ginlo

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ginlo
Basisdaten

Entwickler ginlo.net GmbH
Erscheinungsjahr 2018
Aktuelle Version 3.5.0
(27.06.2020)
Kategorie Instant Messaging
Lizenz proprietär
deutschsprachig ja
www.ginlo.net

ginlo ist ein verschlüsselter, auf Datensicherheit ausgerichteter Instant-Messaging-Dienst für Privatpersonen und Unternehmen. Nach einer Unterbrechung der Verfügbarkeit der Apps Ende 2019, aufgrund der Insolvenz des damaligen Betreibers Brabbler AG, steht ginlo seit Februar 2020 wieder vollumfänglich zur Verfügung und wird von der neu gegründeten ginlo.net GmbH seither weiterbetrieben und -entwickelt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichung durch Brabbler AG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ginlo startete 2017 für private Nutzer in die Betaphase. Entwickelt wurde ginlo von der Brabbler Secure Message and Data Exchange AG, die 2015 von den GMX Gründern Karsten Schramm, Eric Dolatre und Peter Köhnkow gemeinsam mit Jörg Sellmann gegründet wurde.[1]

Im Januar 2018 wurde mit ginlo @work (später ginlo Business) eine kostenpflichtige Version für Unternehmen veröffentlicht.

Übernahme von SIMSme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. März 2019 wurde bekanntgegeben, dass die Brabbler AG den Konkurrenten SIMSme der Deutschen Post AG übernimmt. Im Zuge dessen beteiligte sich diese mit 10 % an der Brabbler AG.[2][3] SIMSme war ein plattformübergreifender Instant-Messaging-Dienst, den die Deutsche Post AG 2014 veröffentlichte. SIMSme gab es in zwei Versionen, eine kostenlose für Privatanwender und eine kostenpflichtige Version für geschäftliche Nutzer, die den kostenlosen Dienst refinanzierte.

Die Marke SIMSme wurde im Juni 2019 in die ginlo Markenfamilie überführt.[4]

Für das Hosting von ginlo, wie von SIMSme zuvor auch, werden Server in Deutschland verwendet.[5]

Insolvenz der Brabbler AG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. November gab die Brabbler AG bekannt, dass der Dienst Ende 2019 eingestellt werde, da kein Investor gefunden wurde. Das Amtsgericht München (Insolvenzgericht) hat mit Beschluss vom 31. Oktober 2019 das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Unternehmens eröffnet und die Eigenverwaltung angeordnet.[6][7]

Übernahme durch die ginlo GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Februar 2020 ist die ginlo Gesellschaft für Datenkommunikationsdienste mbH Betreiberin des Dienstes.[8][9]

ginlo-App[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ginlo für private Nutzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die App ist kostenfrei und für Smartphones mit den Betriebssystemen iOS (ab Version 9) und Android (ab Version 5) in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch und Türkisch verfügbar.

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vollverschlüsselung auf dem Übertragungsweg und auf dem Gerät selbst
  • Echtzeit-Messaging
  • Einzel- und Gruppenchats
  • Audio-Video-Konferenzen
  • Senden und Empfangen von allen gängigen Dateiformaten (z. B. PDF, PPTX, DOCX, XLSX)
  • Teilen von Bildern, Videos, Sprachnachrichten und Standorten
  • Versand von selbstzerstörenden oder zeitversetzten Nachrichten
  • Kommunizieren mit „ginlo Business“ Kontakten
  • Verifizieren von Kontakten durch QR-Code-Scan
  • Backup
  • Abonnieren von Content-Channels

ginlo- und ginlo Business-Benutzer können miteinander kommunizieren. ginlo Business bietet (mit Ausnahme der Möglichkeit eines Abonnements von Content-Channels) dieselben Funktionen wie ginlo.

ginlo Business[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ginlo Business besteht aus zwei Komponenten. Der Messenger ginlo Business ist für Smartphones mit den Betriebssystemen Android (ab Version 5) und iOS (ab Version 9), als Web-Browser-Client und als Desktop-Anwendung für Windows, MacOS und Linux verfügbar. Die Webanwendung ginlo Management Cockpit dient als Administrationstool für die zentrale Verwaltung der Anwendung. Beide Anwendungen unterstützen die Sprachen Deutsch und Englisch, die Smartphone-App zusätzlich auch Türkisch.

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusätzlich zu den Funktionen von ginlo:

  • Kommentarfunktion im Chat
  • Versand von Nachrichten mit hoher Priorität
  • Abwesenheitsnotizen
  • Dateibrowser für sicheren Zugriff auf alle über ginlo Business geteilten Dokumente und Medien
  • Synchrone Nutzung auf bis zu 10 Geräten
  • DSGVO-Konformität

Funktionen des ginlo Management Cockpits:

  • Nutzer- und Lizenzverwaltung
  • Sicherheits- und Compliance-Einstellungen
  • Zentrale Gruppen & Info-Channels
  • Reporting Dashboard
  • App-Design-Konfiguration
  • Mobile Device Management

Verschlüsselung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokale Verschlüsselung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokale (oder clientseitige) Daten, wie z. B. Nachrichten oder Kontakte, werden auf dem Gerät in einer verschlüsselten Datenbank gespeichert. Deren Schlüssel wird zufällig generiert und in einem systemspezifischen Schlüsselring hinterlegt.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Kommunikationsinhalte, die mit anderen ginlo oder ginlo Business Nutzern ausgetauscht wurden, sind Ende-zu-Ende verschlüsselt. Für die Verschlüsselung von Nachrichten zwischen den Nutzern wird ein Protokoll verwendet, welches auf Libsodium basiert. Dateien werden mithilfe von AES-256 codiert. Anschließend werden diese Daten mit einem asymmetrischen Verfahren verschlüsselt. Dazu wird ein asymmetrisches Schlüsselpaar auf Basis von Elliptic Curve Cryptography (Curve25519) generiert.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„ginlo“ ist ein Anagramm von „login“.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Brabbler AG startet den Betatest ihrer Kommunikations-App ginlo. In: StartupValley Magazine. 18. Juli 2017, abgerufen am 2. Februar 2020 (deutsch, anhand von Material einer PR-Agentur).
  2. Deutsche Post verkauft ihren Messenger SIMSme an die Brabbler AG. Deutsche Post DHL Group, 13. März 2019, abgerufen am 2. Februar 2020 (deutsch).
  3. Deutsche Presse-Agentur: Brabbler AG greift zu: Post verkauft Messenger-Dienst SIMSme. Wirtschaftswoche, 13. März 2019, abgerufen am 2. Februar 2020 (deutsch).
  4. Deutsche WhatsApp-Alternative ginlo gibt Nutzern ihre Privatsphäre zurück. Finanznachrichten, abgerufen am 2. Februar 2020 (deutsch, unter Verweis auf eine PR-Agentur).
  5. Wie die GMX Gründer die Kommunikationsplattform ginlo entwickelt haben. In: StartupValley Magazine. 22. Februar 2018, abgerufen am 2. Februar 2020 (deutsch, anhand von Material einer PR-Agentur).
  6. Bekanntmachung Amtsgericht München. Amtsgericht München, 5. November 2019, abgerufen am 5. November 2019.
  7. Volker Weber: Deutsche WhatsApp-Alternative ginlo (SIMSme) stellt den Betrieb ein. heise online, 5. November 2019, abgerufen am 2. Februar 2020 (deutsch).
  8. Über uns. ginlo.net Gesellschaft für Datenkommunikationsdienste mbH, abgerufen am 2. Februar 2020 (deutsch).
  9. ginlo.net. ginlo.net Gesellschaft für Datenkommunikationsdienste mbH, abgerufen am 2. Februar 2020 (deutsch): „Derzeit läuft der Reaktivierungsprozess für unsere Produkte in den App-Stores. Wir arbeiten intensiv daran, Ihnen die ginlo-Apps so schnell wie möglich wieder zur Verfügung zu stellen.“