Giorgio Chiellini

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Giorgio Chiellini
Giorgio Chiellini (Juventus).jpg
Chiellini (2012)
Spielerinformationen
Geburtstag 14. August 1984
Geburtsort PisaItalien
Größe 187 cm
Position Abwehr
Junioren
Jahre Station
AS Livorno
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2000–2004 AS Livorno 55 0(4)
2004– Juventus Turin 334 (25)
2004–2005 → AC Florenz (Leihe) 37 0(3)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2000 Italien U-15 8 0(0)
2000–2001 Italien U-16 12 0(2)
2001 Italien U-17 1 0(0)
2002 Italien U-18 6 0(1)
2001–2003 Italien U-19 18 0(1)
2004–2007 Italien U-21 26 0(6)
2004– Italien 92 0(7)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 27. August 2017

2 Stand: 11. Juni 2017

Giorgio Chiellini (* 14. August 1984 in Pisa) ist ein italienischer Fußballspieler.

Er steht seit 2004 bei Juventus Turin unter Vertrag. Früher spielte er auf der Position des Linksverteidigers, inzwischen hat er sich aber als Innenverteidiger etabliert und wird auf dieser Position eingesetzt.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chiellini begann seine fußballerische Karriere bei der AS Livorno in der italienischen Serie C1 und stieg mit der Mannschaft in der Saison 2003/04 in die Serie A auf. Im Sommer 2004 wurde er vom italienischen Rekordmeister Juventus Turin verpflichtet. Juventus verlieh ihn an den Liga-Konkurrenten AC Florenz, für den er am 12. September 2004 sein Debüt in Italiens höchster Liga gab und 37 von 38 Saisonspielen absolvierte.

Zur Saison 2005/06 kehrte Chiellini von der AC Florenz zu Juventus zurück und erkämpfte sich nach einem für ihn schwierigen Saisonstart unter Trainer Fabio Capello einen Stammplatz. Nach Juves Zwangsabstieg in die Serie B zur Saison 2006/07 auf Grund des Manipulationsskandals hatte Chiellini unter dem neuen Trainer Didier Deschamps einen Stammplatz in der Abwehr sicher und schaffte mit der Mannschaft den direkten Wiederaufstieg.

In der Saison 2007/08 wechselte Chiellini für den verletzten Jorge Andrade von der linken Außenverteidigerposition in die Innenverteidigung. Dort wurde er zu einem Leistungsträger der Mannschaft, die unter Claudio Ranieri den dritten Platz in der Serie A belegte. Nach seinen Leistungen bei der EM 2008 wurde sein Vertrag bei Juventus bis 2013 verlängert.[1]

In der Saison 2015/16 absolvierte Chiellini gegen Sampdoria Genua sein 400. Spiel für Juventus und gewann zum fünften Mal in Folge den Scudetto mit der Alten Dame. Sein aktueller Vertrag läuft bis 2018.

In der Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giorgio Chiellini durchlief ab der U-15 sämtliche Jugendnationalmannschaften und absolvierte 67 Junioren-Länderspiele. Seinen größten Erfolg in dieser Zeit erreichte er bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen, als er unter Trainer Claudio Gentile die Bronzemedaille gewann. Chiellini war lange Zeit Kapitän der italienischen U-21 Nationalmannschaft, mit der er auch an der U-21-EM in den Niederlanden teilnahm.

Am 17. November 2004 debütierte er unter Marcello Lippi beim 1:0 gegen Finnland in der A-Nationalmannschaft. Am 21. November 2007 erzielte er beim 3:1-Heimsieg gegen die Färöer sein erstes Länderspieltor.

Aufgrund seiner Leistungen bei Juventus wurde Chiellini von Nationaltrainer Roberto Donadoni in den Kader für die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz berufen. Am 2. Juni 2008 foulte er während der EM-Vorbereitung seinen Nationalmannschaftskollegen Fabio Cannavaro derart, dass sich dieser einen doppelten Bänderriss am linken Sprunggelenk zuzog und seine Teilnahme am Turnier verletzungsbedingt absagen musste.[2] Beim Turnier absolvierte Chiellini drei Partien und zeigte, speziell im Viertelfinale gegen Spanien, das mit 2:4 nach Elfmeterschießen verloren ging, starke Leistungen.

Bei der Europameisterschaft 2012 wurde Chiellini in fünf Spielen eingesetzt. Nur im Viertelfinalspiel gegen England fehlte er verletzungsbedingt wegen eines Muskelfaserrisses. Er nahm als Stammspieler an der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien teil, die für Italien in der Vorrunde endete. Im entscheidenden letzten Spiel biss ihn der Uruguayer Luis Suárez in die Schulter.[3]

Am 10. Oktober 2014 markierte er im EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan alle Tore der Begegnung: das 1:0, das 1:1 durch ein Eigentor und das 2:1.[4]

Bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich wurde er in das italienische Aufgebot aufgenommen. Vier der fünf Turnierspiele bestritt er als Stammspieler aus der Startaufstellung, nur im bedeutungslosen dritten Vorrundenspiel, als das Team bereits als Gruppensieger feststand, wurde er geschont. Im Achtelfinale leitete er mit dem Treffer zum 1:0 den Sieg über Spanien ein. Im Viertelfinale wurde er unmittelbar vor dem Elfmeterschießen ausgewechselt, das von Gegner Deutschland gewonnen wurde und das Turnier für Italien beendete.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Nationalspieler

Mit seinem Verein

* aberkannt im Rahmen des italienischen Fußball-Skandals 2005/2006

Persönlich

* 2010 gemeinsam mit Walter Samuel

  • AIC-Mannschaft des Jahres: 2016

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chiellini ist Absolvent der Universität Turin,[5] der Titel seiner Abschlussarbeit als Betriebswirt lautet Die Bilanzen von Fussballklubs am Beispiel von Juventus Turin.[6] Im Jahr 2017 erhielt Chiellini einen Master-Abschluss in BWL. In seiner Masterarbeit schrieb er unter dem Titel The Business Model of Juventus Football Club in an International Context erneut über seinen Arbeitgeber.[7]

Chiellini heiratete im Juli 2014 in Livorno seine langjährige Freundin Carolina Bonistalli.[8]

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Giorgio Chiellini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chiellini: «Un nuovo punto di partenza». www.juventus.com, 26. Juni 2008, abgerufen am 26. Juni 2008 (italienisch).
  2. Gaetano DeStefano: Italia, è già dopo Cannavaro. Arriva Gamberini, chi gioca? www.gazzetta.it, 2. Juni 2008, abgerufen am 2. Juni 2008 (italienisch).
  3. Spielbericht Italien Uruguay auf RP-Online
  4. Torschützen Italien-Aserbaidschan, auf kicker.de. Abgerufen am 10. Oktober 2014.
  5. Interview mit Giorgio Chiellini, La Repubblica, 27. Juli 2010, abgerufen am 13. Oktober 2014 (italienisch).
  6. Schwarzbrot kauen mit Musik, Süddeutsche Zeitung vom 13. Oktober 2014, S. 28.
  7. Juventus Turin: Chiellini erhält sein Master-Diplom - Goal.com. In: Goal.com. 7. April 2017 (goal.com [abgerufen am 12. April 2017]).
  8. Giorgio Chiellini sposa Carolina Bonistalli: il matrimonio da sogno con 250 invitati, oggi.it, 21. Juli 2014, abgerufen am 13. Oktober 2014 (italienisch).