Girnar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Girnar
Mount Girnar

Mount Girnar

Höhe 1117 m
Lage Bundesstaat Gujarat, Indien
Koordinaten 21° 31′ 36″ N, 70° 31′ 40″ OKoordinaten: 21° 31′ 36″ N, 70° 31′ 40″ O
Girnar (Gujarat)
Girnar
Karte des Girnar-Gebirges (um 1910)
Jain-Tempel und Blick auf Junagadh

Girnar ist ein ca. 120 km² umfassender Bergstock vulkanischen Ursprungs mit einer Maximalhöhe von ca. 1117 m[1] im Süden des indischen Bundesstaats Gujarat. Vor den etwa 150 km östlich gelegenen, aber nur etwa 580 m hohen Shatrunjaya-Hills bei der Stadt Palitana ist der Mount Girnar die höchste Erhebung Gujarats.

Lage und Aufstieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gipfel des Bergstocks befindet sich ca. 10 km (Luftlinie) östlich der nur ca. 110 m hoch gelegenen Großstadt Junagadh und ist von dort zur Hälfte mit Rikschas zu erreichen; der eigentliche Aufstieg über tausende von Treppenstufen sollte in den frühen Morgenstunden (ca. 4:00 Uhr) beginnen; er ist nur zu Fuß oder mit Hilfe von Lastenträgern möglich und nimmt mindestens 3,5 Stunden in Anspruch. Mit Zwischenstopps, Besichtigungen und Rückweg ist man am Nachmittag wieder zurück.

Religiöse Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in vedischer Zeit dürfte der markante Bergstock den Menschen heilig gewesen sein. Kaiser Ashoka (reg. 268–232 v. Chr) ließ in seinen Ausläufern eines seiner Edikte in einen Granitblock meißeln. Angehörige der Religionsgemeinschaft der Jains haben schon vor Jahrhunderten nahe beim Gipfel des Berges mehrere Tempel zu Ehren von Neminatha und anderer Tirthankaras errichtet. Aber auch für die lokale und regionale Hindu-Bevölkerung ist der Berg von großer Bedeutung, da er beim alljährlich stattfindenden Fest des Shivaratri von tausenden Pilgern besucht wird; außerdem ist der synkretistischen Gottheit Dattatreya auf einer der drei Bergspitzen ein Tempel geweiht. Aber auch an anderen Tagen außerhalb der Regenzeit nehmen mehrere hundert Menschen die Mühen der Besteigung oder seiner ca. 40 km langen rituellen Umschreitung (parikrama) auf sich.

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flanken des Berges sind bewaldet. Selten gewordene Vögel, darunter auch einige der letzten Indiengeier, leben und nisten hier. Einige Rhesus-Affen suchen eher die Nähe des Menschen. Ein seit 1996 geplantes Seilbahnprojekt wird von Naturschützern und Jains gleichermaßen abgelehnt, doch hat das Ministerium für Umwelt dem Projekt inzwischen zugestimmt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Girnar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Höhenangaben variieren je nach Quelle