Giove (Umbrien)

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Giove
Kein Wappen vorhanden.
Giove (Italien)
Giove
Staat Italien
Region Umbrien
Provinz Terni (TR)
Koordinaten 42° 31′ N, 12° 20′ OKoordinaten: 42° 31′ 0″ N, 12° 20′ 0″ O
Höhe 292 m s.l.m.
Fläche 15,19 km²
Einwohner 1.928 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte 127 Einw./km²
Postleitzahl 05024
Vorwahl 0744
ISTAT-Nummer 055014
Volksbezeichnung Giovesi
Schutzpatron San Giovanni Battista (24. Juni)
Website Gemeinde Giove
Panorama von Giove
Panorama von Giove

Giove ist eine italienische Gemeinde mit 1928 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) in der Provinz Terni in der Region Umbrien und ist Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d’Italia[2] (Die schönsten Orte Italiens).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Gemeinde Giove in der Provinz Terni
Palazzo Ducale (Castello)
Chiesa della Madonna Assunta

Die Gemeinde erstreckt sich über rund 15 km². Sie liegt etwa 90 km südlich der Regionalhauptstadt Perugia und rund 40 km westlich der Provinzhauptstadt Terni im unteren Tibertal in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 1896 GR/G[3].

Einziger Ortsteil ist Palombina (290 Höhenmeter, ca. 50 Einwohner).[4]

Die Nachbargemeinden sind Amelia, Attigliano, Bassano in Teverina (VT), Bomarzo (VT), Orte (VT) und Penna in Teverina.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensgebend für den Ort ist der zu Ehren des Zeus errichtete Tempel aus der Vorzeit der Etrusker und Umbrer. Der heutige Ort wird erstmals 1191 unter dem Namen Juvo schriftlich erwähnt in einem Dokument des Ortsherren Berardo di Pietro und dem Grafen von Alviano. Am 2. Januar 1223 unterstellten sich die Ortsherren der Familien Amatore, Oderini, Ugolino und Veritiero der Herrschaft Orvietos.[5] 1481 wird der Ort von Papst Sixtus IV. als Lehen Lucrezia Appiani d’Aragona, der Witwe von Pino degli Oderlaffi, unterstellt. Danach herrschten ab 1514 die Farnese, die dem Ort am 8. September 1557 durch Pier Bertoldo Farnese das Kommunalstatut verliehen. Der Ort blieb weitere vierzig Jahre im Besitz der Farnese, bis Mario Farnese die Gemeinde 1597 an die Brüder Asdrubale und Ciriaco Mattei veräußerte. Am 10. Oktober 1643 verlieh Papst Urban VIII. dem Markgraf Girolamo Mattei, Sohn des Asdrubale, die Grafenwürde. Die Grafschaft blieb im Besitz der Mattei bis 1796, als die Truppen Napoleons Umbrien besetzten. Nach der Niederlage derer gelangte der Ort zurück an die Mattei unter der Kontrolle des Kirchenstaat bis 1854, als der Ort Teil der Provinz Umbrien wurde. Sechs Jahre später wurde Giove Teil des Königreich Italien. 1909 überließen die Mattei das Schloß Pietro Ricciardi, der seinerseits zehn Jahre später das Anwesen an die Grafen De Chenaz de Robilant verkauften. 1936 gelangte es in den Besitz des Grafen Pietro d’Acquarone[6] (* 9. April 1890 in Genua; † 13. Februar 1948 in Sanremo, italienischer Politiker, Militär und Unternehmer).[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cappella di San Rocco, Kapelle kurz außerhalb der Stadtmauern mit Fresken aus dem 15. Jahrhundert[8]
  • Chiesa della Madonna Assunta, Pfarrkirche aus dem 18. Jahrhundert im Ortskern. Enthält Werke aus der Schule des Nicolò Alunno.
  • Chiesa della Madonna del Perugino, Kirche
  • Chiesa di San Giovanni Battista, Kirche an der heutigen Piazza Cento Tramonti
  • Palazzo dei Duchi Mattei (auch Palazzo Ducale), zentrales Burgschloss im historischen Ortskern aus dem 16. Jahrhundert. Der Legende nach enthält das Gebäude 365 Fenster, eines für jeden Tag des Jahres.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Giove (Italy) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. I borghi più belli d’Italia. Borghipiubelliditalia.it, abgerufen am 13. August 2017 (italienisch).
  3. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA) (PDF; 330 kB), abgerufen am 17. November 2012 (italienisch)
  4. Offizielle Website des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Terni, abgerufen am 17. November 2012 (italienisch)
  5. Offizielle Website der Gemeinde zur Geschichte des Ortes, abgerufen am 26. März 2011 (italienisch)
  6. Offizielle Website der Borghitalia, abgerufen am 26. März 2011 (italienisch)
  7. Offizielle Website der Onlineausgabe des Treccani zu Pietro d’Acquarone, abgerufen am 26. März 2011 (italienisch)
  8. http://www.umbriainweb.it/comune-di-giove/ Umbria in Web, abgerufen am 26. März 2011 (italienisch, nicht mehr abrufbar)
  9. Offizielle Website der Gemeinde zur Gemeindepartnerschaft, abgerufen am 26. März 2011 (italienisch)