GitHub

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GitHub
GitHub logo 2013.svg
github.com
Motto Build software better, together.
Beschreibung kollaborative Versionsverwaltung
Registrierung optional, erforderlich für Uploads
Sprachen Englisch
Eigentümer GitHub, Inc.
Erschienen Februar 2008
Status Aktiv

GitHub ist ein webbasierter Filehosting-Dienst für Software-Entwicklungsprojekte. Namensgebend ist das Versionsverwaltungssystem Git.

Geschichte[Bearbeiten]

GitHub wurde von Chris Wanstrath, PJ Hyett und Tom Preston-Werner mittels Ruby on Rails und Erlang entwickelt und im Februar 2008 gestartet. Der Eigentümer, das Unternehmen GitHub, Inc., besteht seit 2007 und hat seinen Sitz in San Francisco.[1] Der Dienst hat über zehn Millionen registrierte Nutzer (Stand: August 2015).[2]

Im Juli 2012 erhielt GitHub eine Investition von 100 Millionen US-Dollar vom Risikokapitalgeber Andreessen Horowitz.[3] Im Juli 2015 erhielt GitHub im Rahmen einer Series-B-Finanzierungsrunde 250 Millionen US-Dollar von Sequoia Capital, Andreessen Horowitz, Thrive Capital und anderen Venture-Capital-Fonds.[4]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu anderen Open-Source-Hostern wie SourceForge ist auf GitHub nicht das Projekt als Sammlung von Quellcode zentral, sondern der Nutzer mit seinen Repositories (Verzeichnissen, die mit Git kontrolliert werden). Gleichzeitig wird das Erstellen (Branchen) und Wiedervereinigen (Mergen) von Abspaltungen (Forks) besonders propagiert. Forks dienen weiterhin dazu, einfach bei anderen Projekten mitentwickeln zu können. Um einem Repository/Projekt einen Beitrag beizusteuern, wird das Repository zunächst abgespalten, dann werden die zu übernehmenden Änderungen hinzugefügt und dem Besitzer des Ur-Repositorys eine Anfrage (Pull-Request) gestellt, die Änderungen zu übernehmen (alles über die Weboberfläche möglich, teilweise aber auch mit Git selbst realisierbar). Damit soll den Besonderheiten verteilter Versionskontrollsysteme besonders Rechnung getragen und zugleich ein soziales Netzwerk geschaffen werden, was sich auch in den aus „echten“ sozialen Netzwerken bekannten Funktionen „Beobachten“ oder „Folgen“ niederschlägt.

Während Open-Source-Projekte GitHub kostenfrei nutzen können, gibt es auch kostenpflichtige Angebote für proprietäre Software, die zum Beispiel erlauben, sogenannte private Repositories zu erstellen, die nicht öffentlich einsehbar sind. Kostenfreie Accounts können hingegen nur öffentliche Repositories erstellen. Außerdem bietet GitHub, Inc. größeren Unternehmen mit GitHub Enterprise an, eine eigene, abgetrennte GitHub-Installation zu liefern, um die Vorteile des sozialen Programmierens auch bei der unternehmensinternen Softwareentwicklung zu nutzen.[5]

Nachdem das Design von GitHub über Jahre unverändert geblieben war, wurde im Juni 2013 eine neue Oberfläche vorgestellt. In dieser tritt der Quelltext der dort bereitgestellten Software stärker in den Vordergrund.[6] Eine wesentliche Neuerung war eine visualisierte Statistik, welche die verwendeten Programmiersprachen und ihren Anteil am gesamten Projekt darstellt.

Verwendung[Bearbeiten]

GitHub war im Jahr 2011 bei Open-Source-Software der populärste Dienst seiner Art, gemessen an der Anzahl der Commits.[1] Im August 2015 wurden 26,3 Millionen Repositories gehostet[2]. Neben vielen sehr kleinen oder oft nur vom Besitzer genutzten Projekten gibt es – neben Git selbst – mehrere bekannte größere Open-Source-Projekte, die bei der Versionsverwaltung ihres Quelltextes auf GitHub setzen, darunter sind:

Seit Mitte 2012 ist es möglich, auf GitHub auch komplette Websites bereitzustellen. Der Dienst unterstützt die Konnektierung eines A-Record auf die IP-Adresse seiner Server und liefert statische Inhalte auf entsprechende HTTP- und HTTPS-Anfragen aus. Die Funktion ist sowohl in der kostenlosen als auch der Enterprise-Variante des Dienstes nutzbar.[8]

Kritik[Bearbeiten]

2009 stand GitHub aufgrund mangelnder Stabilität und Geschwindigkeit in der Kritik. Die Probleme resultierten aus dem schnellen Wachstum des Dienstes. Die Betreiber reagierten im September des gleichen Jahres mit einem Wechsel des Webhosters.[9] Seitdem wird GitHub bei Rackspace betrieben.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Alexander Neumann: GitHub populärer als SourceForge und Google Code. heise Developer, 6. Juni 2011, abgerufen am 6. Januar 2013.
  2. a b GitHub Press. GitHub, abgerufen am 28. August 2015 (englisch).
  3. Douglas MacMillan: GitHub Takes $100M in Largest Investment by Andreessen Horowitz. Bloomberg, 9. Juli 2012, abgerufen am 6. Januar 2013 (englisch).
  4. Frederic Lardinois: GitHub Raises $250M Series B Round To Take Risks. TechCrunch, 30. Juli 2015, abgerufen am 30. Juli 2015 (englisch).
  5. GitHub Enterprise. GitHub, abgerufen am 6. Januar 2013 (englisch, The best way to build and ship software, on your servers.).
  6. Kim Rixecker: Github mit massivem Redesign – das ist neu. In: t3n Magazin. yeebase media GmbH, 18. Juni 2013, abgerufen am 18. Juni 2013.
  7. Thorsten Leemhuis: Hauptentwicklungszweig von Linux vorübergehend bei Github. Heise Online, 5. September 2011, abgerufen am 6. Januar 2013.
  8. Ilja Zaglov: Kostenloses Hosting für statische Webseiten mit GitHub. In: t3n Magazin. yeebase media GmbH, 28. Dezember 2012, abgerufen am 6. Januar 2013.
  9. Falk Hedemann: GitHub: Open-Source-Projekt-Hoster wechselt zu Rackspace. In: t3n Magazin. yeebase media GmbH, 16. September 2009, abgerufen am 27. August 2013.