Glarus

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Glarus im gleichnamigen Kanton Glarus, zu anderen Bedeutungen von Glarus siehe Glarus (Begriffsklärung).
Glarus
Wappen von Glarus
Staat: Schweiz
Kanton: Glarus (GL)
Bezirk: (Der Kanton Glarus kennt keine Bezirke.)
BFS-Nr.: 1632i1f3f4
Postleitzahl: 8750
UN/LOCODE: CH GLA
Koordinaten: 723737 / 21042747.0333299.066666472Koordinaten: 47° 2′ 0″ N, 9° 4′ 0″ O; CH1903: 723737 / 210427
Höhe: 472 m ü. M.
Fläche: 107,20[1] km²
Einwohner: i12'422 (31. Dezember 2013)[2]
Gemeindepräsident: Christian Marti (FDP)
Website: www.gemeinde.glarus.ch
Blick auf Glarus

Blick auf Glarus

Karte
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Wappen der bis 31. Dezember 2010 existierenden Ortsgemeinde

Die Stadt Glarus (örtlich schweizerdeutsch Glaris [glɑrɪs],[3] französisch Glaris, italienisch Glarona, rätoromanisch Glaruna) ist eine politische Gemeinde (bis 2010 Ortsgemeinde, heute Einheitsgemeinde) und der Hauptort des gleichnamigen Schweizer Kantons Glarus.

Im Rahmen der Glarner Gemeindereform fusionierte Glarus auf den 1. Januar 2011 mit den Gemeinden Ennenda, Netstal und Riedern zur neuen politischen Gemeinde Glarus.

Geographie[Bearbeiten]

Glarus liegt in der geografischen Mitte des gleichnamigen Kantons an der Linth und am Fusse des rund 2300 m hohen Vorderglärnisch. Der höchste Punkt des Gemeindegebiets ist der 2914 m hohe Bächistock, der zum Massiv des Glärnisch gehört. Nachbargemeinden sind die Gemeinden Glarus Nord, Glarus Süd sowie Muotathal und Innerthal (beide Kanton Schwyz).

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals schriftlich erwähnt wird der Ort Clarona im 8. Jahrhundert in einer Lebensgeschichte der Heiligen Felix und Regula. Der Name geht wahrscheinlich auf eine lateinische Grundform *ad clārōnam «bei der hellen Stelle», im übertragenen Sinn «Waldlichtung», zurück.[3]

Bis Ende des 14. Jahrhunderts gehörten grosse Teile des Glarner Landes zur Grundherrschaft des Klosters Säckingen, bis sich die Einwohner davon loskauften. 1387 fand die erste Landsgemeinde statt, eine Institution, die noch heute hier besteht und in der Regel am ersten Sonntag im Mai abgehalten wird. Zum Hauptort des Linthtals wurde Glarus durch Beschluss der Landsgemeinde 1419, da hier lange die einzige Kirche der Talschaft stand. 1506 bis 1516 war der spätere Reformator Ulrich Zwingli Pfarrer von Glarus.

Während der Helvetik (1798–1803) war Glarus Hauptort des Kantons Linth. Im Jahr 1861 wütete ein Brand[4], der grosse Teile des Ortes zerstörte. Nur wenige Gebäude aus der Zeit vor dem Brand blieben im Stadtbild erhalten. Der Wiederaufbau erfolgte sehr schnell nach einem städtebaulichen Plan, der einem Schachbrettmuster gleicht. Diese vor allem aus den Vereinigten Staaten bekannte Städteplanung wurde gewählt, um weitere derartige Feuersbrünste zu verhindern.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Christian Marti (FDP; Stand: 2012). Dem Gemeinderat gehören neben ihm noch sechs weitere Mitglieder an. Die neue Gemeinde Glarus bildet einen Landratswahlkreis, der 19 der 60 Glarner Landräte stellt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die einst wichtige Textilindustrie ist fast völlig verschwunden. Es überwiegt heute Holz- und Kunststoffindustrie sowie Stoff- und Buchdruckerei. Der Dienstleistungssektor ist zum wichtigsten Wirtschaftszweig geworden. Grösster Arbeitgeber ist heute das Kantonsspital mit etwa 450 Arbeitsplätzen. Auch der Tourismus gewinnt an Bedeutung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wahrzeichen der Stadt ist die neuromanische Stadtkirche Glarus des Architekten Ferdinand Stadler.

Partnerschaft[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Glarus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Glarus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Glarus – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zahlen und Fakten, Website de Gemeinde Glarus, abgerufen am 8. Juni 2011.
  2. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. a b Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 392.
  4. stadt-glarus.ch: Brand von Glarus, Zugriff am 9. September 2009
  5. Leza Dosch: Die Bahnhöfe Rapperswil SG und Glarus. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 895, Serie 90). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2011, ISBN 978-3-03797-028-7.