Gisbert zu Knyphausen

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Gisbert zu Knyphausen
Gisbert zu Knyphausen am Bass für Olli Schulz (Open Flair 2015)

Gisbert zu Knyphausen (* 23. April 1979 in Wiesbaden; vollständiger Name: Gisbert Wilhelm Enno Freiherr zu Innhausen und Knyphausen)[1] ist ein deutschsprachiger Liedermacher, Sänger und Gitarrist aus Eltville-Erbach im hessischen Rheingau.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Aufenthalt in Berlin studierte zu Knyphausen Musiktherapie in Nijmegen, Niederlande. Im August 2005 gründete er mit Philipp Heintze das Indie-Label Omaha Records. Im darauffolgenden Herbst trat er erstmals unter seinem eigenen Namen alleine öffentlich auf, inzwischen bevorzugt er die Dynamik einer ganzen Band bei den meisten seiner Auftritte. Sein Debütalbum Gisbert zu Knyphausen erschien am 25. April 2008 bei PIAS Germany. Es enthält sowohl solistische als auch mit Band begleitete Lieder. zu Knyphausens Texte haben einen melancholischen, aber meist hoffnungsvollen Charakter. Als musikalische und lyrische Einflüsse nennt zu Knyphausen ClickClickDecker, Ton Steine Scherben und Element of Crime.[2] 2009 wurde zu Knyphausen mit dem HANS als bester Hamburger Künstler ausgezeichnet. Von Oktober 2006 bis April 2010 lebte zu Knyphausen in Hamburg, anschließend zog er nach Berlin.[3]

Am 23. April 2010 erschien sein zweites Album Hurra! Hurra! So nicht.,[4] das auf Platz 12 in die deutschen Albumcharts einstieg. Am 29. Oktober 2010 veröffentlichte zu Knyphausen gemeinsam mit Nils Koppruch eine Split-Single, die den Song Knochen und Fleisch enthält, der zuvor bereits auf einem Sampler zugunsten des Hamburger Straßenmagazins Hinz&Kunzt erschienen war. Am 3. März 2011 erschien auf dem Bielefelder Label Kapitän Platte eine weitere Split-7"-Single gemeinsam mit der Band Lichter, auf der sie sich gegenseitig covern. zu Knyphausen spielte Lichters Leerer Raum und Lichter interpretierten Spieglein Spieglein.

In dem 2011 erschienenen Film Halt auf freier Strecke von Andreas Dresen ist zu Knyphausen mit Sommertag im Abspann zu hören.[5] 2011 trat er bei einigen Konzerten gemeinsam mit Francesco Wilking und Moritz Krämer und deren Projekt Die Höchste Eisenbahn auf, auch auf der 2012 erschienenen EP Unzufrieden war er in dem Lied Der Himmel ist Blau mit einem Gesangspart vertreten. 2012 arbeitete er bis zu dessen Tod mit Nils Koppruch zusammen. Unter dem Namen Kid Kopphausen gründeten sie gemeinsam eine Band und veröffentlichen das Album I.[6]

2013 beteiligte sich zu Knyphausen am Märchen-Projekt Es war einmal und wenn sie nicht. und las Der Froschkönig oder Der eiserne Heinrich für diese Doppel-CD ein.[7]

2014 begleitete er Olli Schulz bei seiner Tournee. Er spielt den Bass in dessen Band und auch bei den Aufnahmen des Albums Feelings aus der Asche, das im Januar 2015 erschien und Platz vier der Albumcharts erreichte. Bereits bei Schulz' vorherigen Alben Es brennt so schön (2009) und SOS – Save Olli Schulz (2012) war zu Knyphausen als Gastmusiker beteiligt.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[8]
Hurra! Hurra! So nicht.
  DE 12 07.05.2010 (4 Wo.)
  AT 60 07.05.2010 (1 Wo.)
Live im Konzerthaus Dortmund
  DE 83 24.02.2012 (… Wo.)

Als herausstechende Veröffentlichung des Frühsommers 2008[9] beschrieb Carina Prange sein Debütalbum als eine spezielle „Mischung aus deutschen Texten, Melancholie in der Sprache sowie bis zur Verwegenheit gehender persönlicher Ehrlichkeit“.[10] „Sparsam“ gehe er bei seinen Liedern „zu Werke, was den knapp mit Klampfe und hin und wieder Cello instrumentierten und kauzig betexteten Geschichten, die er zu erzählen hat, indes keinen Abbruch“ tue.[11] Zu Knyphausen dichte in der Diktion des vergangenen Jahrhunderts und spreche dennoch auch eine sehr junge Klientel an.[12] In manchen Momenten erinnere das Album an das Werk Sven Regeners.[13] Der „Orpheus mit Gitarre“ nehme „den Weltschmerz auf sich“,[14] bewahre sich dabei aber „eine Haltung, die ihn an ein Morgen glauben läßt“.[15]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soloalben

Alben mit der Band "Kid Kopphausen"

  • 2012 - I

Live-Alben

  • 2009 – Gisbert zu Knyphausen live @ Fliegende Bauten (als Beilage zur Zeitschrift Rolling Stone (Mai 2009); nicht im Handel erhältlich)
  • 2012 – Gisbert zu Knyphausen & Band - Live im Konzerthaus Dortmund 2011 (limitiert auf 8000 Exemplare)

Singles & EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006 – Spieglein, Spieglein / Sommertag EP
  • 2008 – Sommertag
  • 2010 – Melancholie
  • 2010 – Die Aussicht, Split-Single mit Nils Koppruch
  • 2011 – Leerer Raum / Spieglein, Spieglein (Split-Single mit Lichter)
  • 2011 – GZK vs CCD (Split EP mit ClickClickDecker)
  • 2017 - Das Licht dieser Welt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gisbert zu Knyphausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.getaddicted.org/artikel/items/interview-gisbert-zu-knyphausen-2009.html
  2. http://www.neuehelden.tv/popups/galerie/index.php?id=172&type=1&time=0
  3. Pia-Luisa Lenz: Gisbert zu Knyphausen in Hamburg: Beklemmend ist das neue charmant. Der Spiegel, 9. Juli 2010, abgerufen am 27. Oktober 2015.
  4. Rabea Weihser: Gisbert zu Knyphausen singt: "Melancholie". Die Zeit, 6. April 2010, abgerufen am 14. Oktober 2015.
  5. Peter Beddies: Wie Andreas Dresen bei seinem eigenen Film leidet. Die Welt, 11. Mai 2011, abgerufen am 20. Dezember 2011.
  6. Jan Freitag: Zwei Liedpoeten von zauseliger Eleganz. Die Zeit, 21. August 2012, abgerufen am 14. Oktober 2015.
  7. Es war einmal und wenn sie nicht. Fressmann Schallplattenfirma, abgerufen am 14. Oktober 2015.
  8. Chartquellen: DE AT CH
  9. Max Scharnigg: Gisbert zu Knyphausen - same. Jetzt, 16. Mai 2008, abgerufen am 31. August 2008.
  10. Carina Prange: Aus dem Himmel gegriffen.GISBERT ZU KNYPHAUSEN. Mund-zu-Mund-Propaganda im Internet. Folker, 06/2008, abgerufen am 31. August 2008.
  11. Peter Flore: Label-Debüt im April. Gisbert zu Knyphausen. Intro, 21. Februar 2008, abgerufen am 14. Oktober 2015.
  12. kru: Mit Gisbert zu Knyphausen darf deutscher Pop wieder lyrisch sein. Die Welt, 2. Mai 2008, abgerufen am 22. August 2009.
  13. Thomas Hübener: Gisbert zu Knyphausen. Spex, 18. April 2008, abgerufen am 31. August 2008.
  14. Nadine Lischick: Orpheus mit Gitarre nimmt den Weltschmerz auf sich. Die Welt, 22. August 2009, abgerufen am 14. Oktober 2015.
  15. Heiko Behr: Top of the Blogs: Amy, Internet-Queen of Soul. Der Spiegel, 18. Januar 2007, abgerufen am 31. August 2008.