Giovacchino Forzano

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Giovacchino Forzano (* 19. November 1884 in Borgo San Lorenzo; † 28. Oktober 1970 in Rom) war ein italienischer Dramatiker, Librettist, Drehbuchautor, Publizist und Regisseur.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forzano studierte Medizin, Rechtswissenschaft und Gesang. Erste Theatererfahrung sammelte er als Bariton an kleinen Bühnen in der Toskana. Parallel begann er als Journalist zu arbeiten; u. a. für La Nazione (Florenz), La Stampa (Turin) und den Corriere della Sera (Mailand).

Bekannt wurde er als Autor und Regisseur dramatischer Texte. Er schrieb Opernlibretti (populär ist sein Arientext O mio babbino caro aus Gianni Schicchi, Musik: Giacomo Puccini), und er inszenierte u. a. am Teatro Regio in Turin, in der Mailänder Scala, der Arena von Verona und am Royal Opera House London.

Während der Zeit des Faschismus organisierte Forzano für den Partito Nazionale Fascista ein Wandertheater, den Carro di Tespi.[1] Forzano gehörte zum Freundeskreis von Benito Mussolini, mit dem gemeinsam er verschiedene Theaterstücke verfasste, darunter das Napoleon-Drama "Hundert Tage". 1932 nahm Forzano an einem Wettbewerb für einen Film zum zehnten Jahrestag des Marsches auf Rom. In der Folge war er an der Produktion mehrerer Propagandafilme beteiligt und gründete in Tirrenia ein eigenes Studio. [2] Forzano produzierte Versionenfilme von mehreren seiner Dramen, so von "Villafranca" und "Hundert Tage".[3]

Giovacchino Forzano war der Vater des Filmregisseurs Andrea Forzano (1915–1992).

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erinnerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Come li ho conosciuti, Eri, Turin 1957.

Geschichtsbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carrara dal 27 aprile al 22 agosto ’59. Tip. Artistica, Carrara 1909
  • Carrara nel 1859: notizie raccolte da documenti inediti dell’Archivio Comunale e riordinate ad uso delle scuole. Tip. Lanini, Florenz 1911

Dramen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Libretti[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theaterstücke und Drehbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gli amanti sposi (Komödie, 1924)
  • Il conte di Bréchard (Historisches Drama, 1924)
  • Il dono del mattino (Komödie, 1925)
  • Gutlibi (Drama, 1926)
  • Ginevra degli Almieri (Historisches Drama, 1927)
  • Danton (Historisches Drama, 1929)
  • Campo di maggio (Historisches Drama, 1930; zusammen mit Benito Mussolini). UA 18. Dezember 1930 Rom (Teatro Argentina)
    • Deutsche Buchausgabe: Hundert Tage. Drei Akte in neun Bildern. Deutsch von Géza Herczeg. Paul Zsolnay Verlag, Berlin / Wien / Zürich 1933
  • Villafranca (Historisches Drama, 1932)
  • Cesare (Historisches Drama, 1937; zusammen mit Benito Mussolini)
  • Racconti d’autunno, di inverno e di primavera (nationalistisches Festspiel, 1937)

Filme (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inszenierungen fremder Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Griffiths, Clive Edward John: The theatrical works of Giovacchino Forzano, Mellen, Lewiston [u. a.] 2000.
  • Tietke, Fabian: Co-produzierte Widersprüche. Die deutsch-italienischen Historienfilme CAMPO DI MAGGIO, HUNDERT TAGE und CONDOTTIERI. In: Francesco Bono, Johannes Roschlau (Hrsg.): Tenöre, Touristen, Gastarbeiter. Deutsch-italienische Filmbeziehungen. München, edition text+kritik, S. 57–68.
  • Tietke, Fabian: Napoleon im Theater der Diktatoren: Campo di Maggio und Hundert Tage von 1935 nach dem Stück von Benito Mussolini und Giovacchino Forzano. In: Filmblatt 18. Jg. [Winter 2013/14], Nr. 53, S. 3–17.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gaetano Biccari: "Zuflucht des Geistes?" Konservativ-revolutionäre, faschistische und nationalsozialistische Theaterdiskurse in Deutschland und Italien 1900-1944, S. 290.
  2. Fabian Tietke: Napoleon im Theater der Diktatoren: Campo di Maggio und Hundert Tage von 1935 nach dem Stück von Benito Mussolini und Giovacchino Forzano. In: Filmblatt 18. Jg. [Winter 2013/14], Nr. 53, S. 3–17, S. 3.
  3. Fabian Tietke: Napoleon im Theater der Diktatoren: Campo di Maggio und Hundert Tage von 1935 nach dem Stück von Benito Mussolini und Giovacchino Forzano. In: Filmblatt 18. Jg. [Winter 2013/14], Nr. 53, S. 3–17.