Giovanni Trapattoni

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Giovanni Trapattoni
FIFA WC-qualification 2014 - Austria vs Ireland 2013-09-10 - Giovanni Trapattoni 03.JPG
Giovanni Trapattoni (2013)
Spielerinformationen
Geburtstag 17. März 1939
Geburtsort Cusano MilaninoItalien
Größe 175 cm
Position Abwehr, Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1953–1959 AC Mailand
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1957–1971 AC Mailand 274 (3)
1971–1972 Varese FC 10 (0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1960–1964 Italien 17 (1)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1972–1974 AC Mailand (Jugendtrainer)
1974–1976 AC Mailand
1976–1986 Juventus Turin
1986–1991 Inter Mailand
1991–1994 Juventus Turin
1994–1995 FC Bayern München
1995 Cagliari Calcio
1996–1998 FC Bayern München
1998–2000 AC Florenz
2000–2004 Italien
2004–2005 Benfica Lissabon
2005–2006 VfB Stuttgart
2006–2008 Red Bull Salzburg
2008–2013 Irland
2010– Vatikanstadt[1]
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Giovanni „Trap“ Trapattoni (* 17. März 1939 in Cusano Milanino bei Mailand, Italien) ist ein ehemaliger italienischer Fußballspieler und heutiger Fußballtrainer. Seit 2010 betreut er die Fußballauswahl der Vatikanstadt.

Trapattoni war als Spieler von 1957 bis 1971 14 Jahre lang für den AC Mailand aktiv und gewann dabei zweimal den Europapokal der Landesmeister sowie einmal den der Pokalsieger. Als Trainer war er nach dem Beginn seiner Karriere bei seinem alten Heimatverein vor allem mit Juventus Turin in einer 10 Jahre andauernden Amtszeit erfolgreich und errang neben dem Weltpokal alle drei Europapokale je einmal, den UEFA-Pokal sogar zweimal und später noch einmal mit Inter Mailand. Als Spieler und Trainer gelangen ihm acht große Europapokaltriumphe und neun Italienische Meistertitel. Hinzu kommen drei Landesmeisterschaften in Deutschland, Portugal und Österreich. Mit mehr als 20 Titeln gilt Trapattoni als einer der erfolgreichsten Trainer weltweit. Sein zuvorkommendes Auftreten brachte ihm den Beinamen Maestro ein. Außerdem trainierte er die italienische und die irische Nationalmannschaft.

Spielerlaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Fußballprofi bestritt Giovanni Trapattoni 367 Partien für den AC Mailand und den Varese FC. Meist spielte er als Außenläufer. Sein Stammverein war Milan, für den er von 1957 bis 1971 spielte. 1962 und 1968 wurde Trapattoni italienischer Meister, 1967 Pokalsieger Italiens. Jeweils im Anschluss an diese Erfolge gewann er 1963 und 1969 den Europapokal der Landesmeister sowie 1968 den Europapokal der Pokalsieger. Von 1971 bis 1972 spielte er für den Varese FC.

Insgesamt stand Trapattoni 17 Mal im Trikot der italienischen Nationalmannschaft auf dem Platz, dabei erzielte er einen Treffer (als er beim 1:0-Sieg gegen Österreich am 9. Juni 1963 in Wien in der 57. Minute den österreichischen Torhüter Gernot Fraydl mit einer „abgerissenen“ Flanke überraschte). Er nahm an der WM 1962 und an den Olympischen Sommerspielen 1960 teil.

Erfolge als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AC Mailand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainerlaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trapattoni (3. v. r.) am Flughafen vor dem Europapokalendspiel 1974 mit dem AC Mailand

Italienische Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1972 begann Giovanni Trapattoni als Jugendtrainer beim AC Mailand. Im Jahr 1974 wurde er Cheftrainer. Dabei verlor er sein erstes Europapokalfinale gegen die deutsche Mannschaft 1. FC Magdeburg mit 0:2. 1976 wechselte er zu Juventus Turin. Mit Juventus gewann er unter anderem 1985 den Europapokal der Landesmeister und den Europäischen Supercup, 1977 den UEFA-Pokal sowie 1984 den Europapokal der Pokalsieger, außerdem gleich sechsmal die Italienische Meisterschaft.

Im Jahr 1986 ging Trapattoni zu Inter Mailand. 1989 wurde er mit der Mannschaft, in der u. a. die beiden deutschen Spieler Lothar Matthäus und Andreas Brehme unter Vertrag standen, italienischer Meister und italienischer Supercup-Sieger, 1991 gewann er mit dem inzwischen dritten deutschen Spieler und Weltmeister Jürgen Klinsmann den UEFA-Pokal.

1991 wechselte Trapattoni erneut zu Juventus, wo er 1993 als bisher einziger Trainer das dritte Mal den UEFA-Pokal gewann.

Zweimal FC Bayern München und einmal Cagliari Calcio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 ging Giovanni Trapattoni erstmals ins Ausland und wurde Trainer des FC Bayern München. Nach einem Jahr wechselte er zu Cagliari Calcio, wo er in derselben Saison zum ersten Mal in seiner Karriere entlassen wurde.

Zur Saison 1996/97 kehrte er zu Bayern München zurück. Dort gewann er je einmal die deutsche Meisterschaft, den DFB-Pokal 1998 sowie den DFB-Liga-Pokal.

AC Florenz und Italienische Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1998 übernahm Trapattoni den Trainerposten bei der AC Florenz. Nach dem Rücktritt von Dino Zoff wurde er 2000 dessen Nachfolger als italienischer Nationaltrainer.[2]

Mit der Nationalmannschaft hatte Trapattoni kein Glück: Er schied bei der WM 2002 im Achtelfinale gegen Südkorea aus. Schiedsrichter Byron Moreno sorgte mit krassen Fehlentscheidungen für das Ausscheiden der Italiener. Sofort nach dem Spiel wurde er von der FIFA gesperrt. Bei der EM 2004 schied man bereits in der Vorrunde aus. Italien konnte die nächste Runde nur erreichen, wenn es einerseits in seinem letzten Spiel selbst siegte, was auch geschah, und andererseits sich Dänemark und Schweden im letzten Spiel nicht unentschieden mit mindestens jeweils zwei Toren, also mit einem 2:2 trennten. In der 90. Minute unterlief dem dänischen Torwart ein krasser Torwartfehler und das Spiel endete 2:2. Die Äußerung des dänischen Trainers Morten Olsen („Natürlich machen wir einen Deal.“) sorgte in Italien für Aufregung. Daraufhin wurde Trapattonis Vertrag nicht verlängert.

Benfica Lissabon, VfB Stuttgart und RB Salzburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 wechselte Trapattoni zu Benfica Lissabon nach Portugal, wo er die Nachfolge von José Antonio Camacho antrat. In der Saison 2004/05 gewann er mit Benfica die portugiesische Meisterschaft. Um in Zukunft näher bei seiner Familie in Italien zu sein, verließ Trapattoni den portugiesischen Meister nach einem Jahr.

Am 17. Juni 2005 unterschrieb er einen Zweijahresvertrag beim VfB Stuttgart. Dort trat er am 1. Juli 2005 die Nachfolge von Matthias Sammer an. Am 9. Februar 2006 wurde er entlassen.

Im Mai 2006 unterschrieb Trapattoni einen Vertrag als Cheftrainer beim österreichischen Klub Red Bull Salzburg. An seiner Seite arbeitete Lothar Matthäus, der am 12. Juni 2007 aufgrund „unterschiedlicher Auffassungen“ vom Vorstand entlassen wurde. Am Ende der Spielzeit holte Trapattoni auch hier den Meistertitel, den ersten seit dem Einstieg von Red Bull beim davor Austria Salzburg bezeichneten Verein 2006. Damit stieg er zu einem von weltweit vier Trainern auf, die in vier verschiedenen Ländern Meister wurden.

Irische Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trapattoni als Trainer der irischen Nationalmannschaft (2011)

Ab 2008 trainierte Trapattoni die irische Nationalmannschaft.[3] Die Mannschaft scheiterte unglücklich in der WM-Qualifikation 2010 in den Playoffs durch ein irreguläres Tor an Frankreich – Thierry Henry hatte den Ball mehrmals mit der Hand gespielt.[4] In den Playoffs für die EM 2012 war die irische Mannschaft dagegen erfolgreich und qualifizierte sich erstmals seit 1988 wieder für die EM-Endrunde. Trapattoni verlängerte anschließend seinen ausgelaufenen Vertrag bis zur WM 2014.[5] Mit dem ersten Spiel der Iren bei der EM 2012 gegen Kroatien, das 1:3 verloren wurde, löste Trapattoni Otto Barić als ältesten Trainer bei einer EM-Endrunde ab. Nach drei Niederlagen in der Vorrunde schied Irland aus. Am 11. September 2013 einigten sich der irische Verband und Trapattoni auf eine Vertragsauflösung, nachdem die Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien nur noch theoretisch möglich gewesen war.[6]

Fußballauswahl der Vatikanstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Oktober 2010 betreut Giovanni Trapattoni als Fußballtrainer die Fußballauswahl der Vatikanstadt.[7]

Erfolge als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juventus Turin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inter Mailand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benfica Lissabon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FC Red Bull Salzburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Irische Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ich habe fertig!“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland wird Giovanni Trapattoni vor allem mit einer am 10. März 1998, zwei Tage nach einer 0:1-Niederlage gegen den FC Schalke 04, gehaltenen Pressekonferenz verbunden. Als Trainer des FC Bayern München kritisierte er – grammatikalisch falsch, aber äußerst emotional – die Leistung einiger Spieler, insbesondere die Mehmet Scholls und Mario Baslers sowie das häufig verletzungsbedingte Ausfallen von Thomas Strunz. Die in der hitzigen, dreieinhalbminütigen Rede[8] entstandenen Satzkonstrukte („Was erlauben Strunz“, „… ware’ schwach wie eine Flasche leer“ und „Ich habe fertig.“) fanden Eingang in den deutschen Sprachgebrauch; insbesondere der Schlusssatz „Ich habe fertig“ wurde zum geflügelten Wort.[9] Dieses zitierte beispielsweise die SPD auf einem Plakat anlässlich der Abwahl Helmut Kohls.

Auch im Song Supa Richie von Matze Knop (Richie) ist eine Anspielung auf Trapattonis Wutausbruch vorhanden. („… und fühlst du dich wie Flasche leer, hier ist ’ne volle, bitte sehr.“)

Der Wutausbruch brachte ihm so große Sympathien ein, dass er heutzutage damit immer noch Geld verdienen kann – wie beispielsweise als Werbestar für ein Sprudler-System („nicht Flasche leer …“).

Während seiner Zeit in Salzburg kam es erneut zu einem Gefühlsausbruch. Nachdem seine Trainingsmethoden von Journalisten als altmodisch und sein System als zu defensiv bezeichnet worden war, machte er seinem Unmut Luft und kritisierte, dass die Journalisten nicht kompetent genug seien, um dies zu beurteilen: „Wörter sind sehr einfach. Wer kann machen, machen. Wer kann nicht machen, sprechen. Wer kann nicht sprechen, der schreiben“.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Konzeption und Entwicklung der Taktik im Fussball und die taktische Bildung des Spielers von den ersten Anfängen bis zur höchsten Vollendung. bfp-Versand/Lindemann, Leer 1999, ISBN 3-937049-11-8.
    • deutsche Ausgabe des italienischen Originals La formazione e l'evoluzione tattica nel calcio dall'avviamento all'alta prestazione.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Giovanni Trapattoni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel auf www.fussball24.de, abgerufen am 28. April 2011
  2. Italian National Team Coaches
  3. „Trapattoni bestätigt Wechsel nach Irland“, diepresse.com (vom 13. Februar 2008)
  4. [1] Bericht im Kicker
  5. dfb.de: Irlands Nationaltrainer Trapattoni verlängert bis zur WM
  6. http://www.irishtimes.com/sport/soccer/international/o-neill-and-keane-among-contenders-for-ireland-job-1.1523414
  7. Artikel auf www.fussball24.de, abgerufen am 23. Juni 2011
  8. Trapattonis flammende Rede
  9. Eine Analyse der sprachlichen Besonderheit von „Ich habe fertig“ (grammatischer Fehler oder rhetorische Figur?) gibt David Martyn: „“ [!]. In: Jürgen Fohrmann (Hrsg.): Rhetorik. Figuration und Performanz. DFG-Symposion 2002. Metzler, Stuttgart und Weimar 2004 (= Germanistische Symposien-Berichtsbände, 25), ISBN 3-476-02009-6, S. 397–419.