Gleistein

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Geo. Gleistein & Sohn GmbH

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Rechtsform GmbH[1]
Gründung 1824
Sitz Bremen-Nord
Leitung
  • Klaus Walther
  • Thomas Schlätzer
Mitarbeiterzahl 92
Umsatz 14,2 Mio. EUR[2]
Branche Tauwerkfabrik
Website www.gleistein.com
Stand: 31. Dezember 2018

Firma Gleistein, 1890

Gleistein ist eine deutsche Tauwerkfabrik mit dem Hauptsitz in Bremen-Nord. Zur Firmengruppe gehören die Gleistein Slovakia s.r.o. in Trencin (Slowakei), Gleistein Ropes Ltd. in Rye (England) und Gleistein Ropes Inc. in Belling (USA). Neueste Tochtergesellschaft ist die UPDRAFT GmbH i. Gr., die sich speziell Hebetechnologien widmet. Nach eigenen Angaben werden etwa 185 Mitarbeiter beschäftigt und 15 Millionen Euro Umsatz erzielt.

Gleistein hat eine bedeutende Marktstellung bei der Lösung von technischen Spezialproblemen in Bezug auf textile Verbindungen (wie z. B. bei der Ausrüstung von High-Tech-Rennyachten und Superyachten oder bei der Komponentenlösung eines Wind-Antriebssystems auf Basis von großen Zugdrachen (SkySails)).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1824 wurde Georg Gleistein & Sohn durch Segelschiffskapitän Georg Gleistein zusammen mit seinem ältesten Sohn Johann gegründet. 12 Mitarbeiter („Reepschläger“) verarbeiteten die damals in Europa verfügbaren Naturfasern (Hanf, Werg) in Handarbeit zu Seilen. Kunden waren Fracht- und Flussschiffer, Reedereien und die Landwirtschaft. Die Seilerei mit einer 380 Meter langen, sogenannten Reeperbahn befand sich in Bremen-Vegesack, entlang der Kirchheide zwischen Georg-Gleistein-Straße und Fährgrund.

Das Aufkommen neuer Fasern wie Sisal und Manila ermöglichte neue technische Produkte. Mit dem Herkulestauwerk wurden ab 1890 Schleppnetzfischer ausgerüstet. Am damaligen Firmensitz Vegesack baute man damals gerade die später größte Heringsfischereiflotte Europas auf. Ab 1920 wurden Grundlagenforschungen zur Normierung und technischen Berechnung von Seilen durchgeführt. Im Jahr 1947 begann der Einsatz erster Chemiefasern, die dann in den 1970er-Jahren die Naturfasern verdrängten.

Gleistein verlegte 1978 seinen Hauptsitz nach Bremen-Blumenthal. 1997 wurde eine Produktion in Trencin in der Slowakei aufgebaut, 1999 bestand das Unternehmen 175 Jahre. Gleistein ist heute Bremens ältestes industrielles Familienunternehmen, das in achter Generation von Klaus Walther und seinem Cousin Thomas Schlätzer geleitet wird.[3]

Heute werden vom Unternehmen für die Seilherstellung hochfeste Werkstoffe z. B. Polyamid, Polyester und Polypropylen wie auch hochmodulare Werkstoffe verwendet z. B. Aramid, Dyneema, Vectran und Zylon verwendet. Je nach Rohstoff sind diese besonders elastisch, besonders kraftaufnehmend oder z. B. besonders hitzebeständig. Eingesetzt werden die Seile unter anderem beim Wassersport, wie z. Sportboote und High-Tech-Rennyachten, und in der Berufsschifffahrt, wie z. B. bei Schleppern und großen Seeschiffen, sowie in der Baumpflege. Darüber hinaus stellt Gleistein auch Seile für die Ausrüstung von Flugzeugen, Theaterbühnen und Spielplätzen sowie für Heim- und Industriebedarf her. Das Unternehmen produziert jährlich etwa 1800 Tonnen Tauwerk (2008).[3]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. : Handelsregister Bremen, HRB-Nr. 5168
  2. Bundesanzeiger: Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2018 bis zum 31.12.2018, abgerufen am 15. April 2020
  3. a b Bremer Seilschaften, Bericht von Krischan Förster im Weser-Kurier vom 28. Februar 2009, S. 5.
  4. Volker Kölling, Eine Seilschaft, die verbindet, in Volker Kölling coast communication (PDF; 154 kB), Zugriff 16. Mai 2013
  5. : „News Archiv: Meldung vom 11. August 2008“ PUMA und Gleistein im härtesten Regattarennen gemeinsam auf Weltumsegelung
  6. : „Das Spleißbuch“ als Kurzfassung

Koordinaten: 53° 11′ 38″ N, 8° 33′ 26″ O