Gleiss Lutz

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Gleiss Lutz Hootz Hirsch
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Rechtsform Partnerschaft mbB
Gründung 1949
Sitz Stuttgart (7 Standorte)
Mitarbeiter 270 Anwälte, 83 Partner[1]
Umsatz 190 Mio. Euro (Deutschland 2016)[1]
Branche Wirtschaftsrecht
Website www.gleisslutz.com
Stand: 2016 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2016

Gleiss Lutz Hootz Hirsch (häufig nur als Gleiss Lutz bezeichnet)[2] ist eine international tätige deutsche Wirtschaftskanzlei. Über 270 Anwälte, davon 83 Partner,[1] arbeiten in Büros in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München, Stuttgart und Brüssel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kanzlei wurde am 1. April 1949 von Alfred Gleiss (1904–1997) als Büro für Dekartellierungs- und Wettbewerbsfragen in Stuttgart gegründet. 1952 erhielt Gleiss die Zulassung als Rechtsanwalt und assoziierte sich mit Arved Deringer, der 1961 ausschied und eine eigene Kanzlei in Bonn eröffnete. 1956 trat Helmuth Lutz in das Büro ein, kurz danach kamen Christian Hootz und Martin Hirsch dazu.[3] Seit 1962 trägt die Sozietät den noch heute gültigen offiziellen Namen Gleiss Lutz Hootz Hirsch.[4]

Der Kanzlei gehören oder gehörten Rupert Scholz, Jobst-Hubertus Bauer, Ulrich Battis, Werner Hoppe, Wulf Goette und Hans Schlarmann an.

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2000 beziehungsweise 2002 hatte Gleiss Lutz eine enge Allianz mit der englischen Sozietät Herbert Smith und der niederländisch-belgischen Anwaltskanzlei Stibbe betrieben, die im November 2011 von Herbert Smith aufgekündigt wurde, nachdem Gleiss Lutz und Stibbe keine Fusionsgespräche aufnehmen wollten.[5] Als unabhängige Kanzlei arbeitet Gleiss Lutz weltweit mit einem nicht fest institutionalisierten Netzwerk ausländischer Kanzleien.[6]

Medienberichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2010 kaufte das von der Kanzlei beratene Land Baden-Württemberg Anteile am Energiekonzern EnBW zurück, ohne zuvor die Zustimmung des Landtags einzuholen. Dafür berief sich Stefan Mappus auf das Notbewilligungsrecht als Ministerpräsident und holte nur die Zustimmung des Finanzministers ein.[7] Diese Vorgehensweise wurde vom Staatsgerichtshof in Stuttgart im Oktober 2011 als Verfassungsbruch festgestellt.[8]

Hauptartikel: EnBW-Affäre

Die Kanzlei vertrat die beiden Bundestagsabgeordneten der SPD, Peter Danckert und Swen Schulz, die vor dem Bundesverfassungsgericht erfolgreich gegen das neunköpfige Sondergremium geklagt hatten, welches anstelle des Haushaltsausschusses über den Einsatz des Euro-Rettungsschirms entscheiden sollte.[7]

Gewerkschaftliche Initiativen werfen der Kanzlei Beihilfe zum Union Busting (Gewerkschaftsvermeidung) vor. Dies begründen sie unter Anderem mit der Ausgestaltung von Werkverträgen für Daimler, durch die die davon betroffenen Arbeiter rund ein Drittel des Gehalts von Festangestellten erhalten.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kanzleiumsätze 2016/2017. JUVE Online; abgerufen am 3. Oktober 2017.
  2. „Historie“ auf gleisslutz.com, abgerufen am 9. Februar 2013
  3. NJW 2004, Heft 10, S. 666.
  4. Rüdiger Zuck (Hg.): Erinnerungsgabe für Alfred Gleiss zum 70. Geburtstag, Opladen 1974.
  5. René Bender: Reaktion: Herbert Smith kündigt nach Fusionsabsage Alliance mit Gleiss auf und hegt eigene Deutschland-Pläne. In: JUVE Online. 24. November 2011; abgerufen am 3. Oktober 2017.
  6. „Beratung ohne Grenzen“ auf gleisslutz.com, abgerufen am 29. November 2016
  7. a b EFSF-Kläger in Karlsruhe: Anwälte für Verfassungsbruch. In: Spiegel Online. 28. Oktober 2011; abgerufen am 3. Oktober 2017.
  8. Energie-Deal: Gericht rügt Baden-Württembergs EnBW-Kauf. In: Spiegel Online. 6. Oktober 2011; abgerufen am 3. Oktober 2017.
  9. Union Busting. Wenn Unternehmen Arbeitnehmerrechte torpedieren. In: Stuttgarter Tagblatt. 27. Februar 2015; abgerufen am 3. Oktober 2017.