Girbelsrath

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Girbelsrath
Gemeinde Merzenich
Koordinaten: 50° 48′ 42″ N, 6° 33′ 8″ O
Höhe: 139 m
Fläche: 4,62 km²
Einwohner: 1231 (30. Sep. 2016)
Bevölkerungsdichte: 266 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 52399
Vorwahl: 02421
Girbelsrath (Nordrhein-Westfalen)
Girbelsrath

Lage von Girbelsrath in Nordrhein-Westfalen

Katholische Pfarrkirche St. Amandus in Girbelsrath
Turm von St. Amandus

Girbelsrath ist ein Ortsteil der Gemeinde Merzenich im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Girbelsrath liegt in der Zülpicher Börde. Der Ortsteil ist 4,62 km² groß.

Nachbarorte sind:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1382 wurde das Dorf Gerbetzroyde beziehungsweise Gerbätzräude (abzuleiten vom Personennamen Gerbrecht, also „Rodung des Gerbrecht“) an den Erzbischof von Köln, Friedrich III. von Saarwerden, abgetreten. Die Geschichtsschreibung zeigt auf, dass im Jahre 1794 die Österreicher bei Girbelsrath von den angreifenden Franzosen geschlagen wurden.

Bis 1794 gehörte Girbelsrath zum Dingstuhl und Gericht Hambach, einem wichtigen Platz im Amt Nörvenich.

In Girbelsrath hat sich durch Ausweisung von Gewerbegelände ein reges gewerbliches Leben entfaltet. Seit Anfang der 1970er Jahre wurden insgesamt rund 600 Arbeitsplätze geschaffen. Jüngste Ansiedlung ist der wohl modernste und zugleich einer der größten Konservenherstellerbetriebe der Bundesrepublik, die Firma J. & W. Stollenwerk OHG. Schritt hält mit diesem Aufwärtstrend auch die durch die Ausweisung von Baugrundstücken festzustellende einwohnermäßige Entwicklung dieses Ortsteiles.

Erwähnenswert ist hier, dass der frühere Bürgermeister Matthias von den Driesch den größten Teil seines Vermögens testamentarisch der Gemeinde mit der Auflage, den Erlös für Girbelsrather Einwohner zur Förderung sozialer und kultureller Angelegenheiten zu verwenden, gestiftet hat.

Am 1. Juli 1969 wurde Girbelsrath nach Merzenich eingemeindet.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Einwohner
1933 459
1939 436
6. Juni 1961 486
27. Mai 1970 532
31. Dezember 1974 848
31. Dezember 2000 1306
31. Dezember 2001 1309
31. Dezember 2006 1278

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dechant Wilhelm Fabry († 1964)
  • Bürgermeister Matthias von den Driesch

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Amandus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde 1883 vom Kölner Baumeister Lange erbaut. Bereits 1553 stand an dieser Stelle eine Kapelle. 1849 wurde Girbelsrath eigene Pfarrei. Durch die Zusammenlegung der Pfarreien der Gemeinde Merzenich 2016 musste Girbelsrath den Status als eigenständige Pfarrei aufgeben.

Hauptartikel: St. Amandus (Girbelsrath)

Ehemalige Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt neben der Kirche befindet sich der ehemalige Schulhof, an den auch das Pfarrhaus und der Friedhof grenzt. Im ehemaligen Schulgebäude ist heute ein Kindergarten mit zwei Gruppen.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fußballclub FC Rhenania Girbelsrath 1931 e. V. (mit Tennisabteilung)
  • Turnverein 1910 Girbelsrath e. V.
  • Billardsportclub 1962 Girbelsrath e. V.
  • Karnevals- und Bühnenfreunde 1925 e. V.
  • Jagdfreunde JV Girbelsrath 1999
  • Ballettgruppe für Männer 2006 e. V.
  • Frechener Modellbaufreunde

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es die Kindertagesstätte „Villa Wichtel“, zwei Gaststätten und einen Kiosk. Nach vielen Jahren ohne Feuerwehr wurde im September 2016 für die neugegründete Wehr ein Feuerwehrhaus eingeweiht.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Merzenich hat im Ortsteil Girbelsrath ein Gewerbegebiet eingerichtet. Dieses wird dominiert durch die Konservenfabrik J. & W. Stollenwerk OHG.

Bundesweit bekannt ist auch die Firma GMS Fahrbahnsanierungen.

Die Firma M. Schall GmbH & Co. KG[2] wurde im Jahr 1956 durch Matthias Schall in Merzenich gegründet. In der Anfangszeit fertigte das Unternehmen überwiegend Lkw-Planen sowie Veranstaltungszelte.

Im Jahr 1984 wurde mit der Fertigung von Halbkabinen für Gabelstapler und andere Flurförderzeuge ein neuer Geschäftszweig gegründet. Im Jahr 1993 folgte die Fertigung mobiler Arbeitsräume in Sandwichkonstruktion, welche beispielsweise als Modulare Sanitätseinrichtung Verwendung finden. In allen Geschäftsfeldern konnte man im Laufe der Jahre eine Reihe von Patenten hervorbringen. Die Expansion des Unternehmens war am Standort Merzenich aufgrund der Lage nahe der Ortsmitte begrenzt und so wurde im Gewerbegebiet des Ortsteils Girbelsrath ein zweites Werk aufgebaut. Die M. Schall GmbH & Co. KG zählt neben der Firma Stollenwerk zu den größten in der Gemeinde Merzenich ansässigen Unternehmen. Insgesamt beschäftigt die M. Schall GmbH & Co. KG an beiden Standorten zusammen heute rund 120 Mitarbeiter. Der Absatz der Produkte erfolgt heute weltweit. Umsatzzahlen veröffentlicht das nach wie vor zu 100 % im Familienbesitz befindliche Unternehmen traditionell nicht.

Strom, Gas, Wasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasser liefert der Wasserleitungszweckverband der Neffeltalgemeinden aus Vettweiß. Gas und Strom können von mehreren Anbietern bezogen werden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1908 bis 1963 befand sich im Ort der Bahnhof Girbelsrath an der Kleinbahnstrecke DistelrathNörvenich – Zülpich Kreisbahnhof – Zülpich Stadt – Embken der Dürener Kreisbahn.

Heute wird der Ort durch Busse der Dürener Kreisbahn angefahren.

Die S-Bahn-Anbindung (Herchen/Au (Sieg)Düren) befindet sich etwa vier Kilometer entfernt in Merzenich.

Seit dem 20. September 2014 befindet sich etwa fünf Kilometer entfernt die Anschlussstelle Merzenich der BAB 4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 98.
  2. M. Schall GmbH & Co KG