Glasehausen

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Wappen Deutschlandkarte
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Glasehausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Glasehausen hervorgehoben

Koordinaten: 51° 26′ N, 10° 9′ O

Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Eichsfeld
Verwaltungs­gemeinschaft: Leinetal
Höhe: 290 m ü. NHN
Fläche: 2,61 km2
Einwohner: 159 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37308
Vorwahl: 036085
Kfz-Kennzeichen: EIC, HIG, WBS
Gemeindeschlüssel: 16 0 61 039
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstr. 73
37308 Bodenrode-Westhausen
Website: www.vg-leinetal.de
Bürgermeister: Jörg Krebs
Lage der Gemeinde Glasehausen im Landkreis Eichsfeld
NiedersachsenHessenKyffhäuserkreisLandkreis NordhausenUnstrut-Hainich-KreisAm OhmbergAm OhmbergAm OhmbergArenshausenAsbach-SickenbergBerlingerodeBirkenfeldeBodenrode-WesthausenBornhagenBrehmeBreitenworbisBüttstedtBuhlaBurgwaldeDieterodeDietzenrode/VatterodeDingelstädtEcklingerodeEffelderEichstruthFernaFreienhagen (Eichsfeld)FretterodeGeisledenGeismarGerbershausenGernrode (Eichsfeld)GlasehausenGroßbartloffHaynrodeHeilbad HeiligenstadtHeuthenHohengandernHohes KreuzKellaKellaKirchgandernKirchworbisKrombach (Eichsfeld)KüllstedtLeinefelde-WorbisLenterodeLindewerraLutter (Eichsfeld)Mackenrode (Landkreis Eichsfeld)MarthNiederorschelPfaffschwendeReinholterodeRöhrigRohrberg (Eichsfeld)RustenfeldeSchachtebichSchimbergSchönhagen (Eichsfeld)SchwobfeldSteinbach (Eichsfeld)Sonnenstein (Gemeinde)SteinheuterodeTastungenTeistungenThalwendenUderVolkerodeWachstedtWahlhausenWehndeWiesenfeld (Eichsfeld)WingerodeWüstheuterodeKarte
Über dieses Bild
Dorfstraße mit sanierten Fachwerkhäusern

Glasehausen ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld, liegt noch im historischen Eichsfeld, gehört aber schon zum niederdeutschen Sprachgebiet. Verwaltungsmäßig gehört der Ort zur Verwaltungsgemeinschaft Leinetal.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von Süden über die Landschaft bei Glasehausen

Glasehausen liegt ungefähr 7 Kilometer nördlich von Heiligenstadt im oberen Gartetal innerhalb des Buntsandsteinplateaus des mittleren Eichsfeldes unmittelbar an der niedersächsisch-thüringischen Landesgrenze. Eingerahmt wird die Ortslage vom Silberberg (ca. 315 m) im Norden, dem Gehlenberg (383 m) im Südosten und dem Auberg (345 m) im Westen. Durch den Ort fließt der Glasehausener Bach, der in nördlicher Richtung in die Garte mündet.

Nachbarorte sind die in Niedersachsen gelegenen Ortsteile der Gemeinde Gleichen Weißenborn im Westen und Etzenborn im Nordosten sowie der Eichsfelder Ort Günterode im Süden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1300 erfolgt die erste urkundliche Erwähnung eines Johannes de Glasehusen. Glasehusen war zeitweilig eine Wüstung und wurde erst um 1550 wieder aufgebaut. Die Herren von Bültzingslöwen waren von 16. bis zum 19. Jahrhundert Gerichtsherren am Ort. Von 1802 an war der Ort preußisch und kam dann kurz an das Königreich Westphalen. Ab 1815 war der Ort Teil der preußischen Provinz Sachsen. 1945 bis 1949 war der Ort Teil der sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 Teil der DDR. Von 1961 bis 1990 bis zur Wende und Wiedervereinigung war der Ort eine bewachte Sperrzone. 1993 wurde der Ort von einer Windhose heimgesucht. Eine Besonderheit Glasehausens besteht darin, dass es der einzige Ort des Eichsfeldes ist, in dem ein Teil der Bevölkerung obereichfeldischen, der andere Teil untereichsfeldischen Dialekt spricht.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 173
  • 1995: 173
  • 1996: 173
  • 1997: 172
  • 1998: 170
  • 1999: 171
  • 2000: 177
  • 2001: 179
  • 2002: 179
  • 2003: 183
  • 2004: 189
  • 2005: 189
  • 2006: 189
  • 2007: 187
  • 2008: 182
  • 2009: 176
  • 2010: 180
  • 2011: 171
  • 2012: 174
  • 2013: 171
  • 2014: 177
  • 2015: 174
  • 2016: 167
  • 2017: 166
  • 2018: 162
  • 2019: 159
  • 2020: 159
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Jörg Krebs (parteilos) wurde am 19. Juni 2016 gewählt.[2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis Ende 2007 war die Kath. Gemeinde Glasehausen eine Filialgemeinde von Günterode. Seit 1. Januar 2008 ist Glasehausen jedoch Filialgemeinde von Siemerode.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Johannes der Täufer

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde existieren der Feuerwehrverein, der am 15. November 2009 neugegründet "Glasehäuser Kirmesverein e.V." und ein Kirchenchor.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Filialkirche „Johannes der Täufer“ von 1714. Sie befindet sich in der Mitte des linear angeordneten Ortes und wurde 1750 konsekriert. 1960 fand eine Erweiterung am westlichen Ausläufer der Kirche statt. Im Innenraum befindet sich ein wertvoller Schnitzaltar aus der Spätgotik mit frühbarocken Ornamenten.[3]
  • Gedenkstein zur Grenzöffnung. Errichtet am zehnten Jahrestag der Grenzöffnung besitzt er die Daten 1952 und 1990 sowie die Inschrift 31.12. 1990 / Grenz- / Öffnung. Weiterhin ist auf dem Stein zu lesen In / Dankbarkeit / 31.12.1999 und auf einer Plakette die Worte Erkenne die Vergangenheit / Beherrsche die Zukunft.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Glasehausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Kommunalwahlen in Thüringen am 5. Juni 2016. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 29. Januar 2017.
  3. Ulrich Harteisen: Das Eichsfeld. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme. Hrsg.: Ulrich Harteisen, u. a. Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2018, ISBN 978-3-412-50066-5, S. 318.
  4. Annette Kaminsky: Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR. Berlin 2007, ISBN 3-86153-443-6, S. 466.