Giorgio Armani

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Moskau, Warenhaus GUM, Red Night Party (2009)
Vogue's Fashion Night Out in Mailand (2009)
Armani mit von ihm gesponserten Spielern von Olimpia Milano (2009)

Giorgio Armani (* 11. Juli 1934 in Piacenza, Italien) ist ein italienischer Modedesigner und Unternehmer. Armani gilt als einer der „größten Modemacher des 20. Jahrhunderts“.[1] Das von ihm 1975 gegründete internationale Modeunternehmen Giorgio Armani SpA trägt seinen Namen.

Lebensgeschichte[Bearbeiten]

Nach einem abgebrochenen Medizinstudium arbeitete Armani zunächst als Schaufensterdekorateur, dann als Ausstellungsarrangeur und wurde schließlich Modeeinkäufer und Leiter der Herrenmodeboutique des Mailänder Warenhauses La Rinascente. In den Jahren von 1961 bis 1970 arbeitete er unter Nino Cerruti für dessen Herrenmarke Hitman. 1966 lernte Armani seinen späteren Lebensgefährten Sergio Galeotti, einen Architekten, kennen, betrieb ein Design-Studio mit ihm und arbeitete freiberuflich für Ungaro und Zegna. 1975 gründete Armani mit Galeotti sein eigenes, nach ihm benanntes Unternehmen. Armani machte sich zunächst mit eleganter Herrenmode einen Namen und schließlich auch mit exklusiver Damenmode.

1985 starb Armanis Freund und Geschäftspartner Galeotti, der für die Geschäftsführung im Unternehmen verantwortlich war, laut Medienberichten nach einer zweijährigen Leukämie-Erkrankung an einem Herzinfarkt.[2][3] Nach Galeottis Tod übernahm Armani dessen 50%igen Anteil am Unternehmen und auch Galeottis Aufgaben.[4] Über die Jahre wurde das Portfolio um zahlreiche Kollektionen erweitert. Der anfänglich kleine Modebetrieb entwickelte sich ab den 1980er Jahren zum internationalen Modeimperium.

1996 wurde Armani nach einem Bestechungsvorwurf gegenüber den italienischen Finanzbehörden, der auch Modeunternehmen wie Krizia, Gianfranco Ferré und Versace betraf, in Mailand zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.[5][6] 2008 kaufte Armani den Basketballclub Olimpia Milano, der seither offiziell nach Armanis Sportkollektion EA7 den Namen EA7-Emporio Armani Milano trägt.

Giorgio Armani spricht neben Italienisch auch Französisch und nur wenig Englisch, gilt als kompromisslos, mitunter aufbrausend, „detailbesessen und als Asket“.[1] Seine Schwester Rosanna und deren Familie, wie ihr Sohn Andrea Camerana, sowie die Familie seines verstorbenen älteren Bruders Sergio, wie dessen Töchter Silvana und Roberta Armani, sind Mitarbeiter in seinem Unternehmen. Im Februar 2007 wurde von Giorgio Armani, der ledig ist und selbst keine Kinder hat, öffentlich verkündet, dass er sich auf Käufersuche für sein Modeimperium befände. Der Wert des Unternehmens wurde bereits Mitte der 2000er Jahre auf etwa fünf Milliarden Euro geschätzt.[7] Anfang der 2010er Jahre wurde Armanis Privatvermögen auf 7,2 Milliarden Euro beziffert.[8][9] Seit Sergio Galeottis Tod kontrolliert Armani selbst sämtliche Unternehmensprozesse, wacht über das Markenimage und beaufsichtigt selbst die in Lizenz vergebene Einführung von Unterwäsche, Schwimmbekleidung, Accessoires, von Kinderkleidung sowie Korrektur- und Sonnenbrillen.[10]

Armani ist bis heute Allein-Aktionär seines finanziell unabhängigen Unternehmens. Die zahlreichen Übernahmeofferten von Mode-Großkonzernen wie LVMH in den 1990er Jahren hatte er stets abgelehnt.[11] Einen Börsengang hat er nicht betrieben, weil er kein zusätzliches Geld brauchte und nicht "vom Markt dirigiert" werden wollte.[12] Als Armanis Markenzeichen und Unternehmenslogo wählte er für die Modelinien Armani Jeans, Emporio Armani sowie Armani Junior einen stilisierten Adler. Armani selbst tritt gerne in einem schlichten dunkelblauen T-Shirt oder Kaschmir-Pullover auf.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

(unvollständige Liste)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Giorgio Armani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Textilwirtschaft: The 'King of Fashion' wird 70 (8. Juli 2004)
  2. Sergio Galeotti, 40; Co-Founder of Giorgio Armani Design Firm, latimes.com, 25. August 1985
  3. Was wird aus Armanis Imperium?, wallstreetjournal.de, 25. Mai 2012
  4. Grau in Grau, spiegel.de, 6. Juli 1987
  5. Von der Finanzpolizei erpreßt, welt.de, 26. Januar 1998
  6. Gewalt und Leidenschaft, focus.de, 21. Juli 1997
  7. Rund fünf Milliarden Euro wert - Giorgio Armani sucht nach Käufern für seinen Modekonzern, rp-online.de, 20. Februar 2007
  8. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/koepfe/ueberraschungsei-erfinder-michele-ferrero-ist-der-reichste-mann-italiens/6304338.html
  9. Was wird aus Armanis Imperium?, wallstreetjournal.de, 25. Mai 2012
  10. „Armani & Co. Designer-Opas denken nicht ans Aufhören“, Die Welt, 7. Januar 2008
  11. Das Metier ist gnadenlos, spiegel.de, 24. Juni 2002
  12. Das Metier ist gnadenlos, spiegel.de, 24. Juni 2002