Giovanni Francesco Gemelli Careri

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Giovanni Francesco Gemelli Careri im Alter von 48 Jahren. Aus seinem Buch "Giro Del Mondo"

Giovanni Francesco Gemelli Careri (* 1651 in Radicena, heute Taurianova; † 1725 in Neapel) war ein italienischer Jurist, Abenteurer und Weltreisender.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aus dem Fürstentum Terranova gebürtige junge Bürgerliche besuchte ein Jesuitenkolleg und erwarb in Neapel ein Doktorat der Jurisprudenz. Er versuchte in der neapolitanischen Justiz Fuß zu fassen, sah aber seine Karriere behindert und ging auf Reisen. Er engagierte sich im Kampf gegen die Türken, die damals Ofen (Buda) belagerten und wurde verwundet. Zurückgekehrt nach Neapel veröffentlichte er, gemeinsam mit Matteo Egizio, einem neapolitanischen Gelehrten, einen Bericht in Briefen über die Kampagne in Ungarn (Relazione delle Campagne d'Ungheria, 1689) sowie den Reisebericht Viaggi in Europa (1693).

Gemelli Careri versuchte erneut, Karriere im neapolitanischen Gerichtswesen zu machen, sah sich aber wegen seiner bürgerlichen Herkunft behindert. So beschloss er, 1693 eine Reise rund um die Welt zu unternehmen, die ihn über Malta, Ägypten, das Heilige Land, Konstantinopel, Armenien, Persien und Indien bis nach China, die Philippinen und nach Mexiko führte. Von dort kehrte er mit einem spanischen Schiff nach Neapel zurück.

Publikation Giro del mondo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1699 und 1700 wurde vom Verleger Roselli sein sechsbändiger Reisebericht Reise um die Welt (Giro del mondo) herausgegeben. Gemelli Careri wird oft als erster Tourist bezeichnet. Seine Weltreise wurde lange Zeit für erdichtet gehalten,[1] sie gilt heute jedoch nicht zuletzt wegen ihrer präzisen Detailbeschreibungen als authentisch.

Literatur zu Careri[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Angela Maccarrone Amuso: Gianfrancesco Gemelli-Careri. L'Ulisse del XVII secolo. Biografia scientifica di un grande di Calabria. Rom, Gangemi 2000.
  • Stefania Buccini: Coerenza metodologica nel „Giro del mondo“ di Giovanni Francesco Gemelli Careri. In: Annali d'Italianistica, Band 14, 1996, S. 246–256 (online).
  • Michele Fatica: L'itinerario sinico di Giovanni Francesco Gemelli Careri. Saggio di decrittazione degli antroponimi europei e dei toponimi cinesi nel Giro del mondo. In: Sitti Faizah, Soenoto Rivai und Luigi Santa Maria (Hrsg.): Persembahan. Studi in onore di Luigi Santa Maria, Napoli, Istituto Universitario Orientale 1998.
  • Eugenio Menegon: Desire, Truth, and Propaganda. Lay and Ecclesiastical Travelers from Europe to China in the Long Eighteenth Century. In: Roberta Micallef (Hrsg.): Ilex Foundation, Harvard University Press, Boston, Cambridge 2018, S. 11–41 (online).
  • Philippe de Vargas: Le „Giro del mondo“ de Gemelli Careri, en particulier de récit du séjour en Chine. Roman ou vérité?. In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte, Band 5, 1955, S. 417–451 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe z. B. Allgemeine geographische Ephemeriden, Band 42