Gleichnis von den bösen Weingärtnern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Darstellung des Gleichnisses in einer Radierung Jan Luykens

Das Gleichnis von den bösen Weingärtnern ist ein Gleichnis Jesu, das in den Evangelien nach Matthäus (Mt 21,33–41 EU), Markus (Mk 12,1–9 EU) und Lukas (Lk 20,9–16 EU) überliefert ist.

Wortlaut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gleichnis in der bei Markus überlieferten Form lautet in der Lutherübersetzung (revidierte Fassung von 1984):

„Und er fing an, zu ihnen in Gleichnissen zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und ging außer Landes. Und er sandte, als die Zeit kam, einen Knecht zu den Weingärtnern, damit er von den Weingärtnern seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs hole. Sie nahmen ihn aber, schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort. Abermals sandte er zu ihnen einen andern Knecht; dem schlugen sie auf den Kopf und schmähten ihn. Und er sandte noch einen andern, den töteten sie; und viele andere: die einen schlugen sie, die andern töteten sie. Da hatte er noch einen, seinen geliebten Sohn; den sandte er als Letzten auch zu ihnen und sagte sich: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen. Sie aber, die Weingärtner, sprachen untereinander: Dies ist der Erbe; kommt, lasst uns ihn töten, so wird das Erbe unser sein! Und sie nahmen ihn und töteten ihn und warfen ihn hinaus vor den Weinberg. Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben.“

Markus 12,1–9 EU

Deutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weinberg dient bereits im Alten Testament als Bild für das Volk Israel (vgl. Jesaja 5,1 EU). In seiner Güte schickt Gott immer neue Knechte (gemeint sind die Propheten), um den Lohn für seine Gnade einzufordern (d.h. ein Leben wie es dem erwählten Gottesvolk entspricht). Diese Boten wurden jedoch immer wieder zurückgewiesen und teilweise auch getötet. In der Tötung des Sohnes gipfelt diese Ablehnung. In ihr wird auch bereits das Leiden und Sterben Jesu angedeutet. Diese Sendung des Sohnes wird damit zur Grundlage für ein neues Bundesvolk, das über Israel hinausgeht.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gleichnis von den bösen Weingärtnern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stuttgarter Erklärungsbibel. ISBN 3-438-01121-2, 2. Aufl. 1992, Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart, S. 1245f