EPC-QR-Code

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Ein EPC-QR-Code ist ein vom European Payments Council (EPC) standardisierter QR-Code, der alle Daten für eine SEPA-Überweisung enthält. Mit einem solchen QR-Code können Überweisungen mittels einer Banking-App auf dem Handy sehr einfach durchgeführt werden, indem der QR-Code eingescannt und die dann im Handy dargestellten Überweisungsdaten bestätigt werden. Der manuelle Aufwand der Eingabe der Daten entfällt ebenso wie das Risiko der Eingabe von fehlerhaften Daten (etwa durch Tippfehler). Der EPC-QR-Code wird innerhalb Deutschlands teils GiroCode genannt, eine Marketing-Bezeichnung der S-Public Services.

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Mobile-Banking-App auf einem Smartphone oder Tablet bzw. ein Onlinebankingprogramm auf einem Notebook oder Desktoprechner, als auch ein Fahrkartenautomat – falls kein eigenes Endgerät vorhanden ist oder die Zahlung mit Bargeld abgewickelt werden soll – decodiert den QR-Code und füllt mit diesen Daten ein Online-Überweisungsformular aus.[1] Der Nutzer kann nun die Daten überprüfen und anschließend die Überweisung veranlassen. Der QR-Code ist also eine Ausfüllhilfe, er erspart das fehlerträchtige Abtippen beim händischen Ausfüllen von Online-Überweisungsformularen.

Der QR-Code kann im Internet (z. B. auf der Webseite eines Online-Shops) angezeigt werden oder auf Dokumenten (z. B. Rechnungen) ausgedruckt sein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013[2] hat das European Payments Council (EPC) das Dokument „Quick Response Code: Guidelines to Enable Data Capture for the Initiation of a Credit Transfer“[3] veröffentlicht.

Österreichische Banken haben dies schnell übernommen und ihre QR-Codes mit dem Text „Zahlen mit Code“ auf der rechten Seite des Codes gekennzeichnet.[4] 2015 folgten Finnland[5] und Deutschland[6], 2016 in den Niederlanden[7] und Belgien.[7]

Dateninhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Inhalt des EPC QR Codes ist ein mehrzeiliger (LF bzw. CRLF) Text nach definiertem Format[8]:

Zeile Beispielwert Beschreibung
1 BCD Service Tag (fester Wert)
2 002 Version (001 oder 002)
3 2 Zeichencodierung (1=UTF-8, 2=ISO 8859-1, 3=ISO 8859-2, 4=ISO 8859-4, 5=ISO 8859-5, 6=ISO 8859-7, 7=ISO 8859-10, 8=ISO 8859-15)
4 SCT Identifikation, dreistelliger Code (derzeit nur SCT=SEPA Credit Transfer)
5 BFSWDE33BER BIC der Empfängerbank (in Version 001 erforderlich; in Version 002 innerhalb des EWR optional[8])
6 Wikimedia Foerdergesellschaft Name des Zahlungsempfängers (maximal 70 Zeichen Text)
7 DE33100205000001194700 Internationale Bankkontonummer (IBAN) des Zahlungsempfängers
8 EUR123.45 Zahlungsbetrag (Format „EUR#.##“, zwischen 0.01 und 999999999.99, optional)
9 CHAR Zweck (max. vierstelliger Code analog dem Textschlüssel nach DTA-Verfahren, optional)[9]
10 RF18 5390 0754 7034 [Anm. 1] Referenz (strukturierter Zeichen-Code mit bis zu 25 Zeichen gem. ISO 11649 RF Creditor Reference, optional)
11 Spende fuer Wikipedia Verwendungszweck (unstrukturierter maximal 140 Zeichen langer Text, optional)
12 Hinweis an den Nutzer (maximal 70 Zeichen, optional)
  1. Es darf nur entweder in Zeile 10 die Creditor Reference, oder in Zeile 11 unstrukturierter Text angegeben werden.

Beispiel:

EPC-QR-Code (Beispiel)
BCD
001
1
SCT
BFSWDE33BER
Wikimedia Foerdergesellschaft
DE33100205000001194700
EUR123.45


Spende fuer Wikipedia

Obwohl das QR-Code-Format eine Zeichencodierung u. a. nach UTF-8 zulässt, akzeptieren die Geldinstitute in der Regel nur einen sehr eingeschränkten Zeichensatz, so wie auch beim Ausfüllen einer Online-Überweisung. Als Zeilenschaltung sind erlaubt line feed (LF) und carriage return line feed (CRLF), jedoch nur eine der beiden Arten innerhalb des Codes gleichzeitig.

Bei der Erstellung des QR-Codes ist darauf zu achten, dass die Fehlerkorrektur auf dem Level „M“ (Medium) ist, also bei 15 % liegt (nicht bei L 7 %, Q 25 % oder H 30 %).

Situation in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer inkompatiblen aber ähnlichen Form, wird ein QR-Code seit 2020 in der Schweizer QR-Rechnung verwendet. Der Aufbau unterscheidet sich jedoch ab der Zeile 4 stark und enthält sehr viele zusätzliche Informationen (vollständige Adresse, verschiedene Referenztypen).[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland

Österreich

Europäische Union

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Torcasso: Rechnungen kann man nun am SBB-Billettautomaten zahlen. In: handelszeitung.ch. 3. Februar 2019, abgerufen am 5. Februar 2019.
  2. Quick Response Code Guidelines to enable data capture for the initiation of a sepa credit transfer. (englisch): „In February 2013, the European Payments Council (EPC) published the document 'Quick Response Code: Guidelines to Enable Data Capture for the Initiation of a Credit Transfer'“
  3. Quick Response Code: Guidelines to Enable Data Capture for the Initiation of a Credit Transfer. (englisch).
  4. QR-Code „Zahlen mit Code“. In: psa.at. Abgerufen am 19. September 2023.
  5. Guidelines from the FFI (Memento des Originals vom 15. August 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.finanssiala.fi
  6. Girocode in Germany
  7. a b Scan2Pay (General information of the EPC QR code usage in the EU)
  8. a b Quick Response Code: Guidelines to Enable Data Capture for the Initiation of a SEPA Credit Transfer, EPC069-12, PDF: Version 3.0 vom 13. September 2022
  9. SEPA Purpose-Codes – windata WIKI. Abgerufen am 9. Juli 2021.
  10. SIX: Schweizer Implementierungsguideline QR-Rechnung. Abgerufen am 20. April 2021.