Gilles Jacob

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Gilles Jacob bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes im Mai 2009.

Gilles Jacob (eigentlich Gilbert Jacob; * 22. Juni 1930 in Paris, Frankreich) ist ein Kritiker, Produzent, Autor, Regisseur und war Präsident der Internationalen Filmfestspiele von Cannes von 2001 bis 2014.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gilles Jacob stammt von einer bürgerlichen jüdischen Familie. Sein Vater André Jacob war Leiter des Immobilien Handelshauses Auguste Jacob & Fils und seine Mutter war die Tochter von Lambert Levy, dem Generaldirektor der Gesellschaft Est Lumière, dem Vorgänger der Pariser Stromvertriebsgesellschaft.[2] Jacob hat den Zweiten Weltkrieg in einem Kinderheim in den Alpen überlebt und ist den Nazis nur knapp entkommen, indem er sich während einer Razzia hinter einem Harmonium versteckte. Diese Szene hat Louis Malle filmisch in seinem Werk Auf Wiedersehen, Kinder verewigt.[3] Nach der Befreiung kehrte er 1949 nach Paris zurück und brachte dort noch während seines Studiums, das von 1950 bis 1951 erschienene Film Magazin Raccords heraus, bei dem er Chefredakteur war. Als einer der ersten, wurde ein Artikel von François Truffaut veröffentlicht.[4]

Internationale Filmfestspiele von Cannes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1977 bis 2001 war Jacob Künstlerischer Leiter der Internationalen Filmfestspiele von Cannes. In seinem Verantwortungsbereich lag die Auswahl der Wettbewerbsbeiträge. 2001 übergab er seine Position an Thierry Frémaux und wurde daraufhin Präsident des Festivals bis zum Jahr 2014.[5]

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die Treppenstufen sind eine religiöse Metapher. Bei den Festivals von Venedig und Berlin ist der Eingang zum Premierenkino ebenerdig, bei der Oscar-Verleihung auch. Nur bei uns in Cannes steigt man auf, immer höher.“[6]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produzent (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1986: Mémoires pour Simone (Dokumentation)
  • 1987: Le cinéma dans les yeux
  • 1989: Liberté (Dokumentation)
  • 2002: Histoires de festival (TV Kurzfilm)
  • 2003: Les marches etc... (une comédie musicale) (Dokumentation)
  • 2004: Words in Progress (Dokumentation)
  • 2007: To Each His Own Cinema

Regie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1987: Le cinéma dans les yeux
  • 1989: Liberté (Dokumentation)
  • 2002: Histoires de festival (TV Kurzfilm)
  • 2003: Les marches etc... (une comédie musicale) (Dokumentation)
  • 2004: Words in Progress (Dokumentation)
  • 2012: Une journée particulière (Dokumentation)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel Pierre Lescure wird Präsident des Filmfestivals von Cannes, in: Zeit Online, vom 14. Januar 2014, abgerufen am 27. Oktober 2016.
  2. Artikel Il aura tout vu. (französisch), in: Libération, vom 7. Mai 2001, abgerufen am 27. Oktober 2016.
  3. Artikel Gilles Jacob – "Die Zeit des Größenwahns ist vorbei", in: Welt, vom 16. Mai 2012, abgerufen am 27. Oktober 2016.
  4. Artikel Gilles Jacob, le commandeur de Cannes, in: Le Monde, vom 13. Mai 2008, abgerufen am 27. Oktober 2016
  5. Artikel Die alte Mätresse, in: Süddeutsche Zeitung, vom 13. Mai 2011, abgerufen am 27. Oktober 2016.
  6. Artikel Der Treppenwitz von Cannes , in: Süddeutsche Zeitung, vom 22. Mai 2015, abgerufen am 27. Oktober 2016.