Giovanni Luppis

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Barone Giovanni Lupis von Rammer.jpg

Giovanni Biagio Luppis, ab 1869: Giovanni Biagio Luppis Ritter von Rammer[1] (kroatisch Ivan Lupis - Vukić), (* 28. Januar 1813 in Fiume, heute Rijeka; † 11. Januar 1875 in Torriggia am Comer See, Lombardei) war ein Erfinder, Offizier und Ingenieur der österreichischen Marine. Er entwickelte den ersten propellergetriebenen Torpedo.

Leben[Bearbeiten]

Geboren wurde er in Fiume (Rijeka), wo er auch das Gymnasium abschloss. Danach absolvierte er die Marine-Akademie in Venedig und diente in der österreichischen Marine, in der er bis zum Rang eines Fregattenkapitäns aufstieg.

Er stellte sich ein Gerät vor, das unbemannt und von Land aus steuerbar war. Die darin enthaltene Explosivladung sollte erst im Moment des Aufpralls auf ein Schiff detonieren. Sein erster Prototyp war einen Meter lang, hatte Flügel aus Glas und wurde mittels langer Seile von der Küste aus kontrolliert. Das Experiment scheiterte jedoch auf Grund mangelhafter Materialien.

Das zweite Modell besaß einen „Uhr-Mechanismus“, der einen Propeller antrieb. Das Explosivmaterial befand sich im Heck und wurde durch einen pistolenartigen Mechanismus gezündet. Es hatte zwei Ruder: eines auf der linken, das andere auf der rechten Seite; beide wurden jeweils von Land aus bewegt. Nach zahlreichen Experimenten funktionierte dieses Modell – als „6m“ bezeichnet – schließlich ausreichend gut. Luppis gab ihm den Spitznamen „Salvacoste“ („Erretter der Küsten“).

Im Jahre 1860 gelang es ihm, seine „6m“ Kaiser Franz Joseph vorzuführen. Trotz erfolgreicher Aktion lehnte die österreichische Marine-Kommission den Torpedo wegen mangelhaften Antriebs und schlechter Kontrollsysteme ab.

Der Bürgermeister von Fiume, Giovanni Ciotta, stellte Luppis dem britischen Maschinenbau-Ingenieur Robert Whitehead vor, mit dem er schließlich 1864 einen Vertrag über die Weiterentwicklung und den Bau des Torpedos abschloss. Obwohl Whitehead bedeutende Änderungen am Torpedo selbst vornahm, wies er das Verdienst um die Erfindung immer Luppis zu. Sie bewerkstelligten es, den Torpedo unter Wasser laufen zu lassen und bauten einen Antrieb ein, der auf Druckluftbasis funktionierte. Zudem gelang es ihnen, automatische Tiefen- und Richtungssteuerungen einzusetzen.

Am 21. Dezember 1866 wurde Whiteheads und Luppis’ Torpedo – jetzt als „Minenschiff“ bezeichnet - der österreichischen Marine-Kommission offiziell vorgestellt. Das Modell hatte eine Breite von 35,5 cm und eine Länge von 3,35 m. Das Gewicht betrug 136 kg, von denen 8 kg auf den Sprengstoff entfielen. Die Marinekommission akzeptierte schließlich das Modell und beauftragte die Ingenieure mit der Aufnahme einer Testproduktion. 1873 eröffnete Whitehead in Fiume die erste Torpedofabrik der Welt in einer adaptierten ehemaligen Eisengießerei.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vermischtes. Amtliches. (…) Johann Luppis (…). In: Grazer Volksblatt, 21. September 1869, S. 2 Mitte. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/gre.