Glanzfilm

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Köpenick, Friedrichshagener Straße 9–12, Gebäude 22, Detail

Die Glanzfilm AG wurde 1905 in Berliner Bezirk Köpenick gegründet und stellte Filmmaterial her.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Glanzfilm AG lag auf dem 37.600 m² großen Areal der Halbinsel Krusenick. Hinsichtlich der Gründungsdaten gibt es Widersprüche, so wird etwa auch das Jahr 1923 als Gründungsjahr des fotochemischen Werks Glanzfilm AG Köpenick genannt. 1923 wurde ein Tochterunternehmen des Kunstseideproduzenten Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG aus Elberfeld gegründet.

Die Firma Glanzfilm AG Köpenick arbeitete jahrelang mit Verlust, daher wurde sie 1927 an den Fotokonzern Kodak verkauft und wurde fortan Kodak AG, Werk Köpenick genannt.

George Eastman siedelte 1929 mit seiner Firma Kodak an der Müggelspree an, das veränderte nach und nach das Ortsbild. Zu den Produkten gehörten Filme für Schwarzweiß-Fotografie, Röntgenfilme sowie chemische Produkte zur Verarbeitung.

Köpenick, Friedrichshagener Straße 9, Gebäude 15

1941 wurden die Kodak-Werke als Feindvermögen beschlagnahmt. Nach dem Krieg beschlagnahmte die sowjetische Besatzungsmacht das Werk. Noch einige Jahre wurde es unter dem Namen Kodak AG Filmfabrik Köpenick weitergeführt, 1956 erhielt es die Bezeichnung VEB Fotochemische Werke Köpenick (FCW). Es produzierte weiterhin Röntgenfilme, Schwarzweiß-Filme und Fotopapier sowie Chemikalien.

1992 wurde die Filmfabrik an Kodak retourniert. Dies war erst nach der deutschen Wiedervereinigung möglich geworden. Die Digitaltechnik entwickelte sich jedoch so rasch, dass das Werk mit Ausnahme der Röntgenfilmproduktion (X-ray-Retina) geschlossen werden musste. 2010 stellte Kodak den Betrieb schließlich komplett ein[1].

Aktuell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zurzeit entsteht auf dem Gelände eine Wohnanlage unter teilweiser Nutzung der Fabrik aus den 1920er Jahren. Das einstige Werk steht heute unter Denkmalschutz.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Karawane zieht weiter, FAZ vom 9. Oktober 2010, abgerufen am 8. Januar 2016.
  2. Eintrag in der Denkmaldatenbank des Landes Berlin, abgerufen am 29. April 2020.

Koordinaten: 52° 27′ 3″ N, 13° 35′ 9″ O