Gillersheim

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Koordinaten: 51° 38′ 4″ N, 10° 5′ 42″ O

Gillersheim
Wappen von Gillersheim
Höhe: 162 m
Fläche: 18,91 km²
Einwohner: 1013 (1. Apr. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37191
Vorwahl: 05556
Gillersheim (Niedersachsen)
Gillersheim

Lage von Gillersheim in Niedersachsen

Ortsansicht von Westen
Ortsansicht von Westen
Thiershäuser Teiche

Gillersheim ist eine Ortschaft mit 1067 Einwohnern im südlichen Niedersachsen. Gillersheim gehört zur Gemeinde Katlenburg-Lindau und damit zum Landkreis Northeim. Mit einer Ausdehnung von 18,91 Quadratkilometern ist Gillersheim flächenmäßig die größte Ortschaft in der Gemeinde, gemessen an der Einwohnerzahl die drittgrößte.

Die Einwohner werden scherzhaft auch „Kuckucks“ genannt, wobei die genaue Herkunft und Bedeutung dieses Spitznamens unklar ist. Der Ort feierte im Jahr 2005 sein 900-jähriges Bestehen und ist bekannt durch seine zahlreichen Vereinsaktivitäten sowie seine Freiwillige Feuerwehr. Die Ortschaft hat bereits mehrfach mit Erfolg an dem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ teilgenommen.

Etwa zwei Kilometer südlich von Gillersheim liegt das Erholungs- und Naturschutzgebiet „Thiershäuser Teiche“ und gleich östlich beginnt das Naturschutzgebiet Rhumeaue/Ellerniederung/Gillersheimer Bachtal. Historische Sehenswürdigkeiten stellen die Wüstung Leisenberg mit Kirchenruine sowie die Hügelgräber in den ausgedehnten Waldgebieten Gillersheims dar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1105 unter dem Namen Geldrikesen[2]. Dies geschah im Rahmen einer gefälschten Urkunde, die Erzbischof Ruthard von Mainz am 11. November 1105 in Katlenburg ausstellte. In dieser Schrift bestätigte er die Gründung des Klosters Katlenburg, welche Graf Dietrich von Katlenburg auf seiner Burg errichtete und mit zahlreichen Gütern ausstattete. Zu dieser Zeit unterstand Gillersheim der Hoheit der Grafschaft Northeim, welche den Ort als Allod zu ihrem Besitz zählte. Die schriftlichen Quellen sprechen dabei von alii compagenses, welches eine Rückführung auf die Grafen von Northeim vermuten lässt[3]. Im 14. Jahrhundert unterstand der Ort dem Fürstentum Grubenhagen, die Herzöge, Ernst, Wilhelm und Johann verkauften am 6. März 1323 auf Wiederkauf dem Hildesheimer Bischof Otto unter anderem das Dorf Gillersheim, Wollbrechtshausen, die Grafschaft Westerhof und das Gericht von Berka[4]. Knapp 350 Jahre später suchte eine Feuersbrunst den Ort heim, 32 Häuser wurden, neben der Feldmark des ehemaligen Dorfes Wollbrechtshausen Opfer der Flammen. Ein Teil der Bewohner Wollbrechtshausens zog nach Gillersheim, welches sich in den Folgejahren allmählich von diesem Unglück erholt zu haben schien. So zählte man in Gillersheim, welches zu der damaligen Zeit Bestandteil des Amtes Katlenburg-Lindau und der dazugehörigen Vogtei Katlenburg 1848, mit der örtlichen Angermühle, insgesamt 812 Einwohner, die sich auf 138 Häuser verteilten[5]. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts unterstellte man das Dorf dem Kanton Northeim, welcher Teil des Distrikt Göttingens war. Das damalige lutherische Pfarrdorf besaß, in seinen 121 Wohnhäusern, 630 Einwohner[6].

Am 1. März 1974 wurde Gillersheim in die neue Gemeinde Katlenburg-Lindau eingegliedert.[7]

In Gillersheim wohnt die Niedersächsische Kultusministerin und SPD-Landtagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SPD: 6 Sitze CDU: 5 Sitze

  • Ortsbürgermeister: Uwe Lebensieg (SPD)
  • 1. stellv. Ortsbürgermeister: Gardi Müller (CDU)
  • 2. stellv. Ortsbürgermeister: Holger Wertheim (SPD)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gillersheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katleburg-Lindau: Gillersheim (Stand 04/2014). Abgerufen am 27. Juli 2016.
  2. Mainzer Urkundenbuch 424, hrsg. von Manfred Stimmig, Bd. I, 1932.
  3. Gudrun Pischke, Herrschaftsbereiche der Billunger, der Grafen von Stade, der Grafen von Northeim und Lothars von Süpplingeburg. August Lax, Hildesheim, 1984. ISBN 3-7848-2004-2
  4. Hans Sudendorf [Hrsg.]: Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande - Theil 1: Bis zum Jahre 1341. Nr. 374. Rümpler, Hannover 1859, S. 211.
  5. Friedrich Wilhelm Harseim, C. Schlüter: Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. Hrsg.: Friedrich Wilhelm Harseim, C. Schlüter. Schlütersche Hofbuchdruckerei, Hannover 1848, S. 75.
  6. Johann Georg Heinrich Hassel: Statistisches Repertorium über das Königreich Westphalen. Vieweg, Braunschweig 1813, S. 19.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 214.