 (norwegisch).
- ↑ Saura kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 12. August 2025 (norwegisch).
- ↑ Vannkraftdatabase. NVE, abgerufen am 19. Februar 2021 (norwegisch).
- ↑ Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 19. Februar 2021 (norwegisch).
- ↑ Gildeskål. In: Norsk stadnamnleksikon. Abgerufen am 19. Februar 2021 (norwegisch).
