Giles de Braose

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Giles de Braose, 5. Baron of Bramber (* wohl 1176; † 17. November 1215 in Gloucester) war ein Bischof des englischen Bistums Hereford aus dem Haus Braose. Er war der zweite Sohn des Marcher Lords William de Braose und dessen Frau Maud de St Valery.

1200 wurde er als Nachfolger von William de Vere zum Bischof von Hereford gewählt. Bei seiner Weihe hatte er keine Erfahrungen im Kirchenrecht, wahrscheinlich war ausschlaggebend für seine Wahl, dass sein Vater der mächtigste Baron in den südlichen Welsh Marches war. Giles beschäftigte jedoch eine Gruppe gut ausgebildeteter Kleriker in seinem Haushalt, die ihn berieten. Die meisten dieser Kleriker wurden bald auch Kanoniker des Stiftskapitels von Hereford. Giles selbst muss sich ebenfalls umfangreiche kirchenrechtliche Kenntnisse angeeignet haben, denn er wurde vom Papst zum kirchlichen Richter ernannt.[1] Wegen des Interdikts von Papst Innozenz III. gegen England ging er jedoch 1208 zusammen mit vier weiteren Bischöfen zu Stephen Langton, dem Erzbischof von Canterbury ins Exil nach Frankreich. König Johann besetzte daraufhin das Bistum und beschlagnahmte die Einnahmen für die Krone. Giles Mutter und sein älterer Bruder William starben 1210 im Kerker des Königs, während sein Vater 1211 im Exil in Frankreich starb.

Zusammen mit dem Erzbischof und weiteren Bischöfen kehrte Giles 1213 nach England zurück. Zuerst schien es, als ob sich der König mit dem Bischof aussöhnen wollte. Giles konnte sein Bistum wieder übernehmen und der König versprach ihm als Erben seines Vaters die Rückgabe der beschlagnahmten Ländereien seiner Familie in Wales und England. Johann zögerte die Umsetzung seines Versprechens jedoch hinaus, so dass Giles im Mai 1215 seinen jüngeren Bruder Reginald beauftragte, zusammen mit dem verbündeten walisischen Fürsten Llywelyn ab Iorwerth einen offenen Krieg in Wales gegen den König zu führen. Mit Unterstützung der Waliser konnte Reginald mehrere Burgen, darunter Abergavenny, White Castle und Skenfrith erobern, während Giles selbst die Burgen von Brecon, Hay und Builth einnehmen konnte. Als Gegenleistung für die Unterstützung der Waliser verzichtete Giles auf Elfael mit den lange umkämpften Burgen Painscastle und Colwyn, während sein Bruder Reginald Gwladus Ddu, eine Tochter Llywelyns heiratete.[2] Am 21. Oktober 1215 kam es zu einem Ausgleich mit dem König, nach dem Giles 9000 Mark Strafe an den König zahlen sollte und im Gegenzug die Ländereien seines Vaters zurückerhielt. Giles erkrankte jedoch und starb nur vier Wochen später, die Ländereien wurden daraufhin erneut vom König beansprucht. Erst am 26. Mai 1216 gab Johann sie an Reginald zurück.

Ein Epitaph für Giles befindet sich im Chor der Kathedrale von Hereford, sein Grab befindet sich im südlichen Seitenschiff.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerald Aylmer; John Tiller: Hereford Cathedral - a history. Hambledon, London 2000. ISBN 1-85285-194-5; S. 30
  2. John Edward Lloyd: A History of Wales from the earliest Times to the Edwardian Conquest. Vol. 2. Longmans, Green and Co., London 1912, S. 644f
  3. The Barons de Braose: Magna Charta. Abgerufen am 4. Juli 2013.
Vorgänger Amt Nachfolger
William de Vere Bischof von Hereford
1200–1215
Hugh de Mapenore