Gleislose Bahn Blankenese–Marienhöhe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Blankenese–Marienhöhe
Auf der heutigen Anne-Frank-Straße: Wagen 2 fährt in Richtung Bahnhof
Auf der heutigen Anne-Frank-Straße:
Wagen 2 fährt in Richtung Bahnhof
Streckenlänge:circa 3 km
Stromsystem:440 Volt =
Maximale Neigung: 45 
   
zur Altona-Blankeneser Eisenbahn
   
0 Blankenese Staatsbahnhof
   
Blankeneser Landstraße
   
Frenssenstraße, heute Anne-Frank-Straße
   
~ 3 Landhauskolonie Marienhöhe

Die Gleislose Bahn Blankenese–Marienhöhe war ein Oberleitungsbus-Betrieb im heutigen Hamburger Stadtteil Blankenese.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die rund drei Kilometer lange Strecke verband den Staatsbahnhof Blankenese an der Altona-Blankeneser Eisenbahn mit dem westlich gelegenen Villenviertel Landhauskolonie Marienhöhe. Die Anlage wurde am 12. August 1911 eröffnet und musste wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs schon am 1. August 1914 wieder eingestellt werden, unter anderem weil das Kupfer der Fahrleitungen für die Munitionsfabriken requiriert wurde.[1] 1915 wurde die Gesellschaft schließlich aufgelöst.

Die Strecke wurde ausschließlich im Personenverkehr bedient, Güter oder Post wurden nicht befördert. Der Betrieb wurde mit den beiden Motorwagen »1« und »2« durchgeführt. Sie verfügten jeweils über zwölf Sitz- und zehn Stehplätze. Die Reisezeit betrug zwölf Minuten. Gefahren wurde werktags im 30-Minuten-Takt mit einem Wagen sowie im Ausflugsverkehr am Wochenende im 15-Minuten-Takt mit beiden Wagen. Wo sich das Depot befand, ist nicht überliefert.

Erbaut wurde die Gleislose elektrische Personenbahn im Auftrag der Blankenese-Marienhöhe-Terrain-A.-G. nach dem so genannten System Schiemann, entwickelt vom sächsischen Unternehmen Gesellschaft für gleislose Bahnen Max Schiemann & Co. aus Wurzen.[2] Als Besonderheit verfügten die in Blankenese verwendeten Fahrzeuge nur über eine statt der üblichen zwei Stromabnehmerstangen. Dies war möglich, weil die beiden Drähte der Oberleitung in einem Abstand von nur 15 Zentimetern zueinander angeordnet waren. Damit standen sie deutlich näher zueinander als bei anderen Obus-Anlagen üblich. Dieses sogenannte Einstangenkontaktsystem kam nur bei einigen wenigen Betrieben zur Anwendung. Im Gegensatz zu heutigen Oberleitungsbus-Strecken war sie außerdem nur einspurig angelegt. Begegneten sich die beiden Fahrzeuge, musste eines von ihnen die Stromabnehmerstange abziehen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gleislose Straßenbahn von Blankenese a. d. Elbe nach Marienhöhe. In: Elektrotechnische Zeitschrift. (ETZ). 32. Jahrgang, Heft 36, 7. September 1911, ISSN 0170-1711, Seite 912.
  • Ludger Kenning, Mattis Schindler: Obusse in Deutschland Band 1; Verlag Kenning; 1. Aufl. Januar 2009; ISBN 978-3933613349

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Geschichte der Obusse in Harburg (Memento vom 5. Dezember 2007 im Internet Archive)
  2. Mitteilung in der Elektrotechnischen Zeitschrift (ETZ), 32. Jahrgang, Heft 14 (6. April 1911), S. 360.