Gioia del Colle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für den gleichnamigen Wein siehe Gioia del Colle (Wein)
Gioia del Colle
Kein Wappen vorhanden.
Gioia del Colle (Italien)
Gioia del Colle
Staat: Italien
Region: Apulien
Metropolitanstadt: Bari (BA)
Koordinaten: 40° 48′ N, 16° 56′ OKoordinaten: 40° 48′ 0″ N, 16° 56′ 0″ O
Höhe: 365 m s.l.m.
Fläche: 206 km²
Einwohner: 27.753 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 135 Einw./km²
Postleitzahl: 70023
Vorwahl: 080
ISTAT-Nummer: 072021
Volksbezeichnung: gioiesi
Schutzpatron: San Filippo Neri

Gioia del Colle ist eine italienische Gemeinde mit 27.753 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) in der Metropolitanstadt Bari in Apulien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Kriegseintritt Italiens im Juni 1940 errichtete das faschistische Regime in Gioia del Colle ein Internierungslager (campo di concentramento). Es befand sich in einer stillgelegten Teigproduktionsfabrik entlang einer fern vom Dorfzentrum gelegenen Ausfallstrasse. Das Lager beherbergte insgesamt 59 Internierte, bis auf zwei Ausländer allesamt italienische Juden. Hohe Mauern umgaben das Gelände und gaben dem Gebäude das Erscheinungsbild einer Kaserne. Es gab zwei Schlafsäle zu je 50 Betten, ein Krankenzimmer und fließendes Wasser; die sanitären Anlagen waren jedoch primitiv, die Räume konnten nicht beheizt werden und es gab keine Anbindung ans Stromnetz. Schon bald verfügte das Innenministerium die Schließung des Lagers. Die letzten Internierten wurden im Juni 1941 auf andere Lager verteilt. [2]

Militärflugplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Gioia del Colle befindet sich seit 1915 ein wichtiger Militärflugplatz der italienischen Luftwaffe, die dort ein Geschwader mit Kampfflugzeugen vom Typ Eurofighter Typhoon stationiert hat. Während des Kalten Krieges wurden auf dem Stützpunkt im Rahmen der Nuklearen Teilhabe auch Atombomben gelagert. Die Royal Air Force nutzte die Basis bei diversen Einsätzen auf dem Balkan in den 1990er Jahren und 2011 über Libyen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bianca Lancia (um 1200/1210–etwa 1244/1246), langjährige Geliebte und letzte Ehefrau des Kaisers Friedrich II. starb möglicherweise in Gioia del Colle (um 1244–1246)
  • Nicola Legrottaglie (* 1976), Fußballspieler
  • Frank Stallone (Staglione) Senior (* 1919; † 11. Juli 2011) – Vater von Sylvester Stallone

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gioia del Colle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Comenius Project

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. Carlo Spartaco Capogreco, I campi del duce. L’internamento civile nell’Italia fascista (1940-1943), Torino 2004 (Einaudi), S. 237-238