ginlo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
ginlo
Basisdaten

Entwickler Brabbler Secure Message and Data Exchange AG
Erscheinungsjahr 2018
Kategorie Instant Messaging
Lizenz proprietär
deutschsprachig ja
www.ginlo.net

ginlo ist ein verschlüsselter, auf Datensicherheit ausgerichteter Instant-Messaging-Dienst der Brabbler Secure Message and Data Exchange AG mit Sitz in München.[1]

Das Produkt richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch an Unternehmen. „ginlo“ für Privatnutzer befand sich 2017 in einer öffentlichen Betaphase, der Marktgang wird derzeit vorbereitet.[2][3] „ginlo“ für Unternehmen startete im Januar 2018 unter dem Namen „ginlo @work“.[4]

Die App „ginlo @work“ ist für Smartphones mit den Betriebssystemen Android (ab Version 5) und iOS (ab Version 10) und für Windows-Desktops (ab Version 7) verfügbar, das dazugehörige Administrationstool „ginlo Team Manager“ gibt es für Windows und macOS. Beide Anwendungen unterstützen die Sprachen Deutsch und Englisch.[5][6][7] Weitere Sprachen sowie ein Desktop-Client für macOS sind geplant.[8][9]

Hintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betreiber des Dienstes ist die „Brabbler Secure Message and Data Exchange AG“, die 2015 von den GMX Gründern Karsten Schramm, Eric Dolatre und Peter Köhnkow gemeinsam mit Jörg Sellmann ins Leben gerufen wurde. Für das Hosting von „ginlo“ werden Server in Deutschland verwendet.[10] Die Finanzierung der Unternehmung erfolgt durch ein klassisches Abomodell.[11]

Im Juli 2017 stieg das Family Office von Leopold Stiefel, Mitgründer der Elektronik-Fachmarktkette Media-Markt, mit einer Investitionssumme in Höhe von 15 Mio. EUR bei der Brabbler AG ein. Die Familie hält insgesamt 21 % am Unternehmen.[12]

Übernahme von SIMSme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. März 2019 wurde bekanntgegeben, dass die Brabbler AG den Messenger-Dienst SIMSme der Deutsche Post AG übernimmt. Im Zuge dessen steigt die Deutsche Post AG als Shareholder bei der Brabbler AG ein.[13] Im Juni 2019 wurde nach der Übernahme der SIMSme App die Marke SIMSme in die ginlo Markenfamilie überführt.[14]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„ginlo“ ist ein Anagramm von „login“.[15]

Funktionsumfang "ginlo @work"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„ginlo @work“ besteht aus zwei Komponenten – der Messaging-App und dem Administrationstool „ginlo Team Manager“ für die IT-Abteilung.[16][17]

Messaging-App „ginlo @work“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vollverschlüsselung auf dem Übertragungsweg und auf dem Gerät selbst
  • Echtzeit-Messaging
  • Einzel- und Gruppenchats
  • Senden und Empfangen von allen gängigen Dateiformaten (z. B. PDF, PPTX, DOCX, XLSX)
  • Teilen von Bildern, Videos und Sprachnachrichten
  • Backup
  • DSGVO-konform

Administrationstool „ginlo Team Manager“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nutzer- und Lizenzverwaltung
  • Erweitertes Rollenkonzept ermöglicht das Einladen von externen Nutzern als Gäste
  • Zentrales Compliance-Archiv und Backup der gesamten Korrespondenz
  • Exportfunktion von Inhaltsdaten

Verschlüsselung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokale Verschlüsselung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokale (oder clientseitige) Daten, wie z. B. Nachrichten oder Kontakte, werden auf dem Gerät in einer verschlüsselten Datenbank gespeichert. Deren Schlüssel wird zufällig generiert und in einem systemspezifischen Schlüsselring hinterlegt.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Kommunikationsinhalte, die mit anderen „ginlo @work“-Nutzern ausgetauscht werden, sind Ende-zu-Ende verschlüsselt. Für die Verschlüsselung von Nachrichten zwischen „ginlo @work“-Nutzern wird ein Protokoll verwendet, welches auf Libsodium basiert. Dateien werden mithilfe von AES-256 codiert. Anschließend werden diese Daten mit einem asymmetrischen Verfahren verschlüsselt. Dazu wird ein asymmetrisches Schlüsselpaar auf Basis von Elliptic Curve Cryptography (Curve25519) generiert. Der private und der öffentliche Schlüssel werden in der Client-Datenbank hinterlegt, der öffentliche Schlüssel befindet sich auch auf dem ginlo Server.

Bei der Kommunikation zwischen ginlo Client und Server kommt eine Transportverschlüsselung auf Basis von TLS zum Einsatz.

Hierarchische Verschlüsselung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Kopie des Nachrichten-Schlüsselpaars jedes "ginlo @work" Nutzers wird mit einem sogenannten „Team Identity Encryption Key“ verschlüsselt und in einem zentralen „Team Service“ auf dem ginlo Server hinterlegt. Der Administrator kann mit seinem Schlüsselpaar den „Team Identity Encryption Key“ und damit die Schlüsselpaare seiner Nutzer entschlüsseln. Dadurch ist es möglich, bei Bedarf zentral auf die Klartextnachrichten der Nutzer zuzugreifen und so ein Instant-Messaging-Archiv nach dem Prinzip der E-Mail-Archivierung aufzubauen, ohne dem Betreiber der Lösung die Möglichkeit zur Entschlüsselung zu bieten. Außerdem können so verlorengegangene Schlüssel der Nutzer, etwa bei Verlust des Geräts, wiederhergestellt werden.[18]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ginlo@work: Sichere Kommunikation für Unternehmen. In: SearchNetworking.de. (searchnetworking.de [abgerufen am 17. Juli 2018]).
  2. Brabbler startet den Betatest ihrer Kommunikations-App ginlo. In: Das Magazin für die Internationale Startup-Szene. 18. Juli 2017 (startupvalley.news [abgerufen am 17. Juli 2018]).
  3. Vogel Communications Group GmbH & Co. KG: Deutsche Whatsapp-Alternative mit Extras. (cloudcomputing-insider.de [abgerufen am 17. Juli 2018]).
  4. Der DSGVO-sichere Messenger. Abgerufen am 17. Juli 2018 (deutsch).
  5. ginlo Team Manager Leitfaden für Administratoren. Abgerufen am 23. November 2018.
  6. ginlo @work – Apps bei Google Play. Abgerufen am 17. Juli 2018.
  7. ginlo @work im App Store. Abgerufen am 17. Juli 2018 (deutsch).
  8. Hilfe | ginlo @work. Abgerufen am 17. Juli 2018.
  9. Sicherer Business Messenger | ginlo @work. Abgerufen am 23. November 2018.
  10. Wie die GMX Gründer die Kommunikationsplattform ginlo entwickelt haben. In: Das Magazin für die Internationale Startup-Szene. 22. Februar 2018 (startupvalley.news [abgerufen am 17. Juli 2018]).
  11. Preise und Leistungsumfang | ginlo @work. Abgerufen am 17. Juli 2018.
  12. Brabbler: 15 Millionen Euro vor dem Produktstart - WiWo Gründer. In: WiWo Gründer. 20. Juli 2017 (wiwo.de [abgerufen am 17. Juli 2018]).
  13. Deutsche Post AG: Deutsche Post verkauft ihren Messenger SIMSme an die Brabbler AG. Abgerufen am 17. März 2019.
  14. Ginlo.net: SIMSme wird zu ginlo abgerufen am 26. Juni 2019
  15. Neuer Messenger Ginlo mit Passwortmanager und Adressbuch. In: https://www.merkur.de. 3. August 2017 (merkur.de [abgerufen am 17. Juli 2018]).
  16. Heinemann Verlag GmbH, Leopoldstraße 87, 80802 München: Sicher brabbeln | it-administrator.de. Abgerufen am 17. Juli 2018.
  17. Sicherer Business Messenger | ginlo @work. Abgerufen am 17. Juli 2018.
  18. Brabbler AG: Security Whitepaper ginlo @work. Abgerufen am 17. Juli 2018.