Gill Sans

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Gill Sans
Schriftart Gill Sans
Kategorie Sans-Serif
Schriftdesigner Eric Gill
Erstellung 1928–1930
Beispiel
Schriftbeispiel für Gill Sans
Muster der Gill Sans
Schriftschnitte der Schriftart Gill Sans
BBC-Logo
Stromliniendampfloks der LNER mit Namensschildern in Gill Sans
Gill Sans Bold Condensed auf einem Ortsschild (DDR 1978 bis 1990)

Die Schriftart Gill Sans ist eine serifenlose Linear-Antiqua, die von Eric Gill zwischen 1928 und 1930 entworfen wurde.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gill Sans basiert auf Edward Johnstons (von Gill mitgestalteter) Schriftart Johnston Sans und wird wegen ihrer ruhigen Eleganz und ihrer vielseitigen Verwendbarkeit geschätzt. Eine weitere Besonderheit der Schrift ist der leichte geometrische Touch. Die Buchstabenformen und Proportionen bauen auf Renaissance-Antiqua auf.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Besonderheit ist, dass die 32 verschiedenen Schriftschnitte nicht systematisch aufeinander aufbauen, sondern jeweils einen eigenen Charakter haben. Kursivschriften, bei denen wie bei den Kursiven der Antiqua-Schriften einige Buchstaben handschriftähnliche Formen aufweisen, gibt es nur zu den Schriftschnitten Light und Regular. Der Ultra-Bold-Schnitt unterscheidet sich vom Rest der Familie in Details wie einem K mit Bögen statt Diagonalen, einem a ohne Abstrich oder einem dreistöckigen statt zweistöckigen g. Eric Gill zeichnete diesen Schnitt erst 1932, woraufhin er 1936 von Monotype herausgegeben wurde. Eric Gill nannte den Entwurf zunächst Double Elefans. Er wurde dann aber zunächst als Kayo, abgeleitet vom K. o. dem Knockout im Boxen, veröffentlicht und später als Gill Sans Ultra Bold (Serie 442) bekannt.[1] Letraset fügte dem Ultra-Bold-Gewicht 1980 einen Condensed-Schnitt hinzu. In digitaler Form ist er heute als Gill Kayo Condensed von ITC und als Gill Sans Condensed UltraBold von Monotype erhältlich.

Anwendungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt wurde sie durch die Verwendung bei der London and North Eastern Railway und später bei der British Rail.

In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wurde 1978 mit Einführung der 1977 verabschiedeten Straßenverkehrs-Ordnung eine abgewandelte Form der Gill Sans im fetten Schriftschnitt für Verkehrszeichen und Wegweiser abseits von Autobahnen verordnet. Die Gill ersetzte damit die 1963 in der DDR verbindlich gewordene Schrift nach TGL 0-1451. Diese Schrift fußte mit leichten Abweichungen direkt auf dem Vorkriegsstandard der DIN 1451. Sie blieb auf den Autobahnen der Deutschen Demokratischen Republik bis 1990 bestehen.

Durch die Auslieferung von Gill Sans mit dem Betriebssystem Mac OS X fand die Schriftart Eingang in zahlreiche Publikationen.

Seit 1997 wird Gill Sans bei der BBC als Schriftart für ihr Firmenlogo und in den Logos einzelner Sendungen verwendet. Auch der Fernsehsender 3sat verwendete zwischen 1993 und 2019 diese Schriftart im Logo, in On-Air-Elementen wie Sendungstiteln und in schriftlichen Publikationen.

Im Jahr 2000 wurden die griechischen Buchstaben von Hector Charalambous und Panayiotis Haratzopoulos mit Erlaubnis des Rechte-Inhabers Monotype überarbeitet und für das Corporate Design der Olympischen Spiele 2004 verwendet. Seither ist diese Version als Gill Sans Hellenic auch kommerziell erhältlich.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dan Rhatigan: Gill Sans after Gill. In: Forum. Nr. 28. Letter Exchange, September 2014, S. 3–7. (Linotype [PDF])