Giuseppe Verdi

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Giuseppe Verdi, ca.1870
Giuseppe Verdi (1899)
Unterschrift von Giuseppe Verdi

Giuseppe Fortunino Francesco Verdi (* 9. Oktober oder 10. Oktober 1813 in Le Roncole, Herzogtum Parma; † 27. Januar 1901 in Mailand) war ein italienischer Komponist der Romantik, der vor allem durch seine Opern berühmt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Ob Verdi am 9. oder am 10. Oktober geboren wurde, ist nicht ganz klar. Ins Taufregister wurde am 11. Oktober eingetragen, er sei am vorherigen Abend geboren (infantem natum heri vespere hora octava). Verdi selbst sah aber den 9. Oktober als seinen Geburtstag an. Da man früher die Tage von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang rechnete, ist auch diese Deutung des Taufbucheintrages möglich. Verdi wurde in einfachen Verhältnissen (sein Vater Carlo war Gastwirt und Kleinbauer) im von napoleonischen Truppen besetzten Herzogtum Parma im Ort Le Roncole geboren. Im Geburtsregister wurden Verdis Vornamen französisiert, und so wurde Verdi als „Joseph Fortunin François Verdi“ eingetragen.[1] Verdis außergewöhnliches Talent fiel früh auf, und er erhielt vom Organisten im nahe gelegenen Busseto musikalischen Unterricht. 1823 wurde er mit Unterstützung eines musikverständigen Mäzens, des Kaufmanns Antonio Barezzi in Busseto, in das dortige Gymnasium aufgenommen. Bald vertrat er den Dorforganisten in der Kirche. Nachdem ihn das Konservatorium in Mailand 1832 abgelehnt hatte, wurde er – wiederum mit Barezzis Unterstützung – Privatschüler von Vincenzo Lavigna, einem Schüler von Giovanni Paisiello. 1834 wurde er Organist und 1836 Musikdirektor in Busseto und heiratete Barezzis Tochter Margherita (die beiden Kinder aus dieser Ehe starben jeweils kurz nach der Geburt). In diesen Jahren studierte er intensiv nicht nur Kontrapunkt und die Grundlagen der Operngestaltung, sondern beschäftigte sich auch mit Politik und Literatur.

1838 ging Verdi erneut nach Mailand. Nach einem verschollenen, nicht aufgeführten Erstling unter dem Titel Rocester oder Lord Hamilton wurde im November 1839 seine Oper Oberto conte di San Bonifacio mit Erfolg an der Mailänder Scala aufgeführt. Sein nächstes Werk, die komische Oper Un giorno di regno (1840), wurde ausgepfiffen, woraufhin Verdi, der neben dem Tod seiner Kinder auch den seiner Frau betrauerte, deprimiert beschloss, das Komponieren aufzugeben.

Nach über einem Jahr konnte ihn jedoch Bartolomeo Merelli, der Direktor der Scala, zu einem weiteren Werk überreden: Nabucodonosor (1842; später Nabucco genannt). Diese Oper erwies sich als Sensationserfolg, und Verdi wurde auch international als „führender italienischer Opernkomponist“ anerkannt.[2] Die Abigaille der Uraufführung, Giuseppina Strepponi (Taufnamen: Clelia Maria Josepha, 1815–1897), wurde später Verdis Lebensgefährtin und zweite Ehefrau. Seit dem Erscheinen der ersten Verdi-Biographien im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wird behauptet, das unter Fremdherrschaft leidende italienische Volk habe sich mit dem in dieser Oper zum Ausdruck kommenden Freiheitsstreben der in babylonischer Gefangenschaft gehaltenen Juden identifiziert. So sei der bekannte Chor Va pensiero, sull'ali dorate („Steig, Gedanke, auf goldenen Flügeln“) eine Art italienische Nationalhymne, ein Protest gegen Tyrannei und politische Willkür gewesen. Dafür gibt es jedoch nach neueren Forschungen zur politischen Verdi-Rezeption im Risorgimento keine Belege.[3]

In den folgenden sechs Jahren schrieb Verdi für seinen Lebensunterhalt in rascher Folge mehrere Opern, zunächst I Lombardi alla prima Crociata („Die Lombarden auf dem ersten Kreuzzug“, 1843) und Ernani (1844). Diese beiden Opern stellten sich als große Erfolge heraus. Von den nächsten Werken schafften es jedoch nur Macbeth (1847) und Luisa Miller (1849) in das Standardrepertoire der großen Opernhäuser. In dieser Zeit schuftete er – nach eigenen Worten – wie ein Galeerensklave und gefährdete ernsthaft seine Gesundheit. Sein erklärtes Ziel war, genügend Mittel zu erwirtschaften, damit er sich früh als Gentleman auf ein Landgut zurückziehen könne – am besten in Sant’Agata nahe Roncole.

La battaglia di Legnano („Die Schlacht von Legnano“, 1849) war Verdis glühende Antwort auf den Risorgimento, die Einheitsbewegung der Italiener, die dem Revolutionsjahr 1848 folgte; dieses Eifersuchtsdrama spielt vor dem geschichtlichen Hintergrund des Sieges der Liga der lombardischen Städte über Friedrich Barbarossa.

Nach dem Stiffelio (1850), der den Ehebruch einer evangelischen Pfarrersfrau thematisiert, folgten Rigoletto (1851), Il trovatore („Der Troubadour“, 1853) und La Traviata (1853). Diese sog. trilogia popolare („populäre Trilogie“) gilt als ein Höhepunkt in Verdis Schaffen und markiert den Durchbruch einer musikästhetischen Konzeption, die sich erstmals im Realismus des Macbeth angekündigt hatte. Die Werke festigten Verdis internationalen Ruhm und gehören noch heute weltweit zu den beliebtesten Opern.

Bei der Wahl seiner literarischen Vorlagen legte er hohe Maßstäbe an, ein Zeichen, dass seine Privatstudien in den dreißiger Jahren Früchte getragen hatten. Victor Hugo lieferte ihm die Vorlagen für Ernani und Rigoletto, Shakespeare für Macbeth, Lord Byron für I due Foscari („Die beiden Foscari“) und Il corsaro („Der Korsar“), Voltaire für Alzira und Friedrich Schiller für Giovanna d’Arco nach dem Drama Die Jungfrau von Orléans, I masnadieri („Die Räuber“) nach dem gleichnamigen Stück und schließlich Luisa Miller nach Kabale und Liebe. Auch Shakespeares King Lear beschäftigte ihn mehrfach in den folgenden Jahren, ohne dass es zu einer Komposition des Re Lear kam.

Nachdem Verdi 1847 in Paris anlässlich der Aufführung von Jérusalem (einer Überarbeitung der Lombardi) die Sängerin Giuseppina Strepponi (die Abigaille in der Uraufführung von Nabucco) wiedergetroffen hatte, verliebten sie sich und zogen bald zusammen. Diese Verbindung stieß vor allem in Busseto auf erheblichen Widerstand. Erst 1859 entschlossen sich Verdi und Strepponi zur Heirat.

Giuseppe Verdi (Porträt von Giovanni Boldini, 1886)

Nach der Vereinigung Italiens ließ er sich 1861 von Graf Cavour zur Kandidatur für die Abgeordnetenkammer überreden, trat jedoch bald wieder zurück. Verdi war nun zur internationalen Berühmtheit geworden und arbeitete für die Pariser Oper (wo er mit Les vêpres siciliennes 1855 Giacomo Meyerbeer herausforderte), das Mariinski-Theater in St. Petersburg und die Weltausstellung in London, wo Verdis Inno delle nazioni („Hymne der Völker“) auf einen Text des jungen Arrigo Boito uraufgeführt wurde. Zu den in diesen Jahren komponierten Opern zählen Simon Boccanegra (1857), Aroldo (1857) als Neufassung des Stiffelio, Un ballo in maschera („Ein Maskenball“, 1859), La forza del destino („Die Macht des Schicksals“, 1862) und Don Carlos (1867). Hier zeigen sich seine Meisterschaft in der Melodieführung und in der musikalischen Gestaltung der Charaktere, die neugewonnene Freiheit bei Rezitativen und Arien und eine stärkere Betonung der Rolle des Orchesters als in seinem Frühwerk. Die Tiefe in der Charakterisierung – gerade der Frauenrollen – ist wohl auf seine Beziehung zu Giuseppina Strepponi zurückzuführen, die diesem zweifellos schwierigen Mann jederzeit bedingungslos zur Seite stand. In diesen Zeiten hatte Verdi immer wieder Schwierigkeiten mit der Zensur, die etwa einen Anschlag auf einen König (Rigoletto, Maskenball) als gefährlich ansah und umfangreiche Änderungen in der Dramaturgie erzwang. Während die für Paris komponierte Oper Les vêpres siciliennes („Die sizilianische Vesper“) in Italien wegen der Eingriffe der Zensur nur ein mäßiger Erfolg war, konnte er mit Don Carlos seinen Rivalen Meyerbeer überflügeln. Danach zog er sich zunächst vom Komponieren zurück. Allerdings überarbeitete er 1869 die für das Publikum in St. Petersburg geschriebene Oper La forza del destino für italienische Bühnen. Er hatte seine Honorare konsequent in sein Landgut Sant’Agata investiert und war mittlerweile finanziell unabhängig.

Im November 1869 wurde das Kairoer Opernhaus mit Verdis Rigoletto eingeweiht und wenige Tage später der Sueskanal eröffnet. Der ägyptische Vizekönig Ismail Pascha wünschte sich für die folgende Saison eine neue Oper von Verdi für sein Opernhaus. Doch erst im Juni 1870 stimmte Verdi zu und komponierte die Aida (die er also weder für die Eröffnung des Kairoer Opernhauses noch für die des Suezkanals geschaffen hat). Die Uraufführung fand 1871 in Kairo statt. Es war ein rauschender Erfolg, denn die Oper war ein Werk aus einem Guss. Verdi hatte seinem Librettisten Antonio Ghislanzoni ein detailliertes „Drehbuch“ vorgegeben und sogar auf die verwendeten Versmaße Einfluss genommen. 1873 komponierte er zum ersten Todestag des Schriftstellers und Freundes Alessandro Manzoni sein bedeutendstes Werk außerhalb des Bühnenschaffens, die Messa da Requiem. Bereits vorher schrieb er das Streichquartett e-Moll.

Danach betrachtete Verdi – enttäuscht vom Ausbleiben eines durchgreifenden sozialen Fortschritts in Italien – sich als Rentier und verwendete beträchtliche Zeit und Energie in die Erweiterung und Verbesserung seines Landgutes in Sant’Agata. In dieser Phase errichtete er auch die Casa di Riposo per Musicisti, ein Altersheim für ehemalige Musiker in Mailand (siehe unten). 1874 wurde Verdi zum Senator des Königreichs Italien ernannt.

Verdis Grab in der Kapelle der Casa di Riposo in Mailand

Sein Verleger Giulio Ricordi allerdings wollte sich mit dem Erreichten nicht zufriedengeben; er arrangierte eine Zusammenarbeit mit dem inzwischen als Schriftsteller und Komponist berühmt gewordenen Arrigo Boito. So kam es, dass Verdi im Alter von über 70 Jahren seine wohl reifsten Opern schrieb. Als Test überarbeitete Boito – erfolgreich – das Libretto von Simon Boccanegra (die Oper wird noch heute in dieser Fassung aufgeführt). Nach langen Verzögerungen entstand dann 1887 Otello („Othello“) zu einem Libretto von Boito nach Shakespeares Tragödie. 1893 folgte als letzte Oper Falstaff, deren Libretto gleichfalls Boito nach der Vorlage Shakespeares verfasst hatte. Sie wurde in der Mailänder Scala uraufgeführt und gilt vielen als bedeutendste komische Oper überhaupt. Ihr durchschlagender Erfolg war in gewisser Weise ein Ausgleich für das Fiasko, das Verdi ein halbes Jahrhundert vorher mit Un giorno di regno an demselben Haus erlebt hatte. Er komponierte noch zwei geistliche Chorwerke, das Te Deum (1895) und Stabat mater (1897), die 1898 zusammen mit einem früher entstandenen Ave Maria und den Laudi alla Vergine Maria als Quattro pezzi sacri („Vier geistliche Stücke“) uraufgerührt wurden.

1897 verstarb seine Frau nach langer Krankheit. Am Mittag gegen 12 Uhr am 21. Januar 1901, kurz nach dem Besuch des Arztes, erlitt Verdi eine Blutung im Bereich der Capsula interna, die zu einer Lähmung der rechten Körperhälfte führte. Nach schwerem Todeskampf starb Verdi am frühen Morgen des 27. Januar 1901.[4]

Würdigung[Bearbeiten]

Busseto: Verdi-Statue

Verdi ist als Opernkomponist der größte und gleichzeitig ebenbürtige Gegenspieler Richard Wagners. Beide wurden im selben Jahr geboren und schufen nebeneinander Opernkonzepte, die aus der Nummernoper entstanden, unterschiedliche Wege über sich entwickelnde Parlando-Stile nahmen und die Opernkultur des 19. Jahrhunderts prägten. Noch über 100 Jahre später gehören sie zum Kern des Repertoires großer Häuser.

Verdi knüpfte an die Leistungen von Gioachino Rossini, Vincenzo Bellini, Saverio Mercadante und Gaetano Donizetti an, wandelte das Erreichte um und leitete eine Periode des ständigen Suchens, schließlich der dramaturgischen Vollendung und der Verfeinerung ein. Bei seinen ersten Opern blieb er noch in der Tradition des Belcanto, der die Eleganz der Sängerstimmen zu Lasten von Charakterisierung und Dramatik pflegte und dabei war, sich in Wiederholungen zu verlieren. Doch Schritt für Schritt löste Verdi sich von diesem Konzept und gestaltete seine Werke als wahre Dramen, Aktion und Reaktion in packenden, außergewöhnlichen Situationen – dargestellt von Persönlichkeiten, die seine Musik in neuartiger Weise charakterisierte. So ist verständlich, dass ihn immer wieder Werke von Shakespeare und Schiller beschäftigten – Dramatikern von besonderem Rang.

Seine Opern sollen nicht ein Programm mit Symbolgehalt umsetzen, in ihrem Mittelpunkt steht das rein Menschliche in Tragik und Humor. Letzteres führte zur Einordnung in die Schublade namens „Realismus“. Im Gegensatz zu Wagners Werken tritt das Orchester – wenn auch oft prachtvoll und raffiniert – meist in den Hintergrund. Die Melodieführung – einfacher als bei seinen Vorgängern – ist Trägerin des dramatischen Ausdrucks.

Nachdem er sich von seinen Vorgängern gelöst hatte, strebte er zunächst nach der Grand opéra im Sinne Meyerbeers, die er jedoch selbst mit Gefühlsintensität und psychologisierender Charakterisierung wieder überwand. Der Narr Rigoletto, der sich zum Narren macht; die hexenartige Lady Macbeth; der unbeugsame Fiesco in Simon Boccanegra; neben der sich opfernden Violetta in La traviata die selbstzerstörerische Amneris, neben der leidenschaftlichen Leonora des Troubadours die gequälte Leonora der Macht des Schicksals, Othellos Desdemona und schließlich der König in Don Carlos: dies sind Rollen, in denen sich musikalische Präsentation und Gefühlstiefe in sonst kaum erreichter Weise zu einem theatralischen Gesamtkunstwerk vereinen.

Verdi war der Reformator der italienischen Oper. Sein Requiem (1874) steht den Opernkompositionen sehr nahe. Das gilt auch für seine lange Zeit unbeachteten Kunstlieder, die zum Teil erst 1993 in Osnabrück uraufgeführt wurden.

Der italienische Staat hat Verdis Geburtshaus in Le Roncole, das heute ein Museum beherbergt, zugleich mit den Geburtshäusern von Giacomo Puccini und Gioachino Rossini, mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet.

Werke[Bearbeiten]

Opern[Bearbeiten]

Titel Libretto Uraufführung Ort Bemerkung
Oberto conte di San Bonifacio Antonio Piazza und

Temistocle Solera

17. November 1839 Teatro alla Scala, Mailand
Un giorno di regno, ossia Il finto Stanislao Temistocle Solera 5. September 1840 Teatro alla Scala, Mailand
Nabucco Temistocle Solera 9. März 1842 Teatro alla Scala, Mailand
I Lombardi alla prima Crociata Temistocle Solera 11. Februar 1843 Teatro alla Scala, Mailand
Ernani Francesco Maria Piave 9. März 1844 Teatro La Fenice, Venedig
I due Foscari Francesco Maria Piave 3. November 1844 Teatro Argentina, Rom
Giovanna d’Arco Temistocle Solera 15. Februar 1845 Teatro alla Scala, Mailand
Alzira Salvadore Cammarano 12. August 1845 Teatro San Carlo, Neapel
Attila Temistocle Solera und Francesco Maria Piave 17. März 1846 Teatro La Fenice, Venedig
Macbeth Francesco Maria Piave, Ergänzungen von Andrea Maffei 14. März 1847 Teatro della Pergola, Florenz Neufassung 1865
I masnadieri Andrea Maffei 22. Juli 1847 Queen’s Theatre, London
Jérusalem Alphonse Royer und Gustave Vaëz 26. November 1847 Académie Royale de Musique, Paris Umarbeitung von Lombardi
Il corsaro Francesco Maria Piave 25. Oktober 1848 Teatro Grande, Triest
La battaglia di Legnano Salvadore Cammarano 27. Januar 1849 Teatro Apollo, Rom
Luisa Miller Salvadore Cammarano 8. Dezember 1849 Teatro San Carlo, Neapel
Stiffelio Francesco Maria Piave 16. November 1850 Teatro Grande, Triest Neufassung als Aroldo 1857
Rigoletto Francesco Maria Piave 11. März 1851 Teatro La Fenice, Venedig
Il trovatore Salvadore Cammarano 19. Januar 1853 Teatro Apollo, Rom
La Traviata Francesco Maria Piave 6. März 1853 Teatro La Fenice, Venedig
Les vêpres siciliennes Eugène Scribe und Charles Duveyrier 13. Juni 1855 Théatre Impérial de L'Opéra, Paris
Simon Boccanegra Francesco Maria Piave 12. März 1857 Teatro La Fenice, Venedig zweite Fassung 1881
Aroldo 16. August 1857 Teatro Nuovo, Rimini Umarbeitung von Stiffelio
Un ballo in maschera Antonio Somma 17. Februar 1859 Teatro Apollo, Rom
La forza del destino Francesco Maria Piave 10. November 1862 Kaiserliches Großes Theater, St. Petersburg überarbeitete Fassung 1869
Macbeth 21. April 1865 Paris, Théâtre Lyrique zweite Fassung
Don Carlos Joseph Méry und Camille du Locle 11. März 1867 Opéra, Paris französische Fassung in fünf Akten
La forza del destino Antonio Ghislanzoni 27. Februar 1869 Teatro alla Scala, Mailand überarbeitete Fassung
Aida

Antonio Ghislanzoni

24. Dezember 1871 Opernhaus, Kairo
Simon Boccanegra Arrigo Boito 24. März 1881 Teatro alla Scala, Mailand zweite Fassung
Don Carlos Achille de Lauzières und Angelo Zanardini 10. Januar 1884 Teatro alla Scala, Mailand italienische Fassung in vier Akten
Otello Arrigo Boito 5. Februar 1887 Teatro alla Scala, Mailand
Falstaff Arrigo Boito 9. Februar 1893 Teatro alla Scala, Mailand

Unterlegt: Neufassungen und Überarbeitungen

Geistliche Musik[Bearbeiten]

  • Messa per Rossini, 1869 (mit zwölf weiteren Komponisten), postum veröffentlicht
  • Messa da Requiem („Manzoni-Requiem“), 1874
  • Pater noster für fünfstimmigen Chor, 1880
  • Ave Maria für Sopran und Streichquartett, 1880
  • Quattro pezzi sacri („Vier geistliche Stücke“) für Chor und Orchester, 1898
  • Ave Maria für vierstimmigen Chor a cappella
  • Messa Solenne (Messa di Gloria), 1833

Kammermusik[Bearbeiten]

  • Sechs Romanzen für Singstimme und Klavier, 1838
  • L’esule („Die Verbannte“) für eine Singstimme und Klavier, 1839
  • La seduzione („Die Verführung“) für eine Singstimme und Klavier, 1839
  • Notturno, Vokaltrio, 1839
  • Album mit sechs Romanzen für eine Singstimme und Klavier, 1845
  • Il poveretto („Der Bettler“), Romanze für eine Singstimme und Klavier, 1847
  • La preghiera del poeta, 1858
  • Il Brigidin, 1863
  • Stornello für eine Singstimme und Klavier, 1869
  • Streichquartett e-Moll, 1873
  • Pietà Signor, 1894

Kantaten[Bearbeiten]

  • Suona la tromba („Es schallt die Trompete“), 1848
  • Inno delle nazioni („Hymne der Völker“), Kantate zur Weltausstellung London für eine hohe Solostimme, Chor und Orchester, 1862
  • Notre ensemble („Unser Zusammenspiel“), 1865

Diskografie[Bearbeiten]

Verdi ist der Opernkomponist mit der umfangreichsten Diskographie. Operadis verzeichnet zwischen 1907 und 2009 insgesamt 2327 Einspielungen. Diese verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Werke:

"Anzahl der Einspielungen auf LP, CD, DVD und BluRay von 1907 bis 2009"

Verdi-Denkmal in Mailand

Briefwechsel[Bearbeiten]

Im Laufe seines Lebens schrieb Verdi an die 35.000 Briefe, eigenhändig und „immer in Eile“, etwa zwei Briefe täglich. Sie zeichnen sich durch ungewöhnliche Klarheit, hohes Temperament und einen sehr direkten Ton aus, der auch Derbheiten nicht aus dem Wege geht. Allein der Briefwechsel zwischen Verdi und seinem Librettisten Boito umfasst 276 Briefe.[5]

Die „Casa Verdi“ in Mailand[Bearbeiten]

Die „Casa Verdi“ in Mailand (ital. Bezeichnung: La Casa di Riposo per Musicisti, an der Piazza Buonarroti) ist das von Verdi gestiftete Altersheim für ca. 60 Sängerinnen oder Musiker. Es ist noch heute in Betrieb und war Schauplatz des 1984 gedrehten Dokumentarfilms Il Bacio di Tosca von Daniel Schmid. Auf die Frage, was wohl seiner Meinung nach sein bestes Werk sei, soll Verdi geantwortet haben: „Das Altersheim in Mailand“.

Giuseppe Verdi wurde mit seiner Frau Giuseppina Strepponi in der Gruft des Altersheims bestattet.[6]

Literatur[Bearbeiten]

Sachbücher
  • Junold, Arkadi: Die grand opera bei Verdi, Wagner, Berlioz und Tschaikowsky. Arkadien Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-940863-31-7.
  • Julian Budden: Verdi – Leben und Werk. 2., revidierte Auflage, Philipp Reclam jun., Stuttgart 2000, ISBN 3-15-010469-6.
  • Veronika Beci: Verdi. Ein Komponistenleben. Artemis & Winkler, Düsseldorf 2000, ISBN 3-538-07111-X.
  • Ingrid Czaika: Frühe Verdi-Motivik. Charakterisierungsmethoden in den frühen Opern. LIT-Verlag, Münster 2006, ISBN 3-8258-9573-4.
  • Tino Drenger: Liebe und Tod in Verdis Musikdramatik. Semiotische Studien zu ausgewählten Opern. 1996, ISBN 3-88979-070-4.
  • Markus Engelhardt (Hrsg.): Giuseppe Verdi und seine Zeit. Laaber-Verlag, Laaber 2002, ISBN 3-89007-530-4.
  • Rolf Fath: Reclams Kleiner Verdi-Opernführer. Philipp Reclam jun., Stuttgart 2000, ISBN 3-15-018077-5.
  • Hans Gal: Giuseppe Verdi. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt a. M. 1982, ISBN 3-596-25601-1.
  • Anselm Gerhard, Uwe Schweikert (Hrsg.): Verdi-Handbuch. Metzler, Kassel, 2. Aufl. 2013, ISBN 978-3476023773 und Bärenreiter, Stuttgart/Weimar, 2. Aufl. 2013, ISBN 9783761820575.
  • Silke Leopold: Verdi – La Traviata. Henschel, Leipzig 2013, ISBN 978-3-89487-905-1.
  • Barbara Meier: Giuseppe Verdi in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 2002, ISBN 3-499-50593-2.
  • Georg Mondwurf: Giuseppe Verdi und die Ästhetik der Befreiung. Lang, Frankfurt/M. 2002, ISBN 3-631-38400-9.
  • Pierre Petit: Verdi. Seuil, Paris 1958, ISBN 2-02-000230-2.
  • Claudia Polo: Immaginari verdiani. Opera, media e industria culturale nell’Italia del XX secolo. BMG/Ricordi, Mailand 2004.
  • Vincent Sheean: Orpheus at eighty. Random House, New York, 1958.
  • Christian Springer: Verdi und die Interpreten seiner Zeit. Holzhausen, Wien 2000, ISBN 3-85493-029-1.
  • Christian Springer: Verdi-Studien (Verdi in Wien / Hanslick versus Verdi / Verdi und Wagner / Zur Interpretation der Werke Verdis / Re Lear – Shakespeare bei Verdi). Edition Praesens, Wien 2005, ISBN 3-7069-0292-3.
  • Christian Springer: Giuseppe Verdi – Simon Boccanegra. Dokumente – Materialien – Texte. Praesens Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-7069-0432-2.
  • Christian Springer: Giuseppe Verdi. Leben, Werke, Interpreten. epubli, Berlin 2013, ISBN 978-3-8442-4066-5.
  • Christoph Schwandt: Verdi. Eine Biographie. Insel-Verlag, Frankfurt a. M. 2001, ISBN 3-458-34396-2.
  • Benedikt Stegemann: Orpheus, der klingende Opernführer; Folge 3: Giuseppe Verdi, Ricordi, München, 2007, ISBN 978-3-938809-53-2
  • Rolf Stemmle: Rigoletto – La Traviata – Aida, Verdis große Opern eingängig erzählt. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2010, ISBN 978-3-8260-4419-9.
  • Winfried Wehle (Hrsg.): Omaggio a Giuseppe Verdi. Themen-Nr. d. Ztschr. Italienisch Nr. 46, Frankfurt a. M. 2001.
  • Joachim Campe: Verdi : eine Biographie (plus CD). WBG (Wiss. Buchges.), Darmstadt 2012, ISBN 978-3-534-23557-5.
  • Michael Jahn: Verdi und Wagner in Wien. Der Apfel, Wien 2012ff.
  • John Rosselli: Giuseppe Verdi : Genie der Oper; eine Biographie, München : Beck, 2013, ISBN 978-3-406-64138-1

Belletristik

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Giuseppe Verdi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Julian Budden: Verdi – Leben und Werk. Philipp Reclam jun., Stuttgart 2000, S. 10.
  2. Michael Walter in: Gerhard, Schweikert: Verdi-Handbuch. S. 314.
  3. Michael Walter in: Gerhard, Schweikert: Verdi-Handbuch. S. 315.
  4. Dieter Kerner: Große Musiker – Leben und Leiden. Marixverlag, Wiesbaden 2006, S. 425.
  5. Hans Busch: Verdi Boito Briefwechsel. Fischer Verlag Frankfurt am Main 1986 ISBN 3-362-00008-8
  6. Das allergrößte italienische Seelengeniein FAZ vom 18. April 2013, Seite R3