Glaspilz

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Linse aus einem Weitwinkelobjektiv, vollständig mit Pilzfäden überwachsen
Objektiv mit „Fungus“ an der Rücklinse

Glaspilz (auch Fungus vom lateinischen Wort für Pilz) ist die triviale Bezeichnung für den Befall optischer Geräte wie Objektive mit Pilzfäden (Mycel). Durch Auskeimen von Pilzsporen und erneute Sporenbildung kann sich der Befall auch über das jeweilige Pilzgeflecht hinaus ausbreiten. Die Glasoberflächen der Geräte werden durch die Stoffwechselprodukte des Pilzes oft getrübt. Glaspilz kann von kleinen, kaum sichtbaren Punkten über ein sich unregelmäßig ausbreitendes Geflecht (siehe Abbildung) bis zur vollständigen „Erblindung“ der Optik reichen.

Die Pilze, die optische Oberflächen befallen, gehören zu den Gruppen der Eipilze (Peronosporomycetes) und Schlauchpilze (Ascomycota, insbesondere imperfekte Vertreter). Bei „dem Glaspilz“ handelt es sich also nicht um eine eigene Pilzart.

Glaspilze ernähren sich von Materialien, die bei der Herstellung der Optik verwendet wurden und/oder dieser anhaften (Leder, Farbe, Holz, Kitt, Klebstoffe, Fasern). Der Glaspilz ernährt sich nicht vom Glas selbst. Es handelt sich um verschiedene Pilze, die o. g. Stoffe als Nährboden befallen und zur Trübung der Glasoberfläche führen. Erreichbare Glasflächen können von den Pilzen gereinigt werden.

Reinigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reinigung kann einfach bis sehr schwierig sein, je nachdem ob und wie das Glas oberflächenbehandelt worden ist. Bei teureren Gläsern in Optiken empfiehlt sich mitunter die Nachfrage beim Produzenten und/oder einem unabhängigen Optiker. Bei Glasblindheit (Trübung des Glases durch periodisch wechselnde Feuchtigkeit und Trockenheit) kann man das Glas mit einer Essig-Salz-Mischung reinigen. Dabei ist das Glas mit der Mischung komplett einzureiben, danach mit Wasser zu spülen und anschließend mit einem sauberen Tuch zu polieren. Dies empfiehlt sich für Glasscheiben und Trinkgläser.

Vermeidung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch eine sachgerechte Lagerung der optischen Geräte kann ein Pilzbefall weitgehend vermieden werden:

  • Die relative Luftfeuchtigkeit sollte unter 60 Prozent betragen (Silicagel).
  • Die Oberfläche der Optik sollte von Staub und Fasern befreit werden, um dem Pilz keinen Nährboden zu bieten.
  • Es sollte für Licht und ausreichende Belüftung gesorgt werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. S. Turner, E. I. McLennan, J. S. Rogers, E. Matthaei: Tropic-Proofing of Optical Instruments by a Fungicide. In: Nature 158, 1946, S. 469–473. (online)