Gleinkersee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gleinkersee
Gleinkersee Seespitz 20060501.jpg
Gleinkersee mit Seespitz
Geographische Lage Oberösterreich, Österreich
Zuflüsse Vermutlich eine Karstquelle
Abfluss Seebach → Teichl → Steyr → Enns → Donau
Daten
Koordinaten 47° 41′ 16″ N, 14° 17′ 37″ OKoordinaten: 47° 41′ 16″ N, 14° 17′ 37″ O
Gleinkersee (Oberösterreich)
Gleinkersee
Höhe über Meeresspiegel 804 m ü. A.
Fläche 13 ha
Länge 600 m
Breite 400 m
Volumen 10.500.000 m³
Maximale Tiefe 125 m
Mittlere Tiefe 44 m
Vorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-FLÄCHEVorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-SEEBREITEVorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-VOLUMENVorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-MAX-TIEFEVorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-MED-TIEFE

Der Gleinkersee ist ein Bergsee in Oberösterreich im Gemeindegebiet von Spital am Pyhrn, am Nordfuß des Toten Gebirges und liegt auf 804 m ü. A. Der Ablauf des Gleinkersees ist der Seebach, der über die Teichl, Steyr, Enns in die Donau entwässert. Der Gleinkersee steht seit 1965 unter Naturschutz. Der Name stammt vom Stift Gleink bei Steyr, welches im Jahre 1125 in Besitz dieses Sees kam. Der See befindet sich im Besitz der Österreichischen Bundesforste, die Ufer sind teilweise in Privatbesitz.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See ist 13 Hektar groß (600 m lang und 400 m breit) und bis 24,5 m tief (an einer Stelle trichterförmig allerdings bis 125 m Tiefe) Er wird wahrscheinlich von unterirdischen Quellen aus dem Karst gespeist, denn es sind nur sehr kleine Zuflüsse im hinteren Teil des Sees sichtbar. Er liegt auf einer Seehöhe von 806 m, unmittelbar unterhalb des 1574 m hohen Seespitz. Der Abfluss erfolgt durch den Seebach – TeichlSteyrEnnsDonau. Die schwache Durchflutung und windgeschützte Lage ermöglichen eine rasche Erwärmung der oberen Wasserschichten und hohe Wassertemperaturen. Dies begünstigt nicht nur das Baden, sondern auch das zeitweise Auftreten von Algenblüten.

Der Seeboden liegt gleichmäßig 20 bis 25 Meter unter der Oberfläche. Eine Ausnahme bildet hier ein kleiner Bereich im westlichen Teil, der steil bis über 120 m tief abfällt. Dieser Einbruch entstand nach dem Ende der Eiszeit, da er sonst mit Schutt gefüllt sein müsste. Es wird vermutet, dass hier der Durchbruch zu einem bereits vorhandenen Höhlenschacht erfolgte. Dieser Schacht besitzt vermutlich keinen großen Zu- bzw. Abfluss, da sonst die Entwässerung über den Seebach stärker bzw. nicht vorhanden wäre.

Es ist nicht auszuschließen, dass in Zukunft weitere Durchbrüche im Gestein des Dachsteinkalkes erfolgen und sich die Wasserverhältnisse ändern.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor etwa 20.000 Jahren erstreckte sich ein vermutlich kleiner Gletscher vom Warscheneck über den Seegraben zum Nordostufer des Sees, wo sich heute der Gasthof Seebauer befindet. Unterhalb der steilen Felswände, welche sich aus festem Dachsteinkalk zusammensetzen, befinden sich weiche Mergel (Flyschgesteine) die vom Eis leicht ausschürfbar waren. So bildete sich die Endmoräne, die heute etwa beim Anschnitt des Parkplatzes sichtbar ist. Nach dem Abschmelzen des Eises füllte sich dieses Becken mit Wasser. Auf ähnliche Weise entstand der Großteil der österreichischen Bergseen.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den vorkommenden Fischen zählen Karpfen, Zander, Barsch, Saibling, Rotfedern, Forelle und Hecht. Weiters kommt auch die Flussperlmuschel vor. Die Krebspopulation (Astacus astacus) wurde durch eine eingeschleppte Krebspest 2006 zerstört. Zwei Jahre später wurde ein Neubesatz durchgeführt.

Sagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf die oben erwähnte Vertiefung bezieht sich eine Sage aus der Zeit der Franzosenkriege. Die Mönche des Stiftes Spital versuchten, ihre Schätze in Sicherheit zu bringen und versenkten sie wohlverpackt im See. Nach Ende der Kriegszeiten versuchten sie den Schatz wieder zu bergen, jedoch hatte sich der Seegrund an dieser Stelle gesenkt und niemand konnte ihn mehr erreichen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Amt der Oö. Landesregierung, Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft, Abteilung Oberflächengewässerwirtschaft (Hrsg.): Seenaufsicht in Oberösterreich – Gewässerschutzbericht 43. Linz Juli 2010 (land-oberoesterreich.gv.at [PDF; 24,5 MB; abgerufen am 24. November 2020]).
  • Amt der Oö. Landesregierung, Naturschutzabteilung (Hrsg.): Natur und Landschaft / Leitbilder für Oberösterreich. Band 40: Raumeinheit Windischgarstner Becken. Linz September 2007 (land-oberoesterreich.gv.at [PDF; 4,7 MB; abgerufen am 24. November 2020]).
  • Josef Zeitlinger: Über die Kleinseen im Flußgebiet der Alm und Steyer. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 82. Linz 1928, S. 359–394 (PDF (4,6 MB) auf ZOBODAT [abgerufen am 24. November 2020]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gleinkersee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien