Gisbert Strotdrees

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Gisbert Strotdrees (* 1960 in Harsewinkel[1]) ist ein deutscher Journalist, Historiker und Buchautor.

In seinen Buchveröffentlichungen beschäftigt er sich vorrangig mit der Volkskunde und Agrargeschichte Westfalens.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gisbert Strotdrees absolvierte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Universität Bielefeld ein Lehramtsstudium mit den Fächern Geschichtswissenschaft, Germanistik und Pädagogik, das er 1986 mit der Ersten Staatsprüfung für Lehramt (Sekundarstufen I und II) abschloss.[2]

Seit 1988 arbeitet er als Redakteur beim Wochenblatt für Landwirtschaft & Landleben in Münster für die Themenfelder Kultur, Freizeit, Agrar- und Landesgeschichte sowie Familie / Soziales.

Seit dem Erfolg von Höfe, Bauern, Hungerjahre. Aus der Geschichte der westfälischen Landwirtschaft 1890–1950 (1991), das bis 1998 drei Auflagen erfuhr, veröffentlicht Strotdrees regelmäßig Bücher, die meisten davon im Landwirtschaftsverlag Münster. Darin setzt er sich mit den unterschiedlichsten Aspekten der Landwirtschaft in Westfalen auseinander. Außerdem legte er die Biografienbände Es gab nicht nur die Droste. Sechzig Lebensbilder westfälischer Frauen (1992) und Ein Mann im Widerspruch. Burghard Freiherr von Schorlemer-Alst (1995) vor und war auch an einer Biografie Constantin Freiherr Heereman von Zuydtwycks (1997) beteiligt. 2005 brachte er im Selbstverlag eine Abhandlung über die Geschichte seiner eigenen Familie heraus.

Zusammen mit der Illustratorin Gabi Cavelius veröffentlichte Gisbert Strotdrees zwischen 2001 und 2008 drei Bilderbücher, die Kindern auf eingängige Weise das Leben auf dem Lande und moderne Agrartechnik nahebringen. Das erste davon, Was brummt da auf dem Bauernhof? Technik in der Landwirtschaft für Kinder leicht erklärt (2001) erfuhr auch Übersetzungen ins Englische,[3] Polnische[4] und Niederländische.[5]

Als Herausgeber war er unter anderem an zwei Bildbänden mit Werken Wolfgang Schiffers (1927–1999) beteiligt. Der Fotograf hatte das Landleben und seine Veränderungen über Jahrzehnte hinweg fotografisch begleitet und dokumentiert.

Seit 2001 ist Strotdrees Mitglied der Volkskundlichen Kommission für Westfalen.[2] Er hält regelmäßig Vorträge und nimmt seit 2003 Lehraufträge „Journalismus und Wissenschaft (Geschichte/Volkskunde)“ am Historischen Seminar – Abteilung für westfälische Landesgeschichte – der Universität Münster wahr.[2]

Gisbert Strotdrees lebt mit seiner Familie in Münster.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006: BdSt-Journalistenpreis[6] für eine Hintergrundrecherche zur Planung und Finanzierung des „Museums für Klosterkultur“ in Lichtenau-Dalheim
  • 2008: Journalistenpreis Münsterland – zusammen mit Christoph Mörstedt für die Wochenblatt-Themenausgabe „Ausflugsziele ohne Hindernisse“[7]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Höfe, Bauern, Hungerjahre. Aus der Geschichte der westfälischen Landwirtschaft 1890–1950. Landwirtschaftsverlag, Münster-Hiltrup 1991. (3. Auflage. ebenda 1998, ISBN 3-7843-2731-1).
  • Es gab nicht nur die Droste. Sechzig Lebensbilder westfälischer Frauen. Landwirtschaftsverlag, Münster-Hiltrup 1992, ISBN 3-7843-2523-8.
  • Ein Mann im Widerspruch. Burghard Freiherr von Schorlemer-Alst. (= Schriftenreihe der Katholischen Landvolkshochschule „Schorlemer Alst“. Band 1). Katholische Landvolkshochschule Freckenhorst, Warendorf, und Landwirtschaftsverlag, Münster 1995, ISBN 3-7843-2720-6.
  • Fremde in Westfalen, Westfalen in der Fremde. Zur Geschichte der Ein- und Auswanderung von 1200 bis 1950. Landwirtschaftsverlag, Münster-Hiltrup 1996 ISBN 3-7843-2788-5.
  • mit Franz-Josef Budde und Bernd Haunfelder: Constantin Freiherr Heereman von Zuydtwyck. Landwirtschaftsverlag, Münster-Hiltrup 1997, ISBN 3-7843-2864-4.
  • Museumsführer Westfälisches Freilichtmuseum Detmold – Landesmuseum für Volkskunde. Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Westfälisches Freilichtmuseum Detmold, Detmold 2001, ISBN 3-926160-31-4.
  • Hofgeschichten. Westfälische Bauernhöfe in historischen Porträts. Landwirtschaftsverlag, Münster 2003, ISBN 3-7843-3226-9.
  • „Einen geringen Kotten auffgerichtet“. Die Geschichte des Hofes und der Familie Strotdrees – Homeyer gt. Strotdrees – in Harsewinkel 1665–2005. Selbstverlag, Münster 2005.
  • Tatort Dorf. Historische Kriminalfälle vom Land. Landwirtschaftsverlag, Münster 2014, ISBN 978-3-7843-5324-1.
  • Im Anfang war die Woort. Flurnamen in Westfalen. (= Westfälische Beiträge zur niederdeutschen Philologie. Band 16). herausgegeben von der Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens (LWL), Bielefeld 2017, ISBN 978-3-7395-1116-0.

Kinderbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Gabi Cavelius: Was brummt da auf dem Bauernhof? Technik in der Landwirtschaft für Kinder leicht erklärt. Landwirtschaftsverlag, Münster-Hiltrup 2001. (2. Auflage. ISBN 3-7843-2955-1)
  • mit Gabi Cavelius: Was dreht sich da in Wind und Wasser? Energie aus der Natur. Landwirtschaftsverlag, Münster-Hiltrup 2003, ISBN 3-7843-3200-5.
  • mit Gabi Cavelius: Was ackert da auf Hof und Feld? Alles über Traktoren für Kinder leicht erklärt. Landwirtschaftsverlag, Münster-Hiltrup 2008, ISBN 978-3-7843-3496-7.

Als Herausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Fritz Dieckmann: Münster: Zentrum der Landwirtschaft. Gestern und heute. Landwirtschaftsverlag, Münster-Hiltrup 1993, ISBN 3-7843-2569-6.
  • mit Heinz-Günter Topüth: Wolfgang Schiffer: Bauern-Bilder. Fotografien aus 50 Jahren Landwirtschaft. VerlagsUnion Agrar (Landwirtschaftsverlag, Münster-Hiltrup/ BLV, München/DLG, Frankfurt am Main) 2001, ISBN 3-7843-3101-7.
  • im Auftrag der Stiftung Westfälische Landschaft: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Domänen, Rittergüter, Güter und Höfe in der Provinz Westfalen. Verzeichnis sämtlicher Domänen, Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts mit Angabe der Gutseigenschaft, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen etc. Niekammer’s landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher (Band 10). Nachdruck der 3. Auflage, Verlag von Niekammer’s Adreßbüchern, Gießen und Leipzig 1931. Landwirtschaftsverlag, Münster-Hiltrup 2004, ISBN 3-7843-3338-9.
  • mit Josef Mangold: Wolfgang Schiffer: Bäuerinnen-Bilder. Fotografien aus 50 Jahren Land- und Hauswirtschaft. Landwirtschaftsverlag, Münster 2008, ISBN 978-3-7843-3497-4.
  • Alexander von Elverfeldt: Ein Gutshof mit Stallgeruch. Landleben auf Gut Canstein (1929–1997). Landwirtschaftsverlag, Münster 2011, ISBN 978-3-7843-5164-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kurzporträt bei Münster literarisch! abgerufen am 12. Juni 2013.
  2. a b c Kurzbiografie im Internetauftritt der Westfälischen Wilhelms-Universität; abgerufen am 12. Juni 2013.
  3. What makes a farm work? A children’s guide on how machinery makes farming easier. Übersetzt von William Howard. Landwirtschaftsverlag, Münster-Hiltrup 2001, ISBN 3-7843-3169-6.
  4. Jak to sie̜ kre̜ci? Technika rolnicza dla najmłodszych. Übersetzt von Anna Pawłowska. Polskie Wydawn. Rolnicze, Poznań 2002, ISBN 83-912727-4-5.
  5. De werktuigen van de boerderij. Van tractor tot maaidorser. Übersetzt von Ann Caremans. Deltas, Aartselaar 2002, ISBN 90-243-8203-3.
  6. Eintrag in der Datenbank www.journalistenpreise.de; abgerufen am 9. November 2014.
  7. Eintrag in der Datenbank www.journalistenpreise.de; abgerufen am 9. November 2014.