Gisela Stuart

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Gisela Stuart (2008)

Gisela Stuart (* 26. November 1955 als Gisela Gschaider in Velden) ist eine aus Deutschland stammende britische Politikerin der Labour Party.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gisela Gschaider wurde am 26. November 1955 im niederbayerischen Velden geboren. Sie besuchte die Staatliche Realschule in Vilsbiburg,[1] zog 1974 nach Großbritannien und studierte Betriebswirtschaftslehre an der polytechnischen Hochschule in Manchester und Jura an der Universität London. 1980 heiratete sie Robert Scott Stuart.

Sie hat zwei Kinder und ist römisch-katholischer Konfession. Ihre Ehe mit Robert Scott Stuart wurde im Jahr 2000 geschieden. 2010 heiratete sie Derek Scott, der früher Wirtschaftsberater von Tony Blair gewesen war. Ihr Mann starb am 31. Juli 2012.

Politische Laufbahn und Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1997 gewann sie bei den allgemeinen Wahlen zum Unterhaus den Parlamentssitz des Wahlbezirkes Birmingham-Edgbaston, der mehr als siebzig Jahre von Vertretern der Konservativen Partei gehalten worden war,[2] und verteidigte ihr Mandat bei den Unterhauswahlen 2001, 2005, 2010[3] und 2015.[4]

Von 1999 bis 2001 war Stuart parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium. Danach war sie Mitglied im Präsidium des Europäischen Verfassungskonvents, der in den Jahren 2002 und 2003 einen Verfassungsentwurf für die Europäische Union ausarbeitete.

Politisch gehört sie eher zum rechten Flügel der Labour-Partei. Stuart unterstützte Tony Blairs Entscheidung für den Irakkrieg und befürwortete eine Wiederwahl von US-Präsident George W. Bush. Sie sagte, beim Sieg des demokratischen Kandidaten John Kerry würden jene Kräfte jubeln, die die liberalen Demokratien zerstören wollten. Damit meinte Stuart die Terroristen und Selbstmordattentäter.[5] Stuart ist auch eine der Unterzeichner der Grundsätze der Henry Jackson Society, die die weltweite Ausbreitung der liberalen Demokratie und die Bereithaltung massiver Streitkräfte für den weltweiten Einsatz befürwortet.

Im Zuge der griechischen Staatsschuldenkrise empfahl Stuart den Austritt Deutschlands aus der Eurozone.[6] In einem Interview mit der BBC am 29. Oktober 2012 sprach sie sich zudem für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union aus. Sie glaube nicht an die Erfolgsaussichten des Versuchs von Premierminister David Cameron, die Bedingungen der britischen Mitgliedschaft in der EU neu auszuhandeln, da er seinen Verhandlungspartnern nichts anzubieten habe.[7] Stuart ist Vorsitzende der 2016 gegründeten Interessengruppe Change Britain, deren Ziel der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs (Brexit) ist und zu deren Schlüsselfiguren Boris Johnson gehört.[8][9]

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl im Juni 2017 trat Stuart nicht mehr an.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gisela Stuart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seite der Labour Party (Memento vom 18. April 2007 im Internet Archive)
  2. Gisela Stuarts Ansprache nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses 1997 (ab 0:08:40) auf YouTube, abgerufen am 15. Februar 2019 (nicht mehr verfügbar).
  3. Ergebnisse der Parlamentswahlen 2010 für Birmingham Edgbaston. bbc.co.uk, abgerufen am 20. Dezember 2015 (englisch).
  4. Ergebnisse der Parlamentswahlen 2010 für Birmingham Edgbaston. BBC News, abgerufen am 20. Dezember 2015 (englisch).
  5. Patrick Hennessy: Anti-Kerry remarks by Labour MP put Blair on the spot. The Telegraph, 31. Oktober 2004, abgerufen am 20. Dezember 2015 (englisch).
  6. Gisela Stuart: Kommentar: Deutschland sollte die Währungsunion verlassen. In: welt.de. 5. Mai 2010, abgerufen am 15. Februar 2019.
  7. Labour MP Gisela Stuart: UK should leave European Union. BBC News, 29. Oktober 2012, abgerufen am 20. Dezember 2015 (englisch).
  8. Change Britain – Making Brexit Happen. In: changebritain.org. Abgerufen am 15. Februar 2019 (englisch).
  9. Team page – Change Britain. In: changebritain.org. Abgerufen am 15. Februar 2019 (englisch).
  10. Election 2017: Which MPs are standing down and which hope to return? BBC News, 21. April 2017, abgerufen am 21. April 2017 (englisch).