Glückskette

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Glückskette (französisch Chaîne du Bonheur, italienisch Catena della Solidarietà, englisch Swiss Solidarity) ist die schweizerische Spendensammelorganisation.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Glückskette war ursprünglich eine Westschweizer Radiosendung des Landessenders Sottens, die Spenden zu Gunsten von Katastrophen- und Kriegsopfern sammelte. Sie wurde 1946, als Europa vom Zweiten Weltkrieg gezeichnet war, von den Radiomachern Roger Nordmann und Paul Valloton und dem Entertainer Jack Rollan ins Leben gerufen. Seit 1983 hat sie die Rechtsform einer Stiftung.

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Glückskette sammelt Spenden für humanitäre Hilfsprojekte. Zu diesem Zweck arbeitet sie mit der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR) und Schweizer Hilfswerken zusammen. Die Glückskette profitiert dabei von der besonderen Unterstützung des öffentlichen Radios und Fernsehens und arbeitet auch mit privaten Medien zusammen. Sie verteilt nicht einfach Geld, sondern finanziert Hilfsprojekte von erfahrenen Schweizer Hilfswerken in der Sofort- und Rehabilitationshilfe sowie beim nachhaltigen Wiederaufbau.

Es werden sowohl die Sofort- und Nothilfe wie auch längerfristige Projekte zur Instandstellung (Rehabilitation) und zum Wiederaufbau unterstützt. Für die Nothilfe wird möglichst rasch und unbürokratisch gehandelt und entschieden. Zur Prüfung, Bewilligung und Kontrolle der längerfristigen Projekte wurden spezielle Projektkommissionen gebildet.

Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gründung der Stiftung Glückskette 1983 wurden bis heute mehr als eine Milliarde Spendengelder gesammelt. Die fünf grössten Sammlungen betrafen zwei Naturkatastrophen und einen Krieg im Ausland sowie zwei Unwetter in der Schweiz.

  1. Seebeben Asien (Tsunami), Dezember 2004: 227 Millionen Franken
  2. Unwetter in der Schweiz (Wallis und Tessin), Oktober 2000: 74 Millionen Franken
  3. Erdbeben Haiti, Januar 2010: 64 Millionen Franken
  4. Kriegsopfer im Kosovo, April 1999: 49,5 Millionen Franken
  5. Unwetter in der Schweiz (Zentralschweiz, Berner Oberland und Graubünden), August 2005: 49,5 Millionen Franken

Im Dezember 2009 veranstalteten SRF und die Glückskette zum ersten mal die Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» (JRZ) für den Kampf gegen Malaria. 2010 wurden Projekte für «Kinder als Opfer von Kriegen und Konflikten» unterstützt und 2011 wurde für «Mütter in Not» gesammelt. 2012 fand die Spendenaktion zum vierten Mal statt. Gesammelt wurde für eine bessere Trinkwasserversorgung und bessere hygienische Bedingungen in Entwicklungsländern. 2013 fand «Jeder Rappen zählt» bereits zum fünften Mal statt, dieses Mal zum Thema «Kinder in Slums».[1]

Partner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 arbeitet die Glückskette mit 25 Organisationen zusammen: Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA), Ärzte ohne Grenzen Schweiz (MSF), Brücke/Le Pont, Caritas Schweiz, CBM Christoffel Blindenmission, Christlicher Friedensdienst, Enfants du Monde (EDM), Fastenopfer, Handicap International, Heilsarmee, Helvetas, Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS), Medair, Iamaneh Schweiz, Médecins du Monde, Nouvelle Planète, Solidar Suisse, Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK), Solidarmed, Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, Swissaid, Swisscontact, Terre des hommes - Kinderhilfe, Terre des Hommes Suisse, und Vivamos Mejor.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Glückskette erhielt in Anerkennung ihrer Arbeit den Internationalen Menschenrechtspreis 1999.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website
  2. Partnerorganisationen der Glückskette abgerufen am 27. Juli 2011.