Gilles Peress

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Gilles Peress (* 29. Dezember 1946 in Neuilly-sur-Seine, Frankreich) ist ein international tätiger französischer Dokumentar-Fotograf und Fotojournalist. Peress ist Mitglied der Photographengenossenschaft Magnum Photos.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peress, geboren 1946 in Neuilly-sur-Seine, besuchte von 1966 bis 1968 das Institut d’Etudes Politiques und studierte Politikwissenschaft und Philosophie. Anschließend besuchte er bis 1971 die Universität in Vincennes. Seit 1970 widmet er sich der Fotografie und stieß 1972 zu der Gruppe der Foto-Agentur Magnum Photos[1] 1974 wurde er Mitglied in der Agentur der Photographen. 1984/85 war er deren stellvertretender Vorsitzender, 1986/87 sowie 1989–1990 deren Vorsitzender. Geschäftlich vertreten wird er von der Galerie Howard Greenberg, New York. Peress war u. a. Fotograf für das The New Yorker und Senior Researcher am Human Rights Center der University of California, Berkeley.

Weltweit hohe Anerkennung erhielt Peress durch seine emotionalen Bildberichte aus zahlreichen Krisengebieten, etwa aus Bosnien oder vom Völkermord in Ruanda.

In den Tagen um den 9. November 1989 entstand in Berlin seine Serie The Fall mit rund 68 großformatigen Doppelfotografien, die Peress 2004 im Rahmen einer Sonderausstellung von Besuchern mit persönlichen Kommentaren, Gedanken und Erinnerungen ergänzt und dann erstmals im Rahmen des Jubiläums 15 Jahre Mauerfall als kollektives Erinnerungsdokument der deutschen Geschichte veröffentlichte. Das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland erwarb seine aus der Sonderausstellung von 2004 entstandene Installation The Fall mit Unterstützung der Deutsche Bank Stiftung und des Kunstmäzens Dieter Rosenkranz, Berlin.

Peress lebt und arbeitet in New York.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gilles Peres stellt seit Ende der 1970er Jahre seine Arbeiten in bedeutenden internationalen Museun und Galerien aus. In den USA waren seine Bilder u. a. im Museum of Contemporary Photography, Chicago, Museum für Moderne Kunst (MOMA), New York; Art Institute of Chicago u. a. zu sehen. 1997 zeigte er an Berkeley School of Journalism, Kalifornien großformatige Schwarzweißfotos vom Genozid in Ruanda. 2010 waren unter dem Titel Und dann war die Mauer weg. Fotografien von Gilles Peress seine Bilder von der Wendezeit im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (zeitgleich auch in Berlin und Leipzig) zu sehen.

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996 International Center of Photography Infinity Award
  • 1995 Erich Solomon Prize Camera Works Grant
  • 1994 International Center of Photography Infinity Award
  • 1993 La Fondation de France Fellowship
  • 1992 National Endowment for the Arts Fellowship
  • 1992–1993 Guggenheim-Stipendium
  • 1990 Art Matters Grant
  • 1989 Ernst Haas-Preis, Art Director’s Club Award
  • 1986 Gahan Fellowship, Harvard University
  • 1984 National Endowment for the Arts Fellowship, W. Eugene Smith Award for Humanistic Photography
  • 1983 Fondation Nationale pour la Photographie Grant, Imogen Cunningham Award
  • 1981 Prix de la Critique Couleur, Prix du Premier Livre/Ville de Paris/Fondation Kodak Pathe, Overseas Press Club Award, Art Director’s Club Award, American Institute of Graphic Arts Award
  • 1979 National Endowment for the Arts Fellowship

Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke von Gilles Perress finden sich u. a. in folgenden Museen:

  • Kunst-Institut (Art Institute), Chicago
  • Aris Council of Great Britain, London
  • Nationalbibliothek (Bibliotheque Nationale), Paris
  • First Bank of Minnesota, Minneapolis
  • Fogg Art Museum, Harvard University
  • Leitz-Stiftung (Fondation Leitz), Rueil-Malmaison, Frankreich
  • Fondation Nationale pour la Photographie, Paris
  • Internationales Fotografie-Museum, George Eastman Haus, Rochester, N.Y.
  • Metropolitan Museum of Art, New York
  • Institut für Kunst (Institute of Art), Minneapolis
  • Museum für Moderne Kunst (Musee d’Art Moderne), Paris
  • Museum of the Moving Image, New York City
  • Museum of Fine Arts, Houston, Texas
  • Museum für Moderne Kunst (Museum of Modern Art), New York
  • Kunstmuseum (Museum of Art) Philadelphia
  • Side Gallery, Newcastle-Upon-Tyne, England
  • Kunst-Museum der Universität von Süd-Florida, Tampa
  • Walker Kunst Center, Minneapolis
  • Victoria und Albert Museum, London

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Telex. Iran. Aperture/Contrejour, 1984, Text von Gholam Hassan Saedi
  • Farewell to Bosnia. Scalo Publishers, 1993, Text: Gilles Peress
  • The Silence. Scalo Publishers, 1994, Text: Alison Des Forges
  • Power In the Blood: Photographs of the North of Ireland. Jonathan Cape/Scalo, 1997, mit Texten von Nan Richardson und Gilles Peress
Artikel

Video/Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„A Peruvian Equation“ aus der Serie „The Magnum Eye,“ TV Tokyo, Japan, 1992

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gilles Peress bei Magnum Photo