Glatzer Gebirgsverein

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2015 Kłodzko, pl. Chrobrego 4.jpg

Der Glatzer Gebirgsverein e. V. (GGV) Braunschweig (nach dem Glatzer Bergland in Schlesien) ist ein Heimat-, Wander- und Naturschutzverein mit Sitz in Braunschweig. Er ist in das Vereinsregister des dortigen Amtsgerichts eingetragen (VR 2603). Er wurde ursprünglich 1881 in Glatz und 1951 noch einmal in Braunschweig gegründet. Dem Verein gehören heute über 1000 Mitglieder an, die überwiegend in Norddeutschland wohnen.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand besteht aus dem ersten Vorsitzenden, seinem Stellvertreter, einem Kassierer und einem Schriftführer (Geschäftsführender Vorstand) sowie neun Fachwarten und Stellvertretern für Wandern, Naturschutz, Kultur, Medien und einem Gruppenwart. Es besteht eine Patenschaft durch den "Sauerländischen Gebirgs-Verein (SGV) – Abteilung Lüdenscheid e. V." seit 1970 und eine Freundschaft mit der "Wanderbewegung Magdeburg e. V." seit 1990. Der Verein gibt drei Mal jährlich seine Vereinszeitschrift "GGV-Mitteilungen" heraus.

Der GGV ist Mitglied im Bundes- und Landesverband der Deutschen Wanderbewegung: Die durch den Krieg erloschene Mitgliedschaft im "Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine e. V." wurde 1966 erneut aufgenommen. Der Beitritt zum "Landesverband Niedersachsen Deutscher Gebirgs- und Wandervereine e. V." (Kurzform: Wanderverband Niedersachsen) erfolgte schon als Gründungsmitglied. Die Gebietsgruppe "West/Nordwest" wurde 1995 gegründet und ist für den Raum westlich der Weser zuständig.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Glatzer Gebirgs-Verein e. V. ist ein Heimat-, Wander- und Naturschutzverein. Als Heimatverein nimmt er die Aufgaben zur Heimatpflege der Grafschaft Glatz in Schlesien mit der Pflege von Brauchtum und Mundart wahr. Die Aufgaben als Wanderverein bestehen in der Organisation von geführten Wanderungen im Braunschweiger Land, der Lüneburger Heide, dem Elm und dem Harz sowie der Teilnahme an den Deutschen Wandertagen. 1976 wurde die Wegearbeit wieder aufgenommen und seither eine 42 km lange Strecke des Europäischen Fernwanderweges E6 von Gifhorn bis Braunschweig bis heute betreut. Außerdem wurden zwei Rundwanderwege im Harz sowie drei Streckenwanderwege im Elm markiert und betreut. Der GGV ist durch seine Mitgliedschaft im Wanderverband Niedersachsen ein anerkannter Naturschutzverein nach § 29 BNatSchG alter Fassung.

Vereinsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Glatzer Gebirgs-Verein (G.G.V.) wurde am 2. März 1881 in der Kreisstadt Glatz (Schlesien) als "Gebirgs-Verein der Grafschaft Glatz" gegründet. Als Vereinszeichen wurde 1881 die Glatzer Rose (Trollblume) gewählt, die noch heute als solches verwendet wird. Die Namensänderung des "Gebirgs-Vereins der Grafschaft Glatz" in "Glatzer Gebirgs-Verein (G.G.V.)" wurde 1888 in Neuland bei Wartha beschlossen. Die Mitgliedschaft im damaligen "Verband Deutscher Touristen-Vereine", dem späteren "Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine", wurde schon kurz nach dessen Gründung 1883 noch als "Gebirgsverein für die Grafschaft Glatz" vor 1888 erklärt und bestand bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges.

1906 wurde die Vereinszeitschrift "Die Grafschaft Glatz" ins Leben gerufen und erschien letztmals 1943. Zum 25-jährigen Jubiläum wurde 1906 das Glatzer Heimatmuseum des GGV eröffnet, das wegen des wachsenden Umfanges mehrfach seinen Standort wechselte und nach dem Zweiten Weltkrieg aufgelöst wurde. Bereits 1883 errichtete der Verein eine Vereinsbibliothek. Die Glatzer Heimatbücherei wurde 1922, das Glatzer Heimatarchiv 1923 vom GGV gegründet. Die 50-Jahr-Feier wurde 1931 mit einem imposanten Festzug gefeiert. 1939 bestand der Verein aus 62 Ortsgruppen und hatte mehrere tausend Mitglieder im gesamten Reichsgebiet.[1]

Die letzte Jahreshauptversammlung des alten GGV fand 1944 statt. Kriegsende und die Vertreibung der Deutschen besiegelten das Schicksal des Vereins. Infolge der Vertreibung verlor der GGV seine Wandergebiete, sein Eigentum und seine Schaffenswerke. 1951 wurde der "Glatzer Gebirgs-Verein (GGV) Ortsgruppe Braunschweig" neu gegründet. Als Vereinszeichen wurde die "Glatzer Rose" (Trollblume) des alten G.G.V. von 1881 beibehalten. Die Vereinsfarben sind die Farben "rot-gelb" der Grafschaft Glatz. 1965 erfolgte dann die Streichung des Wortes "Ortsgruppe" im Vereinsnamen.

Schon 1984 wurde dem GGV die Eichendorff-Plakette für seine Verdienste um Wandern, Heimat und Umwelt durch Bundespräsident Karl Carstens verliehen.[2] Im Mai 1987 fand die Eröffnung der Heimatstube des GGV in Braunschweig statt. Die Einweihung der Vereinsfahne erfolgte 1990. Außerdem besitzt der Verein zwei Wanderwimpel aus den Jahren 1966 und 1985. Nach der Auflösung des "GGV Berlin" 1995 konnten das Vereinseigentum übernommen werden. Im Oktober 1998 waren erstmals seit der Neugründung 1951 in Braunschweig wieder über 1000 Mitglieder im GGV. Bis heute liegt die Mitgliederzahl beständig über 1000 Personen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „In alter Tradtion, der Glatzer Gebirgsverein“ in: „Grofschoaftersch Häämtebärnla. Kultur und Geschichte der Grafschaft Glatz“, Jahrbuch 2017, 69. Jahrgang, S. 19
  2. http://www.wanderindex.de/wanderverbaende/hauptverband/eichendorffplakette.html